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Veröffentlicht am 02.04.2020

Ernstes Thema humorvoll umgesetzt

Street Love. Für immer die deine (Street Stories 1)
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Meine Meinung
„Street Love. Für immer die deine“ stammt aus der Feder von Laini Otis und ist der erste Band der „Street Stories“ Reihe. Das eBook ist 2018 bei Impress erschienen und erzählt die Geschichte ...

Meine Meinung
„Street Love. Für immer die deine“ stammt aus der Feder von Laini Otis und ist der erste Band der „Street Stories“ Reihe. Das eBook ist 2018 bei Impress erschienen und erzählt die Geschichte von Nika und Sky. Nika lebt auf der Straße und ist der festen Überzeugung, dass sie alleine klarkommt und von Niemandem gerettet werden muss. Das Heimleben ist nichts für sie und Sozialhelfer sorgen bei ihr nur für Misstrauen. Sky arbeitet für ein Organisation, die Straßenkinder ein neues und besseres Leben ermöglicht. Gerne würde er Nika einen Platz in dieser Organisation anbieten nur leider sträubt sie sich mit Händen und Füßen gegen sein Angebot. Aufgeben kommt für Sky jedoch nicht in Frage und so geraten die beiden mehrmals aneinander, bevor Nika sich auf diese Chance einlässt.

Beide Protagonisten konnten mich von der ersten Seite an in ihren Bann ziehen und nach ein paar Kapiteln habe sie mich nicht mehr losgelassen. Sowohl Nika als auch Sky sind definitiv nicht auf den Mund gefallen und so kommt es im Verlaufe der Handlung immer wieder zu explosiven Auseinandersetzungen zwischen den beiden, die mich regelmäßig zum Lachen gebracht haben. Sky habe ich zu Beginn des Buches als unnahbar und kühl empfunden und es hat eine ganze Weile gebraucht bis er den Leser hinter seine Maske schauen lässt. Dieser Mann hat ein großes Herz und die Schicksale der Straßenkinder sind ihm alles andere als egal. Nika musste bereits so einige Schicksalsschläge einstecken und das hat sie zu einem starken Menschen gemacht, der sich von nichts und niemandem unterkriegen lässt. Allerdings trifft Nika zum Ende hin eine Entscheidung, die ich nur schwer nachvollziehen konnte und das hat mein bis dahin positives Leseerlebnis deutlich geschmälert.

Obwohl Laini Otis etliche ernste Themen in ihrem Buch anspricht, hatte ich nie das Gefühl eine Geschichte zu lesen, die mich seelisch runterzieht. Vielmehr habe ich die Gesellschaft von Sky und Nika genossen und wenn es nach mir gegangen wäre, dann hätte das Buch ruhig noch ein paar Seiten mehr haben dürfen. Für mich ist „Street Love. Für immer die deine“ definitiv ein Buch, dass mich zum Nachdenken gebracht hat und das ich wohl nicht so schnell vergessen werde.

Das Buch wird aus der Sicht von Nika erzählt. Der Schreibstil von Laini Otis war voller Humor und ließ sich flüssig und schnell lesen. Ich bin gut in die Geschichte reingekommen und dank einer angenehmen Kapitellänge (nicht zu kurz und nicht zu lang) hatte ich das Buch innerhalb von 24 Stunden verschlungen.

Fazit
Mit diesem Reihenauftakt ist Laini Otis ein ganz besonderes Werk gelungen, dass auf eine lockere und humorvolle Art ernste Themen behandelt, die mich nachdenklich gestimmt haben. Wer gerne außergewöhnliche Jugendbücher liest, der ist hier genau richtig. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 02.04.2020

Brain & Teddy

Make Love und spiel Football
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Meine Meinung
„Make love und spiel Football“ stammt aus der Feder von Poppy J. Anderson und ist der dritte Band der „New York Titans“ Reihe. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen Brian und Teddy. Brian ...

Meine Meinung
„Make love und spiel Football“ stammt aus der Feder von Poppy J. Anderson und ist der dritte Band der „New York Titans“ Reihe. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen Brian und Teddy. Brian ist der Quarterback der New York Titans. Abseits des Spielfeldes führt er das Leben eines Junggesellen, der absolut nichts anbrennen lässt. Brain liebt es wilde Partys zu feiern und ist für seine zahlreichen Frauengeschichten berühmt. Teddy ist die Tochter des Besitzers der New York Titans. Obwohl sie in den letzten Jahren nur selten Berührungspunkte mit Football hatte, hat sie eine enge Verbindung zu diesem Sport. Während ihrer Kindheit hat sie nämlich mehr Zeit mit den Spielern der New York Titans verbracht als mit ihren Klassenkameraden. Teddy weiß das sie irgendwann in die Fußstapfen ihres Vaters treten soll, doch als ihr Vater unerwartet stirbt, tritt dieser Fall schneller ein als ihr lieb ist.

