Geschichte einer Katastrophe
Die Geschichte der BaltimoresDie Goldmans, das waren die Goldmans aus Montclair und die Goldmans aus Baltimore. Die Baltimores hatten alles, zwei begabte Söhne, Geld und Ansehen. Die Montclairs führten ein weniger glamouröses Leben ...
Die Goldmans, das waren die Goldmans aus Montclair und die Goldmans aus Baltimore. Die Baltimores hatten alles, zwei begabte Söhne, Geld und Ansehen. Die Montclairs führten ein weniger glamouröses Leben und Sohnemann Marcus Goldmann verbrachte jeden Sommer bei den Baltimores und seinen Cousins. Acht Jahre nach der großen Katastrophe möchte Marcus, der mittlerweile ein erfolgreicher Schriftsteller ist, die Geschichte der Baltimores aufschreiben und erkennt, was er damals nicht gesehen hat.
Die Geschichte der Baltimores von Joël Dicker ist ein packender Roman über die Familie Goldman. Ehrlicherweise habe ich jedoch drei Anläufe benötigt, um die Geschichte zu Ende zu bringen. Den ersten Anlauf habe ich nach einem etwas langsamen Beginn abgebrochen und erst später nochmal neu verfolgt, beim zweiten Anlauf konnte mich die Geschichte dann direkt einnehmen. Schnell habe ich mich gut in Marcus und seinen Cousins Hillel und Woody hineinversetzen können und empfand die Verbindung zwischen den Dreien als etwas besonders. Zum dritten Anlauf kam es dann, weil ich die Katastrophen nicht erleben wollte. Joël Dicker ist es demnach unfassbar gut gelungen, eine Umgebung zu erschaffen, die mir eine Art Wohlfühlfaktor gegeben hatte, den ich nicht verlassen wollte. Doch Geschichten sollten zu Ende gelesen werden, also habe ich das getan und entgegen meiner Annahme, konnte mich der weitere Verlauf der Geschichte weiterhin mitreißen.
Joël Dicker erschafft eine Geschichte, die unfassbar dicht geschrieben ist und bei der ich das Gefühl hatte, dass ich dabei war, dass ich die Goldmans aufwachsen sah und dass ich die Katastrophe miterlebt habe. Und obwohl das Tempo ab und an etwas abnahm und der Beginn sehr ruhig ist, konnte ich das Buch am Ende nicht mehr aus der Hand nehmen und hatte das Gefühl, dass die Charaktere mehr als fiktive Figuren waren. Dicker schafft es ihre Gefühle zu transportieren und sie realistisch wirken zu lassen.