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Veröffentlicht am 07.05.2024

Der Schluss vermiest es etwas

Girls Night - Nur eine kennt die ganze Wahrheit
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Beim 3. Thriller, den ich von Claire Douglas gelesen habe, wusste ich jetzt schon ziemlich genau, was mich erwartet. Die Autorin legt auch hier wieder einen ihrer für sie wohl typischen Spannungsromane ...

Beim 3. Thriller, den ich von Claire Douglas gelesen habe, wusste ich jetzt schon ziemlich genau, was mich erwartet. Die Autorin legt auch hier wieder einen ihrer für sie wohl typischen Spannungsromane vor. Ich erkenne hier dasselbe Schema, wie in den vorangegangenen beiden Werken.
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Darum geht’s: Ende der 90er verunglückt die junge Olivia mit einem Auto nachts auf einer verlassenen Landstraße. Ihre drei besten Freundinnen sitzen nach einer Partynacht mit im Auto. Als Olivia eingeklemmt im Wagen wieder zu sich kommt, sind ihre Freundinnen verschwunden – und tauchen auch nicht wieder auf. 20 Jahre später beschäftigt der Cold Case um das mysteriöse Verschwinden der Mädchen die True Crime-Podcasterin Jenna. Ihre Recherche in Stafferbury bringt Geheimnisse ans Licht…
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Claire Douglas schreibt Triller der ruhigeren Gangart. Die Leser*innen erwartet auch in ihrem neusten Buch wieder ein psychologischer und eher unterschwelliger Spannungsaufbau. Ich gehöre zu der Fraktion, die diese Art von Thrill ganz gerne liest. So konnte ich mich auch diesmal wieder gut auf die Geschichte und den Handlungsverlauf einlassen. Erzählt wird die Story im Wechsel aus den Perspektiven von Jenna und Olivia. Eingestreut sind kurze Kapitel in Kursivdruck, die so gar keinen Zusammenhang zum Geschehen zu haben scheinen. Ich verrate wohl kein Geheimnis, wenn ich sage, dass es natürlich doch einen gibt und später alles zusammengeführt wird. Das geschieht zwar schlüssig, für meinen Geschmack aber auch etwas abrupt. Im Vergleich zum vorherigen Handlungsverlauf habe ich das Ende als holprig und irgendwie nicht so ganz passend empfunden. Ich kann es nicht genauer beschreiben, aber ich hätte mir irgendwie eine andere Auflösung gewünscht. Das ist aber mein subjektives Empfinden.
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GIRLS NIGHT lässt sich auf jeden Fall wieder super lesen. Claire Douglas baut hier ein mystisch-geheimnisvolles Szenario mit einer dazu passenden Atmosphäre auf. Die Charaktere bleiben allerdings erneut etwas schematisch und nicht so ganz greifbar. Dadurch hallt auch diese Story nicht so kraftvoll nach, wie sie eigentlich könnte – mal abgesehen davon, dass ich den Schluss einfach nicht überzeugend fand. Alles in allem ist das Buch aber unterhaltsam und ich werde bestimmt auch den nächsten Thriller der Autorin lesen.

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Veröffentlicht am 05.05.2024

Nicht meine Geschichte

Miss Moons höchst geheimer Club für ungewöhnliche Hexen
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Ein herzerwärmender Cosy-Fantasy-Roman um eine Hexe. Das klingt doch mal gut. Seit den alten Kassettenkind-Zeiten mit Bibi Blocksberg hatte ich mit Hexen keine Berührungspunkte mehr. Zumindest kann ich ...

