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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.05.2026

Das Monster unterm Bett

Licht ins Dunkel
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Rupert Rumpelstil ist das jüngste Mitglied seiner Familie der Kammerjäger und er ist sich sicher, er möchte nicht der nächste Kammerjäger werden. Doch aktuell beschäftigt Rupert noch eine ganz andere Frage, ...

Rupert Rumpelstil ist das jüngste Mitglied seiner Familie der Kammerjäger und er ist sich sicher, er möchte nicht der nächste Kammerjäger werden. Doch aktuell beschäftigt Rupert noch eine ganz andere Frage, wohin verschwand sein Vater vor einigen Jahren und warum kam er nie wieder zurück?

Licht ins Dunkel von Steffen Gumpert ist ein gruseliges Mitmachabenteuer für Kinder ab acht Jahren. Jede Doppelseite endet mit einem kleinen Rätsel, das sich aufgrund der Geschichte ergibt, aber teilweise auch viel Zeit beim Rätseln und Nachschauen erfordert und damit nicht nur Spaß macht, sondern auch ein wenig Geduld erfordert. Die Illustrationen sind hervorragend gelungen und wecken nicht nur dann Interesse, wenn das Rätsel besonders ins Detail geht!

Der Comic hat uns von der ersten Seite an eine Menge Spaß bereitet. Rupert ist ein toller Protagonist, der mit Günther einen coolen Kumpel an seine Seite bekommt. Die Dialoge zwischen den beiden haben immer wieder für Lacher gesorgt! Auch Ruperts Entwicklung und die Vorstellung seiner Mama waren ein kleines Highlight.

Licht ins Dunkel ist ein wunderbarer Comic zum Mitmachen, Mitlachen und Herz zeigen! Eine klare Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 09.05.2026

Memento Mori!

Vier Minuten Stille - Und dann kam der Sturm
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Rahel Winter wird halbnackt im Schnee gefunden, doch leider kommt für sie jede Hilfe zu spät. Für Wase Rahimi stellt sich die Frage, ob die ehemalige Theaterschauspielerin Suizid beging oder kaltblütig ...

Rahel Winter wird halbnackt im Schnee gefunden, doch leider kommt für sie jede Hilfe zu spät. Für Wase Rahimi stellt sich die Frage, ob die ehemalige Theaterschauspielerin Suizid beging oder kaltblütig ermordet wurde. Noch weiß Wase jedoch nicht, dass Rahels Schicksal weit zurückreicht und mit dem Leben eines guten Freundes verbunden ist.

Vier Minuten Stille von Chris Warnat klang nach einem packenden Thriller und wurde für mich leider ein langweiliger Krimi. Ich bin kein besonders großer Fan von Krimis, die extrem viel persönliche Probleme der Ermittler beinhalten, weswegen ich aktuell auch einen großen Bogen um Krimis mache. Auf diesem Buch steht allerdings Thriller drauf und der Klappentext klang unheimlich vielversprechend, daher musste ich zum Buch greifen und wurde dementsprechend enttäuscht.

Während der Prolog noch Interesse wecken kann, verflacht dieses mit den ersten Kapiteln, die wir vor allem aus der Sicht des Ermittlers Wase Rahimi erleben. Perspektiven des Ermittlerteams können grundsätzlich spannend sein, in diesem Fall drifteten mir Wases Gedanken viel zu häufig zu unwichtigen Aspekten ab und generell wurde extrem viel Wert auf irrelevante Details gelegt, was dem Lesegefühl nicht zu Gute kam und die Geschichte langwierig und zäh wirken ließ. Der Fall selbst wurde nur peripher behandelt und entscheidende Entwicklungen gab es vor allem dann, wenn man nicht in Wases Perspektive unterwegs war.

Zum Ende hin wechselt die Perspektive durchgehend, sodass wir 1/5 des Buches gar nicht mehr aus Wases Perspektive erleben. An der Stelle nahm das Tempo für mich deutlich zu und das erste Mal kam ein Gefühl von ‚Thriller‘ auf, sodass für mich am Ende die Frage bleibt, welchem Zweck Wases Perspektive diente, wenn sich der Fall nicht aus seiner Sicht löst und wir seine Perspektive gar nicht mehr einnehmen. Unausgewogen empfand ich auch den Aspekt der Detailverliebtheit, wo zu Beginn vorbeifliegende Reiher genauer erläutert werden, werden entscheidende Szenen am Ende nicht auserzählt und nur in der Retroperspektive im Schnelldurchlauf erlebt.

