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Veröffentlicht am 16.10.2018

Gelungenes Meisterwerk

Der Spielmann (Faustus-Serie 1)
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„Der Spielmann“ von Oliver Pötzsch umfasst 784 Seiten, die in 5 Akte und 30 Kapitel aufgeteilt sind.
Am Ende gibt es noch ein Nachwort und den Reiseführer auf Faust’s Spuren.
Es ist ein sehr schön gestaltetes ...

„Der Spielmann“ von Oliver Pötzsch umfasst 784 Seiten, die in 5 Akte und 30 Kapitel aufgeteilt sind.
Am Ende gibt es noch ein Nachwort und den Reiseführer auf Faust’s Spuren.
Es ist ein sehr schön gestaltetes Buch, nicht nur der Einband ist wunderschön, auch die Bilder zu den einzelnen Akten sind teuflisch schön.
Auf der ersten und letzten Umschlagseite ist eine Karte des Deutschen Reises um 1500 zu sehen.
Die Handlung beginnt im Jahr 1486, als Johann acht Jahre alt war und endet 1513.

1486 kommen Gaukler in die Stadt und Johann Georg Faustus, ist total fasziniert von ihnen. Aber die meisten Leute finden, dass es Teufelswerk ist. Da Johann eher ein zartes Kind ist, ist er dem Gespött des Vaters und der Brüder ausgesetzt. Nur seine Mutter glaubt an ihn und meint, dass er etwas ganz Besonderes ist, weil er am Tag des Propheten geboren ist. Als sie stirbt, bezahlt der Vater die Lateinschule nicht mehr, obwohl Johann sehr wissbegierig und schlau ist.
Auch wenn sein Name der Glückliche bedeutet, ist Johann nicht vom Glück verfolgt. Acht Jahre später passiert etwas Schlimmes und Johann verlässt die Stadt. Er trifft den Gaukler Tonio wieder und schließt sich ihm an. Er lernt von ihm und ist fasziniert von dessen Wissen. Allerdings geschehen immer dort, wo sie gerade sind, sonderbare Dinge und Johann grübelt, ob Tonio etwas damit zu tun hat. Aber er kommt aus diesem Teufelskreis nicht mehr heraus.
Nach einer mystischen oder auch teuflischen Zeremonie flieht Johann und schließt sich einer Gauklertruppe an, die nach Venedig zieht. Er merkt, dass er sich verändert hat und fragt sich, ob Tonio ihm eine dunkle Macht eingepflanzt hat.
In Venedig begegnet ihm Signore Barbarese, der ihm seine Bibliothek mit vielen verbotenen Büchern zeigt. Das verändert Johann aber er merkt nicht, welch ein perfides Spiel mit ihm gespielt wird.

Johann wächst zu einem wissbegierigen, aber auch jähzornigen jungen Mann heran, den eine dunkle Aura umweht. Die Liebe zu seiner Kinderfreundin Margarethe zieht sich durch das ganze Buch und der Gedanke an sie kann Johann oftmals beruhigen, aber auch antreiben. Er ist sein ganzes Leben lang auf der Suche nach sich selbst. Er will herausfinden, was es bedeutet, am Tag des Propheten geboren zu sein. Auch fühlt er sich stetig beobachtet und gerät immer wieder an falsche Leute und damit in Gefahr. Allerdings macht er sich mit seinem Wesen auch nicht nur Freunde. Als er hofft, eines seiner Ziele erreicht zu haben, verliert er seinen besten und einzigen Freund und gerät wieder in falsche Hände, was er beinah mit dem Leben bezahlt.

Es ist ein eine sehr umfangreiche, spannende und tragische Geschichte, die sehr gut geschrieben ist und sich wunderbar lesen lässt. Man erfährt viel über die damalige Zeit, über Magie, Zauberei, Astrologie und einiges andere.

