Im Federrock durch die Geschichte – Josephine Baker legt los
"Tanzen, Singen, Freiheit". MemoirenAlso gut – ich bin reingestolpert in dieses Buch wie Josephine einst auf eine Bühne: etwas skeptisch, leicht überfordert, aber dann plötzlich mittendrin im Glitzerregen. Und was soll ich sagen? Diese Frau ...
Also gut – ich bin reingestolpert in dieses Buch wie Josephine einst auf eine Bühne: etwas skeptisch, leicht überfordert, aber dann plötzlich mittendrin im Glitzerregen. Und was soll ich sagen? Diese Frau ist ein verdammter Vulkan im Federrock! Ihre Memoiren sind kein glattgebügelter Lebenslauf, sondern eher ein wilder Charleston aus Erinnerungen, Emotionen und echtem Revoluzzertum.
Josephine schreibt, wie sie gelebt hat – direkt, ungestüm und mit einer Portion Größenwahnsinn, die ich ihr an keiner Stelle übelnehmen konnte. Sie erzählt von Armut, Rassismus, Ruhm und Resistance – alles mit einer Stimme, die klingt, als säße sie mit einem Cocktail neben dir auf dem Sofa und sagt: „Und weißt du, was dann passiert ist?“
Natürlich gibt’s auch Momente, in denen ich mir dachte: Na gut, jetzt wird's ein bisschen dick aufgetragen, aber hey – das ist Josephine Baker. Die hat sich nicht hochgetanzt, um dann leise zu flüstern.
Die Kapitel über den Zweiten Weltkrieg haben mich besonders gepackt. Plötzlich wird aus dem Showgirl eine Spionin mit Mut bis unter die Basstuba – was für eine Wendung! Man merkt, dass sie mehr war als nur Glitzer und Banane.
Ein Extra-Stern geht an die Übersetzung – charmant und trotzdem rau, so wie’s sein muss. Der vierte Stern bleibt dann bei mir, weil ich gerne ein bisschen mehr Tiefgang gehabt hätte bei manchen Themen, vor allem am Ende.
Fazit: Wer glaubt, das hier sei nur die Geschichte einer Tänzerin, liegt so falsch wie ein Taktgefühl im Swing. Es ist die Geschichte einer Frau, die keine Angst hatte, alles zu sein. Ich verbeuge mich. Mit einem breiten Grinsen. Und einer Banane im Kopf.