Profilbild von Anna625

Anna625

Lesejury Star
offline

Anna625 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Anna625 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.10.2020

Leider sehr enttäuschend...

Als ich aufwachte, war so sehr Montag, dass es wehtat
0

Die Brüder Petteri und Lefa arbeiten als Umzugshelfer im Unternehmen ihrer Mutter. Doch eines Tages geht bei einem Auftrag so ziemlich alles schief und die beiden müssen erstmal für eine Weile abtauchen...

Es ...

Die Brüder Petteri und Lefa arbeiten als Umzugshelfer im Unternehmen ihrer Mutter. Doch eines Tages geht bei einem Auftrag so ziemlich alles schief und die beiden müssen erstmal für eine Weile abtauchen...

Es ist nicht so, dass ich besonders hohe Erwartungen an das Buch gehabt hätte, aber eine gewisse Vorfreude war schon da - die Begriffe "Antiquariat", "Finnland" und "Road Trip" haben mich gelockt. Ersteres wird jedoch nur am Rande erwähnt; dass die Geschichte in Finnland spielt, merkt man kaum (der Handlungsort könnte genauso gut Deutschland, Australien oder China sein...); und als Road Trip würde ich das Ganze auch nicht unbedingt bezeichnen.

Damit fällt schonmal alles weg, auf das ich gehofft hatte - ich wäre bereit gewesen, darüber hinwegzusehen, wenn das Buch denn eine andere gute Geschichte erzählt hätte. Hat es aber nicht. Stattdessen musste ich schon auf den ersten Seiten (und leider auch das gesamte restliche Buch hindurch) dagegen ankämpfen, es abzubrechen. Denn: Der Schreibstil ist leider extrem anstrengend. Manch einer bezeichnet es als "Wortakrobatik", mich hat es leider einfach nur gestört. Zur Veranschaulichung hier mal ein Beispiel:

"Lefa redete. `Mir is übrigens eingefallen´, sagte er, `dass, also dass das.´ `Alsodassdas´, wiederholte ich. `Genau. Oder bei mir hat sich bloß was festgesetzt, so ´n, so ´n, so ´n. Hirnwurm. Als ich vorhin gesagt hab, rot, du bist rot, also, da ist mir die Farbe irgendwie im Kopf geblieben, die Farbe, im Kopf.´"

So geht es tatsächlich den größten Teil des Buches über, Spaß macht das auf Dauer irgendwie keinen, und so habe ich schnell die Lust am Lesen verloren. Der Protagonist meint an einer Stelle "Ich brauchte eine Zeit, um nachzudenken, was los war, vor allem weil ich auch schon gar nicht mehr wusste, worum es eigentlich ging." - damit spricht er mir aus der Seele.

Hinzu kommt, dass mir beide Hauptfiguren durchweg unsympathisch waren, eine Nähe zu den Figuren ist keine entstanden, und auch die Nebenfiguren wurden so sehr auf einige wenige Eigenschaften reduziert, dass über viele niemals unter ihrem wirklichen Namen, sondern stets nur unter dieser Eigenschaft geschrieben wird. So gibt es beispielsweise eine "Frauenperson" und diverse verschiedene "Breitkreuze", die vollkommen austauschbar bleiben und nicht wirklich als Individuen betrachtet werden.

Zusätzlich drücken sich sämtliche Figuren überdurchschnittlich gerne in Flüchen und Schimpfwörtern aus, es vergeht eigentlich keine Seite ohne irgendetwas Vulgäres. Auch Alkohol und Drogen kommen keinesfalls zu kurz... Und hinter allem steht eine Geschichte, die so sinnlos ist, dass ich es mir an dieser Stelle spare, näher darauf einzugehen.

Keine Ahnung, ob das alles "lustig" sein sollte, mich jedenfalls hat es sehr angestrengt und es wirkt alles sehr konstruiert. Am Ende des Buches hat man nicht das Gefühl, dass sich die Geschichte irgendwie entwickelt hat, vielmehr stehen danach alle Figuren eigentlich mehr oder weniger am selben Punkt wie vorher und es hat mir als Leser auch keinen Mehrwert gebracht, dieses Buch zu lesen. Bleibt also die Frage - wozu ist diese Geschichte erzählt worden? Ich weiß es leider wirklich nicht.

