Schöne Grundidee mit Schwächen in der Umsetzung
Bis mein Herz wieder schlägtEmery hat eine seltene Erkrankung, die dazu führt, dass ihr Herz durch einen Schock stehen bleiben kann. Jedes Mal tritt sie den ersten Schritt ins Jenseits an und trifft Nick, der vielen Seelen in dieser ...
Emery hat eine seltene Erkrankung, die dazu führt, dass ihr Herz durch einen Schock stehen bleiben kann. Jedes Mal tritt sie den ersten Schritt ins Jenseits an und trifft Nick, der vielen Seelen in dieser Phase hilft, bevor sie weiter gehen. Weil sie sich immer wieder treffen, entsteht eine Verbindung zwischen den beiden, die Emery dazu bringt, ihre Anfälle schon fast herbeizusehnen. Aber da sind auch noch die wichtigen Menschen in ihrem realen Leben, unter anderem Colin, der Bruder ihrer besten Freundin.
Die Idee dieser Zwischenwelt im Übergang vom Leben in den Tod hat mich sehr fasziniert. Und die Grundlagen finde ich auch sehr gut beschrieben im Buch. Die Beziehung zwischen Emery und Nick scheint dagegen etwas überhastet zu sein. Ich fand es ok, aber richtig mitfühlen konnte ich nicht. Nicks Hintergrundgeschichte ist dagegen spannend und hätte gerne mehr Raum einnehmen können. Dann wäre vielleicht eine Art Thriller oder Krimi aus der Geschichte geworden.
Leider wird auch die reale Welt nicht gut ausgeführt. Das Buch springt meist sehr schnell von einem von Emerys Anfällen zum nächsten. Es fehlt die Auseinandersetzung mit den Gefühlen aller Beteiligten nach den Episoden. Was bedeutet dieser ständig drohende Tod für alle anderen Menschen? Wie fühlt sich Emery? Hat sie Schuldgefühle? Wie nimmt sie die Reaktionen von anderen Menschen wahr?
Diese Probleme führen dazu, dass die anderen Figuren leider nur oberflächlich im Buch erscheinen. Gerade die Beziehung zwischen Collin und Emery erscheint seltsam. Er wird als ihr bester Freund beschrieben, aber wir erleben nur wenige Situationen zwischen diesen beiden. Vor allem die Szenen ohne weitere Personen werden kaum angesprochen. Dadurch tritt Collin gar nicht als so wichtiger Mensch für Emery auf. Die Erwähnung des Dilemmas auf dem Klappentext suggeriert. Dass Collin einen großen Raum in der Geschichte einnimmt. Das ist aber nicht der Fall. Und das große Dilemma erscheint nur in den letzten Kapiteln. Damit kann die Geschichte die geweckte Erwartung nicht erfüllen.
Insgesamt habe ich die Geschichte ganz gerne gelesen. Der Schreibstil ist flüssig und einfach und die Handlung grundsätzlich interessant. Leider machen die genannten Schwächen das Buch aber nicht zu einer sehr guten oder gar überragenden Geschichte. Da die Themen Tod und Krankheit ein zentrales Thema sind, sollte man sich gut überlegen, ob man in diesen Bereichen Schwierigkeiten hat. Wenn diese Themen aber kein Problem darstellen, kann „Bis mein Herz wieder schlägt“ eine nette Unterhaltung sein.