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Veröffentlicht am 28.07.2024

Schwedische Idylle?!

Das Baumhaus
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Henrik fährt mit seiner Frau Nora und seinem Sohn Fynn nach Schweden, zurück in seine Vergangenheit, in die Hütte, in der er seine Ferien verbracht hat und von der sie sich nun einen entspannten Urlaub ...

Henrik fährt mit seiner Frau Nora und seinem Sohn Fynn nach Schweden, zurück in seine Vergangenheit, in die Hütte, in der er seine Ferien verbracht hat und von der sie sich nun einen entspannten Urlaub erhoffen. Doch bereits bei der Ankunft, kommt keine Urlaubsstimmung auf, denn die eigentlich verlassene Hütte wirkt bewohnt und ausgerechnet jetzt wird auch noch ein Kinderskelett in der Gegend gefunden. Plötzlich verschwindet Fynn spurlos.

Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Skelett und Fynn und was hat es mit dem Baumhaus im Wald auf sich, das Henrik so bekannt vorkommt?

Das Baumhaus von Vera Buck beeindruckt mit einer bedrückenden Atmosphäre, die das ‚Böse‘ in der Gegend erahnen lässt! Dabei werden geschickt die vier Perspektiven - Henrik, Nora, Rosa und Marla - und zeitweise auch die Zeitebene gewechselt. Besonders beeindruckt und fasziniert hat mich Rosas Perspektive, die wahnsinnig gut gezeigt hat, was die richtigen Menschen um einen herum bewirken können.

Besonders die ersten beiden Teile konnten mich überzeugen, die Spannung spitzt sich zu und die Atmosphäre wird immer geladener. Gegen Ende des zweiten Teils ergibt sich dann jedoch recht schnell die Lösung des Falls, weswegen der dritte und letzte Teil dadurch etwas zäher wirkte. Doch der Epilog konnte mich nochmal kriegen und insgesamt was Das Baumhaus ein spannender, atmosphärischer Thriller!

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Veröffentlicht am 27.07.2024

Nordische Kälte wärmt das Herz

Im Nordwind
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Hamburg 1913. Alice Bloom lebt mit ihrem Mann Henk und der gemeinsamen Tochter Rosa in einem Arbeiterviertel. Henk macht Alice das Leben zur Hölle und als sie diese kaum noch ertragen kann, möchte Alice ...

Hamburg 1913. Alice Bloom lebt mit ihrem Mann Henk und der gemeinsamen Tochter Rosa in einem Arbeiterviertel. Henk macht Alice das Leben zur Hölle und als sie diese kaum noch ertragen kann, möchte Alice das Unmögliche wagen und die Scheidung ihrer Ehe.

John Reeven kommt aus einer angesehen Familie und steht kurz vor der Heirat seiner Verlobten Evelyn. Im Gegensatz zu seinem Bruder Julius hat er sich nicht dem Familienunternehmen gewidmet, sondern ist als Anwalt tätig. Aus Tradition kümmert er sich auch um mittellose Hamburger und steht ihnen in rechtlichen Fragen zur Seite. Dort trifft er auf Alice, die sich von ihrem Ehemann trennen möchte. Ein scheinbar aussichtsloses Unterfangen und doch willigt er ein, sie zu vertreten.

Alice setzt mit der Trennung alles aufs Spiel und Johns ruhiges Leben beginnt zu Wanken.

Im Nordwind von Miriam Georg ist der erste Teil der Nordwind-Saga, die das Schicksal von Alice Bloom und John Reeven erzählt. Wie gewohnt schafft es Miriam Georg eine Welt zu erschaffen, die authentisch wirkt, die man aufgrund der Beschreibung aufnimmt, deren kalte Luftzüge man an den eigenen Armen spürt und deren Schicksale einen ans Herz gehen.

Die Charaktere wirken in ihrem Auftreten, ihren Gedanken authentisch und gleichzeitig sind wieder so vielfältige Charaktere dabei, dass man eine Menge Sympathieträger und Antipathen entdecken kann. Außerdem ist ein Spinnennetz ausgelegt worden, das Verbindungen aufweist und erkennen lässt, aber auch noch einige Fragen für den zweiten Band offen hält und ich kann dessen Veröffentlichung schon kaum erwarten!

Historische Romane waren vorher nie mein Steckenpferd, aber wäre jedes so einnehmend, wie die Bücher dieser Autorin, dann wäre es wohl mein liebstes Genre. Beeindruckend, wie sie den Geist der Zeit trifft, die Gedanken der damaligen Welt widerspiegelt, damit den Fortschritt aufzeigt, aber auch deutlich macht, woher gewisse Strukturen und Denkmuster auch noch heute kommen.

