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Aglaja

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.08.2025

Wunderwaffe Geist

Junge Frau mit Katze
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Ela, eine junge Frau, schon fast zehn Jahre im Wissenschaftsbetrieb ihrer Universität bereitet sich auf die Disputation ihrer Arbeit vor. Doch sie hat Angst davor zu versagen. Gequält von vielerlei krankhaften ...

Ela, eine junge Frau, schon fast zehn Jahre im Wissenschaftsbetrieb ihrer Universität bereitet sich auf die Disputation ihrer Arbeit vor. Doch sie hat Angst davor zu versagen. Gequält von vielerlei krankhaften Körperzuständen, denen kein Arzt auf die Spur kommt, ist sie der Verzweiflung nahe, bis sie endlich einen Doktor findet, der ihr den entscheidenden Rat erteilt. Sie sollte die Wissenschaft an den Nagel hängen und Schreiben.
Und sie schreibt, erlebt die Befreiung im Schreiben, beginnt zu sehen und zu begreifen. All das was ihr das Leben schwer gemacht hat fällt von ihr ab.
Die mit Preisen bedachte Autorin hat einen autofiktionalen Roman geschrieben. Ihre bildgewaltige Sprache malt dem Leser Bilder direkt in die Augen und in die Seele. Ihr virtuoser Umgang mit Sprache ist gespeist aus Wissen und Fühlen, aus Beobachtung des Inneren und des Äußeren.
Der Umgang und das Spiel mit Worten und Sätzen, ihre eigenwillige Kombination begeistern. Die in den Text eingestreuten Wörter aus Grimms Wörterbüchern kennt und benutzt heute wahrscheinlich niemand mehr, um so bezaubernder sind sie.
Für manche Leser geht es in diesem Buch vielleicht zu viel um Krankheiten und deren Ausblühungen, es ist ein Buch für Textliebende und Wortbegeisterte.

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Veröffentlicht am 03.08.2025

Ngozi - gesegnet

Wohin du auch gehst
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Der Kongo, heute Demokratische Republik Kongo, hieß auch schon Zaire und hatte auch schon andere Namen. In fünfzehn Jahren hatte es drei Präsidenten, drei Flaggen, unzählige Rebellentruppen und unzählige ...

Der Kongo, heute Demokratische Republik Kongo, hieß auch schon Zaire und hatte auch schon andere Namen. In fünfzehn Jahren hatte es drei Präsidenten, drei Flaggen, unzählige Rebellentruppen und unzählige Multis gegeben, die sich an Coltane, Diamanten und Holz bereichert haben. Eine Flut von Flüchtlingen war die Folge.
In dieser Zeit hat die Autorin die Geschichte ihres Buches angelegt.
1981 in Kinshasa. Mireille ist die schöne Tochter eines wohlhabenden Mannes, dem zukünftigen Gouverneur. Sie ist gut erzogen, besucht das Gymnasium mit der Aussicht auf die Kunstakademie. Sie wird von ihren Eltern sehr geliebt, vor allem hängt sie an ihrem Vater. Noch nicht sechzehnjährig wird sie neugierig auf die Liebe. Nachdem sie schwanger geworden ist, wird sie vom Vater verstoßen und verläßt Afrika.
Die afrikanischen Traditionen und Ehrbegriffe sind streng und patriarchalisch, wehe ein Mädchen wagt es seinen eigenen Weg zu gehen. Es muss die Konsequenzen mit aller Härte tragen.
Einige Jahre später gibt es wieder ein Mädchen in der Familie von Mireille, das sich außerhalb der Norm bewegen will.
Ihre lesbische Neigung soll sogar durch einen Exorzismus ausgetrieben werden.
Schweigen und Verschweigen ist das große Thema in der Familie, wie bei vielen anderen auch, die sich nicht an die schrecklichen Kriegserlebnisse erinnern wollen, die und andere persönliche Verletzungen werden tief im Inneren vergraben, sind aber immer dabei und beeinflussen das ganze Leben.
Quälende Schuldgefühle beherrschen die beiden Protagonistinnen.

Die junge Autorin hat ein Buch geschrieben, dass Einblick gibt in afrikanisches Leben. Modern, informativ, unterhaltsam und hochdramatisch. Sie hat diese Familiengeschichte ineinander verwobenen, kunstvoll wie die afrikanischen Braids, erst am Ende sieht man, wie es wirklich ist.

Das Cover des Buches ist ein typisches Diogenes-Cover. Ein Gemälde von Tamara Tashna Downes mit dem Titel "Ngozi" von 2022. Ngozi ist ein viel gebrauchter Name in der Sprache der Igbo und bedeutet "gesegnet"
Besser hätte es der Verlag nicht auswählen können.

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Veröffentlicht am 27.07.2025

Politsatire

Das Geschenk
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Eine kleine Änderung in einem deutschen Gesetz, dass den Normalbürger nicht betrifft, der es gar nicht wahrnimmt, weil es in seiner Lebenswirklichkeit nicht stattfindet, hat Auswirkungen in einem Land ...

