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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.09.2025

Warum?

QUID+ Aber warum?
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Aber warum? von Barbara Franco beschäftigt sich mit 27 Aber-warum-Fragen. Die Idee aus Fragen, die sich Kindern alltäglich stellen, kleine Vorlesegeschichten zu erstellen, hat mir sehr gut gefallen und ...

Aber warum? von Barbara Franco beschäftigt sich mit 27 Aber-warum-Fragen. Die Idee aus Fragen, die sich Kindern alltäglich stellen, kleine Vorlesegeschichten zu erstellen, hat mir sehr gut gefallen und auch, dass am Ende nochmal ein Informationstext für die Erwachsenen eingefügt wurde. Die Umsetzung konnte mich aus einigen Gründen leider weniger begeistern.

Die Texte werden Kindern von drei bis sechs Jahren empfohlen, doch für mein Empfinden ist der Sprachstil zu hochtrabend und wenig kindgerecht. Teilweise wirken auch die Figuren wenig authentisch, eine ältere (aber nicht alte) Schwester, die dem jüngeren Geschwisterlichen die ‚aber warum‘ Frage erklären möchte ist schön, aber wirkt inhaltlich und vor allem sprachlich nicht authentisch.

Die Fragen selbst sind teilweise nicht gut beantwortet. Hautfarben bestimmten Herkunftsländern zuzuordnen sehe ich sehr kritisch! Dass das jüngere Kind seinen Penis als Wurm tituliert finde ich nicht schlimm, aber dass in der Folge mit Schmetterling und Penis gearbeitet wird, also nur das männliche Geschlecht benannt wird, hat einen faden Beigeschmack. Ganz schlimm fand ich jedoch die Geschichte zum Thema Streit zwischen den Eltern, diese Frage wird auf eine Weise beantwortet, die am Ende das Gefühl geben könnte, dass ein Streit zwischen Eltern eine Verhaltensweise der Kinder voraussetzt und gibt Kindern (indirekt) eine potenzielle Schuld oder trägt ihnen eine Pflicht auf. Klar, die Frage wird von der großen Schwester beantwortet und diese kennt die genauen Gründe nicht, sie versucht sich lediglich selbst etwas zu erklären und eine Lösung zu finden. Da aber genau das nicht die Lösung ist, möchte ich meinem Kind diese Geschichte auch nicht vorlesen und damit ein Gefühl erzeugen, dass das überhaupt und jemals die Lösung sein könnte. Es gibt noch einige weitere Geschichten, deren Umsetzung ich relativ schwach fand und leider nur wenige, die mich inhaltlich wirklich überzeugen konnten.

Insgesamt fand ich die Anordnung auch sehr durchgewürfelt und hatte nicht das Gefühl, dass sich das Buch als komplettes Vorlesewerk eignet, sondern eher einen gezielten Einsatz bedarf, bei dem man als Elternteil vorab schauen sollte, welche Geschichte die Frage wirklich ausreichend (und gut) beantwortet.

Veröffentlicht am 20.09.2025

Lasset die Puppen tanzen!

Girls of Dark Divine − Eine Tänzerin. Ein Fluch. Eine verzweifelte Liebe.
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Emberlyns größter Traum ist es zu Tanzen. Aus diesem Grund schließt sie sich der berühmten Balletttruppe New Koras an, den Marvellous Marionettes. Doch ihr Traum wird schnell zum größten Alptraum, denn ...

Emberlyns größter Traum ist es zu Tanzen. Aus diesem Grund schließt sie sich der berühmten Balletttruppe New Koras an, den Marvellous Marionettes. Doch ihr Traum wird schnell zum größten Alptraum, denn Malcolm Manrow hat seine Tänzerinnen verflucht und sie dadurch an sich gebunden. Malcolm kann jede Bewegung seiner Tänzerinnen kontrollieren und Abend für Abend lässt er sich nach seinen Fäden tanzen. Emberlyn versinkt in der dunklen Welt und nur ihr Tanzpartner, ein mysteriöser Schatten, kann ihr wenige Sekunden Erleichterung verschaffen. Doch die reichen Emberlyn nicht, sie möchte fliehen, doch kann sie den Fluch überhaupt brechen?