Im Nordwind ist ein wundervolles, traurigschönes Werk, das ich jedem nur empfehlen kann!

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Veröffentlicht am 22.07.2024

Windstärke 17 auf Rügen

Windstärke 17
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Ida verlässt nach dem Tod ihrer Mutter ihre Heimat, nur ihr Laptop und ein alter Hartschalenkoffer begleitet sie auf eine neue Reise, dessen Ziel sie noch nicht kennt. Weil sie nicht zu ihrer Schwester ...

Ida verlässt nach dem Tod ihrer Mutter ihre Heimat, nur ihr Laptop und ein alter Hartschalenkoffer begleitet sie auf eine neue Reise, dessen Ziel sie noch nicht kennt. Weil sie nicht zu ihrer Schwester Tilda nach Hamburg möchte, steigt sie im Zug nicht aus und landet schließlich auf Rügen. Dort lernt sie den Kneipenbesitzer Knut kennen, der sie zu sich nach Haus einlädt und seiner Frau Marianne vorstellt. Bei den beiden lernt Ida das alltägliche Leben der Inselbewohner kennen und trifft auf Leif, dessen Leben gerade auch ins Stocken gerät. Die Welt wird wieder erträglicher, bis Ida den nächsten Schicksalsschlag erlebt.

Windstärke 17 von Caroline Wahl war mein erstes Buch der Autorin, das mich jedoch im Zwiespalt zurücklässt.

Ich habe es geliebt, dass Caroline Wahl eine Welt erschaffen hat, die nicht perfekt ist. Die durch die Augen der Protagonistin zeigt, dass wir Dinge nur oberflächlich wahrnehmen. Diese Oberfläche mag perfekt aussehen, aber die Wunden und Risse sind verborgen. Manchmal muss man sich seine eigene Welt schaffen, um die Schönheit des Lebens zu sehen.

Der Schreibstil war gewöhnungsbedürftig und recht simpel, Gedankengänge werden vollzogen und dann nochmal wörtlich wiedergeben. Das führt zu vielen Wiederholungen, die mich während des Lesens gestört haben und die dennoch perfekt gepasst haben, weil sie Ida gut widerbespiegelt haben. Ida, deren Gedankenwelt laut ist und die eben nicht alles sagt, was sie denkt und dann manchmal doch. Ida, die mich aber auch häufig Nerven gekostet hat. Ihr Leben ist hart, das Schicksal meinte es nicht gut mit ihr, aber ihre Gedankengänge sind mir dennoch zu ‚ich-bezogen‘ und negativ belastet, dabei gibt es um sie rum so viel Hoffnung und Hilfe.

Diese Wut, die schlechten Gefühle und der Trotz, mögen auch so stark gewesen sein, weil das Buch sehr kompakt ist. Bestimmt hätten 100-200 Seiten mehr nicht geschadet. Das Ende hat mich dann leider auch komplett enttäuscht, auch wenn ich während des Lesens der letzten fünfzig Seiten schon damit gerechnet hatte, dass mir etwas fehlen wird.

Vielleicht macht es aber auch Hoffnung auf eine neue Perspektive, denn ihr Vorgängerband handelt wohl von ihrer großen Schwester Tilda und auch in Windstärke 17 finden sich Charaktere wieder, deren Perspektive spannend sein könnten.

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Veröffentlicht am 22.07.2024

Willkommen in Baskerville Hall

Baskerville Hall - Das geheimnisvolle Internat der besonderen Talente
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Arthur Doyle wächst in ärmlichen Verhältnissen auf und ist kurz davor seine Schulabschluss hinzuschmeißen, um seiner Mutter unter die Arme zu greifen. Doch dann bekommt er eine geheimnisvolle Einladen ...

Arthur Doyle wächst in ärmlichen Verhältnissen auf und ist kurz davor seine Schulabschluss hinzuschmeißen, um seiner Mutter unter die Arme zu greifen. Doch dann bekommt er eine geheimnisvolle Einladen vom Internat Baskerville Hall und damit die Chance auf ein besseres Leben für sich und seine Familie. Arthur nimmt das Angebot an und wird am nächsten Tag mit einem Luftschiff abgeholt. Nicht nur die Einladung ist geheimnisvoll, sondern das komplette Internat und so gibt es für Arthur einiges zu entdecken. Schon bald wird er auf eine mysteriöse Einbruchsserie aufmerksam, der ihm alles kosten könnte. Doch mit seinem Verstand und den neugewonnen Freunden möchte Arthur diesen Fall lösen.