Veröffentlicht am 09.10.2018

Verwirrender Fall

Tödliche Vergebung
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Tödliche Vergebung von Alex S. Judge vom Verlag G.H.Hofmann ist in 34 Kapitel aufgeteilt.
Schon der Einstieg in das Buch ist sehr spannend. Timo Sommer bringt sich anscheinend um. So sieht es anfangs ...

Tödliche Vergebung von Alex S. Judge vom Verlag G.H.Hofmann ist in 34 Kapitel aufgeteilt.
Schon der Einstieg in das Buch ist sehr spannend. Timo Sommer bringt sich anscheinend um. So sieht es anfangs für die Ermittler Nina Schätzlein und Peter Pfeiffer aus. Dann geschieht ein weiterer Selbstmord, wieder mit einem dubiosen Abschiedsbrief, sodass nun doch in Sachen Mord ermittelt wird. Dabei stoßen Nina und Peter auf einige Gemeinsamkeiten der Opfer. Und es könnte noch ein weiterer Fall zu dieser Serie gehören.
Die Ermittlungen führen auch zu zwei Dominas, was ziemlich amüsant beschrieben ist. Nina hat den Besuch zu Peter's Leidwesen sehr genossen.
Es ist recht schwierig für das Team, Zusammenhänge und Tatverdächtige zu finden. Es gibt einige Verwirrungen und falsche Verdächtige und es dauert eine Weile, bis sich Gemeinsamkeiten herausstellen.
Nebenbei haben Nina und Peter massive private Probleme, die teilweise das Berufliche etwas in den Hintergrund rücken lässt.
Nina hat es mit ihrer Familie nicht einfach. Papa's Lieblingskind ist weggezogen und das ungeliebte Zweitkind bekommt Papa' s Enttäuschung über ihre Berufswahl, ihren Freund und überhaupt zu spüren. Dann wird sie auch noch von ihrem seit Kindheit Vertrauten sehr enttäuscht.
Und Peter hat nach der Trennung von seiner Frau viele Frauengeschichten und fühlte sich zu einer Kollegin hingezogen, was er aber beendete bevor es begonnen hat. Dann lässt er sich auch noch mit der Angehörigen eines Opfers ein. Nicht sehr professionell.
Aber trotzdem mag ich die Ermittler sehr, auch Ellen und den frechen Andi.

Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Durch den einfachen Schreibstil lässt es sich zügig lesen, die Geschichte ist flüssig geschrieben und es gibt immer wieder neue Wendungen, sodass für mich bis gegen Ende kein Täter erkennbar war. Zwischendurch kam mir die Geschichte ziemlich chaotisch vor und ich musste beim Lesen schon aufpassen, den Faden nicht zu verlieren.

Veröffentlicht am 06.10.2018

Späte Rache

Mörderisches Schweigen
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Mörderisches Schweigen von Nadja Roth, Verlag Midnight by Ullstein, ist in 53 Kapitel eingeteilt. Am Ende gibt es noch eine Leseprobe von „Faule Ernte“.
Toni Eichhorn stammt aus einer reichen Industriellenfamilie. ...