Girls of Dark Divine von E.V. Woods nimmt einen mit nach New Kora in die düstere Welt des ‚Puppenspielers‘ Malcolm Manrows. Die Geschichte erleben wir durchgehend aus der Sicht Emberlyns, durch die ‚sie’-Erzählweise wird jedoch eine gewisse Distanz erzeugt. Der Einstieg konnte mich direkt packen, es beginnt düster, die Atmosphäre baut sich gut auf und durch eine detaillierte Erzählweise, kann man sich die Welt in der die Schwestern stecken, sehr gut vorstellen. Diese Erzählweise sorgte jedoch auch dafür, dass ich irgendwann gelangweilt war. Über die Hälfte des Buchs fühlt sie wie der Einstieg in eine Geschichte ein, während es erst gegen Ende wirklich in Fahrt kommt und mit Spannung überzeugen kann. Die Geschichte wirkt auf mich unausgewogen, während die ersten +200 Seiten sehr detailliert beschrieben wurden, fehlte es den letzten +100 Seiten an eben diesen Details. Die sehr detailgetreuen Beschreibungen sorgten auch für viele Wiederholungen, denen ich irgendwann überdrüssig war, sei es die Beschreibung des Atems, das Zähneknirschen oder wieder einmal die Kakofonie.

Gespannt war ich darauf, was das alternative Ende zu bedeuten hat und ich muss leider sagen, dass ich sehr enttäuscht bin. Das Originalende hat zur Geschichte gepasst und wirkte authentisch, wohingegen das vom Verlag gewünschte Ende aufgesetzt wirkt und nicht in die Atmosphäre des Romans passt. Jedoch möchte ich auch erwähnen, dass die Autorin den Wunsch wirklich gut umgesetzt hat und es Schwingungen des Originalendes beinhaltet, die mir sehr gefielen. Ich mache der Autorin auch keinen Vorwurf, dass sie dem Wunsch entsprochen hat, schließlich ist eine potenzielle Übersetzung eine große Chance und doch finde ich es schade, dass ein Verlag ein solches Ende erwünscht. Was ich dann aber ganz schlimm finde, ist dass das Originalende als ‚alternatives Ende‘ betitelt wird. Nein, wenn dann ist das gewünschte Ende die Alternative!

Dennoch gab es auch viele Dinge die mir wirklich gut gefallen haben. Ich mochte die Grundidee wirklich gerne und finde diese innovativ. Der Schreibstil hat mir generell auch sehr zugesagt, dieser hat die Atmosphäre und die Gefühlswelt sehr gut transportiert. Gefallen hat mir auch das Bund der Marionetten, die sich selbst als Schwestern bezeichnen. Die Handlungsweisen der Schwestern wirkten dabei besonders authentisch und auch die Entwicklungen konnte ich super gut nachvollziehen. Emberlyns Gedanken- und Gefühlswelt waren super verständlich, ihre Entwicklung genial und der Schatten ein toller Gegenpart zu Malcolm und auch das Originalende fand ich passend. Deswegen gibts von mir drei gute Sterne, die Kritik am alternativen Ende hat keine Auswirkung auf die Bewertung (da sie sich an den Verlag richtet).

Veröffentlicht am 18.09.2025

Tassenmagie!

Thea Magica, Band 1 - Das Geheimnis von Port Mint
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Durch den magischen Tee Thea Magica lassen sich die magischen Kräfte erwecken, doch nicht alle Kräfte sind gesellschaftlich anerkannt. Für Robin Fluff ist das Leben gerade eine Vollkatastrophe, sie muss ...