Veröffentlicht am 14.10.2020

Eine weite Reise, nicht nur im physischen Sinne

Vom Inder, der mit dem Fahrrad bis nach Schweden fuhr...
0

- Nach einer wahren Geschichte -

"Du kannst werden, was du willst, wenn du nur etwas willst."

Dass da etwas dran sein muss, beweist der junge Inder Pikay, dessen Lebensgeschichte hier erzählt wird. Denn ...

- Nach einer wahren Geschichte -

"Du kannst werden, was du willst, wenn du nur etwas willst."

Dass da etwas dran sein muss, beweist der junge Inder Pikay, dessen Lebensgeschichte hier erzählt wird. Denn er ist ein Unberührbarer, gehört somit zur untersten Gesellschaftsschicht Indiens, die nichteinmal mehr wirklich ins Kastensystem fällt. Schon als kleines Kind erfährt er Ablehnung und Ausgrenzung, darf beispielsweise nicht mit den anderen Kindern spielen oder mit ihnen im Klassenzimmer sitzen, sondern muss draußen vor der Tür warten. Berührt er jemanden und "befleckt" ihn damit, läuft dieser sofort zum Fluss, um sich zu waschen. Doch vor wie vielen verschlossenen Türen Pikay in seinem Leben auch steht, er hat das Mittel, sie früher oder später alle zu öffnen: Seine Kunst. Denn Pikay zeichnet leidenschaftlich gerne, und so besucht er schließlich eine Kunstschule, muss jedoch oft auf der Straße schlafen und verdient gerade genug Geld, um nicht zu verhungern. Mit der Zeit allerdings findet er heraus, wie er mit seiner Kunst etwas verdienen kann, er beginnt, in der Stadt Menschen zu zeichnen und die Porträts zu verkaufen. Auf diese Weise lernt er irgendwann auch die junge Schwedin Lotta kennen, die sich gerade ihren Traum erfüllt und durch Indien reist. Die beiden verlieben sich, doch schon bald muss Lotta wieder zurück nach Schweden.


Nach Titel und Klappentext hatte ich eine Art Reisebericht erwartet, und es wird auch tatsächlich von dem langen Weg erzählt, den Pikay auf sich nimmt - doch dabei steht weniger die Reise nach Schweden im Vordergrund als vielmehr die Entwicklung Pikays von einem kleinen Jungen aus dem Dschungel, dessen Leben in den Augen vieler wertlos ist, zu einem allgemein anerkannten und geschätzen Künstler, der in seiner Heimat zu einer regelrechten Berühmtheit wird. Sie erinnert ein wenig an Slumdog Millionaire, diese Geschichte eines Jungen, der anfangs Nichts hat und das ganz große Los zieht. Doch es ist nicht so, als habe Pikay nichts für seinen Erfolg getan, oder als sei es gar sein Ziel gewesen, reich oder bekannt zu werden. Mehr als einmal versucht er, sich das Leben zu nehmen, sieht keinerlei Sinn mehr hinter dem, was er tut, denn wie könnte er jemals auch nur halb so viel wert sein wie ein Brahmane - er, der Unberührbare? Alles, was er will, ist einen Platz zum Leben und die Möglichkeit, zu zeichnen. Er arbeitet hart, er hungert, er nimmt eine weite Reise auf sich, er lernt, mit einer Kultur umzugehen, die ihm fremder nicht sein könnte - und erhält dafür letzten Endes das, was er sich schon immer am meisten gewünscht hat. Er ist glücklich.

Die eigentliche, sagen wir körperliche, Reise beginnt nach etwa 3/5 des Buches. Bis dahin erfährt der Leser viel über das Kastensystem Indiens, die Konflikte zwischen Brahmanen und Unberührbaren, die Schere zwischen Arm und Reich und auch ein wenig über die Politik des Landes zu Zeiten Nehrus und Indira Gandhis. Das hatte ich zwar so nicht erwartet, hat mir aber sehr gut gefallen und war wirklich interessant.