Mörderisches Schweigen von Nadja Roth, Verlag Midnight by Ullstein, ist in 53 Kapitel eingeteilt. Am Ende gibt es noch eine Leseprobe von „Faule Ernte“.
Toni Eichhorn stammt aus einer reichen Industriellenfamilie. Sie ist vor einigen Jahren nach Amerika ausgewandert, um in Hollywood die große Karriere zu machen. Als ihr Bruder Richard plötzlich schwer krank wurde, fährt sie in ihre alte Heimat. Dort hält sie ihre Lügengeschichte aufrecht, obwohl sie nicht mal Geld für den Flug hatte. Zu allem Übel trifft sie auch Mike wieder. Er war ihre große Liebe und trotzdem hat sie ihn verlassen, um ihre Träume zu realisieren. Auf seine Bitten kellnert sie in seiner Bar. Sie lernt ihren Nachbarn Samuel kennen, der sie mit seinem Charme gleich einfängt. Aber sie fühlt sich beobachtet und bedroht. In ihrem Umfeld geschehen schlimme Dinge. Auch weiß keiner, warum ihr Bruder ins Koma gefallen ist.
Es beginnt eine rasante und intrigante Geschichte. Toni verdächtigt sogar Mike, ihr etwas antun zu wollen. Vielleicht als späte Rache für's Verlassenwerden. Irgendwer will ihrer Familie schaden. Und auf einen Geldsegen kann sie auch nicht hoffen. Immerhin hat sie in Amerika Mietschulden und ihr Vermieter will ihr auch einen Schläger schicken. Also gibt es eine Menge Verdächtige.
Mir hat das Buch sehr gefallen. Der Schreibstil ist einfach und man kann zügig lesen. Die Handlung ist spannend und geht rasant voran, sodass keine langatmigen Teile entstehen. Ich hatte auch mehrere Personen in Verdacht. Nur an aus Amerika beauftragte Schläger, die im Nachbarort wohnen, konnte ich nicht glauben.
Die Personen sind gut beschrieben, manche sympathisch, andere nicht. Mike's neue Exfreundin gefällt mir mit ihrer erfrischenden und anderen Art sehr gut. Auch Mine und Friedrich sind irgendwie süß und halten zu Toni und Richard.
Auch das Cover mit dem alten Fahrrad finde ich schön.

Veröffentlicht am 01.10.2018

Hat mich leider nicht überzeugt

Alchimie einer Mordnacht
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Alchimie einer Mordnacht von Benjamin Black, vom Verlag Kiepenheuer & Witsch, hat 295 ebook-Seiten, die in 27 Kapitel eingeteilt sind. Zum Schluss gibt es Informationen zum Autor.
Ich-Erzähler Christian ...

Alchimie einer Mordnacht von Benjamin Black, vom Verlag Kiepenheuer & Witsch, hat 295 ebook-Seiten, die in 27 Kapitel eingeteilt sind. Zum Schluss gibt es Informationen zum Autor.
Ich-Erzähler Christian Stern erzählt seine Geschichte rückblickend als alter Mann. Er ist ein unehelicher Sohn des Bischofs, war ein schlaues Kind und hat sogar studiert. Nach seinem Studium macht er sich auf den Weg nach Prag. Gleich am ersten Abend, dem 1. Dezember 1599, einer kalten Winternacht, findet er die Leiche eines Mädchens auf der Straße. Ihr wurde die Kehle durchgeschnitten. Von einem Wachmann erfährt er dann, wen er eigentlich gefunden hatte. Er ahnt nichts Gutes, als er nachts von mehreren Wachmännern mitgenommen wird.
Er lernt Dr. Kroll, den Vater der toten Magdalena, und Hofarzt des Kaisers kennen. Außerdem noch den unheimlichen Felix Wenzel, Hofmeister Seiner Majestät des Kaisers Rudolf und noch einige andere Höflinge. Da der Kaiser einen Traum und eine enge Beziehung zur Toten hatte, wird Christian von ihm persönlich aufgefordert, den Mord aufzuklären.
Davon ist er nicht begeistert. Was passiert, wenn er den Mörder nicht findet? Ein Motiv ist auch lange nicht erkennbar.
In nur wenigen Wochen steigt er zu einem Vertrauten des Kaisers auf, was nicht allen am Hofe gefällt. Jeder warnt ihn vor den Machenschaften der Anderen und er weiß nicht mehr, wem er trauen kann und wem nicht. Jeder verfolgt seine eigenen Ziele und benutzt ihn für seine Zwecke, was letztlich für ihn sehr gefährlich wird.
Die Geschichte ist an sich gut, aber mir eindeutig zu langatmig und zäh erzählt. Der Mord tritt bald in den Hintergrund und es ist auch nicht erkennbar, was Stern zur Aufklärung unternimmt. Erst gegen Ende des Buches wird es etwas spannender und vom Erzählstil her rasanter. Auch weiß ich nicht, was die Alchimie mit dem Buch zu tun hatte. Das war nicht wirklich ein Thema.
Die Beschreibungen von Personen und Orten war teilweise zu detailliert beschrieben.
Das Cover fand ich sehr schön.

