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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.07.2025

Schöne Grundidee mit Schwächen in der Umsetzung

Bis mein Herz wieder schlägt
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Emery hat eine seltene Erkrankung, die dazu führt, dass ihr Herz durch einen Schock stehen bleiben kann. Jedes Mal tritt sie den ersten Schritt ins Jenseits an und trifft Nick, der vielen Seelen in dieser ...

Emery hat eine seltene Erkrankung, die dazu führt, dass ihr Herz durch einen Schock stehen bleiben kann. Jedes Mal tritt sie den ersten Schritt ins Jenseits an und trifft Nick, der vielen Seelen in dieser Phase hilft, bevor sie weiter gehen. Weil sie sich immer wieder treffen, entsteht eine Verbindung zwischen den beiden, die Emery dazu bringt, ihre Anfälle schon fast herbeizusehnen. Aber da sind auch noch die wichtigen Menschen in ihrem realen Leben, unter anderem Colin, der Bruder ihrer besten Freundin.
Die Idee dieser Zwischenwelt im Übergang vom Leben in den Tod hat mich sehr fasziniert. Und die Grundlagen finde ich auch sehr gut beschrieben im Buch. Die Beziehung zwischen Emery und Nick scheint dagegen etwas überhastet zu sein. Ich fand es ok, aber richtig mitfühlen konnte ich nicht. Nicks Hintergrundgeschichte ist dagegen spannend und hätte gerne mehr Raum einnehmen können. Dann wäre vielleicht eine Art Thriller oder Krimi aus der Geschichte geworden.
Leider wird auch die reale Welt nicht gut ausgeführt. Das Buch springt meist sehr schnell von einem von Emerys Anfällen zum nächsten. Es fehlt die Auseinandersetzung mit den Gefühlen aller Beteiligten nach den Episoden. Was bedeutet dieser ständig drohende Tod für alle anderen Menschen? Wie fühlt sich Emery? Hat sie Schuldgefühle? Wie nimmt sie die Reaktionen von anderen Menschen wahr?
Diese Probleme führen dazu, dass die anderen Figuren leider nur oberflächlich im Buch erscheinen. Gerade die Beziehung zwischen Collin und Emery erscheint seltsam. Er wird als ihr bester Freund beschrieben, aber wir erleben nur wenige Situationen zwischen diesen beiden. Vor allem die Szenen ohne weitere Personen werden kaum angesprochen. Dadurch tritt Collin gar nicht als so wichtiger Mensch für Emery auf. Die Erwähnung des Dilemmas auf dem Klappentext suggeriert. Dass Collin einen großen Raum in der Geschichte einnimmt. Das ist aber nicht der Fall. Und das große Dilemma erscheint nur in den letzten Kapiteln. Damit kann die Geschichte die geweckte Erwartung nicht erfüllen.
Insgesamt habe ich die Geschichte ganz gerne gelesen. Der Schreibstil ist flüssig und einfach und die Handlung grundsätzlich interessant. Leider machen die genannten Schwächen das Buch aber nicht zu einer sehr guten oder gar überragenden Geschichte. Da die Themen Tod und Krankheit ein zentrales Thema sind, sollte man sich gut überlegen, ob man in diesen Bereichen Schwierigkeiten hat. Wenn diese Themen aber kein Problem darstellen, kann „Bis mein Herz wieder schlägt“ eine nette Unterhaltung sein.

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Veröffentlicht am 10.07.2025

Klassische Science Fiction in der besten Art

Don't
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In „Don’t“ folgen wir der Offizierin Joan Landor und der Wissenschaftlerin Dr. Lana Hayward auf eine Mission in ein weit entferntes Sternensystem. Dort sollen sie ein unbekanntes Objekt untersuchen. Aber ...