Auf Brains Geschichte habe ich mich ganz besonders gefreut, denn in den beiden Vorgängerbänden bekommt der Leser bereits ein sehr interessantes Bild von ihm geboten und mit jedem weiteren Moment wurde ich neugieriger. Brain könnte man wohl als den typischen Footballspieler bezeichne. Auf dem Spielfeld ist er der gefeierte Starspieler, dem die Fans zu Füßen liegen und Abseits führt er ein Leben in Saus und Braus. Das Spiel bedeutet ihm alles und wehe irgendeiner kommt auf die Idee seinem Team zu schaden. Da ist es kein Wunder, dass Brain und Teddy bei ihrem ersten Aufeinandertreffen ordentlich aneinandergeraten. Die Tatsache, dass Teddy die neue Teambesitzerin werden soll, ist für Brain unvorstellbar und so lässt er nichts unversucht, um seiner neuen Chefin Steine in den Weg zu legen. Von Brain konnte ich irgendwann gar nicht mehr genug kriegen und so war ich nach dem letzten Kapitel ein bisschen traurig, denn für mich hätte Brains Geschichte noch ewig weiter gehen können.

Teddy konnte mich von der ersten Seite an faszinieren, denn sie ist definitiv nicht die typische Teambesitzerin. Mit Flip-Flops, zerrissenen Jeans, Bob Marley Shirt und Piercings gibt Teddy das farbenrohe Bild eines Hippies ab, dass bei den Spielern der New York Titans im ersten Moment für eine Menge Verwirrung sorgt. Dabei ist Teddy alles andere als dumm und weil Aufgeben für sie ein Fremdwort und setzt sie alles daran, die Jungs davon zu überzeugen, dass sie absolut fähig ist das Team zu führen. Für diese unerschütterliche Stärke habe ich Teddy sehr bewundert, denn zu Beginn des Buches steht nur der Coach hinter ihr und Teddy muss erst eine beachtliche Menge an Hürden überwinden, bevor sie von den Spielern akzeptiert wird. Ihre Leidenschaft für Football und ihre unkonventionelle Herangehensweise haben sie mir auf Anhieb sympathisch gemacht und es gab etliche Momente in den ich vor lauter Lachen Tränen in den Augen hatte. Teddy ist definitiv eine Protagonistin ganz nach meinem Geschmack.

Ich bin ein großer Fan von „Sports Romance“ Büchern und je umfangreicher der Sport Faktor ist, desto mehr gefallen mir die Geschichten meistens. Bei der „New York Titans“ Reihe spielt Football zwar keine sehr große Rolle fließt aber immer wieder mit in die Handlung ein, sodass eine für mich stimmige Atmosphäre entstanden ist. Der Sport wird verständlich erklärt und dass nicht unnötig mit Fremdwörtern um sich geworfen wird hat mir gut gefallen.

Die Beziehung zwischen Teddy und Brain entwickelt sich wie eine rasante Achterbahnfahrt und konnte mich wundervoll unterhalten. In regelmäßigen Abständen kriegen die beiden sich auf eine herrlich komische Art und Weise in die Haare, dass ich gegen die immer wieder kehrenden Lachanfälle völlig machtlos war. Am Ende war ich regelrecht süchtig nach diesem besonderen Humor.

Das Buch wird abwechseln aus der Sicht von Brain und Teddy erzählt. Der flüssige Schreibstil hat mir sehr gut gefallen und die Wortwahl ist typisch Poppy voller Witz und Charme. Zusammen haben diese drei Komponenten eine wundervolle Atmosphäre geschaffen, die mich von Beginn an in ihren Bann ziehen konnte und mir ein grandioses Leseerlebnis geschenkt hat.

Fazit
Poppy J. Anderson ist mit dem dritten Band der „New York Titans“ Reihe eine wundervolle Fortsetzung gelungen, die ich keine Sekunde aus der Hand legen konnte und die mich mal wieder neugierig auf den nächsten Band gemacht hat. Wer gerne „Sports Romance“ Bücher liest, die mit einer humorvollen Liebesgeschichte punkten, dem empfehle ich diese Reihe.

Veröffentlicht am 30.03.2020

Eine Liebesgeschichte die unter die Haut geht!

Highspeed Love
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Highspeed Love ist ein E-Book aus dem Bereich Gay Romance. Ich bin dank eines Gewinnspiels auf Instagram zu diesem E-Book gekommen und musste schnell feststellen, dass es gut zu meinem bisherigen Lesegeschmack ...

