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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.01.2024

Zeitreise in die 60er

Das Zeitportal (Band 2) – Entführt in die Vergangenheit
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Jonas, Anton, Nina und Felix sind gute Freunde und leben in dem kleinen Ort Irrlach. Wohl aufgrund der Vorkommnissen des ersten Teils, wird Felix von der CIA entführt und zwar durch ein Zeitportal in die ...

Jonas, Anton, Nina und Felix sind gute Freunde und leben in dem kleinen Ort Irrlach. Wohl aufgrund der Vorkommnissen des ersten Teils, wird Felix von der CIA entführt und zwar durch ein Zeitportal in die sechziger Jahre. Seine Freunde können ihm folgen, aber die Rückkehr in die Gegenwart ist schwierig. Mitten im kalten Krieg müssen sie erkennen, dass Zeitreisen das Potenzial haben, die Menschenheit zu vernichten.

Das Zeitportal (Band 2) - Entführt in die Vergangenheit von Patrick McGinley ist der zweite Band einer Jugendbuchreihe, den man problemlos ohne Vorkenntnis des ersten Bandes lesen kann. Der Schreibstil ist angenehm und ebenso wie die Kapitellänge auf jüngere Leser (ab frühstens 10 Jahre) abgestimmt. Die Geschichte spielt auf verschiedenen Zeitebenen und enthält einige Spannungsmoment zum mitfiebern. Insbesondere wird auch Freundschaft im Buch großgeschrieben. Inhaltlich ist das Zeitreiseabenteuer für mich irgendwo zwischen Detektivgeschicht und Spionagethriller ( der zum Teil auch nicht an Klisches spart) angesiedelt. Besonders gelungen fand ich das hochwertige Cover und den etwas unerwarteten Verlauf der Geschichte zu Ende des Buches. Mit dem Konzept von Zeitreisen ( Änderungen von Vergangenheit und Zukunft) habe ich persönlich immer ein paar kleine Schwierigkeiten, Stichwort Zeitreiseparadoxum. Wen das jedoch nicht stört bekommt hier ein herausragendes, aufgrund Thematik des kalten Krieg an manchen Stellen auch bedrückendes, Jugendbuch.

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Veröffentlicht am 16.01.2024

Freiheit oder Sicherheit?

Wir waren frei
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Im Jahr 71 p.c. Kriege haben alles ausgelöscht, mit Ausnahme des künstlich angelegten Kontinent Lex. Dort lebt auch Vinnie mir ihrer Familie. Allerdings bestimmen Restriktionen und eine stark überwachende ...

Im Jahr 71 p.c. Kriege haben alles ausgelöscht, mit Ausnahme des künstlich angelegten Kontinent Lex. Dort lebt auch Vinnie mir ihrer Familie. Allerdings bestimmen Restriktionen und eine stark überwachende Regierung das Leben. Mädchen dürfen beispielsweise nur vier Jahre zu Schule gehen. Ein Leben als Mutter und Hausfrau ist vorbestimmt. Zweifel am System kommen Vinnie erst, als Sie feststellen muss, dass der für Sie bestimmte Ehemann alt, unattraktiv und unsympathisch ist. In dieser Situation fällt Ihr ein altes, verbotenes Tagebuch in die Hände. In diesem wird von Paul die Situation der Welt und die Entwicklung von Lex ( von Utopie zu Überwachungsstaat) nacherzählt. Immer stärker beginnt Vinnie sich die Frage zu stellen, ob Sie sicher aber ohne Freiheit leben kann.

Wir waren frei von Keah Rieger besticht durch ein wunderschönes unaufdringliches in weiß und gold gehaltenes Cover. Der Aufdruck Dystopie weißt auf den Inhalt hin. Ich persönlich lese gerne Dystopien. Diese hier war sehr fesselnd und mitreißend geschrieben. Keah Rieger schildert eine erschreckende Zukunftversion geprägt von Kriegen und Umweltkatastrophen. Authentisch, wenn auch etwas schnell, entwickelt sich der Zufluchtsort Lex zu einem Ort der Unterdrückung. Insbesondere Frauen leben trotz moderner Technik in einer Welt voller Verbote und Einschränkungen. Vorstellungen die mich mit Unbehagen zurücklassen.

Die Abwechslung zwischen Vinnies Leben und Pauls Tagebucheinträgen hat mir sehr gut gefallen, auch wenn für mich nicht alle Fragen geklärt sind. Das Ende des Buches fand ich passend. Von mir gibt es daher eine absolute Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 15.01.2024

Das Salz der Göttin

Salzberggöttin
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Der Salzabbau im eisenzeitlichen Hochtaldorf ist geprägt vom Glaube und dem Geboten der Berggöttin. Bergherrin Sina vor, ihrem Mann Hiram und deren erwachsene Kindern Tolan und Renis stehen im Mittelpunkt ...

Der Salzabbau im eisenzeitlichen Hochtaldorf ist geprägt vom Glaube und dem Geboten der Berggöttin. Bergherrin Sina vor, ihrem Mann Hiram und deren erwachsene Kindern Tolan und Renis stehen im Mittelpunkt der Geschehnisse. Während Sina , Hiram und Renis versuchen die Traditionen der Gemeinschaft zu wahren, verfolgt Tolan ehrgeizige Pläne um durch die Revolutionierung des Bergbaus an Macht und Reichtum zu gelangen. Als beim jährlichen Bergfest ein tödlicher Unfall geschieht und die Göttin Hiram eine Vision sendet, kündigt sich eine Katastrophe an.

