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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.04.2026

Anders als erwartet

Darkly
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Das Buch hat mich mit seinem Klappentext neugierig gemacht und ich habe mich auf eine düstere Story gefreut. Diese habe ich auch bekommen, auch wenn ich irgendwie eine lost places oder locked room Geschichte ...

Das Buch hat mich mit seinem Klappentext neugierig gemacht und ich habe mich auf eine düstere Story gefreut. Diese habe ich auch bekommen, auch wenn ich irgendwie eine lost places oder locked room Geschichte erwartet hatte, was es nicht ist.

Das Buch startet schon recht atmosphärisch und geheimnisvoll und geht auch mysteriös weiter. Dia und die anderen PraktikantInnen, die es auf die geheimnisvolle Insel geschafft haben, haben alle einen spannenden Hintergrund. Schade fand ich es hier, dass die Personen - außer Protagonistin Dia - recht blass bleiben. Sie spielen bei den gefährlichen Spielrunden und der Lösung des Falls maximal eine Statistenrolle - ich finde, hier hätte man noch mehr rausholen können.

Ansonsten ist das Buch aber schön geschrieben, erzählt eine originelle Geschichte und verwirrt einen zwischendurch immer mal wieder. Ich muss aber sagen, dass sich meine Fragezeichen am Ende alle aufgelöst haben und Dinge, die ich zuvor komisch fand, dann doch Sinn ergeben haben.

Die Hörbuchfassung hat mir sehr gut gefallen. Nina Reithmeier fand ich sowohl stimmlich als auch erzählerisch überzeugend - sie hat Dia einen schönen Charakter verliehen und auch die besondere Atmosphäre der Geschichte gut rübergebracht.

Insgesamt durchaus eine Empfehlung mit der Hoffnung, dass die Nebencharaktere im Folgeband mehr Tiefe und Bedeutung bekommen.

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Veröffentlicht am 10.04.2026

Absolute Leseempfehlung

Sepia 3: Sepia und der Fluch des Tintendrachen
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Was für ein grandioser Abschluss einer begeisternden, phantasievollen und spannenden Trilogie. Im dritten und letzten Band rund um Sepia und ihre Freunde wird es aufregend und rasant, denn es geht um nichts ...

Was für ein grandioser Abschluss einer begeisternden, phantasievollen und spannenden Trilogie. Im dritten und letzten Band rund um Sepia und ihre Freunde wird es aufregend und rasant, denn es geht um nichts anderes als die Existenz von Flohall und all seiner vielen liebevollen, teils schrulligen Bewohner.

Im Mittelpunkt stehen auch hier wieder die drei Freunde Sepia, Sanzio und Niki, die erneut Mut beweisen und in einer zunehmend bedrohlichen Welt Zusammenhalt und Teamgeist zeigen müssen. So ist das Buch nicht nur ein spannendes Fantasy-Abenteuer sondern auch ein Appell an den Wert von Freundschaft und Güte.

Besonders bewundernswert finde ich auch hier wieder die Konsequenz, mit der die Autorin das übergreifende Thema des Schreibens in ihren Romanen umsetzt. Von der mächtigen Tintenmagie, über liebenswerte Tintenwesen bis hin zu Alltagssituationen und -Gegenständen und den allumfassenden Botschaften in dem Buch, folgt alles auf eine geniale Weise dem Grundkonzept. Das empfand ich als wahnsinnig kreativ und auch klug umgesetzt. So ist die Sepia Trilogie eine Liebeserklärung an die Literatur.

Mir hat die ganze Reihe viel Spaß gemacht und ich habe Sepia & Co. sehr ins Herz geschlossen. Bleibt zu hoffen, dass dieser Abschied von dem geschaffenen Fantasy-Universum kein Abschied für immer war.

Ich empfehle das Buch jedem - insbesondere aber jungen und erwachsenen Lesern, die gerne in Fantasy-Welten abtauchen, spannende Abenteuer erleben und eine Freude an den vielen liebevollen Details in der Geschichte haben werden.

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Veröffentlicht am 08.04.2026

Ein etwas anderer Spionageroman

Die Reise ans Ende der Geschichte
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Die Reise ans Ende der Geschichte ist ein etwas anderer Spionageroman. Angesiedelt in den 1990er Jahren, in der Zeit nach dem Kalten Krieg, treffen wir hier auf einen Doppelagenten, der seine ganz eigenen ...

Die Reise ans Ende der Geschichte ist ein etwas anderer Spionageroman. Angesiedelt in den 1990er Jahren, in der Zeit nach dem Kalten Krieg, treffen wir hier auf einen Doppelagenten, der seine ganz eigenen Pläne verfolgt.