Highspeed Love ist ein E-Book aus dem Bereich Gay Romance. Ich bin dank eines Gewinnspiels auf Instagram zu diesem E-Book gekommen und musste schnell feststellen, dass es gut zu meinem bisherigen Lesegeschmack passt und ich definitiv offen für weitere Bücher aus diesem Bereich bin.

Cole ist eine erfolgreicher Motocross-Fahrer, der zu Beginn der Geschichte eine schlechte Nachricht bekommt. Sein Mechaniker ist dank eines Krankheitsfalles nicht länger arbeitsfähig und nun steht Cole vor einer schweren Entscheidung, denn bevor es in die neue Rennsaison geht muss ein neuer Mechaniker her.
An dieser Stelle tritt Maxwell in Coles Leben. Der nicht nur die beste Wahl für die Mechanikerstelle ist, sonder auch der Zwillingsbruder von Coles größtem Erzfeind und härtestem Konkurrenten.

Da ich bisher nur wenige Bücher aus diesem Subgenre gelesen habe hatte ich keine großen Erwartungen an die Geschichte und so wurde ich auf sehr positive Weise überrascht, denn Cole & Maxwell sind mir buchstäblich unter die Haut gegangen und wenn es nach mir gegangen wäre, hätte dieses Geschichte niemals geendet. Von der ersten Seite an konnten mich die beiden packen und so habe ich das Buch regelrecht verschlungen. Neben Cole & Maxwell gab es auch eine ganze menge interessanter Nebencharaktere, die die Geschichte für mich perfekt abgerundet haben.

Für mich eine klare Leseempfehlung für alle, die gerne Liebesgeschichte mit dem gewissen Extra lesen!

Veröffentlicht am 28.03.2020

Rockerclub

Rockerclub. Erotischer Roman
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Meine Meinung
„Rockerclub“ ist die Gesamtausgabe von sechs Kurzromanen, in deren Mittelpunkt die Mitglieder des Dead Angels Rockerclubs stehen.

Nachdem ich bereits etliche Rockergeschichten von Bärbel ...

Meine Meinung
„Rockerclub“ ist die Gesamtausgabe von sechs Kurzromanen, in deren Mittelpunkt die Mitglieder des Dead Angels Rockerclubs stehen.

Nachdem ich bereits etliche Rockergeschichten von Bärbel Muschiols verschlungen hatte und nichts neues in Sicht war, habe ich ihre bisher veröffentlichten Geschichten nach neuem Lesestoff durchstöbert und dabei bin ich auf eine ihrer ersten Rockergeschichten gestoßen. „Rockerclub“ ist ihre erste Kurzgeschichtensammlung und da ich bereits ein paar ihrer aktuelleren Rockergeschichten gelesen habe, fiel mir auf, dass dem Buch irgendetwas fehlt. Zwar konnte mich die Geschichte durchaus in ihren Bann ziehen, so ganz das locker, leichte Lesefeeling, dass ich sonst von Bärbel Muschiol gewohnt bin, kam bei mir aber leider nicht auf.

Nach und nach findet jeder der fünf Rocker seine Old Lady und auch wenn sie sich zu Beginn alle dagegen sträuben ihre heißgeliebte Freiheit aufzugeben, müssen sie am Ende doch einsehen das diese eine Frau ihr Leben nicht nur auf den Kopf stellt, sondern sich auch in ihr Herz geschlichen hat.

Rockerbraut: Marie & Darmian
Marie ist die kleine Schwester von Joe dem Vizepräsidenten der Dead Angels. Als sie feststellen muss das sie ihr Leben nicht mehr alleine bewältigen kann bittet sie ihren älteren Bruder um Hilfe und willigt damit ein sich dem Club und seinen Regeln unterzuordnen. Darmian ist der „Dämon“ der Unterwelt und der Präsident der Dead Angels. Seit er denken kann hat er ein Auge auf Marie geworfen und er wünscht sich nichts mehr, als Marie endlich zu seinem Eigentum zu machen.

Rockerherz: Anette & Joe
Anette ist Maries beste Freundin und seitdem sie von ihrem Freund verlassen wurde alleinerziehende Mutter. Ihr Sohn Max ist acht Jahre alt und der wichtigste Mensch in ihrem Leben. An eine weitere Beziehung verschwendet sie daher kaum einen Gedanken. Joe ist der Vizepräsidenten der Dead Angels und Anette bereits seit etlichen Jahren seine heimliche Leidenschaft. Als Anette Marie im Clubhaus besuchen kommt ergreift er seine Chance und zeigt ihr wie sehr er sie will, doch Anette wehrt sich mit Händen und Füßen.

