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Veröffentlicht am 01.11.2025

Abenteuerliche Magie und wilde Freundschaften

Wüstenzauber (Band 2)
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Abenteuer pur mitten aus 1001 Nacht! Schon die ersten Seiten haben uns beide sofort in die Wüste katapultiert. „Papa, das ist ja wie im Film!“ hat meine Tochter gleich gerufen, während ich nur grinsen ...

Abenteuer pur mitten aus 1001 Nacht! Schon die ersten Seiten haben uns beide sofort in die Wüste katapultiert. „Papa, das ist ja wie im Film!“ hat meine Tochter gleich gerufen, während ich nur grinsen konnte. Samira ist zurück, stärker als je zuvor, und direkt mittendrin in neuen Herausforderungen.

Wir haben beim Lesen ständig diskutiert, wie sie ihre Magie einsetzen könnte. „Wenn ich Abdul wäre, würde ich ihr echt mal sagen, dass sie aufpassen soll“, meinte sie, und ich musste lachen, weil ich genau das auch dachte. Die Dialoge zwischen Samira, Abdul und Said sind herrlich frech, und wir haben mehr als einmal laut losgelacht – besonders als Samira versucht, ihre Zauberkünste zu kontrollieren und es erst richtig schiefgeht.

Zwischendrin haben wir immer wieder kleine Lesepausen eingelegt, weil die Spannung so krass war, dass wir beide fast von der Couch gefallen wären. „Papa, die Wüste ist so riesig, ich will da echt hin!“, hat sie geschwärmt, und ich konnte mich nur anschließen – Marliese Arold malt die Wüste so lebendig, dass man fast den Sand unter den Füßen spürt.

Die Geschichte steckt voller Freundschaft, Mut und Zusammenhalt, aber niemals belehrend. Wir haben uns gegenseitig Tipps gegeben, wie Samira die Rätsel lösen könnte, und dabei noch unsere eigenen Theorien aufgestellt. Wildeskopfkino deluxe, als hätten wir selbst Magie in der Hand!

Am Ende packt Arold alles zusammen: Spannung, Abenteuer, ein bisschen Herzklopfen und jede Menge Magie. Wir fiebern mit, lachen zusammen, sorgen uns um Samira und ihre Freunde – und haben gleichzeitig unsere eigenen Mini-Abenteuer beim Lesen erlebt. Fazit: Wer schon „Magic Girls“ oder „Ostwind“ mochte, darf diesen zweiten Band nicht verpassen. BuddyRead-Magie pur – wir beide haben die Nacht durchgelesen und konnten gar nicht aufhören.

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Veröffentlicht am 01.11.2025

Beziehung statt bloßes Erziehen

Erziehung braucht Beziehung
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Mal ehrlich: So ein Buch hat mir gefehlt. Ellen de Sousa Marques packt nicht die üblichen Trainingsrezepte aus, sondern zeigt, dass ohne Beziehung vieles nur halb so wirkt. In der Hundeschule in Köln passieren ...

Mal ehrlich: So ein Buch hat mir gefehlt. Ellen de Sousa Marques packt nicht die üblichen Trainingsrezepte aus, sondern zeigt, dass ohne Beziehung vieles nur halb so wirkt. In der Hundeschule in Köln passieren Szenen, die man erstmal schlucken muss — der Hund, der sich ungefragt Plätze nimmt, das Drehen um Ressourcen wie Futter oder Sofa, der Rückruf, der öfter ein Wunschdenken bleibt. Genau hier setzt die Autorin an: Nicht nur Tricks, sondern die Basis — wie wir miteinander verbunden sind. Das trifft bei mir direkt einen Nerv, weil Erziehung allein oft wie Nagelschneiden ohne Handtuch ist: möglich, aber unbequem.

