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Veröffentlicht am 23.09.2025

Geheimnisvolle Schule

Secret Forest Academy. Avas Bestimmung
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Avas Eltern sind spurlos verschwunden und seitdem passieren auch Ava seltsame Dinge. Immer wieder wacht sie mitten im Wald auf, wo vorher noch ihr Bett war, liegt sie nun auf dem Ast eines Baums. Eines ...

Avas Eltern sind spurlos verschwunden und seitdem passieren auch Ava seltsame Dinge. Immer wieder wacht sie mitten im Wald auf, wo vorher noch ihr Bett war, liegt sie nun auf dem Ast eines Baums. Eines Tages taucht Charon auf, der behauptet mehr über Ava und ihre Eltern zu wissen. Ava traut ihm nicht und wird prompt von ihm angegriffen, doch zum Glück kommt ihr Urs zur Rettung. Urs ist ein Schwarzbär der nicht nur verfressen ist, sondern auch mit Ava sprechen kann. Und Urs möchte Ava an eine ganz besondere Akademie bringen. Die Secret Forest Academy ist voll von magischen Wesen und magischen Mitschüler:innen, eine Welt von der Ava bis zu diesem Tage nichts gewusst hat und von der sie hofft, dass sie dort das Geheimnis um das Verschwinden ihrer Eltern lösen kann.

Avas Bestimmung ist der erste Band der Secret Forest Academy-Reihe von Tina Stein. Der Auftakt der fantastischen Reihe wird Leser:innen ab 10 Jahren empfohlen. Der Schreibstil war für mich (im Vergleich zu anderen Büchern in der Altersklasse) noch sehr kindlich, vor allem die Dialoge zu Beginn der Geschichte wirkten teilweise so, als wären sie an eine jüngere Leserschaft gerichtet. Dieses Gefühl wird durch sagenhafte 79 Kapitel auf 288 erhöht. Ich schätze kurze Kapitel sehr, aber im Schnitt keine vier Seiten für ein Kapitel, finde ich dann doch zu wenig.

Das Setting hat uns sehr gut gefallen, die Akademie klingt nach einer grünen Wohlfühloase mit spannenden Eigenheiten. Die Charaktere waren gut ausgewählt, Ava ist als Protagonistin nahbar und man kann sich in sie und ihre Gefühle gut hineinversetzen. Vor allem der ungewöhnliche Einstieg lässt einen als Leser:in ebenso hilflos zurück wie Ava, sodass nicht nur Ava unbedingt mehr über die Akademie und ihre Fähigkeit wissen möchte, sondern auch wir Leser:innen. Avas Seelentier Urs ist emphatisch, einfühlsam und lustig. Avas Mitschüler:innen bieten eine gute Mischung aus Sympathie und Antipathie. An ein paar Stellen wurde es uns mit den vielen Wesen etwas zu viel und es war schwierig den Durchblick zu bewahren, gleichzeitig fehlten den Nebenfiguren etwas die Tiefe.

Das Ende konnte uns leider gar nicht überzeugen. Ein Reihenauftakt verspricht natürlich immer einen kleinen Cliffhanger und offene Fragen, aber das Ende kam uns viel zu abrupt und lässt ein guten Abschluss vermissen, weswegen Avas Bestimmung uns insgesamt leider nicht richtig abholen konnte.

Veröffentlicht am 23.09.2025

Besonders gut für Airfryer-Neulinge!

Lieblingsrezepte aus deinem Airfryer – vegetarisch
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Auf 144 Seiten bekommen wir in Lieblingsrezepte aus deinem Airfryer - vegetarisch von Tanja Dusy einige Inspirationen. Das Buch gliedert sich in Kleinigkeiten & Snacks, Veggie-Fastfood deluxe, Hauptsache ...

Auf 144 Seiten bekommen wir in Lieblingsrezepte aus deinem Airfryer - vegetarisch von Tanja Dusy einige Inspirationen. Das Buch gliedert sich in Kleinigkeiten & Snacks, Veggie-Fastfood deluxe, Hauptsache Gemüse und Was Süßes - bitte ein, wobei uns vor allem die Süßspeisen überzeugen konnten, da sie etwas ausgefallener sind und eine bunte Mischung darstellen.

Die Schrittanleitungen der Rezepte sind in einem guten Maße umschrieben und lassen das Nachkochen einfach gelingen. Etwas enttäuscht war ich von der doch eher geringen Anzahl von Hauptgerichten, die nicht nur aus Frittiertem bestehen und ausschließlich im Airfryer zubereitet werden (Reis wird hier herkömmlich gekocht). Daher sind Snacks und Co. doch eher bereits bekannte Zubereitungen gewesen und boten für mich nur wenig Neues.