Während des Lesens fällt auch auf, dass Vier Minuten Stille an Fünfzehn Sekunden anknüpft und man Beziehungen zwischen den einzelne Ermittlern wohl mit dem nötigen Vorwissen besser verstehen kann, da ich den ersten Band jedoch nicht gelesen habe, empfand ich das Geflecht an manchen Stellen eher verwirrend und würde empfehlen, den ersten Band vorab zu lesen.

Vier Minuten Stille konnte mich leider gar nicht überzeugen, der Klappentext verspricht unheimlich viel Spannung, dem das Buch nicht gerecht werden konnte. Möglicherweise geht es jenen, die besonders gerne Krimis lesen anders, aber ein Thriller war das für mich überhaupt nicht.

Veröffentlicht am 29.04.2026

Düsternis über Hamburg

Im Nordlicht
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Hamburg, 1914. Alice’ Tochter Rosa ist verschwunden und Alice kann sie nicht finden. Lediglich ihr Ehemann Henk weiß, wo sie ist und nutzt dieses Wissen, um die Scheidung zu verhindern. Um vor Gericht ...

Hamburg, 1914. Alice’ Tochter Rosa ist verschwunden und Alice kann sie nicht finden. Lediglich ihr Ehemann Henk weiß, wo sie ist und nutzt dieses Wissen, um die Scheidung zu verhindern. Um vor Gericht einen guten Eindruck zu erwecken, nimmt Alice eine Stelle in der Villa John Reeves’ an.

John Reeves steht kurz vor der Hochzeit, doch er zweifelt und alles um ihn herum zerfällt. Kann er Evelyn wirklich das Ja-Wort geben, wenn sein Herz doch an Alice hängt? Und würde John Alice wirklich noch lieben, wenn er ihre Vergangenheit kennen würde?

Im Nordlicht ist der zweite Teil der Nordwind-Saga, welche das Schicksal von Alice Bloom und John Reeves erzählt. Wie gewohnt schafft es Miriam Georg eine Welt zu erschaffen, die authentisch wirkt, welche man aufgrund der Beschreibung aufnimmt, deren kalten Luftzüge man an den eigenen Armen spürt und deren Schicksale einen ans Herz gehen.

Die Charaktere wirken in ihrem Auftreten und ihren Gedanken authentisch und gleichzeitig sind wieder so vielfältige Charaktere dabei, dass man eine Menge Sympathieträger und Antipathen entdecken kann, vor allem in diesem Band sind unsympathische Gedankenzüge oder Handlungen wirklich stark ausgeprägt. Das in Band eins ausgelegte Spinnennetz, welches einige Fragen offen ließ, wurde in diesem Band vollumfänglich gelöst und lässt einen zufrieden die Dilogie beenden. Dennoch war Im Nordlicht für mich etwas schwächer als bisherige Bücher der Autorin, was vor allem an den düsteren Gedanken der Figuren lag, die sich zu einem gewissen Zeitpunkt komplett durch alle Figuren zog, weswegen das Lesen zeitweise wirklich niederschlagend war. Das hat zwar nichts an der Authentizität verändert, denn ich bin mir sicher, dass die Stimmung absolut nicht unrealistisch ist, dennoch war es für mich einfach etwas zu viel.

Dennoch bleibt meine grundlegende Stimmung gegenüber Bücher der Autorin weiterhin gleich. Wären alle historischen Romane so einnehmend, wie ihre, dann wäre es wohl mein liebstes Genre. Denn am Ende bleibt nicht nur das Gefühl, dass man unterhalten wurde, sondern dass man auch etwas vom damaligen Zeitgeist mitgenommen hat und man erkennt, welche Strukturen herrschten und wie sie sich verändert haben. Beeindruckend, wie sie den Geist der Zeit trifft, die Gedanken der damaligen Welt widerspiegelt, damit den Fortschritt aufzeigt, aber auch deutlich macht, woher gewisse Strukturen und Denkmuster auch noch heute kommen.

Im Nordlicht ist ein toller Abschluss der Nordwind-Saga, das trotz aller Düsternis Hoffnung übermittelt und auch seine hellen Momente hat.

Veröffentlicht am 27.04.2026

In (k)einer Erinnerung!

