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Veröffentlicht am 09.09.2025

Glitzer statt Funkenflug – meine Reise mit Briony & Toven

Rose in Chains
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Magische Auktionen, goldenes Blut und ein Feind mit weißen Haaren – klingt nach einer explosiven Mischung, oder? Leider blieb das Ganze für mich eher ein kleiner Funken als ein richtiges Feuerwerk. Enemies ...

Magische Auktionen, goldenes Blut und ein Feind mit weißen Haaren – klingt nach einer explosiven Mischung, oder? Leider blieb das Ganze für mich eher ein kleiner Funken als ein richtiges Feuerwerk. Enemies to Lovers? Joa, eher so ein leicht verkrampftes Zähneknirschen mit anschließendem Stirnrunzeln. Der große Hass, die brodelnde Feindschaft, die Funken, die gefährlich zwischen den Seiten hätten sprühen müssen – die habe ich vergeblich gesucht. Stattdessen gab’s viel Slow Burn, das sich teilweise mehr nach Slow Motion angefühlt hat.

Briony, unsere goldblütige Prinzessin, ist zwar sympathisch, aber oft so brav, dass man ihr am liebsten einen Espresso in die Hand drücken würde. Toven – geheimnisvoll, düster, silbrighaarig – hat Potenzial, aber die Schurken-Vibes sind für meinen Geschmack zu schnell in seichte Romantik verpufft. Wo ist der gefährliche Kerl geblieben, den man gleichzeitig hassen und anziehend finden soll? Genau: hat sich im Plot irgendwo verheddert.

Nicht falsch verstehen: Das Buch ist unterhaltsam, es hat Drama, Fantasy-Flair und jede Menge Szenen, die Fans von verbotener Liebe und dunkler Romantik abholen dürften. Man kann sich darin verlieren, wenn man Lust auf eine Portion Romantasy-Schnulze im Kostüm einer düsteren Fantasywelt hat. Aber wenn man mit der Erwartung reingeht, dass es knallhart „Enemies to Lovers“ liefert – wird man ein bisschen enttäuscht wieder auftauchen.

Unterm Strich: Lesbar, mit schönen Ideen und einem Setting, das durchaus Stimmung erzeugt. Aber für mich kein Gamechanger. Drei Sterne – mit leichtem Glitzerstaub und einem großen „Da wäre mehr drin gewesen“-Gefühl.

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Veröffentlicht am 09.09.2025

Kaffee leer, Zug voll – willkommen im Pendlerleben

Auf Achse
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Rushhour, Stau, überfüllte Bahnen – willkommen im Pendler-Paradies. Johannes Müller-Salo nimmt diesen alltäglichen Wahnsinn unter die Lupe und schafft es, aus der drögen Strecke zwischen Zuhause und Büro ...

Rushhour, Stau, überfüllte Bahnen – willkommen im Pendler-Paradies. Johannes Müller-Salo nimmt diesen alltäglichen Wahnsinn unter die Lupe und schafft es, aus der drögen Strecke zwischen Zuhause und Büro ein gesellschaftliches Brennglas zu machen. Plötzlich ist der morgendliche Sprint zum Bus nicht nur persönliches Drama, sondern Spiegel der großen Fragen: Wer darf wo wohnen, wer muss wie weit fahren, und warum sitzen wir eigentlich alle in dieser endlosen Blechlawine?

Der Ton ist angenehm reflektiert, nie oberlehrerhaft, aber auch nicht banal. Statt reiner Zahlenkolonnen und trockener Statistik jongliert Müller-Salo mit Beobachtungen, Anekdoten und einem Blick, der das Pendeln gleichzeitig absurd und tragisch erscheinen lässt. Das Schöne: Man fühlt sich ertappt, nickt zustimmend und denkt sofort an die letzte Fahrt im Regionalexpress, bei der das WLAN wieder streikte und der Sitznachbar sein halbes Frühstück im Abteil verteilte.

Klar, manchmal rutscht der Autor ein wenig zu sehr ins Theoretische. Da hätte ich mir mehr Wumms gewünscht – etwas weniger Soziologie-Lehrstuhl, etwas mehr alltagsnahe Würze. Aber hey, dafür hat das Buch genug Stoff, um in der nächsten WG-Küche oder Kantine als Gesprächsaufhänger zu taugen.