Salzberggöttin von Jutta Leskovar ist ein wirklich sehr lesenswerter historischer Roman, der die Hallstattzeit zum Leben erweckt. Durch sympathische, aber auch weniger sympathische Figuren erfährt man mehr über das Leben und die Rituale dieser frühen Bergarbeiter. Abgerundet wird das Buch von einer kleinen Liebesgeschichte mit Happy End. Interessant ist auch das Nachwort der Autorin. Von mir daher eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 14.01.2024

Die Frauen vom Tafelberg

Die Löwin vom Tafelberg. Catharina Ustings' kühner Weg in die Freiheit
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Die junge Catharina sieht sich gezwungen, aufgrund einer drohenden Zwangsheirat aus Lübeck zu fliehen. Erst als blinder Passagiere, später als Schiffsjunge verkleidet , reißt Sie auf einem Schiff der ...

Die junge Catharina sieht sich gezwungen, aufgrund einer drohenden Zwangsheirat aus Lübeck zu fliehen. Erst als blinder Passagiere, später als Schiffsjunge verkleidet , reißt Sie auf einem Schiff der Vereinigten ostindischen Kompanie ans Kap der Guten Hoffnung . Ziel Ihrer Reise war eigentlich das niederländische Batavia. Doch in der Schiffscrew hat Catharina sich einen mächtig Todfeind geschaffen und so nimmt Catharina das Angebot des Farmers Hans an und wird dessen Frau.

Die Löwin vom Tafelberg. Catharina Ustings' kühner Weg in die Freiheit von Inès Keerl ist ein lesenswerter und durchgängig spannender historischer Roman. Fokus liegt auf den Frauen zu Beginn der Kolonisierung Südafrika. Kapstadt ist bei Ankunft Catharinas kaum mehr als ein namenlose Fort, gedacht als Zwischenstation für niederländische Segler auf dem Weg nach Batavia. Entsprechend hart ist das Leben dort , zumal die Kompanie ihren Bauern das Leben schwer macht und Catharina Todfeind Koosten bald mit großen Ambitionen ans Kap zurückkehrt. Erwähnenswert ist, dass es sich bei den Protagonistinnen Catharina Ustings und Eva van Meerhof (Krotoa) um tatsächliche historische Persönlichkeiten handelt. Beide , sowie auch die Sklavin Amisha, sind sehr starke Frauen. Auch wenn Eva, eine Khoi die bereits seit ihrer Kindheit für die Siedler arbeitet und bei diesen lebt ( aber weder dort noch bei den Khoi eine wirkliche Heimat hat), mehr als einmal an ihrem Schicksal zu verzweifeln droht. Insgesamt ein sehr guter, durchweg spannender historischer Roman der ins Afrika einer anderen Zeit führt.

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Veröffentlicht am 14.01.2024

Der letzte angelsachsische König

Die Kinder des Earls
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Die Kinder des Earls von Felicitas Dietrich umfasst über 700 Seiten und erzählt bildgewaltig das Leben von Harold Godwins, dem letzten angesachsische König, der England in der Schlacht von Hastings an ...

Die Kinder des Earls von Felicitas Dietrich umfasst über 700 Seiten und erzählt bildgewaltig das Leben von Harold Godwins, dem letzten angesachsische König, der England in der Schlacht von Hastings an Wilhelm der Eroberer verlor.

Earl Godwin von Wessex ist bereits zu Beginn des Buches ein sehr reicher und mächtiger Mann, der für seine Nachkommen hohe Ziele hat, jedoch auch um den Erhalt seiner Macht kämpfen muss. Hauptfokus liegt auf seinen ältesten Kinder Sven, Harold, Edith und Tostig. Die vier Geschwister, die man ein Teil ihres Lebens begleitet, sind äußerst unterschiedlich. Godwins ältester Sohn Sven ist ein unsympathisch, zum Teil heimtückischen Kämpfer, der sich ohne Gedanken an die Konsequenzen auch gewaltsam nimmt, was er möchte. Harold eher intelligent, sympathisch und gerecht, beherrscht die politische Ränkeschmiederei wie sein Vater und wird dessen eigentlicher Nachfolger. Edith ist religiös veranlagt, da im Kloster erzogen, später verheiratet mit Edward dem Bekenner. Und schließlich Tostig, der verbittert und verbissen wirkt, da er nie mit den älteren Brüdern mithalten konnte. Ich möchte den vielseitigen Inhalt des Buches an dieser Stelle nicht zusammenfassen. Wer sich für das englische Mittelalter interessiert, findet hier einen, trotz bekanntem Ausgang, spannenden, atmosphärisch dichten Roman, der sowohl unterhält als auch informiert. Für mich war es auf jeden Fall lesenswerter diese mächtige Familie durch eine Zeit voller Ränkeschmiederei, Intrigen, Machtpläne , Kämpfen aber auch Liebe und Freundschaft zu begleiten. Auch etwaige Längen wegen der Vielzahl historischer Ereignisse ließen sich gut verkraften.

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