Durch den magischen Tee Thea Magica lassen sich die magischen Kräfte erwecken, doch nicht alle Kräfte sind gesellschaftlich anerkannt. Für Robin Fluff ist das Leben gerade eine Vollkatastrophe, sie muss nicht nur den Umzug nach Port Mint und damit die Trennung von ihrer besten Freundin Milly verkraften, sondern auch die Erkenntnis, dass sie die magische Kraft ihres verschwundenen Vaters geerbt hat. Im Gegensatz zu den Erzählungen ihrer Mutter handelt es sich dabei nicht um ‚besser hören‘, sondern ums Gedankenlesen und das ist eine strengstens verbotene Kraft. Keiner darf davon erfahren, auch nicht ihre neuen Freunde Cornelius und Mailin.

Thea Magica - Das Geheimnis von Port Mint von Vivien Verley ist ein magisches Abenteuer für Kinder ab 10 Jahren. Die Magiewelt wirkt einzigartig, Tee der die magischen Kräfte erwecken kann und Magie, die von den Eltern (und manchmal Großeltern) vererbt wird. Das hat Charme und auch die Welt konnte eine schöne Atmosphäre aufbauen, in der man sich gerne befindet. Außerdem sorgen der leichte Schreibstil und die kurzen Kapitel für ein kurzweiliges Lesevergnügen.

Die Protagonistin Robin Fluff wirkt authentisch und sympathisch, ihre Gefühlswelt wird gut transportiert, weswegen man sich auch in sie hineinversetzen kann. Mailin konnte sich auch schnell ins Herz spielen, wohingegen es etwas Zeit benötigte um mit Cornelius warm zu werden, aber auch das hat sich im Laufe der Geschichte verändert.

Thea Magica - Das Geheimnis von Port Mint ist ein magisches Abenteuer für Klein und Groß, das ruhig beginnt, sich durch seinen ganz eigenen Charme dann aber doch zu einer tollen Lektüre entwickelt.

Veröffentlicht am 18.09.2025

Dritter Fall für Dr. Sabine Yao!

Mit kalter Hand
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Sabine Yao ermittelt in einem ungewöhnlichen Fall. In Lübars werden Pferde ermordet aufgefunden und der Profiler Milan Hasanović benötigt Yaos Expertise, um Verbindungen zwischen den toten Pferden zu ziehen ...

Sabine Yao ermittelt in einem ungewöhnlichen Fall. In Lübars werden Pferde ermordet aufgefunden und der Profiler Milan Hasanović benötigt Yaos Expertise, um Verbindungen zwischen den toten Pferden zu ziehen und denjenigen zu finden, der es auf die wehrlosen Tiere abgesehen hat. Außerdem bekommt Yao Leichenteile von der Ermittlerin Monica Monti vorgelegt, anhand denen sie das oder die Opfer identifizieren soll. Kann Yao entscheidende Hinweise finden, bevor der Täter erneut zuschlägt?

Mit kalter Hand ist der dritte Teil des Rechtsmedizin-Thrillers des Rechtsmediziners Dr. Michael Tsokos’. Dieser dreht sich um die Rechtsmedizinerin Dr. Sabine Yao und kann grundsätzlich ohne Vorwissen der ersten Bände gelesen werden.

Wie seine Vorgänger überzeugt auch dieser Band nicht durch spannende, action- oder blutreiche Szenen, sondern über sehr detaillierte Beschreibungen und interessante Fakten aus der Rechtsmedizin. Aufgrund dieser detailtreuen Beschreibungen ist der Inhalt des Buchs nichts für Zartbesaitete, vor allem weil die Beschreibungen sehr authentisch sind, wirken sie doppelt!

Obwohl auch die vorherigen Bände bereits viel Informationen dargelegt haben, fand ich diesen Part in Mit kalter Hand noch präsenter. Es werden viele Fälle aufgemacht und die Bedeutung der Rechtsmedizin dargestellt. Man spürt einfach, dass der Autor vom Fach ist und sein Wissen gerne einfließen lässt. Ein Aspekt, der den Thriller/die Reihe für mich höchst interessant macht, obwohl die Spannung auf der Strecke bleibt.