Unterm Strich: Kein schnelles Feierabend-Schmökchen, sondern ein Denkanstoß, der zeigt, dass die „tägliche Fahrt“ viel mehr ist als Zeitverschwendung. Nachhaltigkeit, Gerechtigkeit, Lebensqualität – alles fährt hier mit. Vier Sterne, weil es manchmal zu tief in den Elfenbeinturm abbiegt. Trotzdem: Wer Pendeln bisher nur als lästiges Übel sah, wird danach anders auf den morgendlichen Weg blicken.

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Veröffentlicht am 09.09.2025

Zucchini-Sterne, Pancakes & Co. – Babyfood mit Suchtpotenzial

Fingerfood, Snacks & Co.
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Schon mal versucht, einem Baby einen Löffel Brei zu servieren, während es gleichzeitig beschließt, dass das Essen heute lieber an die Wand gehört? Willkommen in der realen Welt der Beikost. Dieses Buch ...

Schon mal versucht, einem Baby einen Löffel Brei zu servieren, während es gleichzeitig beschließt, dass das Essen heute lieber an die Wand gehört? Willkommen in der realen Welt der Beikost. Dieses Buch hat mir gezeigt, dass man nicht resigniert die Tapete neu streichen muss, sondern tatsächlich Spaß am Babyfüttern haben kann. Annabel Karmel packt hier so viele Ideen rein, dass man sich fast fragt, ob sie heimlich einen 24/7-Koch im Keller gefangen hält.

Fingerfood klingt erstmal nach Chaos – und ja, die Küche sieht danach immer noch aus wie ein Tatort. Aber die Rezepte sind so verdammt clever, dass man plötzlich selber Bock bekommt, die Zucchini-Karotten-Sterne wegzusnacken. Und die Pancakes… meine Güte, die Pancakes! Da ist man ganz schnell in Versuchung, das Baby „aus Versehen“ zu vergessen und die Portion selbst zu inhalieren.

Was mir gefällt: Hier geht’s nicht nur ums stumpfe Abhaken von Rezepten. Man erfährt, worauf es bei Allergien ankommt, wie Baby-led Weaning ohne Drama läuft und warum Fingerfood mehr ist als bloß Essen – nämlich Training für kleine Hände, Augen und ein gesundes Essverhalten. Klingt pädagogisch, schmeckt aber verdammt lecker.

Und das Beste: Kein Hexenwerk. Keine Zutatenliste, die klingt, als müsste man erst in den Himalaya reisen. Alles machbar, alles schnell, alles kindertauglich. Kurz gesagt: Ein Buch, das nicht nur den Babys den Bauch füllt, sondern auch den Eltern das Leben leichter macht. Und ganz ehrlich – wenn die Kleinen glücklich mampfen, ist das doch der größte Sieg.

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Veröffentlicht am 08.09.2025

Sonne, Sand und Seiten voller Dolce Vita

Mein Leben am Strand
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Sonnencreme-Duft in der Nase, Sand im Schuh und das Gefühl, dass man beim Umblättern fast Meeresrauschen hört – genau so liest sich Stefan Maiwalds „Mein Leben am Strand“. Kein schwerer Schmöker, sondern ...

Sonnencreme-Duft in der Nase, Sand im Schuh und das Gefühl, dass man beim Umblättern fast Meeresrauschen hört – genau so liest sich Stefan Maiwalds „Mein Leben am Strand“. Kein schwerer Schmöker, sondern eher wie eine bunte Postkarte aus Italien, die man beim Lesen am liebsten gleich mit einem Spritz in der Hand beantworten möchte. Humorvoll, quirlig und voller kleiner Beobachtungen nimmt er den Leser mit an die Adria, wo Sonnenschirme, Klappstühle und Strandrituale genauso wichtig sind wie das tägliche Gelato.

