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Veröffentlicht am 30.06.2025

Im Federrock durch die Geschichte – Josephine Baker legt los

"Tanzen, Singen, Freiheit". Memoiren
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Also gut – ich bin reingestolpert in dieses Buch wie Josephine einst auf eine Bühne: etwas skeptisch, leicht überfordert, aber dann plötzlich mittendrin im Glitzerregen. Und was soll ich sagen? Diese Frau ...

Also gut – ich bin reingestolpert in dieses Buch wie Josephine einst auf eine Bühne: etwas skeptisch, leicht überfordert, aber dann plötzlich mittendrin im Glitzerregen. Und was soll ich sagen? Diese Frau ist ein verdammter Vulkan im Federrock! Ihre Memoiren sind kein glattgebügelter Lebenslauf, sondern eher ein wilder Charleston aus Erinnerungen, Emotionen und echtem Revoluzzertum.

Josephine schreibt, wie sie gelebt hat – direkt, ungestüm und mit einer Portion Größenwahnsinn, die ich ihr an keiner Stelle übelnehmen konnte. Sie erzählt von Armut, Rassismus, Ruhm und Resistance – alles mit einer Stimme, die klingt, als säße sie mit einem Cocktail neben dir auf dem Sofa und sagt: „Und weißt du, was dann passiert ist?“

Natürlich gibt’s auch Momente, in denen ich mir dachte: Na gut, jetzt wird's ein bisschen dick aufgetragen, aber hey – das ist Josephine Baker. Die hat sich nicht hochgetanzt, um dann leise zu flüstern.

Die Kapitel über den Zweiten Weltkrieg haben mich besonders gepackt. Plötzlich wird aus dem Showgirl eine Spionin mit Mut bis unter die Basstuba – was für eine Wendung! Man merkt, dass sie mehr war als nur Glitzer und Banane.

Ein Extra-Stern geht an die Übersetzung – charmant und trotzdem rau, so wie’s sein muss. Der vierte Stern bleibt dann bei mir, weil ich gerne ein bisschen mehr Tiefgang gehabt hätte bei manchen Themen, vor allem am Ende.

Fazit: Wer glaubt, das hier sei nur die Geschichte einer Tänzerin, liegt so falsch wie ein Taktgefühl im Swing. Es ist die Geschichte einer Frau, die keine Angst hatte, alles zu sein. Ich verbeuge mich. Mit einem breiten Grinsen. Und einer Banane im Kopf.

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Veröffentlicht am 29.06.2025

Magie, Chaos und Gummibärchen – Warum wir den Flüsterwald nicht mehr verlassen wollen

Flüsterwald - Die magische Akademie. Der dunkle Zirkel (Flüsterwald, Bd. III-2)
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Ich dachte, ich bin der Erwachsene in diesem Lese-Duo – aber wer hat hier bitte wen gebremst, nicht mitten in der Nacht weiterzulesen? (Spoiler: niemand.) Schon ab Seite eins hingen meine Tochter und ich ...

Ich dachte, ich bin der Erwachsene in diesem Lese-Duo – aber wer hat hier bitte wen gebremst, nicht mitten in der Nacht weiterzulesen? (Spoiler: niemand.) Schon ab Seite eins hingen meine Tochter und ich wieder komplett im Flüsterwald-Fieber, wie zwei verzauberte Waschbären auf Koffein.

Suchanek schafft es, die Spannung so geschickt zu schüren, dass selbst ich – mit immerhin ein paar Jahrzehnten Leseerfahrung – mich mehrfach gefragt hab: „Waaas?! Das ist jetzt nicht wirklich passiert, oder?“ Und dann: doch. Und dann noch schlimmer. Und dann wieder urkomisch. Ich liebe das.

Der „dunkle Zirkel“ bringt düstere Wendungen, geheimnisvolle Enthüllungen und ein paar sehr clevere Twists. Gleichzeitig bleibt der Humor nicht auf der Strecke – ich sag nur: Eines der magischen Wesen hat einen Spruch gebracht, bei dem wir beide Tränen gelacht haben.

Die Dynamik zwischen Lukas und seinen Freunden ist goldwert. Diese Mischung aus Chaos, Mut und Freundschaft funktioniert wie magischer Glitzerkleber – man kommt einfach nicht los.