Das geheimnisvolle Internat der besonderen Talente ist der erste Teil der Baskerville Hall-Reihe von Ali Standish.

Baskerville Hall ist als Gesamtwerk grandios gelungen, bereits das außergewöhnliche Cover, das viel zu entdecken bietet, aber auch andeutet, dass es inhaltlich in die Vergangenheit geht, weiß zu überzeugen. Der Klappentext konnte uns dann komplett für sich einnehmen, denn es klingt nach einem tollen Abenteuer für Groß und Klein.

Der Schreibstil der Autorin hatte uns dann auch direkt gepackt und ich hatte das Gefühl, dass die Kinder vollkommen in die Atmosphäre des Buches eingetaucht sind. Auch für mich gab es das Gefühl, dass diese Reihe extrem einnehmend ist und man das Buch kaum aus der Hand legen möchte. 

Bereits der Beginn bringt einen sehr nah an den Protagonisten Arthur mit dem man direkt mitleiden und -fühlen kann. Seine Charaktereigenschaften sind positiv, sein Verhalten loyal, wenngleich er dadurch nicht immer nach den gesellschaftlichen Regeln handelt. Hier ist die Diskrepanz zwischen Regeln und füreinander einstehen toll aufgezeigt, denn nicht immer kann man beiden Dingen entsprechen und muss sich für eine Seite entscheiden.
Das hat in diesem Fall auch die Besonderheit der Freundschaft in Arthurs Clique aufgezeigt, denn diese ist durch Loyalität und (Mit-)Hilfe geprägt.

Die Geschichte ist durchweg spannend erzählt, doch vor allem gegen Ende zieht diese nochmal an und lädt zum Mitfiebern ein. Die Mischung aus fantastischen und historischem konnte uns überzeugen, wenngleich diese Elemente das Auflösen des Rätsels erschwert haben, das hat der Freude aber keinen Abbruch getan.

Baskerville Hall konnte uns komplett überzeugen und das gespannte Warten auf den zweiten Teil ist im Haus bereits angebrochen.

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Veröffentlicht am 20.07.2024

Das Rätsel um den Toten!

Mord im Antiquitätenladen
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Siggi kommt nach einem erfolglosen Angelmorgen zurück in seinen Antiquitätenladen und findet eine Leiche in seinem Laden vor. Der tote Mann sitzt auf einem seiner Sessel und starrt ihn an. Siggi verlässt ...

Siggi kommt nach einem erfolglosen Angelmorgen zurück in seinen Antiquitätenladen und findet eine Leiche in seinem Laden vor. Der tote Mann sitzt auf einem seiner Sessel und starrt ihn an. Siggi verlässt fluchtartig seinen Laden und verständig die Dorfpolizei, doch bis diese eintrifft ist der Tote plötzlich verschwunden und mit seinem Verschwinden ein neues antikes Stück in Siggis Laden eingetroffen. Der Polizist Gunnar glaubt Siggi kein Wort, nur seine neue Reinigungskraft zweifelt nicht an der Geschichte und so machen sich die beiden auf die Suche nach dem Mörder und der Leiche.

Mord im Antiquitätenladen von Waldi Lehnertz ist ein kurzweiliger Krimi. Der Schreibstil und der Humor sind sehr einfach gehalten, sowohl vom Humor als auch von der Geschichte selbst, habe ich mir jedoch deutlich mehr zum Mitdenken erhofft. Die Geschichte unterhält, aber sie ist ein sehr leichtes Programm, das auf viele Zufälle und Glück basiert und nicht zu sehr mit Logik betrachtet werden sollte. Die Charaktere sind alle auf ihre Art schrullig, was ich durchaus positiv meine, vor allem bei Doro. Doch auch bei den Charakteren sollte man sich bewusst sein, dass sie überzeichnet werden, ihre Verhaltensweisen sind überspitzt dargestellt, weswegen sich die Handlungen nicht wirklich nachvollziehen lassen.

Als Buch für Zwischendurch sicherlich ein unterhaltsamer Krimi, den man nicht zu ernst nehmen sollte, um ihn lesen zu können. Ich hatte immer wieder den Eindruck, dass es ein guter/typischer Krimi aus dem ARD-Vorabendprogramm sein könnte. Es reicht aber eben nicht für die Primetime.

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