In „Don’t“ folgen wir der Offizierin Joan Landor und der Wissenschaftlerin Dr. Lana Hayward auf eine Mission in ein weit entferntes Sternensystem. Dort sollen sie ein unbekanntes Objekt untersuchen. Aber natürlich finden sie dort auch unerwartete Dinge und müssen sich mit verschiedenen Schwierigkeiten auseinander setzten.
Zunächst klingt das nach klassischer Science Fiction, wie sie schon hundertmal erzählt wurde. Und in „Don’t“ kommen auch die wichtigsten Elemente dieses Genres vor. Es gibt eine Reise im Raumschiff, das Erkunden des Weltraums und fremder Welten und unvorhergesehene Gefahren. Diese Themen und Bestandteile hat Lothar Mischke aber im besten Sinne für eine spannende Geschichte genutzt. Mich hat das Buch über die gesamte Erzählung in Beschlag genommen.
Die Charaktere treten dagegen aus den klassischen Science Fiction Geschichten heraus. In „Don’t“ gibt es eine Reihe von herausragenden Frauen in Führungspositionen. Sie sind intelligent, kompetent und durchsetzungsfähig. Mir hat auch die Dynamik zwischen den Frauen gut gefallen. Sie unterstützen und ergänzen sich gegenseitig. Damit bezwingen sie zusammen mit allen anderen Mitgliedern der Mission die eine oder andere Schwierigkeit.
Auch das Ende hat mir richtig gut gefallen. Das Buch könnte als Einzelband gut funktionieren, es lässt aber auch viel Raum für zukünftige Fortsetzungen. Die werde ich sicherlich auch lesen.
Wer Science Fiction mit klassischen Themen mag, wird hier sicherlich auf seine Kosten kommen.

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Veröffentlicht am 29.06.2025

Welche Bedeutung hat der Schlaf in unserer Gesellschaft?

Der Schlaf der Anderen
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In „Der Schlaf der Anderen“ treffen wir Janis und Sina. Beide beschäftigen sich viel mit dem Thema Schlaf. Janis ist Nachtwache in einem Schlaflabor und seit Jahren im Schichtdienst tätig. Daher kennt ...

In „Der Schlaf der Anderen“ treffen wir Janis und Sina. Beide beschäftigen sich viel mit dem Thema Schlaf. Janis ist Nachtwache in einem Schlaflabor und seit Jahren im Schichtdienst tätig. Daher kennt sie den Schlaf vor allem dann, wenn er nicht als geregelte Acht-Stunden-Ruhe auftritt. Auch Sina beschäftigt sich mit diesem Problem. Allerdings ist sie eine Patientin im Schlaflabor. Sie ist Lehrerin und kann seit langer Zeit nicht normal schlafen. Die Begegnung der beiden Frauen im Schlaflabor führt beide zu wichtigen Fragen in ihrem Leben.
Mir hat schon die äußere Gestaltung des Buchs sehr gut gefallen. Auf dem Cover ist ein Gemälde abgebildet, das eine Frau mit einer Tasse zeigt. Das Bild passt wunderbar zum Inhalt. Es ist ruhig, nachdenklich, interessant und wunderschön. Die Handlung erscheint an einigen Dingen auch etwas absurd zu sein. Wie die Frauen selbst ist auch die Geschichte nicht immer ganz im Rahmen der gesellschaftlich akzeptierten Normalität. Denn wer nicht schläft, fällt auf. Das Leben gerät aus den Fugen.
Die Frauen erleben in der gemeinsamen Nacht im Schlaflabor eine Begegnung, die von Anfang an aus dem Ruder läuft. Aber beiden hilft dieses Treffen, sich und ihr Leben zu hinterfragen. Dabei bleibt die Grundstimmung im Roman immer ruhig und nachdenklich. Das macht die Geschichte auch auf eine gewisse Art leicht. Das Gewicht und die Bedeutung der Erzählung entstehen durch die gut beschriebenen Gefühle von Janis und Sina. Sie hinterfragen ihr Leben und lernen eine Menge über sich selbst.
Mir hat der Roman sehr gut gefallen. Der Schreibstil ist leicht zu lesen und die Figuren sind interessant. Ich finde auch das offene Ende sehr gut. Man kann sich gut vorstellen, wie das Leben der Protagonistinnen weiter verlaufen könnte. Die Autorin lässt ihren Lesern aber die Möglichkeit, ihre eigenen Ideen zu entwickeln. Ich kann das Buch allen empfehlen, die nachdenkliche Literatur mögen und gesellschaftliche Normen gerne hinterfragen.