Das unsichtbare Leben der Addie LaRue
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Frankreich 1714: Addie LaRue möchte ihrem Leben entfliehen und schließt ein Pakt mit dem Teufel. Addie LaRue bekommt die Freiheit, die sie sich gewünscht hat und verliert dafür, dass man sich an sie erinnert. ...

Frankreich 1714: Addie LaRue möchte ihrem Leben entfliehen und schließt ein Pakt mit dem Teufel. Addie LaRue bekommt die Freiheit, die sie sich gewünscht hat und verliert dafür, dass man sich an sie erinnert. Addie reist durch Jahrhunderte ist frei, aber auch einsam. Bis sie im Jahr 2014 auf einen jungen Mann trifft, der sich an sie erinnern kann.

Das unsichtbare Leben der Addie LaRue von V. E. Schwab. Schwabs Schreibstil ist wie gewohnt unglaublich gut, doch bisweilen bleibt das bei ihren Geschichten der einzige Aspekt, den ich immer als sehr positiv empfinde. Der Inhalt selbst kann mich meist leider nicht wirklich überzeugen, sodass ich mit Addie LaRue wohl das letzte Buch der Autorin gelesen habe, denn auch mit Addies Geschichte wurde ich nie richtig warm und das obwohl mir die Grundidee unglaublich gut gefallen hat, ansonsten hätte ich gar nicht zum Buch gegriffen. Jedoch empfand ich viel Inhalt redundant und das obwohl eine Frau, die über 300 Jahre gelebt hat, doch eigentlich viel zu erzählen hat. Interessant wurde es erst als Henry sich an sie erinnern konnte und ein paar Gefühle von Addie transparent wurden, die bei mir davor einfach zu wenig ankamen.

Vielleicht hat das Buch auch an Charme verloren, weil mich vieles an Bury Our Bones in the Midnight Soil erinnert hat und dementsprechend die Einzigartigkeit der Idee verloren ging und so bleibt auch Addie LaRue nicht lange in meiner Erinnerung.

Veröffentlicht am 27.04.2026

Bergur

Home Before Dark
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Vor zehn Jahren verschwand Marsibils zwei Jahre ältere Schwester Stina spurlos. Einzig ihre blutverschmierte Jacke kann in der Nähe einer Brücke gefunden werden, genau dort, wo Marsibil sich mit ihrem ...

Vor zehn Jahren verschwand Marsibils zwei Jahre ältere Schwester Stina spurlos. Einzig ihre blutverschmierte Jacke kann in der Nähe einer Brücke gefunden werden, genau dort, wo Marsibil sich mit ihrem Brieffreund an jenem Abend treffen wollte. Bis heute bleibt Stinas Verschwinden ungelöst und aus Scham Schuld an allem zu sein, hat Marsibil bis heute geschwiegen. Doch zehn Jahre später erhält sie wieder einen Brief von ihrem ehemaligen Brieffreund und für sie steht fest, dass sie endlich die Wahrheit herausfinden möchte.

Home Before Dark von Eva Björn Ægisdóttir ist ein Psychothriller aus dem isländischen Raum. Wir erleben die Geschichte in der Gegenwart aus Sicht der 24jährigen Marsibil ‚Marsi‘, die weiterhin an dem spurlosen Verschwinden ihrer Schwester leidet und in der Vergangenheit lernen wir Kristin ‚Stina‘ besser durch ihre Perspektive kennen. Die beiden Leseperspektiven haben bei mir auch ein unterschiedliche Lesegefühl ausgelöst, Marsibils Perspektive zog sich an vielen Momenten merklich, da sich einiges wiederholt und ich mir ein paar Auflösungen relativ schnell denken konnte. Stinas Perspektive ist lebendiger und dementsprechend schneller.

In Anbetracht dessen, dass es sich um einen Psychothriller handelt und Marsibil nicht nur unter Schuldgefühlen leidet, sondern aufgrund dieser auch extreme Probleme hat, hat mir das Erleben ihres Gefühlszustand gefehlt. Ich konnte ihn mir zwar vorstellen, aber wahrgenommen habe ich diesen leider nicht, weswegen mir ihre Perspektive auch eher fern blieb. Stinas Gefühlszustand hat mich hingegen besser erreicht.

Home Before Dark hat mich sehr schnell einnehmen können, zeitweise plätscherte es inhaltlich aber etwas vor sich hin und erst gegen Ende konnte es mit der ein oder anderen Überraschung nochmal für Spannung sorgen, sodass es letztendlich ein gutes, aber nicht besonders packendes Leseerlebnis wurde.