Wenn Gold glänzt und Geheimnisse brennen
Das Geheimnis des SonnenkönigsPalastflure, verbotene Säle, ein Sonnenkönig mit düsterem Geheimnis und mittendrin Marwa, die eigentlich nur tanzen will. Klingt nach Märchen? Ja. Aber nach einem, bei dem unter dem Goldstaub ordentlich ...
Palastflure, verbotene Säle, ein Sonnenkönig mit düsterem Geheimnis und mittendrin Marwa, die eigentlich nur tanzen will. Klingt nach Märchen? Ja. Aber nach einem, bei dem unter dem Goldstaub ordentlich Schmerz, Sehnsucht und Gefahr lauern.
Marwa hat mich direkt erwischt. Diese Mischung aus Dienstmagd, heimlichem Traum und körperlicher Schwäche macht sie nicht zur typischen Fantasyheldin, die mal eben mit wehenden Haaren alles niederkämpft. Sie kämpft anders. Leiser. Mit zusammengebissenen Zähnen, kaputtem Herzen und diesem sturen kleinen Funken Hoffnung, der einfach nicht ausgehen will. Genau das mochte ich sehr.
Der Sonnenkönig bringt dann natürlich diese herrliche Portion geheimnisvolle Majestät mit. Einerseits Hilfe, Wärme, Macht. Andererseits dieses Gefühl: Moment mal, Freundchen, warum bist du so nett und was versteckst du hinter deinem königlichen Glanz? Da sitzt man gedanklich schon mit hochgezogener Augenbraue im Palast und wartet darauf, dass irgendwo ein sehr teurer Vorhang Feuer fängt.
Die Atmosphäre passt wunderbar zum Genre. Opulent, märchenhaft, ein bisschen gefährlich und mit diesem 1001 Nacht Gefühl, das sofort Bilder im Kopf malt. Sand, Seide, Licht, Schatten, verbotene Räume und Herzklopfen inklusive. Für mich lebt die Geschichte vor allem von Marwas Verletzlichkeit und der Frage, ob Heilung hier wirklich ein Geschenk ist oder vielleicht doch eher eine Rechnung mit sehr fiesem Kleingedruckten.
Ein Buch für alle, die Fantasy mit Gefühl mögen, gern durch goldene Paläste schleichen und bei geheimnisvollen Königen grundsätzlich erst mal skeptisch werden. Zurecht übrigens. Das Herz sagt ja, der Kopf flüstert: Lauf lieber noch nicht barfuß ins Sonnenlicht.