Ein herzerwärmender Cosy-Fantasy-Roman um eine Hexe. Das klingt doch mal gut. Seit den alten Kassettenkind-Zeiten mit Bibi Blocksberg hatte ich mit Hexen keine Berührungspunkte mehr. Zumindest kann ich mich nicht daran erinnern. Da kam mir dieses Buch gerade recht, um für Abwechslung in meinem Lese-Kosmos zu sorgen. Ich habe mich auf eine richtig süße Geschichte gefreut, denn danach klingt der Klappentext.
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Darum geht's: Mika Moon ist Anfang 30, Single und hat einen YouTube-Kanal über Hexerei. Was keiner ihrer Abonnenten weiß: Ihre magischen Fähigkeiten sind echt. Eines Tages bekommt Mika aus heiterem Himmel ein besonderes Jobangebot. Sie soll drei minderjährige Hexen im Nowhere House unterrichten.
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Ach Mensch, was habe ich mich hier drauf gefreut. Ich habe so eine Art Hanni & Nanni-Internatsgeschichte mit Hexen erwartet. Das war's aber nicht. Stattdessen… Ich weiß nicht, was es war, denn irgendwie kam das Buch gar nicht richtig in die Gänge. Ich habe lange vor mich hin gelesen und hatte dabei das Gefühl, nicht vom Fleck zu kommen. Was hätte ich mir gewünscht, dass ein HEX HEX mich in eine interessante Szene katapultiert. Aber Fehlanzeige. Es ist nichts nennenswertes passiert. Und irgendwann habe ich auch die Hoffnung aufgegeben, dass da noch was kommt. Ich habe mich von Seite zu Seite gelangweilt. Die Handlung ist so vor sich hin geplätschert und ich habe keine Ahnung, wohin sie führen sollte. Für mich ist die Message des Buches jedenfalls in Langatmigkeit untergegangen. Die Charaktere, die Liebesgeschichte - alles ist mir viel zu oberflächlich und blass geblieben und konnte damit einfach nicht mein Interesse wecken.
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Wie gerne hätte ich mir Klassenzimmer-Geschichten und Unterrichts-Vibes herbei gehext, wenn ich könnte. Leider gab es nichts davon. Ich wollte das Buch so gerne mögen, habe aber nach der Anfangsphase zunehmend das Interesse verloren. Irgendwann musste ich erkennen, dass da einfach nichts mehr kommt - oder zumindest nicht das, was ich mir gewünscht und erwartet hatte.

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Veröffentlicht am 05.05.2024

Die Rückkehr des Hausmädchens

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Der Auftakt der Hausmädchen-Reihe war für mich, wie für viele andere auch, ein fünf Sterne-Thriller. Klar, wollte Ich wissen, wie die Story um Millie weitergeht. Dann wiederum klang mir der Klappentext ...

Der Auftakt der Hausmädchen-Reihe war für mich, wie für viele andere auch, ein fünf Sterne-Thriller. Klar, wollte Ich wissen, wie die Story um Millie weitergeht. Dann wiederum klang mir der Klappentext der Fortsetzung viel zu ähnlich und ich war nicht mehr ganz so heiß aufs Weiterlesen. Dann hat sich aber ganz spontan ein Buddyread ergeben - und der hat richtig Laune gemacht.
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Zum Inhalt möchte ich gar nicht viel sagen, um weder Band 1 noch Band 2 zu spoilern. Durch die Parallelen zu SIE KANN DICH HÖREN, war ich in WENN SIE WÜSSTE ruckzuck drin. Dazu hat aber auch wieder der simple und geradlinige Schreibstil von Freida McFadden beigetragen. Er sorgt dafür, dass die Kapitel nur so dahin fliegen.
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Eins steht mal fest: Protagonistin Millie hat echt ein Händchen für seltsame Arbeitgeber. Auch diesmal landet sie wieder in einem Haushalt, dessen Bewohner sich hochgradig mysteriös verhalten. Ich hatte früh eine Ahnung, wem ich hier nicht trauen kann. Die Handlung verläuft nach demselben Schema, wie in Band 1 - angereichert mit ein paar Szenen aus Millies Privatleben. Das alles ist nicht uninteressant. Trotzdem hatte die Story für mich an der Stelle ein paar Längen. Das hat sich aber wieder geändert. Weil die gelieferten Infos irgendwie doch nicht richtig zusammengepasst haben, bin ich am Ball geblieben. Das war gut so, denn ab einem gewissen Punkt gibt es gefühlt dauernd einen Twist. Das sorgt immer wieder für neuen Thrill. Der Blick auf die Geschichte dreht sich mehrmals. Und da ist er dann doch wieder, dieser Leserausch aus Band 1. Die Wendungen ziehen sich bis zum Ende durch das Buch. McFadden setzt irgendwie immer noch eins drauf, bis ganz zum Schluss alle wichtigen Fragen fulminant geklärt sind. Gleichzeitig gestaltet die Autorin das Ende aber auch so, dass sie direkt mal ganz viel Lust auf Band 3 macht.
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Das Miträtseln und Spekulieren macht in SIE KANN DICH HÖREN wieder großen Spaß. Zunächst fährt die Story gefühlt noch mit leicht angezogener Handbremse. Aber dann wird das Gaspedal durchgetreten und es wird immer rasanter. Wie sich die Handlung noch entwickelt, ist ein Fest. Ich muss auf jeden Fall nicht mehr überlegen, ob ich Teil 3 lesen will. Die Fortsetzung zieht im November definitiv sofort bei mir ein.

