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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.12.2017

Ein Roman zum Lachen und Weinen

Einmal im Jahr für immer
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Nach dem Tod ihres Ehemanns Mathiew weiß Amelie Red nicht, wie sie weiterleben soll. Sie versinkt gänzlich in ihrer Trauer, zieht sich aus dem sozialen Leben zurück und hat jegliche Hoffnung und Lebensfreude ...

Nach dem Tod ihres Ehemanns Mathiew weiß Amelie Red nicht, wie sie weiterleben soll. Sie versinkt gänzlich in ihrer Trauer, zieht sich aus dem sozialen Leben zurück und hat jegliche Hoffnung und Lebensfreude verloren. Doch dann steht plötzlich ein Clown vor ihr, zieht mitsamt Hüpfburg in ihr Haus ein und bringt im wahrsten Sinne des Wortes Farbe in ihr Leben…

Sarah Ricchizzi erzählt eine berührende Geschichte über Liebe, Verlust und Trauer und beweist viel Feingefühl im Umgang mit sensiblen Themen wie Depression und Tod.
Amelie ist eine sympathische und authentische Figur, durch ihre finanzielle Situation den alltäglichen Problemen enthoben, hat sie allein mit ihrer Trauer zu kämpfen. Dabei zeigt sich die ganze Bandbreite der Gefühle, die der Verlust eines geliebten Menschen auslösen kann. Ist Amelie anfangs in ihrer ohnmächtigen Traurigkeit verhaftet, verliert sich in Selbstvorwürfen und ist dem eigenen Leben gegenüber gleichgültig geworden, so zeigt sie im weiteren Verlauf Scham, Wut und aufkeimende Lebensfreude.
Auch der Clown hat eine berührende Geschichte, die dem Leser die Figur nahebringt und einen vielschichtigen Charakter hinter der Maske offenbart. Bis dahin verfolgt man belustigt die oftmals extremen Aktionen, die der Clown mit stoischer Gelassenheit und diebischer Freude ausführt und die am Ende nur einem Zweck dienen – Amelie zu verdeutlichen, dass ein Weiterleben möglich ist und ihr einen Weg aus der Trauer und selbstgewählten Isolation zu zeigen.

Fazit: Ein emotionaler Roman, der einen zum Lachen und Weinen bringt, schonungslos ehrlich und zugleich hoffnungsvoll und lebensbejahend.

Veröffentlicht am 15.12.2017

Schaurig-schöne Kurzgeschichten

Gruselmeer
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Die Anthologie beinhaltet neun Geschichten und entführt in finstere Welten. Dabei sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt und so sorgen allerhand gruselige Gestalten für unheimliche Momente: Drei Teenager ...

Die Anthologie beinhaltet neun Geschichten und entführt in finstere Welten. Dabei sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt und so sorgen allerhand gruselige Gestalten für unheimliche Momente: Drei Teenager machen in einer Brandruine eine grauenvolle Entdeckung, ein Familienerbstück ruft eine blutrünstige Kreatur auf den Plan, bei einer Archivarin spukt es auf dem Dachboden und ein Golem nimmt grausame Rache.

Die Bandbreite der Geschichten reicht von klassischer Gruselgeschichte über mystisch und traumwandlerisch bis hin zum Horror, wobei einige Geschichten mehr überzeugen als andere. Allen gemeinsam ist der hohe Unterhaltungswert, den die Geschichten sind so abwechslungsreich, dass keine Langeweile aufkommt.

Ein Highlight der Anthologie ist Das Haus in Athens von Florian Waldner, die Geschichte um zwei Hochstapler, die sich in einem Spukhaus mit einem echten Geist konfrontiert sehen, überzeugt auf ganzer Linie und bietet neben gepflegtem Grusel auch beste Unterhaltung.

Fazit: Eine gelungene Zusammenstellung von abwechslungsreichen Kurzgeschichten - schaurig, fantasievoll und lesenswert

Veröffentlicht am 15.12.2017

Unterhaltsame Fantasy mit originellen Figuren

Edittas Totenbeschwörertagebücher
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Editta ist Totenbeschwörerin von Beruf, vertreibt sich die Zeit jedoch lieber als Gemüsebäuerin. Als eine Untotenplage das Königreich Arynheim heimsucht, wird Editta gebeten dabei zu helfen, der Ursache ...