Rockerlady: Marie & Darmian
Marie und Darmian haben ihr Glück gefunden. Jetzt fehlt nur noch die offizielle Zeremonie, durch die Marie zu Darmians Lady wird. Doch bevor die beiden ihr Happy End bekommen, sorgt ein illegaler Kampf für ordentliches Chaos in der Rockerwelt.

Rockerpussy: Luci & Snake
Luci wurde von der Russenmafia zur Zwangsprostitution gezwungen, um die Schulden ihres Vaters zu begleichen. Bei einem illegalen Kampf rettet ihr Snake das Leben. Luci schöpft neuen Lebensmut und hofft das sie sich eine Zukunft aufbauen kann, doch sie hat Snakes Beschützerinstinkt unterschätzt. Snake ist ein Krieger, mit einem extremen Aggressionspotenzial, der vor keinen Kampf zurückschreckt und der seinem Gegner das Fürchten lehrt. Nur wenn es um Gewalt gegenüber Frauen und Kinder geht, hört der Spaß bei ihm auf.

Rockerlove: Mia & Tracker
Mia ist die kleine Schwester von Hank. Als sie von der Russenmafia entführt wird, ziehen Tracker und ihr Bruder los, um sie zu retten, denn für ihr Familie gehen die Dead Angels über Leichen. Seit einem heimlichen Kuss fühlt sich Mia zu Tracker hingezogen, doch ihre Gefühle verwirren sie zu tiefst, denn eigentlich hat Mia einen Freund, von dem sie glaubt, er sei der Richtige für sie. Tracker ist der gefährlichste unter den Rockern und für ihn ist längstens klar, dass Mia ihm gehört. Doch bevor Tracker Mia zu seinem Eigentum machen kann muss er sich erst noch mit ihrem großen Bruder Hank auseinandersetzen, der davon alles andere als begeistert ist.

Rockerluder: Verena & Hank
Verena verdankt Hank ihr Leben, denn er hat sie aus den Fängen der Russenmafia befreit und zusammen mit ihr den Drogenentzug durchgestanden. Als sie Marie dann auch noch vor dem sicheren Tod rettet, hat sie endgültig das Herz ihres Rockers erobert. Hank hat bisher nie an die Liebe geglaubt, doch dann begegnet er Verena und plötzlich steht seine Welt Kopf. Für diese Frau ist er bereit all seine bisherigen Regeln über den Haufen zu werfen.

Die einzelnen Geschichten zeichnen sich durch eine explizite Wortwahl, ein paar interessante und unterhaltsamer Charaktere und einer Menge prickelnder Sexszenen aus. Mit den weiblichen Hauptcharakteren hat die Autorin fünf Protagonistinnen geschaffen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Dadurch habe ich ein spannendes Lesevergnügen erlebt. Leider hat mir die Leichtigkeit ein bisschen gefehlt und die Sexszenen waren mir Stellenweise zu viel des Guten, sodass ich nur 4 von 5 Sternen vergeben kann.

Jede Geschichte ist in sich abgeschlossen. Bärbels Schreibstil habe ich bei diesem Buch allerdings ein bisschen vermisst, denn die Bücher aus ihren Anfangszeiten lassen sich nicht ganz so flüssig lesen. Erzählt werden die Kurzgeschichten aus jeweils zwei Perspektiven. Der Leser bekommt also immer einen Einblick in die Gedanken beider Protagonisten.

Fazit
Nach etlichen Rockerabenteuern habe ich nun Muschiols ersten Rockersammelband gelesen und auch wenn er mich nicht zu 100% überzeugen konnte, habe ich mich doch gut unterhalten gefühlt. Von mir bekommt das Buch eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 23.03.2020

Ein guter Debütroman

Wie viele willst du töten
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Meine Meinung
„Wie viele willst du töten“ ist die deutsche Übersetzung des Debütromans von Joanna Schaffhausen, die 2020 im dtv Verlag erschienen ist. Im Mittelpunkt der Geschichte steht Officer Ellery ...

Meine Meinung
„Wie viele willst du töten“ ist die deutsche Übersetzung des Debütromans von Joanna Schaffhausen, die 2020 im dtv Verlag erschienen ist. Im Mittelpunkt der Geschichte steht Officer Ellery „Ellie“ Hathaway.