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Veröffentlicht am 03.05.2024

Gefährliche Bergtour

The Hike
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Optisch kommt THE HIKE fast genauso daher, wie der Vorgänger ONE OF THE GIRLS. Der Verlag setzt die Covergestaltung so konsequent fort, dass ich bei flüchtiger Betrachtung beinahe nicht bemerkt hätte, ...

Optisch kommt THE HIKE fast genauso daher, wie der Vorgänger ONE OF THE GIRLS. Der Verlag setzt die Covergestaltung so konsequent fort, dass ich bei flüchtiger Betrachtung beinahe nicht bemerkt hätte, dass es sich hier um ein neues Buch der Autorin handelt. Natürlich fallen bei genauerem Hinsehen dann doch Unterschiede auf. Das Cover legt aber schon nahe, dass man hier etwas recht ähnliches serviert bekommt, wie beim letzten Mal. Und dieser Eindruck täuscht auch nicht.

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Darum geht’s: Vier Freundinnen gehen in Norwegen wandern. Die Mädels sind nicht wirklich fit für den Trip und jede von ihnen nimmt zusätzlich noch private Probleme mit auf die Tour. Als sie erfahren, dass vor einem Jahr eine junge Frau in den Bergen verschwunden ist, sorgt das für zusätzliche Brisanz.

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Mit kurzen Kapiteln und einem schnellen Wechsel zwischen den verschiedenen Perspektiven, katapultiert Lucy Clarke ihre Leser*innen wieder mitten rein ins Geschehen. Vier ganz unterschiedliche, wenn auch etwas stereotyp ihren jeweiligen Rollen angepasste Frauencharaktere, müssen sich in einer schönen, aber auch wild-bedrohlichen Landschaft behaupten. Da kochen natürlich Konflikte hoch. Die Autorin bedient in Variation wieder genau das Schema von ONE OF THE GIRLS. Sie kopiert sich quasi selbst - und das macht sie gut. Im direkten Vergleich hat mir das sonnendurchflutete Griechenland-Setting samt der spannungsgeladenen Stimmung im Vorgängerroman allerdings einen Tick besser gefallen. Das Erzählprinzip und die Wendungen fand ich da doch etwas mitreißender. Weil THE HIKE eben sehr ähnlich angelegt ist, geht der Überraschungseffekt etwas verloren. Ich hatte halt schon mehr so eine Ahnung, wie der Hase läuft. Insgesamt hat mich die Story trotz kleiner Abstriche aber wieder gepackt. Ich bin größtenteils förmlich durch die Seiten gepeitscht. Lucy Clarke versteht es, Atmosphäre zu erzeugen und eine kribbelnde, unterschwellige Spannung aufzubauen. Damit animiert sie mich dazu, ständig weiterlesen und das Buch kaum aus der Hand legen zu wollen.

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Im Vergleich zu ONE OF THE GIRLS schneidet THE HIKE bei mir etwas schlechter ab. Das liegt aber einfach an der Erwartungshaltung. Die wird von Lucy Clarke wieder ganz gut erfüllt. Sie kann sie aber nicht übertreffen. THE HIKE hat mir gefallen, wirkt aber durch die vielen Parallelen zum Vorgänger nicht mehr ganz so neu und frisch. Dadurch fehlt der besondere Kick. Alles in allem ist aber auch THE HIKE ein guter Spannungsroman, den ich sehr gerne gelesen habe. Das Buch ist einfach unterhaltsam und das Kopfkino springt ganz von selbst an.