Der Schreibstil ist angenehm und obwohl viel Wissen angewendet wird, hat man nicht das Gefühl von Fachausdrücken erschlagen zu werden. Der Autor schafft es, die Wissensübermittlungen sehr geschickt in die Story einzubauen, sodass sie authentisch und nicht deplatziert oder belehrend wirken. Durch Zeit und Ortsangaben ist zu Beginn eines Kapitels ist man stets mitten im Geschehen und kann den (geringen) Perpektivwechseln ohne Probleme folgen. Gedankengänge der entsprechenden Perspektive werden durch eine kursive Schreibweise verdeutlicht und erleichtern das Erkennen und Deuten.

Mit kalter Hand hat mich auf der Ebene der Rechtsmedizin wirklich wieder gut unterhalten. Mir fehlte allerdings etwas die Entwicklung der privaten Person Dr. Sabine Yao. Im Vergleich zu den Vorgängern hatte ich das Gefühl, dass es keine Atempause gab, in der Yao mir näher gebracht wurde und die Fälle nicht voll im Fokus lagen. Das hat mich möglicherweise vor allem deswegen gestört, weil ich die Fälle auch nicht so interessant fand (wie die der beiden Vorbände).

Dennoch habe ich das bekommen, was ich bei Tsokos Rechtsmedizin-Thrillern erwarte: einen authentischen und wissensbeladenen Thriller. Wer bei Thrillern jedoch auf Action, Ermittlungsarbeiten und die ganz große Spannung steht, der ist hier an der falschen Stelle.

Veröffentlicht am 15.09.2025

Geheimnisse aus Hohenburg

Irida 1. Irida und die Stadt der Geheimnisse
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Cedric, Irida, Jeremy und Jinjin sind die Furchtlosen aus dem kleinen Städtchen Hohenburg und als solche gehen sie natürlich den seltsamsten Fällen auf die Spur. Bei einem solchen Fall entdeckt Irida eine ...

Cedric, Irida, Jeremy und Jinjin sind die Furchtlosen aus dem kleinen Städtchen Hohenburg und als solche gehen sie natürlich den seltsamsten Fällen auf die Spur. Bei einem solchen Fall entdeckt Irida eine Anderswelt mit bösartigen Wesen, die sich als Menschen tarnen.

Irida und die Stadt der Geheimnisse von Markus Heitz ist ein fantastischer Reihenauftakt und wird Kindern ab 11 Jahren empfohlen. Wer Markus Heitz Bücher für Erwachsene kennt, der kann erahnen, dass auch sein Kinderbuch eine Komplexität besitzt und dementsprechend eine gewisse Lesefähigkeit vorhanden sein sollte, um dem inhaltlichen Strang problemlos folgen zu können. Das Schriftbild ist Kindern entsprechend relativ groß gehalten und sorgt für ein leichteres Lesen.

Der Einstieg ins Buch fällt leicht, Irida und ihre Freunde werden zuerst vorgestellt, weswegen man schon vor Beginn der Geschichte einen Eindruck von ihnen hat. Alle vier haben Besonderheiten, die sie einzigartig machen und sympathisch wirken lassen. Heitz steht für ein tolles Worldbuilding, das auch hier gegeben ist, vor allem durch tolle Kreaturen und das überbringen der Atmosphäre dieser Anderswelt. Im Laufe der Geschichte werden sehr viele (Neben-)Stränge aufgemacht, die zwar interessant sind und am Ende auch zusammengeführt werden, aber doch zu viele Fragen offen lassen, sodass Irida und die Stadt der Geheimnisse durchaus ein guter Auftakt einer Reihe ist, aber nur für sich stehend nicht komplett überzeugen kann.