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Veröffentlicht am 30.06.2025

Starker Auftakt der Donkerbloem-Trilogie!

Der Trailer
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Lisa Martin verschwand vor fast 15 Jahren spurlos in den Ardennen. Ein Fall der die Hamburger Kommissarin Frieda Stahnke lange beschäftigt, denn Lisa war eine Schulkollegin von ihr und obwohl sie sich ...

Lisa Martin verschwand vor fast 15 Jahren spurlos in den Ardennen. Ein Fall der die Hamburger Kommissarin Frieda Stahnke lange beschäftigt, denn Lisa war eine Schulkollegin von ihr und obwohl sie sich nicht gut kannten, fragt Frieda sich noch heute, was mit Lisa damals wirklich passiert ist. Deswegen nimmt sie an einem True-Crime-Podcast teil, um Lisas Fall wieder in die Öffentlichkeit zu bekommen und neue Erkenntnisse zu sammeln.

Der Kölner Barbesitzer Wout Meertens hört diesen Podcast und fühlt sich zurückerinnert. Denn Wout war zur damaligen Zeit in Camp Donkerbloem, doch als Vorbestrafter ist seine einzige Devise „nicht mit den Bullen reden“ und außerdem ist er auch der Meinung, dass er Frieda Stahnke gar nichts sagen könnte, denn er hat damals nichts gesehen.

Doch Wout und Frieda entdecken etwas fürchterliches und vor allem Wout gerät bald selbst in Gefahr. Können sie zusammen das Verbrechen von damals lösen?

Der Trailer von Linus Geschke ist der erste Band der Donkerbloem-Trilogie und ein starker Auftakt. Wir erleben die Geschichte aus mehreren Perspektiven, die von Wout Meertens und Frieda Stahnke sind dabei jedoch die präsentesten und vor allem Wout Meertens fand ich einen super interessanten Charakter. Seine Vorgeschichte und seine Gedanken sind nicht immer moralisch in Ordnung und doch hat er (s)eine moralische Grenze, die so stark dargestellt wurde, dass er nicht gänzlich unsympathisch rüberkommt. Außerdem mochte ich seine Loyalität gegenüber denen, die er in sein Leben gelassen hat. Frieda Stahnke hingegen ist eine ‚typische‘ Kommissarin, ohne das negativ zu meinen. Sie fällt charakterlich noch nicht sonderlich auf, dennoch war ihre Perspektive nicht langweilig.

Die Geschichte um Lisa Martin war von Beginn an spannend erzählt, durch die ständigen Perspektivwechsel und einem guten Schreibstil, wurde das Lesetempo extrem gesteigert und am Ende mit einem wirklich überragenden Plottwist belohnt. Ich werde nicht mehr häufig überrascht, hier war ich es. Und dennoch hat es leider nicht ganz für ein Highlight gereicht, weil mir ein paar Dinge nach dem Twist leider gar nicht zusagen konnten. Ich möchte auf die aber an dieser Stelle auch nicht näher eingehen, weil sie alles Spoilern würden und dennoch bin ich mir auch sicher, dass viele das Ende so gut finden werden. Meins war es in dem Fall leider nicht. Dennoch hat mir sehr viel an diesem Thriller gefallen und ich bin unglaublich gespannt, wie die Trilogie weitergeht!

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Veröffentlicht am 29.06.2025

Gezeitenmagie

Magic of Moon and Sea. Die Diebin der vielen Gesichter
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In der Gezeitenstadt Shelwich steigt und sinkt die Magie mit Flut und Ebbe und da jeder Bewohner seine eigene Fähigkeit besitzt, wundert sich niemand über besondere Vorkommnisse. Ista Flit hat eine ganz ...

In der Gezeitenstadt Shelwich steigt und sinkt die Magie mit Flut und Ebbe und da jeder Bewohner seine eigene Fähigkeit besitzt, wundert sich niemand über besondere Vorkommnisse. Ista Flit hat eine ganz besondere Gabe, sie kann sich in eine andere Person verwandeln, das macht sie zu einer Meisterdiebin. Doch kann ihre Fähigkeit ihr auch dabei helfen, ihren verloren Vater zu finden? Gemeinsam mit Nathaniel „Nat“ Shah und Ruby macht sie sich auf die Suche.