Veröffentlicht am 17.09.2018

sehr unterhaltsam

Die Schwestern von Mitford Manor – Unter Verdacht
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Die Schwestern von Mitford Manor von Jessica Fellowes hat 415 ebook-Seiten, die in drei Teile und 79 Kapitel eingeteilt sind. Die Kapitel werden auf den ersten Seiten benannt, darauf folgend ein Bild ...

Die Schwestern von Mitford Manor von Jessica Fellowes hat 415 ebook-Seiten, die in drei Teile und 79 Kapitel eingeteilt sind. Die Kapitel werden auf den ersten Seiten benannt, darauf folgend ein Bild vom Schloss Mitford Manor. Danach gibt es ein kurzes Interview mit der Autorin mit einem Bild von ihr. Auf Seite 14 beginnt die Geschichte mit dem Prolog.
Florence Shore wurde erst kürzlich aus dem Militärdienst entlassen und ist mit dem Zug auf dem Weg zu ihrer Freundin Rosa. Dort kommt sie nie an.
Die 19jährige Louisa kommt aus ärmlichen Verhältnissen und ist auf der Flucht vor ihrem Onkel, der dunkle Geschäfte mir ihr vorhat. Sie will in Mitford Manor als Kindermädchen arbeiten. Dort lernt sie gleich Nancy, eine von mehreren Töchtern des Hauses kennen. Sie freunden sich an und Louisa fühlt sich bald sehr wohl dort.
Als Nancy vom Mord im Zug hörte und sie spannende Geschichten liebt, will sie selbst in diesem Fall ermitteln. In ihrer koketten und vornehmen Art verleitet Nancy die Leute zum Reden und die beiden Mädchen finden so einiges heraus, was Louisa gern an Guy, einem Bahnpolizisten, weitergibt. Diesen hatte sie auf den Weg nach Mitford Manor kennen gelernt.
Guy war dabei, als Florence Shore gefunden wurde und will auch den Mörder finden. Er hofft, dadurch bei Scotland Yard aufgenommen zu werden. Nebenbei interessiert er sich sehr für Louisa und ist für deren Informationen zum Fall dankbar.
Im Laufe der Zeit gerät der Mord bei den meisten Leuten in Vergessenheit. Aber nicht bei Louisa und Guy. Erst recht nicht, als Nancy einen jungen Mann kennen lernt.
Außerdem gibt es noch Briefe, die Florence drei Jahre vorher aus dem Krieg an jemanden geschrieben hat. Daraus erfährt man, dass sie einige Männer der Gegenwart dort kennen gelernt hat. Nun müssen die Zusammenhänge gefunden werden.
Gegen Ende wird es spannend und rasant. Die Aufklärung ist dann doch eine Überraschung und ließ sich für mich nicht erahnen.
Im Großteil wird die Geschichte und das Leben der Bewohner von Mitford Manor, hauptsächlich von Nancy und Louisa erzählt. Wie sie sich anfreunden, und Nancy Louisa zu manch heiklen Unternehmungen überredet. Und über die erste große Liebe der beiden Mädchen.
Das Buch hat mehrere Handlungsstränge. Es muss der Mord an Florence Nightingale aufgeklärt werden, dann gibt es die Handlungen um Nancy, die endlich erwachsen werden und die Welt entdecken will. Und Louisa’s Geschichte sowie die enger werdende Beziehung zu Guy wird erzählt.
Mir hat das Buch gut gefallen, man konnte sich gut in die Zeit zurückversetzen. Zwischendurch fand ich es zwar etwas langatmiger, aber es erholte sich dann wieder.
Durch den einfachen Schreibstil ließ es sich gut und zügig lesen. Die unterschiedlichen Charaktere und deren Lebenssituationen sowie auch die Handlungsorte waren bildhaft beschrieben.
Das Cover hat mir sehr gut gefallen, passend zur damaligen Zeit.