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Fazit: Lucy Clarke hat sich auf jeden Fall einen festen Platz auf meiner Leseliste erobert. Mit ihr gehe ich gerne wieder auf die Reise. Ich bin schon gespannt, wo mich der nächste Trip hinführt.

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Veröffentlicht am 01.05.2024

Top-Thriller

Krähentage
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Ich habe mal wieder eine absolute Thriller-Neuentdeckung gemacht. KRÄHENTAGE hat mich echt geflasht. Es war mein erstes Buch von Benjamin Cors. Der Autor ist politischer Journalist und hat bereits mehrere ...

Ich habe mal wieder eine absolute Thriller-Neuentdeckung gemacht. KRÄHENTAGE hat mich echt geflasht. Es war mein erstes Buch von Benjamin Cors. Der Autor ist politischer Journalist und hat bereits mehrere Bände einer Normandie-Krimireihe veröffentlicht, die allerdings komplett an mir vorbeigegangen ist. Sein Thriller-Debüt hat dagegen sofort meine Aufmerksamkeit erregt – vor allem, . weil ich bei dem Cover automatisch an den Hitchcock-Film DIE VÖGEL denken musste.

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Darum geht’s: Zunächst ermittelt die neu gegründete Gruppe 4 um Jakob Krogh und Mila Weiss wegen brutalen Überfällen auf Frauen. Aber es kommt schnell noch schlimmer. In der Nachbarwohnung eines der Opfer, findet das Team die Leiche einer Seniorin – grausam zerfressen von Krähen. Bald darauf wird ein Student unter identischen Umständen aufgefunden. Besonders mysteriös: Zeugen haben die Opfer nach ihrem Tod nachweislich noch gesehen…

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WOW! Was ist das für ein Thriller! Ich muss ja sagen, dass mich eigentlich vergleichsweise wenig noch überraschen kann. Ich bin schon so lange in dem Genre unterwegs, dass ich eigentlich immer denke, mittlerweile alles gelesen zu haben. Entsprechend abgeklärt bin ich meist allen Mordmethoden und Handlungsverläufen gegenüber. Da muss ein Autor schon liefern, um mich richtig zu fesseln. Und das hat Cors hier getan. KRÄHENTAGE wird vom Verlag als „atemberaubender Thriller“ deklariert – was ich hiermit unterschreiben möchte. Cors hat es hier tatsächlich von Seite 1 an geschafft, bei mir für erhöhten Pulsschlag und Herzrasen zu sorgen. Das Spannungslevel wird gleich hoch angelegt und eigentlich sinkt es die kompletten 400 Seiten über kaum mal ab. Und das, soviel sei verraten, obwohl der Mörder den Leser*innen bereits früh im Buch bekannt ist. Cors stellt die Täterperspektive aber so dermaßen düster und psycho dar, dass man trotzdem nicht vorzeitig abschaltet. Entspannt zurücklehnen ist hier nicht möglich, zumal auch die Ermittler Jakob Krogh und Mila Weiss ihre Geheimnisse haben, über die ich unbedingt mehr erfahren wollte. Cors hat hier ein psychologisch hochgradig interessantes Personenensemble geschaffen, dass mich von Anfang bis Ende unter Hochspannung gehalten hat. Okay, der Schluss ist zugegebenermaßen schon etwas drüber und konstruiert – aber hey, wenn ein Thriller insgesamt so gut aufgebaut und spannend geschrieben ist, kann ich darüber großzügig hinwegsehen.

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KRÄHENTAGE ist für mich ein Top-Thriller und ich will definitiv mehr Dunkles und Abgründiges von Benjamin Cors lesen. Der Thriller ist nicht ausdrücklich als Reihenauftakt angekündigt – es sei denn, ich habe diese Info überlesen. Da letztendlich aber noch ein paar Fragen offengelassen werden, ist das Schlupfloch für eine Fortsetzung im Erfolgsfall definitiv gegeben. Und dass dieser Thriller ein Erfolg wird, daran habe ich keinen Zweifel. Meinen Nerv hat Cors Thriller-Debüt jedenfalls voll getroffen.

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