Schwer zu lesen
Das Ende vom LiedIn seinem Roman „Das Ende vom Lied“ lässt der Autor das Berlin der späten 1960er Jahre lebendig werden. Aus Sicht des 13jährigen, namenlosen Protagonisten nehmen wir als Leser teil an einem Leben, dass ...
In seinem Roman „Das Ende vom Lied“ lässt der Autor das Berlin der späten 1960er Jahre lebendig werden. Aus Sicht des 13jährigen, namenlosen Protagonisten nehmen wir als Leser teil an einem Leben, dass voller Tragik und Schrecken ist. Die Familie ist zerrüttet, die Eltern psychisch und physisch vom Krieg gezeichnet und traumatisiert. Der Junge lässt sich treiben und erlebt auf der Straße sowas wie Zusammengehörigkeit und Freud und Leid der ersten Liebe, aber auch viel rohe Gewalt.
Leider ist das Buch stilistisch teilweise eine Herausforderung und unfassbar schwer zu lesen. Insbesondere in der ersten Hälfte konnte ich inhaltlich einiges nicht erfassen, was mir erst durch meine Teilnahme an einer Leserunde bewusst wurde. Danach wurde es besser oder ich konnte mich daran gewöhnen.
Der Autor passt sich an die Personen an - so ist der Text teilweise sprunghaft, knapp und abgehackt. Teilweise rauh und obszön in der Sprache der Straße. Dann gibt es wieder Passagen, in denen lange, verschachtelte Sätze sowie anspruchsvolle, wenig bekannte Wörter/Begriffe es schwer machen zu folgen.
Darüber hinaus steckt das Buch voller Bezüge - zu Musik und Literatur aber auch zu historischen Persönlichkeiten, die zumindest mir als Kind der 1980er nicht alle geläufig sind.
So ist das Buch sicherlich sehr gut recherchiert, kreiert ein authentisches Bild der Zeit und erweckt einen intellektuellen Anspruch, erfordert aber auch einiges an Wissen, um alles durchblicken zu können.
Es ist kein Buch für Zwischendurch und erfordert viel Aufmerksamkeit. Wen das nicht schreckt oder wer Spaß an anspruchsvoller Literatur hat, wird hier eine intensive und bewegende Geschichte finden.