Die Diebin der vielen Gesichter von Clare Harlow ist der erste Band der Magic of Moon and Sea Reihe. Das Magiesystem, das mit den Gezeiten zu- und abnimmt war ziemlich interessant und mal etwas anderes. Allerdings hat deswegen auch eine genauere Beschreibung des Systems gefehlt, zwar bekommt man das relativ deutlich über Ista mit, allerdings wäre es schön gewesen, wenn man auch mehr über die Fähigkeiten der anderen erfahren und damit ein größeres Bild von dieser Welt bekommen hätte.

Es fehlte auch an Tiefe, die Ista, Nat und Ruby etwas mehr Charakter mitgibt und dazu beiträgt, Empathie zu entwickeln. Insgesamt bleiben die aber blass und lassen auch die Geschichte und die Suche nach Istas Vater eher dahinplätschern. Auch der Schreibstil konnte phasenweise nicht richtig packen. Erst gegen Ende entwickelte sich etwas Spannung, die aber vermutlich nicht reichen wird, um an der Geschichte dranzubleiben. Schade, denn die Idee hinter der Magie gefiel uns richtig gut.

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Veröffentlicht am 22.06.2025

Berliner Ausreißerinnen!

Wanda
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Nachdem die fast dreizehnjährige Wanda erneut von einer Pflegefamilie abgelehnt wurde, möchte sie ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen und nicht erneut in einem Heim landen. Wanda reißt aus und findet ...

Nachdem die fast dreizehnjährige Wanda erneut von einer Pflegefamilie abgelehnt wurde, möchte sie ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen und nicht erneut in einem Heim landen. Wanda reißt aus und findet mitten in Berlin ein verlassenes Haus, das ihr fortan als Unterschlupf dient. Von dort verändert sich nicht nur ihr Leben, sondern auch das einiger anderer Menschen und zusammen machen sie sich auf die Suche nach einer weiteren Ausreißerin, einer Bärin aus dem Berliner Zoo.

Wanda von Annika Scheffel ist ein ganz besonderes Buch, dass mich auf vielen Ebenen berühren konnte. Der Schreibstil ist außergewöhnlich und ich musste mich zu Beginn erst an ihn gewöhnen, nur um ihn dann bis zum Ende zu lieben. Ich mochte den Blick auf Wanda, ihre Geschichte und Berlin. Das Raue, aber auch das Verletzliche. Generell fällt es sehr leicht sich in Wanda hineinzuversetzen und ihre Gedanken zu verstehen. Dies und die Freundschaften, die sie knüpft sind etwas ganz besonderes.

Ein wunderschönes Buch, das über Mut, Freundschaft und das Suchen spricht und das mit magischen Figuren durch Berlin führt. Wanda war für mich ein ganz besonderes Leseerlebnis.

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Veröffentlicht am 20.06.2025

Wessen Wahrheit wählst du?

Der Weg – Jeder Schritt könnte dein letzter sein
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Julia und Nicki sind beste Freundinnen, die sich in den letzten Jahren nicht mehr ganz so häufig gesehen haben. Umso mehr freut sich Julia, dass Nicki sich für ihren Junggesellinnenabschied etwas ganz ...

Julia und Nicki sind beste Freundinnen, die sich in den letzten Jahren nicht mehr ganz so häufig gesehen haben. Umso mehr freut sich Julia, dass Nicki sich für ihren Junggesellinnenabschied etwas ganz Besonders ausgedacht hat. Nicki überrascht Julia mit zwei Tickets nach Schweden und einer Wanderung von der die beiden schon sehr lange geträumt haben. Doch die kalte Natur Schwedens wird schnell zu einer großen Herausforderung und Julia bleibt alleine zurück. Ohne Karten, ohne Essen und ohne Orientierung. Kann sie den Weg zurückfinden und trifft sie Nicki wieder?