Lieblingsrezepte aus deinem Airfryer - vegetarisch würde ich vor allem Einsteigern empfehlen, die bisher kaum mit dem Airfryer gearbeitet haben und auch von der wirklich guten Einführung und der schönen Übersicht zu unterschiedlichen Garzeiten profitieren.

Veröffentlicht am 22.09.2025

Streuner in der Schule

3 Streuner und der sprechende Berg
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Die drei Streuner King Kerl, Big Ben und Flirty fühlen sich bei Joy mittlerweile heimisch, doch nun ist in Joys Schule Wohlfühlwoche angesagt und King Kerl soll Joy begleiten. In die Schule? Für die drei ...

Die drei Streuner King Kerl, Big Ben und Flirty fühlen sich bei Joy mittlerweile heimisch, doch nun ist in Joys Schule Wohlfühlwoche angesagt und King Kerl soll Joy begleiten. In die Schule? Für die drei Streuner eine absolute Katastrophe und dann auch noch ohne seine beiden besten Kumpel. Doch die Drei sind untrennbar und daher finden Flirty und Big Ben ihren ganz eigenen Weg, um dabei zu sein und das Geheimnis um Pepes Verhalten gegenüber Joy zu klären.

3 Streuner und der sprechende Berg von Anja Fröhlich ist ein Kinderbuch für Kinder ab acht Jahren, das eine Menge Spaß für die kleinen Leser:innen verspricht. Die Geschichte wird aus der Perspektive King Kerls erzählt, dadurch werden die Erlebnisse des Trios in kinngerechter Sprache übermittelt und für die Kinder die Welt aus der Sicht des Hundes dargestellt, der vielleicht auch das eigene Denken und Verhalten gegenüber Hunden prägen kann.

Das Abenteuer der drei Hunde ist super lustig erzählt und hat die Kinder einige Male zum Lachen gebracht, vor allem die unverblümte Sprache, die zu den Streunern passt und zu einer Situationskomik führt, konnte besonders überzeugen. Durch tolle schwarz-weiß Zeichnungen von Pe Grigio gab es zwischendurch auch immer etwas zum Anschauen und auch Schildkröte Schildegard gibt wieder ein paar ihrer Weisheiten mit auf den Weg. Sie überzeugte jedoch vor allem mit ihrer Aktion auf dem Rasenmäher. Die drei Streuner zeigen außerdem, was Freundschaft und Loyalität ausmacht!

Was ich etwas unnötig empfand, war die Darstellung der vermeintlichen Veganerin, die dann doch keine war. Ich finde, der Szene hätte es keinen Abbruch getan, wenn das Essverhalt unbenannt oder sie als Vegetarierin vorgestellt worden wäre.

Veröffentlicht am 22.09.2025

Extrablatt! Extrablatt!

Joshua Jackelby
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1851, London. Joshua ‚Josh’ Jackelby verdient sich als Zeitungsbote sein Geld, um über die Runden zu kommen. Sein Traum ist es irgendwann als königlicher Bote zu arbeiten und endlich wieder auf einem Pferd ...

1851, London. Joshua ‚Josh’ Jackelby verdient sich als Zeitungsbote sein Geld, um über die Runden zu kommen. Sein Traum ist es irgendwann als königlicher Bote zu arbeiten und endlich wieder auf einem Pferd zu reiten. Eines Tages rettet Josh einen kleinen Hundewelpen aus der Themse und ahnt nicht, dass ihm die Hündin Hazel fortan nicht mehr von der Seite weichen wird. Ein Band, das Josh brauchen kann, genauso wie seine treuen Freunde Leroy und Charlotte. Gemeinsam mit den Waterloo Boys müssen sie sich immer wieder gegen die Straßenband der ‚Kings‘ durchsetzen und geraten bald in ein noch größeres Abenteuer. Denn dem Professor Bellows werden Pläne für eine Flugmaschine gestohlen, dessen Diebstahl noch viel größere Folgen haben könnte. Joshua und seine Freunde machen sich auf die Suche nach den Dieben.