Der Autor versteht es, aus winzigen Alltagsmomenten kleine Geschichten zu zaubern. Da reicht schon die Schilderung eines überfüllten Strandes, um das Kopfkino so bunt werden zu lassen wie eine Liegestuhl-Reihe im Hochsommer. Das macht Spaß, weil es unverkrampft, witzig und niemals belehrend daherkommt. Wer Italien liebt, wird vieles wiedererkennen, wer noch nicht dort war, bekommt akutes Fernweh.

Natürlich ist das Ganze kein tiefschürfender Roman. Man bekommt keine große Handlung mit Spannungsbogen, sondern ein Kaleidoskop aus Anekdoten, Bildern und Gedanken. Genau das ist die Stärke, kann aber auch mal dazu führen, dass man nach fünf Kapiteln denkt: Okay, genug Sand zwischen den Zehen, jetzt hätte ich gern etwas mehr Abwechslung. Ein paar Passagen ziehen sich wie eine zu lange Strandpromenade, aber dann taucht wieder ein Funke Witz oder eine schlaue Beobachtung auf, die sofort ein Schmunzeln entlockt.

Unterm Strich ist „Mein Leben am Strand“ die perfekte Lektüre für alle, die Dolce Vita lieben oder wenigstens kurz so tun wollen, als säßen sie mit Sonnenhut am Meer. Es bringt Sonne ins Wohnzimmer, selbst wenn es draußen in Strömen regnet. Kein Pflichtbuch, aber definitiv ein Gute-Laune-Buch. Vier Sterne – und die Lust, den nächsten Urlaub sofort zu buchen.

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Veröffentlicht am 08.09.2025

Wenn Literatur zum Escape Room wird

Der Doppelmord in der Rue Morgue
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Muss man erstmal bringen: Mit einem Affen, einem verschlossenen Raum und einem Mysterium, das selbst Sherlock Holmes noch ins Grübeln gebracht hätte, revolutionierte Edgar Allan Poe damals die Krimi-Welt. ...

Muss man erstmal bringen: Mit einem Affen, einem verschlossenen Raum und einem Mysterium, das selbst Sherlock Holmes noch ins Grübeln gebracht hätte, revolutionierte Edgar Allan Poe damals die Krimi-Welt. Dieses Buch ist keine schnöde Sammlung von Geschichten – es ist wie ein literarischer Escape Room, gespickt mit Rätselfallen, cleveren Wendungen und dem guten alten „Aha!“-Moment. Dupin, Poes Detektivfigur, analysiert so messerscharf, dass man fast Angst bekommt, der Typ könnte durch die Seiten springen und die eigenen Gedanken auseinandernehmen.

Der Coppenrath Verlag hat hier ein Schmuckstück hingelegt, das nicht nur fürs Auge, sondern auch für die Neugier gebaut ist. Zwischen den Seiten verstecken sich elf Extras, die man beim Lesen wie kleine Schätze entdeckt. Das fühlt sich an, als würde Poe selbst einem hin und wieder ein geheimnisvolles Zettelchen zustecken – mit kryptischen Hinweisen und Gänsehaut-Garantie.

Die sechs enthaltenen Geschichten – von „Der Goldkäfer“ bis zum titelgebenden „Doppelmord“ – zeigen, warum Poe bis heute unangefochten als Vater des Detektivromans gilt. Seine Mischung aus morbider Atmosphäre, intellektuellem Schachspiel und einer Prise Wahnsinn macht süchtig. Mal düster, mal überraschend witzig, mal so absurd, dass man kurz den Kopf schüttelt, aber immer brillant.

Und das Beste: Trotz aller viktorianischen Schwermut liest sich das Ganze heute noch frisch, scharf und voller „Wow, das hat er damals schon gemacht?“. Wer Krimis liebt, True Crime verschlingt oder einfach mal wissen will, wo Sherlock, Miss Marple & Co. ihre Wurzeln haben, muss hier zugreifen. Ein Buch, das nicht nur gelesen, sondern erlebt wird – und das Regal gleich noch ein Stück edler aussehen lässt.

Kurz: Poe ist und bleibt der Boss der literarischen Verbrechen – und diese Ausgabe ist die Deluxe-Einladung in seine abgründige Welt.

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