Dolce Vita und ein Mord
Mira Belgusto und die tote WinzerinMira Belgusto ist Reisejournalistin und gerade in Italien unterwegs. Dort lernt sie den charmanten Ex-TV-Moderator Claudio Bertani kennen. Als sie einen kleinen Hund an der Straße sehen, folgen sie ihm ...
Mira Belgusto ist Reisejournalistin und gerade in Italien unterwegs. Dort lernt sie den charmanten Ex-TV-Moderator Claudio Bertani kennen. Als sie einen kleinen Hund an der Straße sehen, folgen sie ihm zu seinem Zuhause und finden sein totes Frauchen. Es ist eine Winzerin aus reicher Familie, die das größte Weingut der Gegend besitzt. Nach Aussagen der Nachbarin Serafina war die Tote eine schwierige und nicht gerade beliebte Person. Aber wer bringt sie gleich um? Nun hat Mira einen Hund und einen Mann an ihrer Seite und alle wollen herausfinden, was passiert ist.
Neben der Suche nach dem Mörder geht es hauptsächlich um kulinarische Genüsse der Gegend, um die schöne Landschaft und Miras eigentliche Arbeit als Reisejournalistin, die immer auf der Suche nach Neuem ist und Insidertipps von Claudio gerne annimmt.
Mira ist eine erfrischend authentische Zufalls-Ermittlerin. Sie wirkt menschlich und glaubwürdig und hat ein starkes Gespür für die Menschen und deren Geheimnisse. Besonders auffällig ist, dass sie sich nicht nur auf die Fakten konzentriert, sondern auch die zwischenmenschliche Dynamik und die Geschichte der beteiligten Personen in den Mittelpunkt stellt.
Auch Claudio Bertani ist mir sehr sympathisch. Er ist für Mira ein guter Freund geworden, mit dem sie nicht nur ermitteln, sondern auch die Genüsse des Lebens teilen kann.
Die Handlung ist geschickt aufgebaut und hält den Leser mit einem angenehmen Spannungsbogen bei der Stange. Dabei ist der Krimi eher in der Kategorie „Wohlfühlkrimi“ anzusiedeln – es geht weniger um atemlose Action als vielmehr um die Entwicklung des Falls und die Interaktionen zwischen den Charakteren. Die Ermittlungen schreiten durch Mira auf eine sehr natürliche Art und Weise voran und führen zu einem befriedigenden Finale. Die Auflösung des Falls ist sowohl überraschend als auch glaubwürdig.
Der Schreibstil ist durchweg flüssig und angenehm zu lesen. Die Autorin versteht es, klare, stimmige Dialoge zu schaffen, die die Charaktere authentisch wirken lassen, ohne dabei in langatmige Beschreibungen oder übermäßige Details abzudriften. Das Tempo ist ausgewogen, ohne zu hetzen, was perfekt zur Atmosphäre der Geschichte passt.
Die Kapitel sind mit den Namen überschrieben, aus deren Perspektive erzählt wird. Natürlich hat auch Dulcinetta ihre eigenen kurzen Kapitel bekommen. Die Kleine ist total süß und nach dem Tod des Frauchens verängstigt und verwirrt, findet aber bald ein liebevolles Zuhause.
Das Cover gefällt mir sehr gut, lässt nichts von Mord und Totschlag erahnen, eher vom Dolce Vita.