Nachdem Pikay in Schweden angelangt ist, erhält der Leser außerdem einen Einblick in seine erste Zeit dort und erfährt, als wie befremdlich das Leben und die Kultur Europas Pikay im ersten Moment erscheinen müssen: der Umgang der Menschen miteinander wirkt kalt auf Pikay - als säßen alle in ihrem eigenen Kühlschrank und würden ständig frieren, wie er es beschreibt.


Der Sprachstil ist angenehm und lässt sich gut lesen. Besonders schön sind die Karte vorne im Umschlag des Buches, die Pikays Route von Neu-Delhi bis Borås zeigt (welche er übrigens nicht komplett mit dem Fahrrad bewältigt hat), sowie die Fotos am Ende der Geschichte, auf denen u. A. Lotta, Pikay und dessen Familie in Indien zu sehen sind.

Fazit: Das Buch war anders, als ich es erwartet hatte, hat mir jedoch sehr gut gefallen. Ich kann es bedenkenlos jedem Indien- und Reiseinteressierten weiterempfehlen!

Veröffentlicht am 14.10.2020

Die große Debatte um das Thema "Abtreibung" vor einem spannenden und bewegenden Hintegrund betrachtet

Der Funke des Lebens
0

"Du wirst nicht erschossen." - [...] "Das wissen Sie nicht." - Natürlich nicht. ´Leben´ war immer ein Verb im Konditional.


Als in einer Abtreibungsklinik in Jackson, Mississippi, erste Schüsse fallen, ...

"Du wirst nicht erschossen." - [...] "Das wissen Sie nicht." - Natürlich nicht. ´Leben´ war immer ein Verb im Konditional.


Als in einer Abtreibungsklinik in Jackson, Mississippi, erste Schüsse fallen, wird der Polizeiunterhändler Hugh McElroy verständigt, um mit dem Schützen zu verhandeln. Denn: Es befinden sich noch mehrere Personen in der Klinik. Doch was Hugh zunächst nicht weiß, ist, dass sich auch seine eigene 15-jährige Tochter Wren und seine Schwester Bex unter den Geiseln befinden. Als ihm dies klar wird, lässt er sich nicht, wie es Vorschrift wäre, von dem Fall abziehen, sondern sieht sich nun erst recht in der Pflicht dazu, mit dem Geiselnehmer zu verhandeln. Schnell wird klar, dass der Schütze aus persönlichen Gründen gehandelt hat - erst kurz zuvor hatte sich seine eigene Tochter für eine Abtreibung entschieden.


Die Geiseln, welche der Mann in seine Gewalt gebracht hat, könnten unterschiedlicher nicht sein: ein Arzt und eine Krankenschwester, eine Frau, die gerade abgetrieben hat, eine Abtreibungsgegnerin und auch Patienten, die lediglich einen Termin zur Untersuchung hatten. Nach und nach werden Vorgeschichte und Motivation der einzelnen Figuren beleuchtet, ihre teils sehr konträren Positionen deutlich gemacht. Dabei werden die unterschiedlichsten Aspekte auf der langen Pro-und-Kontra-Liste zum viel umstrittenen Thema Abtreibung beleuchtet. Das Besondere ist, dass alle Positionen beim Lesen absolut nachvollziehbar erscheinen, gelingt es doch bemerkenswert gut, sich in die verschiedenen Personen hineinzuversetzen.

Das große Thema, um welches es hier geht, wird von den unterschiedlichsten Seiten angegangen, und je mehr man über das Leben der Beteiligten erfährt, desto enger ziehen sich die Kreise. Eindrucksvoll ist vor allem die Tatsache, dass sich die eigentliche Diskussion nicht im Gespräch zwischen den Figuren untereinander entwickelt, sondern nach und nach im Kopf des Lesers entsponnen wird.