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Veröffentlicht am 06.06.2025

Spannende Geschichte über das vielschichte Nachtleben Sohos in den 1920ern

Nacht über Soho
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Im London der 1920er Jahre ist Nellie Coker die Besitzerin von fünf gutlaufenden Nachtclubs und die Mutter von sechs Kindern. Die meisten sind schon erwachsen und aller beteiligen sich an den Geschäften ...

Im London der 1920er Jahre ist Nellie Coker die Besitzerin von fünf gutlaufenden Nachtclubs und die Mutter von sechs Kindern. Die meisten sind schon erwachsen und aller beteiligen sich an den Geschäften ihrer Mutter. Doch hinter den Kulissen arbeitet Nellie Coker nicht nur mit sauberen Mitteln. Ihr Erfolg zieht verschiedene Menschen an, die ihre Nachtclubs nur zu gerne übernehmen würden. Und dann ist da auch noch der Inspektor John Frobisher, der Nellie nicht über den Weg traut und ihre krummen Machenschaften aufdecken will.
Kate Atkinson hat einen interessanten Schreibstil, in den ich mich erst etwas einlesen musste. Aber dann konnte ich richtig in das Nachtleben Sohos und die Schwierigkeiten der verschiedenen Charaktere eintauchen. Jede Figur hat eine enorm detailreiche Vergangenheit, die in die Geschichte eingebaut wurde.
Hier tritt auch meine leichte Schwierigkeit mit der Geschichte auf. Sie wird in verschiedenen Zeitsprüngen erzählt, die nicht immer leicht einzuordnen sind. Vielleicht muss ich das Buch irgendwann noch einmal lesen, um alles in meinem Kopf sortieren zu können.
Insgesamt ein spannendes Buch, das mir sehr viel Spaß gemacht hat.

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Veröffentlicht am 01.06.2025

Ein bisschen Geschichte, ein bisschen Fantasy und ganz viel Humor

My Lady Jane
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„Die komische, fantastische, romantische, völlig wahre Geschichte von Lady Jane Grey! Okay ... nicht wirklich.“ Mit dieser Beschreibung war mein Interesse an „My Lady Jane“ direkt geweckt. Und es wurde ...

„Die komische, fantastische, romantische, völlig wahre Geschichte von Lady Jane Grey! Okay ... nicht wirklich.“ Mit dieser Beschreibung war mein Interesse an „My Lady Jane“ direkt geweckt. Und es wurde nicht zu viel versprochen. Ich hatte unglaublich viel Spaß beim Lesen.
Wir erleben den britischen Königshof in einer Welt, in der es eine ganz besondere Magie gibt. Viele Menschen besitzen die Gabe sich willentlich in ein Tier zu verwandeln. Aber durch diese Gabe ist das Land auch tief gespalten.
In diesem Setting treffen wir den jungen, aber todkranken König Edward. Er hat keine Kinder und muss für eine Nachfolge sorgen. Da kommt seine bücherliebende Cousine Jane Grey ins Spiel. Diese muss er aber erstmal verheiraten.
Alleine diese Situation bietet schon viel Potential für eine spannende Geschichte. Dazu sind die Charaktere aber großartig ausgearbeitet und sorgen für sehr viel Witz. Es wird schnell klar, dass sich die Geschichte selbst nicht komplett ernst nimmt. Das fügt sich aber wunderbar in den Erzählfluss ein und sorgt für ein lockerleichtes Leseerlebnis.
Jane ist ein großartiger Charakter. Sie ist witzig, unglaublich klug, warmherzig und mutig. Dadurch ist sie auch ein aktiver Teil der Geschichte. Sie hat eine sehr spannende Beziehung zu ihrem Mann, den sie erst bei der Hochzeit kennenlernt. Auch dieser ist ein spannender und vielschichtiger Charakter.
Ich kann dieses Buch nur allen empfehlen, die eine lockere und witzige Geschichte mit großartigen Charakteren mögen.

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