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Alondria

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.12.2018

Konnte mich nicht ganz überzeugen

Graue Nächte
1

Der Autor hat einen sehr eigenwilligen Schreibstil, mit dem ich bis zum Schluss nicht recht warm werden konnte. Mal ging es besser, mal weniger gut. Daher hatte ich auch ein Problem, mich in die Geschichte ...

Der Autor hat einen sehr eigenwilligen Schreibstil, mit dem ich bis zum Schluss nicht recht warm werden konnte. Mal ging es besser, mal weniger gut. Daher hatte ich auch ein Problem, mich in die Geschichte einzufinden.

Zu Beginn (eigentlich die erste Hälfte des Buches) erschien mir die Story sehr trocken und mit wenig Spannung verbunden. Das fand ich sehr schade, da so keine Freude am Lesen aufkommen konnte. Erst gegen Ende kam Schwung in die Geschichte und die Spannung baute sich etwas mehr auf.

Auch die Charaktere wirkten für mich eher oberflächlich und so undurchschaubar, dass keine Bindung aufgebaut werden konnte. Ich könnte jetzt im Nachhinein nicht mal mehr die Namen zusammenbekommen.

Etwas gestört beim Lesen haben mich die ständigen isländischen Straßen-/Gebäudenamen, die ich dann einfach nur noch überflogen habe, da ich sie eh nicht richtig lesen kann.

Alles in allem konnte mich das Buch leider nicht überzeugen.

Veröffentlicht am 28.04.2017

Eine Geschichte, die zum Nachdenken anregt

Ich, Eleanor Oliphant
1

Das Buch
Wie Eleanor Oliphant die Liebe suchte und sich selbst dabei fand

Eleanor Oliphant ist anders als andere Menschen. Eine Pizza bestellen, mit Freunden einen schönen Tag verbringen, einfach so in ...

Das Buch


Wie Eleanor Oliphant die Liebe suchte und sich selbst dabei fand

Eleanor Oliphant ist anders als andere Menschen. Eine Pizza bestellen, mit Freunden einen schönen Tag verbringen, einfach so in den Pub gehen? Für Eleanor undenkbar! Und das macht ihr Leben auf Dauer unerträglich einsam. Erst als sie sich verliebt, wagt sie sich zaghaft aus ihrem Schneckenhaus - und lernt dabei nicht nur die Welt, sondern auch sich selbst noch einmal neu kennen.

Mit ihrem Debüt "Ich, Eleanor Oliphant" ist Gail Honeyman ein anrührender Roman mit einer unvergesslichen Hauptfigur gelungen. Ihre erfrischend schräge Sicht auf die Dinge zeigt uns, was im Leben wirklich zählt. Liebe. Hoffung. Ehrlichkeit. Und vor allen Dingen die Freundschaft.

Meine Meinung


Gail Honeyman ist in der Lage, den Leser vom ersten Satz an mitzureißen. Man fühlt sich direkt angesprochen, so als würde die Protagonistin nur einem allein ihre Geschichte erzählen wollen.

Wenn ich gefragt werde - von Taxifahrern, beim Friseur -, was ich so mache, antworte ich immer, dass ich im Büro arbeite. (Gail Honeyman: Ich, Eleanor Oliphant; S. 9)

Honeyman's Schreibstil gibt dem Buch, obgleich seines doch ernsten Themas, eine Leichtigkeit, die dem Leser in jedem Wort vermittelt wird. Der Roman lässt sich fließend und vor allem sehr schnell lesen, ohne dass man merkt, wieviele Seiten man schon wieder hinter sich hat.

Die Protagonistin, Eleanor Oliphant, wächst einem mit jeder Seite mehr ans Herz, handelt sie auch oft für einen selbst unverständlich mit ihrer sozialen - ich nenne es mal: Inkompetenz. Geprägt von ihrer schrecklichen Kindheit, lebt sie ein zurückgezogenes Leben ohne Freunde oder Familie. Mit diesem Leben scheint sie aber glücklich zu sein, sie hat keine besonders hohen Ansprüche an ein erfülltes Leben. Diese Tatsache bricht einem beim Lesen fast das Herz. Honeyman hat Eleanor so unglaublich authentisch dargestellt, dass man sie nur mögen kann, auch wenn sie auf ihre Weise völlig verkorkst ist - oder gerade deswegen? Aber auch andere Charaktere in dem Buch wirken absolut realistisch in ihrem Denken und Handeln.