Eine kleine Änderung in einem deutschen Gesetz, dass den Normalbürger nicht betrifft, der es gar nicht wahrnimmt, weil es in seiner Lebenswirklichkeit nicht stattfindet, hat Auswirkungen in einem Land zehntausen Kilometer entfernt und hat dort Auswirkungen auf die Lebenswirklichkeit der Menschen die dort wohnen. Ein Danaergeschenk folgt darauf, dass die Augen öffnen soll.
Das geschieht aber nicht. Die Wahrheit, das Erkennen geht unter in der uns hinlänglich bekannten Parteienpolitik.
Die Idee zu diesem Buch fand die Autorin in einer liegengelassenen Zeitung im Zug. Der Präsident von Botswana hat Deutschland zwanzigtausen Elefanten angeboten, weil Detschland das Importgesetz für Elfenbein verschärft hatte.

Eine Politsatire, die leider nur allzuwahr die Realität des politischen Geschehens aufs Korn genommen hat. Die Autorin, deren Vater Politiker war, hat schon früh einen Einblick in das tatsächliche Geschachere der Parteienpolitik gewonnen. Man könnte verzweifeln an dem was tatsächlich hinter den Kulissen geschieht und dem Volk mit widerlicher Propaganda verkauft wird.
In ihrem Buch hat die Autorin dem Leser den Ausweg des Lachens angeboten, wie es die Aufgabe der Satire ist.

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Veröffentlicht am 30.06.2025

Ehre, Rache, Kampf und Liebe

Yrsa. Die Liebe der Wikingerin
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Die Autorin hat ihre Geschichte im 9.Jahthundert angelegt, in der Zeit als Karl der Große das riesige Frankenreich zu einer einmaligen Blüte gebracht hatte. Es lohnte sich für die Wikinger ihre regelmäßigen ...

Die Autorin hat ihre Geschichte im 9.Jahthundert angelegt, in der Zeit als Karl der Große das riesige Frankenreich zu einer einmaligen Blüte gebracht hatte. Es lohnte sich für die Wikinger ihre regelmäßigen Raubzüge in diese Gebiete durchzuführen.

So auch für die Gruppe, der die Romanheldin Yrsa angehört. Sie war eine Kämpferin, von frühester Jugend an ausgebildet und trainiert, als Bogenschützin war sie unübertroffen und wertvoll. Da es nicht üblich war, dass Frauen als Kämpferin ausgebildet waren und es bei manchen als Unglück galt eine Frau dabei zu haben, waren die Konflikte schon vorprogrammiert. Ehre, Rache und Kampf sind die bestimmenden Elemente im Leben eines Wikingers, der auf Raubzüge geht und immer geht es auch um Leben und Tod. Sie sind immer in spiritueller Begleitung ihrer Seherinnen und selbst stehen sie durch ihren heidnischen Glauben in Kontakt mit Naturgeistern, Elfen und Trollen, die ihnen helfen aber auch schaden wollen.

Alexandra Bröhm hat einen spannenden Schmöker von sechshundert Seiten geschrieben. Vergangene Zeiten, Liebesgeschichten, Verrat, Intrige, Verstrickungen, Abenteuer und Nordic Fantasy sind eine bewährte Mischung, die den Leser in ihren Bann ziehen. Besonders erhellend ist das Nachwort der Autorin zum historischen Hintergrund der Wikinger.

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Veröffentlicht am 14.06.2025

"Trauer ist der Preis der Liebe"

Strandgut
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Ein alter Mann mit Schmerzen. Er nimmt Opioide, die ihm ein oder zwei goldene Stunden in der „Wüste des Schmerzes“ schenken. Das ist aus seinem Leben im Alter geworden. Diese Stunden am Tag sind alles ...

Ein alter Mann mit Schmerzen. Er nimmt Opioide, die ihm ein oder zwei goldene Stunden in der „Wüste des Schmerzes“ schenken. Das ist aus seinem Leben im Alter geworden. Diese Stunden am Tag sind alles was ihm geblieben ist. Früher hat er mal gesungen, da war er noch ganz jung, er war einmal der „ king of soul“, in Amerika, doch die haben ihn längst vergessen. Doch in England anscheinend nicht. Eine Einladung flattert ins Haus, er soll singen auf dem Soulfestival in Scarborough. Trotz der Schmerzen macht er sich auf den Weg. Er hat ja seine Tabletten, doch die vergisst er im Flugzeug. Was jetzt?
Hier beginnt und endet die tragische Geschichte von Earlon "Bucky" Bronco.
Der Autor schreibt aus der rauhen, gnadenlosen Welt sowohl Amerikas als auch Englands. Schmerz, Verzweiflung, Erkenntnis und neue Hoffnung stehen nebeneinander.
Ein sehr schönes Cover, eine Strandszene, wie ein Ölgemälde auf Leinwand verleiht dem Buch einen zusätzlichen Reiz.

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