Mit vielen Alltagsbeispielen, kleinen Anekdoten und ehrlichen Fehlversuchen mit Carmo und Carlino erklärt Marques, warum sich Hunde verhalten, wie sie es tun, und wie Menschen das oft falsch interpretieren. Besonders stark fand ich die Kapitel über Privilegien und das Sich-Zurücknehmen: Wer konstant alles erlaubt, wundert sich nicht, wenn Grenzen verschwimmen. Gleichzeitig bleibt die Autorin nahbar — sie verurteilt nicht, sie erklärt und lädt ein, die Perspektive zu wechseln. Das Buch ist voller praktischer Impulse, aber wer absolute Schritt-für-Schritt-Anleitungen erwartet, wird an manchen Stellen nachdenklich zurückbleiben. Das ist kein großer Kritikpunkt, sondern eher ein Hinweis: Beziehung gelingt nicht mit einer Checkliste allein.

Humorvoll, manchmal sarkastisch, aber immer respektvoll — so liest sich das Ganze. Für Leute, die bereit sind, sich selbst zu hinterfragen und nicht nur „Befehle“ zu verteilen, ist das Buch Gold wert. Kleine Schwäche: Bei komplexen Problemen wie hartnäckigem Rückruf hätte ich mir noch konkretere Trainingspläne gewünscht. Insgesamt bleibt aber ein sehr stimmiges Werk, das Beziehung in den Mittelpunkt stellt und damit langfristig mehr Erfolg verspricht als reine Technik. Fazit: Kaufen, lesen, und vor allem anfangen, anders mit dem eigenen Hund zu denken.

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Veröffentlicht am 01.11.2025

Wenn Tartarus ruft – keine Zeit für Zögern

Helden des Olymp 4: Das Haus des Hades
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Tief im Tartarus geraten Percy und Annabeth in ein Albtraum-Epos, das gleichzeitig brutal, tragisch und absurd komisch ist. Von der ersten Sekunde an zieht das Buch einen in zwei Richtungen: einerseits ...

Tief im Tartarus geraten Percy und Annabeth in ein Albtraum-Epos, das gleichzeitig brutal, tragisch und absurd komisch ist. Von der ersten Sekunde an zieht das Buch einen in zwei Richtungen: einerseits klares Überlebenskino mit Schweiß, Blut und Panik, andererseits eine komische Note, die selbst in der Finsternis eine Stirnrunzeln-lächelnde Leichtigkeit bewahrt. Gerade diese Mischung macht die Lektüre so unwiderstehlich.

Ich finde es beeindruckend, wie Rick Riordan die mythologischen Monster nicht nur als Bedrohung, sondern als skurrile Prüfsteine inszeniert. Die Todesfallen im Tartarus sind fies, kreativ und manchmal so bizarr, dass man kurz lachen muss, bevor einem wieder das Herz in die Hose rutscht. Percy und Annabeth funktionieren hier als perfektes Duo: mal stur, mal verzweifelt, oft verletzlich — und immer mit einem Funken Hoffnung, der dem Ganzen Seele gibt. Die Szenen zwischen ihnen sind die emotionalen Anker in einem Strudel aus Gefahr.

Auf der Argo II tobt parallel das andere Team, und auch dort passiert genug, um nicht in Hintergrundrauschen zu verfallen: Jason, Piper, Leo, Hazel und Frank bekommen Raum, wachsen sichtbar und liefern eigenständige, starke Momente. Das Zusammenspiel der Figuren — griechisch gegen römisch, Herz gegen Pflicht — sorgt für angenehme Spannung und gelegentliche Überraschungen. Was manchmal stört, ist das Tempo: Die Perspektivwechsel sind flott und manchmal so abrupt, dass man einen kurzen Moment braucht, um wieder reinzufinden. Das gehört zwar zum Stil, kann aber stellenweise den Lesefluss brechen.

Das Ende bringt einen üblen Cliffhanger — genau der Kick, der Lust auf Band 5 macht. Insgesamt ist Band 4 ein wilder Ritt durch Unterwelten, Freundschaft, Angst und Mut. Für Fans von Mythologie-Action mit Herz und Humor ist das Pflichtprogramm

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Veröffentlicht am 01.11.2025

Neue Perspektive auf einen Dichter

Das Flimmern der Raubtierfelle. Rilke und der Faschismus
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Beim Aufschlagen dieses Buches zog sich ein kühler Schatten über meine Gedanken. Rilke, dessen Worte ich früher wie zarte Träume gesammelt habe, tritt hier in einem ungeahnten Zwielicht hervor. Die Briefe ...