Joshua Jackelby von Benedict Mirow entführt einen in das viktorianische London und dreht die Zeit zurück. Das Buch ist nicht klassisch in Kapitel unterteilt, sondern wird durch Daten und Uhrzeiten unterteilt. Jeder Tag beginnt mit den ‚Extrablatt‘ rufen der Zeitungsverkäufer und sorgt direkt dafür, dass man sich in die Vergangenheit versetzt fühlt. Dieser Einstieg ist sehr geschickt gewählt, nimmt einen direkt ein und weckt die Vorfreude auf den nächsten Tag. Die Seiten lesen sich auch sehr schnell, denn gefühlt passiert immer etwas und die Spannung steigt von Tag zu Tag. Die Atmosphäre ist gut getroffen, die Welt Joshuas ist deutlich rauer und von Armut, Krankheit und Tod geprägt. Gesellschaftliche Strukturen werden hinterfragt und kritisiert, Freundschaften sind dabei ein sehr wichtiger Bestandteil und auch, dass nicht alle Individuen einer Gruppe dem Vorurteil oder Klischee entsprechen. In diesem ganzen Konstrukt, dass sehr authentisch wirkte, war das fliegende Abenteuer der Kinder für mich etwas zu viel, gleichzeitig hat es für die Kinder nochmal die Spannung erhöht.

Joshua ist ein toller Protagonist, der sich trotz eigener Armut für andere einsetzt und Josh wächst im Verlaufe der Geschichte immer wieder über eigene Ängste hinaus. Seine Freundschaft zu Leroy und Charly zeigt sich als eine ganz besondere, in der alle füreinander einstehen, die Eigenarten der anderen akzeptieren und auch den Freiraum, den sie benötigen. Aarya und Rashna fügen sich auch schnell in dieses Bild ein, das über Freundschaft gezeichnet wird und geben gleichzeitig noch viel mehr mit auf dem Weg.

Joshua Jackelby ist ein viktorianisches Abenteuer, dass durch seine realistischen Beschreibungen durchaus eine düstere Atmosphäre erzeugt und damit nicht nur unterhaltend ist, sondern auch über frühere Zeiten ins Gespräch kommen lässt.

Veröffentlicht am 20.09.2025

Warum?

QUID+ Aber warum?
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Aber warum? von Barbara Franco beschäftigt sich mit 27 Aber-warum-Fragen. Die Idee aus Fragen, die sich Kindern alltäglich stellen, kleine Vorlesegeschichten zu erstellen, hat mir sehr gut gefallen und ...

Aber warum? von Barbara Franco beschäftigt sich mit 27 Aber-warum-Fragen. Die Idee aus Fragen, die sich Kindern alltäglich stellen, kleine Vorlesegeschichten zu erstellen, hat mir sehr gut gefallen und auch, dass am Ende nochmal ein Informationstext für die Erwachsenen eingefügt wurde. Die Umsetzung konnte mich aus einigen Gründen leider weniger begeistern.

Die Texte werden Kindern von drei bis sechs Jahren empfohlen, doch für mein Empfinden ist der Sprachstil zu hochtrabend und wenig kindgerecht. Teilweise wirken auch die Figuren wenig authentisch, eine ältere (aber nicht alte) Schwester, die dem jüngeren Geschwisterlichen die ‚aber warum‘ Frage erklären möchte ist schön, aber wirkt inhaltlich und vor allem sprachlich nicht authentisch.

Die Fragen selbst sind teilweise nicht gut beantwortet. Hautfarben bestimmten Herkunftsländern zuzuordnen sehe ich sehr kritisch! Dass das jüngere Kind seinen Penis als Wurm tituliert finde ich nicht schlimm, aber dass in der Folge mit Schmetterling und Penis gearbeitet wird, also nur das männliche Geschlecht benannt wird, hat einen faden Beigeschmack. Ganz schlimm fand ich jedoch die Geschichte zum Thema Streit zwischen den Eltern, diese Frage wird auf eine Weise beantwortet, die am Ende das Gefühl geben könnte, dass ein Streit zwischen Eltern eine Verhaltensweise der Kinder voraussetzt und gibt Kindern (indirekt) eine potenzielle Schuld oder trägt ihnen eine Pflicht auf. Klar, die Frage wird von der großen Schwester beantwortet und diese kennt die genauen Gründe nicht, sie versucht sich lediglich selbst etwas zu erklären und eine Lösung zu finden. Da aber genau das nicht die Lösung ist, möchte ich meinem Kind diese Geschichte auch nicht vorlesen und damit ein Gefühl erzeugen, dass das überhaupt und jemals die Lösung sein könnte. Es gibt noch einige weitere Geschichten, deren Umsetzung ich relativ schwach fand und leider nur wenige, die mich inhaltlich wirklich überzeugen konnten.

Insgesamt fand ich die Anordnung auch sehr durchgewürfelt und hatte nicht das Gefühl, dass sich das Buch als komplettes Vorlesewerk eignet, sondern eher einen gezielten Einsatz bedarf, bei dem man als Elternteil vorab schauen sollte, welche Geschichte die Frage wirklich ausreichend (und gut) beantwortet.