Besonderes Lob (von uns beiden): Die Illustrationen von Timo Grubing. Ehrlich, wir haben zwischendurch einfach Seiten lang gestarrt und diskutiert, wie cool alles aussieht. Mein Kind will jetzt ernsthaft Zeichnerin werden – danke, Timo. Danke auch für meinen neuen Bastelauftrag.

Dieses Buch hat alles: dunkle Magie, eine Akademie mit Geheimnissen, einen echten Grusel-Zirkel (kein Yoga) – und dabei bleibt es durchweg charmant, überraschend und packend.

Kurzum: Ein mitreißender, fabelhaft illustrierter Fantasy-Trip, bei dem Vater und Tochter gleichermaßen jubeln, fiebern und gelegentlich um das letzte Gummibärchen verhandeln.

Fazit: Pflichtlektüre für alle, die den Flüsterwald lieben. Oder lieben werden. Oder einfach mal wieder mit leuchtenden Augen lesen wollen.

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Veröffentlicht am 29.06.2025

Vom Küchentresen zur Mittelmeerküste in 140 Rezepten

Mediterra
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Einmal Mittelmeer zum Mitnehmen, bitte – aber in Buchform!

Ich habe keine Yacht, keine Villa in der Provence und mein Olivenöl kommt aus dem Supermarktregal. Aber dank Mediterra fühle ich mich plötzlich ...

Einmal Mittelmeer zum Mitnehmen, bitte – aber in Buchform!

Ich habe keine Yacht, keine Villa in der Provence und mein Olivenöl kommt aus dem Supermarktregal. Aber dank Mediterra fühle ich mich plötzlich wie ein sonnengebräunter Gott der mediterranen Küche – und das ganz ohne Sand im Schuh. Ben Tish serviert hier nicht einfach Rezepte, sondern eine geniale Mischung aus Urlaubsgefühl, Aromatherapie und kulinarischem Größenwahn. Ich meine – gegrillte Sardinen, Orangen-Kardamom-Tarte und Tapas, bei denen mir fast die Küche explodiert ist (vor Glück, versteht sich).

Was mich besonders abgeholt hat: Die Rezepte klingen erst mal fancy, sind aber total machbar. Ich bin kein Profikoch, aber mit diesem Buch fühlt man sich plötzlich wie einer, nur ohne Schweißperlen auf der Stirn. Die Bilder? Zum Reinbeißen schön. Die Zitronen sehen frischer aus als alles, was in meinem Kühlschrank jemals gelebt hat.

Tish holt das Mittelmeer direkt ins Wohnzimmer – und zwar mit vollem Besteck. Ob Sizilien, Marokko oder Südfrankreich – jede Seite riecht gefühlt nach Olivenhain und Meersalz. Und Annika Genning hat das Ganze so übersetzt, dass man sogar beim Lesen Appetit bekommt. Besonders cool: Die Gerichte sind saisonal gedacht, nichts Aufgeblasenes – einfach gutes Essen, mit Sonne im Herzen.

Kurzum: Wer mediterranes Essen liebt, bekommt hier nicht einfach ein Kochbuch, sondern einen verdammten Kurzurlaub. Und wer’s nicht liebt – wird es nach Mediterra wahrscheinlich trotzdem tun. Fünf Sterne, vollgetankt mit Olivenöl, Liebe und einer Prise Wahnsinn. Danke, Ben – mein Herd verbeugt sich.

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Veröffentlicht am 28.06.2025

Wenn das Pferd freiwillig mitmacht, läuft was richtig

Gymnastizierende Freiarbeit
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Wenn mein Pferd sprechen könnte, würde es wahrscheinlich sagen: „Endlich hast du’s geschnallt, Mensch!“ Dieses Buch hat mir nicht nur die Augen geöffnet, sondern gleich das ganze Kopfkino gestartet. Marius ...

Wenn mein Pferd sprechen könnte, würde es wahrscheinlich sagen: „Endlich hast du’s geschnallt, Mensch!“ Dieses Buch hat mir nicht nur die Augen geöffnet, sondern gleich das ganze Kopfkino gestartet. Marius Schneider schafft es, die Freiarbeit nicht nur als feine Kunst zu zeigen, sondern als ziemlich geniales Muskeltraining mit Spaßfaktor – für beide Seiten. Kein Gezerre, kein Rumkommandieren, sondern Kommunikation auf Augenhöhe. Na gut, ich stehe technisch gesehen immer noch ein bisschen höher, aber du weißt, was ich meine.