"Der Funke des Lebens" ist definitiv ein Buch, das fordert, das einen packt und nicht mehr loslassen will. Denn neben der wichtigen Frage nach ethischer und gesetzlicher Vertretbarkeit von Abtreibungen oder deren Verbot ist natürlich auch die Umgebung, in welcher sich die Geschichte abspielt, hervorragend gewählt: eine kleine Klinik in den USA, die plötzlich von einem Mann mit Waffe gestürmt wird. Ganz nebenbei und wie zufällig wird so auch die Diskussion um die viel zu leichte Verfügbarkeit von Waffen angesprochen - denn wie kann es sein, dass es schwieriger ist, eine Abtreibung vorzunehmen, als an eine Schusswaffe zu gelangen, die mit einem Mal so viele Menschen töten kann? Auch der Rassenkonflikt spielt eine Rolle, ist doch Mississippi mit rund 38% der Bundesstaat mit dem größten Anteil Schwarzer und Afroamerikaner.

Die Spannung wird durch das ganze Buch hinweg hervorragend aufrechterhalten. Dies ist sicher auch der eher ungewöhnlichen Erzählweise geschuldet, denn es wird von hinten nach vorne erzählt - der erste Abschnitt beginnt um 17 Uhr, ab da wird schrittweise im Stundentakt bis 8 Uhr morgens zurückgegangen. Man könnte meinen, es sei unnötig noch weiterzulesen, wo man doch den Ausgang der Geschichte bereits kennt - doch Irrtum, hier stellt das In-der-Zeit-Zurückgehen tatsächlich einen großen Mehrwert für die gesamte Geschichte dar. In jedem dieser Kapitel kommen alle beteiligten Personen zu Wort - es wird erzählt aus der Sicht Hughs, der von draußen Kontakt mit dem Geiselnehmer aufnimmt; aus der Sicht des Schützen selbst darüber, wie er die Situation in der Klinik unter seine Kontrolle bringt; aus der Sicht Wrens, des Arztes, der Patienten. So kann man nicht nur die aktuelle Lage aus den verschiedensten Blickwinkeln betrachten, sondern begleitet die Figuren auch in ihre Erinnerungen und erfährt, wie sie in diese Situation hineingeraten sind. Nach und nach wird so das Bild, welches man anfangs betrachtet, in seine einzelnen Teile zerlegt, und eben dadurch erst kann ersichtlich werden, dass es sich dabei eigentlich um ein großes, komplexes Puzzle handelt.


Die interessante Erzählweise, die authentisch wirkenden Charaktere, der wunderbare Schreibstil und die Brisanz des Themas - all das trägt dazu bei, dass mich dieses Buch sofort mitgerissen hat. Ich konnte es wirklich kaum mehr aus der Hand legen. Es ist spannend geschrieben, man kann als Leser sehr gut mit den Figuren mitfühlen und es bietet definitiv ganz viel Stoff zum Nachdenken. Für mich ein ganz wunderbares Buch, das ich wärmstens empfehlen kann!

Veröffentlicht am 14.10.2020

Bittersüße...

Bittersüße
0

Als die Floristin Annika vollkommen unerwartet von ihrem Freund Ben verlassen wird, ist klar: Sie muss ihn zurückgewinnen! Nach 5 Jahren harmonischer Beziehung hat sich Annika eigentlich Hoffnungen auf ...

Als die Floristin Annika vollkommen unerwartet von ihrem Freund Ben verlassen wird, ist klar: Sie muss ihn zurückgewinnen! Nach 5 Jahren harmonischer Beziehung hat sich Annika eigentlich Hoffnungen auf eine baldige Verlobung und Hochzeit gemacht, da kann das doch noch nicht nicht das Ende sein! Es muss ein Plan her, um Ben eifersüchtig zu machen - und was wäre dazu besser geeignet als ein neuer Freund? Sie installiert also eine Dating-App und lernt dort Patrick kennen, der auch von Anfang an von Annika in ihren Plan eingeweiht wird. Die beiden verstehen sich auf Anhieb, obwohl Patrick so komplett anders ist als Ben. Doch kann die Taktik wirklich aufgehen? Kann Annika Ben zurückgewinnen, und - ist das wirklich die beste Lösung?