Der Weg von Rebecca Russ beginnt direkt sehr spannend und weckt ein mulmiges Gefühl. Sobald Nicki und Julia Schweden erreichen, wird es ebenso atmosphärisch und man fliegt förmlich durch die Seiten. Die Geschichte erleben wir auf zwei Zeitebenen, die sich langsam zusammenführen und für einen unglaublichen Twist sorgen. Anhand des Klappentextes hätte ich nicht vermutet, dass der Fokus dermaßen auf einem anderen Thema liegt, aber das hat mich letztendlich nicht gestört, weil ich die Charakterzeichnung dieser Person überragend fand und das obwohl sie in mir ständig Übelkeit hervorgerufen hat. Die Story wirkt phasenweise wirklich stark konstruiert, aber gleichzeitig gab sie mir das Gefühl, dass es dennoch genau so passieren kann, denn das Leben schreibt manchmal die seltsamsten Geschichten. Trotzdem wars für mich gegen Ende dann doch etwas zu viel, aber insgesamt ein toller Thriller/Spannungsroman.

Zwischenzeitlich habe ich auch immer mal im Hörbuch weitergehört, das unfassbar gut von Ann-Kathrin Hinz eingesprochen wurde und für ein tolles Hörerlebnis sorgt.

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Veröffentlicht am 20.06.2025

Die Windweberin

The Wind Weaver (Wind Weaver 1)
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Rhya ist ein Halbling - halb Fae, halb Mensch - und niemand darf das wissen. Denn in Anwyvn werden Halblinge von den Menschen gnadenlos verfolgt und zur Strecke gebracht. Während eines Überfalls auf ihr ...

Rhya ist ein Halbling - halb Fae, halb Mensch - und niemand darf das wissen. Denn in Anwyvn werden Halblinge von den Menschen gnadenlos verfolgt und zur Strecke gebracht. Während eines Überfalls auf ihr Dorf, wird Rhya festgehalten und ihre wahres Wesen gelangt ans Licht von dem auch Rhya bisher nichts wusste und ein Mal auf ihrer Brust kommt zum Vorschein. Kurz vor ihrer Hinrichtung rettet sie der mysteriöse General Scythes, richtet sich gegen seine eigene Männer und nimmt sie mit in die Nordlande.

Rhya ist die letzte Windweberin und hat die Macht, den Wind zu rufen. Nun muss sie nicht nur lernen ihre Fähigkeiten zu bändigen, sondern auch ihre Gefühle für ihren mysteriösen Entführer.

The Wind Weaver von Julie Johnson ist der Auftakt einer Trilogie und kann mit einem tollen Worldbuilding und interessanten Charakteren Punkten. Wir erleben die Geschichte aus Rhyas Sicht und in der Ich-Perspektive, was eine gute Beziehung zu ihre ermöglicht und mit ihr mitfühlen lässt. Mir gefielen ihre Beziehungen, die sie im Laufe der Geschichte zu den anderen Figuren aufnimmt und ihre Gedanken zu ihnen besonders gut. Besonders geschickt fand ich den Beginn, der einen mitten ins Geschehen geschmissen hat, weswegen ich unbedingt mehr wissen wollte und das Buch selten aus der Hand legen konnte. Wenn das mal der Fall war, dann habe ich gerne zum Hörbuch gegriffen, das unheimlich gut von Rebecca Veil eingesprochen wurde und für ein schönes Hörerlebnis sorgte.

Der Erzählstil ist eher langsam, was mir grundsätzlich sehr gut gefallen hat, an manchen Stellen hätte ich mir dennoch etwas mehr Tempo oder Variabilität gewünscht, da manche Dinge gefühlt nach einem bestimmten Muster abliefen. Besonders interessant fand ich auch Penn und die gemeinsamen Szenen wirkten auf mich sehr authentisch, auch wenn das teilweise Frust beim Lesen bedeutete. Und auch das Ende konnte mich überzeugen und lässt mich gespannt auf den nächsten Teil warten. Alles in allem war The Wind Weaver für mich ein toller Fantasyroman!

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