Gemeinsam mit ihm und dem etwas unbedarften Poeten Jakob geht es auf eine verrückte Reise von Italien bis nach Kasachstan.

Der Autor hat einen ganz besonderen und wunderbar amüsanten Erzählstil. Das Aufeinandertreffen der verschiedenen, sehr speziellen Charaktere ist gut gelungen. Jeder ist auf seine Art verschroben und im Zusammenspiel kommt es zu wunderbar absurden Dialogen und Situationen.

Diese bewegen sich alle im Spionageumfeld und das auf eine Art, die wirklich nicht vorhersehbar ist und die Realität etwas auf die Schippe nimmt.

Der Roman ist kurzweilig, unterhaltsam, bringt einen zum Schmunzeln und greift doch auch ein sehr reales und ernstes Zeitgefühl auf. Mir hat er gefallen.

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Veröffentlicht am 03.04.2026

Hoch aktuell und spannend

Die Stockholm-Protokolle
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Die Stockholm Protokolle ist ein super spannender und brisanter Polit-Thriller, der top aktuelle Themen aufgreift. Politikjournalistin Julia stößt bei ihren Recherchen auf ein Wespennest und merkt schnell ...

Die Stockholm Protokolle ist ein super spannender und brisanter Polit-Thriller, der top aktuelle Themen aufgreift. Politikjournalistin Julia stößt bei ihren Recherchen auf ein Wespennest und merkt schnell was es heißt, sich mit der mächtigen Elite des Landes anzulegen. Als dann auch noch ihr Ehemann Alfred überraschend zum neuen Pressesprecher des Ministerpräsidenten ernannt wird, ist klar, dass hier mehr dahinter steckt.

Das Buch hat alles, was ein mitreißender Polit-Thriller braucht: Intrigen, Machtgehabe, politische Spielchen und Geklüngel, eine Wand des Schweigens und mitten drin ein Ehepaar, das die Wahrheit aufdecken und sich und die Familie aus der Schusslinie retten will.

Man merkt den politischen und journalistischen Hintergrund des Autorenduos sehr deutlich. Die Vorgänge innerhalb des Machtapparats, das Vorgehen der Presse - all das ist erschreckend aber super authentisch beschrieben. Das Buch ist schon nicht ohne - man muss sich in die Verstrickungen reinlesen und mit den ganzen Namen und Verdächtigungen auseinandersetzen, aber es lohnt sich. Der Fall ist einfach super spannend und ich konnte kaum aufhören zu lesen.

Für Fans von politischen Thrillern gibt es von mir eine Empfehlung. Ich denke, wir dürfen auf mehr von diesem Autorenduo hoffen.

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Veröffentlicht am 02.04.2026

Wichtige Themen

Amokalarm
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Das Buch „Amokalarm“ richtet sich an jugendliche Leser und das merkt man beim Lesen auch sehr deutlich. So nutzt der Autor fast durchgängig - außer wenn Erwachsene zu Wort kommen - die aktuelle Jugendsprache. ...

Das Buch „Amokalarm“ richtet sich an jugendliche Leser und das merkt man beim Lesen auch sehr deutlich. So nutzt der Autor fast durchgängig - außer wenn Erwachsene zu Wort kommen - die aktuelle Jugendsprache. Die Authentizität dieser Sprache kann ich nicht verifizieren, aber sie macht auf mich einen sehr realistischen Eindruck. Allerdings hat sie mir auch das Lesen sehr erschwert. Man muss sich wirklich darauf einlassen.

Inhaltlich greift das Buch eine Reihe wirklich wichtiger Themen auf: Depressionen, Orientierungslosigkeit während der Pubertät, erste Liebe, Manipulation und Machtausübung gegenüber Schutzbefohlenen… Das sind wirklich sehr aktuelle Themen und ich finde es gut, dass diese hier auf Augenhöhe präsentiert und die Gedankenwelt eines Jungen sehr intensiv und emotional nah geteilt wird.

Verwirrt haben mich die Kapitelüberschriften. Es finden viele Zeitsprünge statt, was in Bezug auf den Spannungsbogen auch ein gutes Stilmittel ist. Die Verwendung von „vorher“ neben „davor“ und „jetzt“ macht für mich aber nur bedingt Sinn. Ich glaube, die Verwendung von klaren Daten oder aussagekräftigeren Formulierungen wären hilfreich gewesen.

Für mich war das Buch ein interessanter Ausflug in die Lebensrealität Heranwachsender. Die Themen sind sicherlich noch so aktuell wie zu meiner Jugend, aber sprachlich konnte es mich nicht abholen. Ich sehe hier aber durchaus das Potential, die eigentliche Zielgruppe auf diese Weise gut zu erreichen.

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