Die Geschichte an sich hat mir wirklich gut gefallen. Dank des angenehmen Schreibstils findet man gut in die Geschichte hinein und fühlt sich auch direkt, als sei man wirklich in Köln, da gelegentlich auch etwas Kölner Dialekt miteingebaut wird. Patrick und Annikas Oma waren mir beide auf Anhieb sympathisch. Mit Annika selbst bin ich jedoch leider überhaupt nicht warmgeworden, sie war mir schlichtweg zu naiv und unentschlossen. Statt das Offensichtliche einzusehen, nämlich, dass Ben ihr weder guttut noch zu ihr passt, läuft sie ihm immer weiter hinterher und ignoriert dabei ihre wahren Gefühle viel zu lang. Das hat mir trotz einer eigentlich ja guten Geschichte das Lesen leider etwas erschwert.

Insgesamt hat mir das Buch trotzdem gut gefallen und ich hatte eine sehr angenehme Lesezeit! Für 4 Sterne hat es mir leider nicht ganz gereicht, daher vergebe ich 3,5 Sterne.

Veröffentlicht am 27.09.2020

Der Sog der Vergangenheit

Der Schatten des Windes
0

"Jedes einzelne Buch hat eine Seele. Die Seele dessen, der es geschrieben hat, und die Seele derer, die es gelesen und erlebt und von ihm geträumt haben."

Dieses Zitat stammt von S. 10, und genau ab hier ...

"Jedes einzelne Buch hat eine Seele. Die Seele dessen, der es geschrieben hat, und die Seele derer, die es gelesen und erlebt und von ihm geträumt haben."

Dieses Zitat stammt von S. 10, und genau ab hier hatte mich das Buch. In diesem Moment dachte ich "Okay, das könnte wirklich gut werden". Und mein Gefühl hat mich nicht betrogen. Ich habe das Buch aufgrund Cover, Titel und Klappentext gekauft; dass es so bekannt ist, ging vorher irgendwie komplett an mir vorbei und ich habe erst entdeckt, wie gut es bewertet ist, als ich schon längst tief in die Geschichte eingetaucht war. Ich bin also unbeeinflusst und ohne jegliche Erwartungen an das Buch herangegangen und wurde vielleicht gerade daher so überwältigt von dessen Geschichte.

Und ich kann absolut nachvollziehen, weshalb es auf so große Begeisterung trifft, denn auch ich war von Anfang an wie verzaubert von der Geschichte und habe absichtlich versucht, das Weiterlesen herauszuzögern, um möglichst lange von dem Buch zu haben. All die vielen verschiedenen Fäden, deren Enden der Leser zu Beginn der Geschichte in die Hand gedrückt bekommt und die zunächst in einem gewaltigen Knoten zu enden scheinen, leiten ihn voller Spannung durchs Barcelona der 1940er-1960er Jahre und offenbaren sich letzten Endes als verblüffendes, großes Geflecht.

Begleitet wird der Leser von Daniel Sempere, aus dessen Sicht die Geschichte größtenteils erzählt wird. Da sein Vater Buchhändler ist, ist Daniel schon früh fasziniert von der Welt der Worte, und so führt in sein Vater eines Tages zum Friedhof der vergessenen Bücher, einer unendlich großen Sammlung verschiedenster in Vergessenheit geratenen Werke, aus der der Junge sich ein Buch aussuchen und dieses von nun an sein Leben lang in seine Obhut nehmen darf. Daniels Wahl fällt auf ein Buch mit dem Titel "Der Schatten des Windes". Zutiefst beeindruckt und fasziniert von dessen Inhalt möchte Daniel mehr über den Autor erfahren und sieht sich schon bald dem gefährlichen Sog der Vergangenheit gegenüber, aus dem es kein Entrinnen gibt. Immer mehr verflicht sich Daniels eigenes Leben mit dem des Autors Julián Carrax, welcher vor langer Zeit verschwunden ist. Durch seine Suche geraten nicht nur Daniel, sondern auch die, die ihm wichtig sind, in große Gefahr...

Mich hat dieses Buch wie gesagt sofort in seinen Bann gezogen. Die wunderbare Sprache, die ausgeklügelten Charaktere, die spannungsreiche und komplexe Geschichte - "Der Schatten des Windes" hat zweifellos alles, was ein wirklich gutes Buch braucht. Eine absolute Leseempfehlung für alle, die mal wieder tief eintauchen wollen in ein wirklich gelungenes Buch!