Was ich besonders liebe: Hier geht’s nicht ums Zirkuspony-Dressieren, sondern um ehrliche, feine Arbeit, bei der sich mein Pferd nicht fühlt wie ein Angestellter mit Chef, sondern wie ein Tanzpartner. Und ich? Ich bin nicht mehr der unbeholfene Typ mit der Karotte in der Tasche, sondern ein echter Bewegungscoach – mit Stil!

Die Schritt-für-Schritt-Erklärungen sind so gut, dass sogar ich sie verstehe (und das will was heißen). Besonders geil: Die Videos in der App! Endlich mal kein trockenes Theoriewälzen, sondern Anschauen, Nachmachen, Grinsen, Weitermachen.

Mein Pferd läuft inzwischen freudestrahlend auf mich zu, statt mich mit dem Hintern anzuschauen. Und ganz ehrlich: Das ist ein verdammt gutes Gefühl. Wer glaubt, Freiarbeit sei nur was für Showreiter mit Glitzerhalfter, hat dieses Buch noch nicht gelesen.

Danke, Marius, du hast mir ein neues Level von „Pferde verstehen“ eröffnet – ohne Zauberstab, aber mit viel Feingefühl. Dieses Buch ist kein Ratgeber, es ist eine Offenbarung. Fünf Sterne, logisch. Mehr gehen ja leider nicht.

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Veröffentlicht am 27.06.2025

Zwei Generationen, ein Buch, null Langeweile

Wächter der Magie – Insel der Legenden (Wächter der Magie 4)
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Also, wir zwei – Vater und Tochter, bewaffnet mit Knabbereien und einer sehr bequemen Couch – dachten: „Ach, lesen wir mal ein Kapitel vor dem Schlafengehen.“ Spoiler: Es wurden acht. Und wir sind immer ...

Also, wir zwei – Vater und Tochter, bewaffnet mit Knabbereien und einer sehr bequemen Couch – dachten: „Ach, lesen wir mal ein Kapitel vor dem Schlafengehen.“ Spoiler: Es wurden acht. Und wir sind immer noch nicht sicher, ob wir nicht selbst irgendwo magisch hineingezogen wurden.

Insel der Legenden hat uns komplett eingesogen wie ein Portal mit Sogwirkung. Mein Tochter-Komplize meinte nach Kapitel zwei: „Papa, der Alex ist cool, aber Aaron ist voll kompliziert.“ Ich konnte nur nicken – denn selten sind zwei Brüder so verschieden, so spannend und so dramatisch wie die beiden.

Was bei uns eigentlich als gemütlicher Leseabend geplant war, wurde zu einer emotionalen Achterbahnfahrt mit Nervenkitzel, Lachanfällen und mindestens drei Momenten, in denen wir gleichzeitig „Oha!“ gerufen haben.

Diese Herrscherin, die mit ihrer Flotte anrückt? Echt jetzt? Die ist so fies, dass wir überlegt haben, ob wir uns nicht vorsichtshalber Helme basteln sollten. Und Alex muss wieder alles retten – inklusive seiner Freunde, seiner Welt und wahrscheinlich auch seinen Nerven.

Besonders cool fanden wir, dass das Buch nicht einfach nur Magie-Kabumm macht, sondern auch tiefere Themen reinschmuggelt: Verantwortung, Freundschaft, Mut – alles drin, ohne dass es langweilig oder belehrend wird.

Wir haben während des Lesens eine Art geheime Buddy-Couch-Mission entwickelt: Wer zuerst den nächsten Plottwist errät, kriegt die letzte Schokowaffel. Spoiler: Sie gehört jetzt offiziell meiner Tochter.

Fazit von uns beiden: Mega spannend, super geschrieben, total mitreißend – und wir haben jetzt beide das Bedürfnis, in Artimé einzuziehen. Wenn das nicht geht, nehmen wir wenigstens Band 5.

Fünf von fünf Zauberbäumen – von zwei absolut begeisterten Leseratten.

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