An der Story gibt es kaum etwas auszusetzen. Man begleitet Eleanor durch ihren Alltag, durch gute Tage (S. 9-347), schlechte Tage (S. 351-513) und schließlich bessere Tage (S. 517-Ende). Vor allem die schlechten Tage geben dem Leser zu denken, während man bei den guten Tagen einfach nur Spaß am Lesen hat. Etwas unrealistisch fand ich jedoch, dass eine 30 Jahre alte Frau weder Spongebob noch McDonalds kennt. Selbst, wenn man kaum fernsieht und Fastfood-Ketten meidet, hat man davon schon gehört und (gerade McDonalds) es mit Sicherheit des Öfteren irgendwo in Werbungen etc. gesehen.

Enttäuschend war für mich das Ende. Es hat mich zum Einen einfach nicht zufriedengestellt und zum Anderen wirkt es so heruntergebrochen - als hätte die Autorin plötzlich keine Lust oder keine Zeit mehr gehabt, dem Buch ein würdiges Ende zu setzen. Ohne zu spoilern kann ich aber leider nicht darauf eingehen, was genau mich daran so gestört hat.

Fazit


Das ist auf jeden Fall kein Buch für Zwischendurch. Zwar lässt es sich schnell lesen, aber es ist es wert, sich die Zeit zu nehmen und über die Geschichte nachzudenken. Bis auf das nicht zufriedenstellende Ende (was eine rein subjektive Empfindung ist), steht einer Empfehlung nichts im Wege! 4 Sterne von mir.

Veröffentlicht am 09.07.2019

Spannend wie eh und je

Unbarmherzig
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Meine Meinung

Ich bin schon sehr lange ein Fan von Inge Löhnigs Krimis um Kommissar Dühnfort, habe aber auch ewig nichts mehr von ihr gelesen. Dass es nun eine neue Reihe um Gina Angelucci, der Frau von ...

Meine Meinung

Ich bin schon sehr lange ein Fan von Inge Löhnigs Krimis um Kommissar Dühnfort, habe aber auch ewig nichts mehr von ihr gelesen. Dass es nun eine neue Reihe um Gina Angelucci, der Frau von Dühnfort gibt, hat mich sehr gefreut.

Bei UNBARMHERZIG handelt es sich um den 2. Fall für Angelucci, der jedoch unabhängig vom 1. gut zu lesen und verstehen ist. Die Autorin schafft von vornherein eine Verbindung zwischen Leser und Protagonisten, sodass man sich leicht in diese hineinversetzen kann. Wenn man die Dühnfort-Fälle von Inge Löhnig kennt, ist es ein bisschen wie nach Hause kommen! Es macht Spaß, von Beginn an mitfiebern zu können und diesen Cold Case, der sich während des 2. Weltkrieges abspielte, zu lösen.

Die Story ist von Anfang an mit viel Spannung aufgebaut. Immer wieder sieht man sich beim Miträtseln fast am Ziel, um dann doch feststellen zu müssen, dass man sich auf dem Irrweg befand. Löhnig versteht es, den Leser an ihre Bücher zu fesseln. Die ganzen historischen Hintergrundinformationen zum Fall fand ich sehr interessant. Ohne diese wäre die Geschichte für mich definitiv weniger nahbar gewesen.

Fazit

Wieder einmal konnte Inge Löhnig mich mit ihrem neuen Fall überzeugen. Von der ersten Seite an war ich gespannt darauf, wie es wohl ausgeht und was damals vorgefallen ist. Ich mag es sehr, wie sie die Protagonisten aufleben und die Story so realistisch erscheinen lässt. Klare Empfehlung meinerseits!

Veröffentlicht am 09.05.2019

Spannend bis zum Schluss

Auris
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Meine Meinung

Vincent Kliesch war für mich zunächst absolut unbekannt. Da es sich bei dem Buch aber um eine von Kliesch umgesetzte Idee von Sebastian Fitzek handelt, konnte ich einfach nicht widerstehen.

Der ...

Meine Meinung

Vincent Kliesch war für mich zunächst absolut unbekannt. Da es sich bei dem Buch aber um eine von Kliesch umgesetzte Idee von Sebastian Fitzek handelt, konnte ich einfach nicht widerstehen.

Der Autor hat einen angenehm zu lesenden Schreibstil, der den Leser regelrecht in seine Geschichte hineinsaugt und ihn erst wieder loslässt, wenn der Fall gelöst ist. Als Fitzek-Fan hofft man die ganze Zeit, dass der Autor die Erwartungen, die man unweigerlich hat, erfüllen kann und tatsächlich wird man nicht enttäuscht. Kliesch versteht es, Spannung aufzubauen, Irrwege als absolut richtig erscheinen zu lassen und die Story dermaßen gut zu verweben, dass man als Leser gar nicht dahintersteigen kann, was denn jetzt die Lösung ist. Mitdenken und -fühlen ist hier ein Muss!