Beim Aufschlagen dieses Buches zog sich ein kühler Schatten über meine Gedanken. Rilke, dessen Worte ich früher wie zarte Träume gesammelt habe, tritt hier in einem ungeahnten Zwielicht hervor. Die Briefe öffnen eine Tür zu einem Rilke, der Sympathie für autoritäre Ideen zeigt – und dieser Blick erschreckt, rüttelt, kratzt am Denkmal, das so viele Jahre glänzend im Kopf stand.

Mit jeder Seite spüre ich innerlich ein leises Zittern zwischen Faszination und Enttäuschung. Kunisch führt mich nicht reißerisch, sondern sorgsam durch diese Korrespondenz, als hielte er eine Laterne über ein vergessenes Archiv. Aurelia Gallarati-Scotti wird zur moralischen Stütze in diesem Briefwechsel, eine ruhige Kraft, die widerspricht, mahnt und klar bleibt, während Rilke sich in gefährliche Bewunderung verstrickt.

Manchmal stolpere ich über die Fülle an Quellen, brauche einen Moment zum Atmen, weil die Dichte der Informationen Aufmerksamkeit fordert. Doch genau diese Tiefe macht das Buch so eindringlich: Es zwingt dazu, den Künstler als ganzen Menschen zu sehen – mit Brillanz und blinden Flecken.

Zurück bleibt ein Gefühl von Schwere und Klarheit zugleich. Dieses Werk nimmt die Illusion und schenkt dafür Wahrheit, unbequem und wertvoll. Für ein solches Leseerlebnis vergebe ich vier Sterne.

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Veröffentlicht am 31.10.2025

Zauberwind, Kuscheldecke, Glück

Als mir der Westwind Geschichten erzählte – Weihnachtsabenteuer zum Vorlesen
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Kein Witz: Dieses Buch hat mir offiziell den Titel Onkel des Jahres eingebracht. Und das nur, weil ein schusseliges Zauberbuch beschließt, sein Leben endlich in den Griff zu bekommen – mit Hilfe eines ...

Kein Witz: Dieses Buch hat mir offiziell den Titel Onkel des Jahres eingebracht. Und das nur, weil ein schusseliges Zauberbuch beschließt, sein Leben endlich in den Griff zu bekommen – mit Hilfe eines quirligen Westwinds. Klingt wild? Ist es auch. Aber nicht chaotisch, sondern warm, glitzernd magisch und so herzerwärmend, dass ich kurz überlegt habe, ob ich selbst heimlich ein Zauberbuch bin, das noch nicht weiß, was es werden will.

Beim Vorlesen mit meiner Nichte gab es genau drei Phasen: Staunen, Kichern und „Noch eine Geschichte!“. Und ich schwöre, irgendwo zwischen dem magischen Turm und dem Zauberwald hat sie mich mit ihren riesigen Augen angeschaut, als hätte ich ihr gerade verraten, dass Einhörner wirklich existieren. Dieses Buch hat diese „Kakao, Kuschelzeit, Schneeflocken-Gefühl“-Magie – nur ohne klebrige Tassenränder.

Die Charaktere sind so herrlich schräg, dass selbst meine Nichte meinte: „Die sind wie du.“ Fühl ich. Ein Zauberbuch, das seinen Weg sucht, ein Wind mit zu viel Energie, und lauter kleine Abenteuer, die leise schlau sind, ohne den erhobenen Zeigefinger. Dazu Bilder, die aussehen, als hätten sie direkt den Kamin eines Märchenwaldes ausgeräumt und bei uns im Wohnzimmer aufgehängt.

Perfekt für Winterabende, für Kinder mit Fantasie und für Erwachsene, die heimlich noch an sprechende Bäume glauben. Hat mich erwischt, hat sie erwischt – und jetzt brauche ich bitte mehr Wind-Geschichten.

Ein bisschen Zauber pro Tag? Nehm ich. Und meine Nichte sowieso.

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