Ellie, die früher Abigail hieß und die einzige Überlebende des Serienkillers Francis Michael Coben ist, lebt nun in Woodbury und arbeitet dort als Polizistin. Eigentlich führt Ellie ein relativ normales Leben, doch dann bekommt sie jedes Jahr zu ihrem Geburtstag eine anonyme Karte zugeschickt und gleichzeitig verschwindet jedes Mal ein Mensch aus ihrem Umfeld spurlos. Nur weiß in Woodbury niemand von ihrer Vergangenheit und so wird Ellie von ihren Kollegen für verrückt erklärt als sie an einen Zusammenhang glaubt. Weil Ellie vermutet, dass es sich um das Werk eines Nachahmungstäters handelt, kontaktiert sie in ihrer Verzweiflung den FBI-Agenten Reed Markham, den Mann, der sie damals vor dem sicheren Tod gerettet hat. Doch Reed ist skeptisch. Kann er der traumatisierten Ellery vertrauen?

Ellery ist der Autorin gut gelungen. Sie hat einen interessanten Charakter, der dank seiner Ecken und Kanten authentisch wirkt und sich so gut in die Geschichte einfügt. Natürlich sind die Ereignisse aus ihrer Vergangenheit nicht spurlos an ihr vorbeigegangen. Ellery ist schwer traumatisiert, lebt zurückgezogen und das einzige Lebewesen, dass sie in ihrem Haus duldet ist ihr Hund Bump. Allerdings muss ich zugeben das mir Ellery am Ende zu viele falsche Entscheidungen getroffen hatte und sie mir daher nicht sonderlich sympathisch war.

In den meisten Fällen kann ich mich mit dem männlichen Protagonisten besser anfreunden als mit dem weiblichen. Bei Reed war das leider nur bedingt der Fall. Wahrscheinlich wäre er mir sympathisch gewesen, wenn sein Charakter nicht ewig wiederkehrende Klischees bedient hätte. Da wären seine Eheprobleme, seine Affären, sein Alkoholproblem (glücklicherweise hält sich dieses halbwegs in Grenzen) und die Tatsache, dass sein Job absolut immer an erster Stelle steht. Sicherlich ist es positiv, dass er sich bis zum Schluss um Ellies Sicherheit sorgt und sie daher keine Sekunde aus den Augen lässt. Sein extremes Misstrauen gegenüber Ellery gefiel mir nur mäßig aber als er ihr wichtige Informationen verschweigt war meine Geduld am Ende.

Was mir bei einem Spannungsroman immer sehr wichtig ist, ist eine ordentliche Portion Spannung, die irgendwann im Verlaufe der Handlung dafür sorgen muss, dass ich das Buch keine Sekunde mehr aus der Hand legen kann. „Wie viele willst du töten“ beginnt mit einer Rückblende, die nicht durch ihre Brutalität besticht, sondern durch eine mehr als nur gruslige Atmosphäre. Zwar enden die meisten Kapitel mit einem Cliffhanger so richtig spannend wird es aber erst zum Ende hin. Das große Finale schlägt dann allerdings ein wie eine Bombe und mit dem Täter konnte mich die Autorin tatsächlich überraschen. Angeblich gibt es immer wieder Hinweise auf den Täter, die ich aber scheinbar allesamt überlesen habe, denn ich wusste erst ganz zum Schluss wer es ist.

Warum auf dem Cover „Thriller“ steht hat sich mir bis zum Schluss nicht erschlossen, denn für mich handelt es sich bei diesem Buch eher um einen Krimi. Leider sind mir in letzter Zeit mehrere solcher Bücher in die Hände gefallen und ich frage mich mittlerweile nach welchen Kriterien die Verlage die Bezeichnung „Thriller“ vergeben.

Erzählt wird das Buch aus der Sicht von Ellery und Reed. Der Perspektivwechsel hat die Geschichte für mich noch spannender gemacht. Trotz dem ein oder anderen Übersetzungsfehler ließ sich die Geschichte recht flüssig lesen. Mein einziger Kritikpunkt ist die Länge der einzelnen Kapitel, die viel zu lang waren, was meinen Leserhythmus negativ beeinflusst hat. Bei 333 Seiten besteht das Buch mal gerade aus 12 Kapiteln, die zwischen 20 und 40 Seiten lang sind. Mehrere kürzere Kapitel hätten mir deutlich besser gefallen.

Fazit
Joanna Schaffhausen ist mit ihrem Debüt ein passabler Spannungsroman gelungen, der zwar zu Beginn so seine Längen hat, zum Ende hin aber mit einer guten Portion Spannung daherkommt. „Wie viele willst du töten“ ist für mich definitiv kein Pageturner, weil mir aber die Idee gefallen hat und die Umsetzung in Ordnung ist, bekommt das Buch von mir eine Leseempfehlung.