Es macht einfach Spaß, die Protagonisten auf ihren Wegen zu begleiten und sich in den ein oder anderen hineinzuversetzen. Durch die detaillierte charakterliche Ausarbeitung findet man sehr schnell Zugang zu ihnen. Was mir besonders gut gefallen hat, ist die Entwicklung der Protagonisten, denn jeder hat sich auf seine eigene Weise (weiter)entwickelt.

Die Story hat mich schon im Klappentext angesprochen und dieser hält, was er verspricht. Forensische Phonetik ist bzw. war etwas völlig neues für mich in Thrillern und das, obwohl ich gefühlt schon 1000 aus diesem Genre gelesen habe. Diese Vorgehensweise in einen Thriller einzubauen statt des stereotypischen Profilers hat mir sehr gut gefallen.

Was an diesem Buch viel kritisiert wird, bevor es überhaupt zum ersten Mal aufgeschlagen wurde, ist tatsächlich das Cover. Der Autor Vincent Kliesch sticht im Gegensatz zu dem in fetten roten Buchstaben geschriebenen Sebastian Fitzek kaum hervor, dabei ist Fitzek „nur“ der Ideengeber. Ich muss zugeben, dass es aber wirkt: Ich als bekennender Fitzek-Fan habe mich auch zuerst auf Grund seines Namens für das Buch interessiert und hatte gleich den Gedanken „Das muss einfach gut sein, wenn Fitzek drauf steht“. Im Nachhinein ist das eigentlich schade und Vincent Kliesch gegenüber unfair und daher kann ich mir den Kritikern nur anschließen.

Fazit

Obwohl mich das Cover etwas stört, kann ich dafür keineswegs einen Punkt abziehen, denn es hat ja keinerlei Auswirkungen auf den Inhalt. Dieser konnte mich restlos überzeugen und ich möchte es jedem ans Herz legen, der gute Thriller einfach nicht ignorieren kann. Vincent Kliesch ist ein toller Autor und ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Teil der mit AURIS begonnenen Reihe.

Veröffentlicht am 17.11.2018

Schwächer als die Vorgänger

Ich bin der Zorn
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Meine Meinung

Ethan Cross konnte mich mit den ersten beiden Teilen um die Shepherd Organization (Ich bin die Nacht und Ich bin die Angst) so sehr überzeugen, dass ich natürlich auch die Nachfolger lesen ...

Meine Meinung



Ethan Cross konnte mich mit den ersten beiden Teilen um die Shepherd Organization (Ich bin die Nacht und Ich bin die Angst) so sehr überzeugen, dass ich natürlich auch die Nachfolger lesen musste. Schon Band 3 (Ich bin der Schmerz) schwächelte etwas, dennoch gab ich diesem vierten Teil eine faire Chance.



Der Schreibstil ist nach wie vor auf einem hohen Niveau angelegt und entführt den Leser direkt in die entsprechenden Situationen. Man hat keine Probleme damit, sich in Charaktere und Story hineinzuversetzen. Die Charaktere weisen alle durchweg eine Tiefe auf, die man sich als Leser nur wünschen kann. Bis ins kleinste Detail sind sie ausgearbeitet, haben Vergangenheit, Geheimnisse, Emotionen und entwickeln sich im Laufe der Story weiter - ob im positiven oder negativen Sinne. Keiner wirkt flach oder so unergründlich, dass man keinen Zugang finden könnte. Das steigert den Spaß am Lesen definitiv sehr.



Die Story hat auf jeden Fall viel Potenzial, welches meiner Meinung nach jedoch nicht voll ausgeschöpft wurde. Wie bereits erwähnt war Teil 3 schon etwas schwächer als die ersten beiden, der vierte war da noch sehr viel schwächer. Man wartet lange darauf, dass nun endlich was passiert und das Buch zieht und zieht und zieht sich immer mehr in die Länge. Und hier macht Cross etwas, das ich bei Büchern absolut nicht leiden kann: Alles Spannende und Wichtige geschieht auf den letzten paar Seiten (lass es vielleicht das letzte Fünftel des Buches sein). Das dämpft dann den Spaß am Lesen doch wieder. Im Endeffekt hätte der Autor hier viel mehr draus machen können und die Spannung von vornherein mehr aufbauen sollen.

Fazit



Ich habe diese Reihe kennen- und lieben gelernt, wurde aber hier doch sehr enttäuscht. Schade eigentlicht. Dennoch kann ich nicht anders, als Ethan Cross noch eine Chance zu geben und werde daher natürlich Ich bin der Hass (5. Teil) lesen. Schließlich sind seine Protagonisten einfach genial und die Hoffnung stirbt bekanntlich ja zuletzt!