Editta ist Totenbeschwörerin von Beruf, vertreibt sich die Zeit jedoch lieber als Gemüsebäuerin. Als eine Untotenplage das Königreich Arynheim heimsucht, wird Editta gebeten dabei zu helfen, der Ursache auf den Grund zu gehen. Widerwillig macht sie sich auf den Weg zum König und je näher sie der Lösung kommt, desto klarer wird ihr, dass Ratten und Untote erst der Anfang waren….

Yvy Kazi liebt das Spiel mit Klischees – ihre Heldin ist eine ironische, leicht misanthropische Totenbeschwörerin mit Aufmerksamkeitsdefizit, der furchtlose Ritter ein niedlicher Blondschopf mit Top 10 Liste und der tapfere Begleiter ein putziger Mischmasch aus wiedererweckten Seelen. Beste Voraussetzungen also für ungewöhnliche und kurzweilige Fantasy. Mitunter fehlt es der Geschichte an Tempo, jedoch nie an Witz, wodurch die Mischung aus Fantasy und modernem Tagebuchroman nie langweilig wird.

Fazit: Ein höchst unterhaltsamer Fantasy-Roman mit originellen Charakteren und Ideen, überraschenden Wendungen und lakonischem Witz – und ein paar Untote kommen auch drin vor. Lesenswert für Fans augenzwinkernder Fantasy und alle, die bei den Worten happily ever after nur die Augen verdrehen können...

Veröffentlicht am 15.12.2017

Kurzweiliger Roman mit Schmunzelfaktor

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Erwin, Willi und Justus sind seit der Schule befreundet und halten auch im fortgeschrittenen Alter den Kontakt. Nach dem Tod von Erwins Frau wollen ihn die Freunde auf andere Gedanken bringen und planen ...

Erwin, Willi und Justus sind seit der Schule befreundet und halten auch im fortgeschrittenen Alter den Kontakt. Nach dem Tod von Erwins Frau wollen ihn die Freunde auf andere Gedanken bringen und planen einen Wellnessurlaub im Nobelhotel Ammersteiner Hof. Die Onlinebuchung übernimmt der technikaffine Erwin und quartiert sie versehentlich im rustikalen Kurhotel Erika im Nachbarort ein. Da der Ammersteiner Hof bis zum Herbst ausgebucht ist, beißen die drei Herren in den sauren Apfel und checken ins Kurhotel ein. Statt Wellness steht nun Aqua Gymnastik, Nordic Walking und Töpfern auf dem Plan und jeder der Herren versucht auf ganz eigene Art das Beste aus der Situation zu machen. Erwin betätigt sich als Hobbydetektiv, Willi erledigt zum Leidwesen des Hausmeisters längst überfällige Reparaturen im Hotel und Justus lässt es noch einmal so richtig krachen und verdrängt dabei erfolgreich, dass er vor der Pleite steht…

Friedrich Kalpenstein hat einen warmherzigen und unterhaltsamen Roman über einen Urlaub der etwas anderen Art und wahre Männerfreundschaft geschrieben. Die Protagonisten sind liebevoll und detailgenau gezeichnet, so dass einem die rüstigen Herren mit ihren kleinen Macken und Eigenheiten schnell ans Herz wachsen. Die Geschichte ist lebensnah und bietet neben witzigen Momenten und Alltagspannen auch leisere Momente, die einem vor Augen führen, wie wichtig Freundschaft ist.

Veröffentlicht am 15.12.2017

Bottrop, die Perle im Revier...

Kommando Schluckspecht
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Tim Feldmann trifft seine langjährigen Kumpels am liebsten in seiner Lieblingskneipe Schluckspecht, die er vor kurzem gekauft hat, die jedoch mehr schlecht als recht läuft. Als seine Freundin Lisa ein ...

Tim Feldmann trifft seine langjährigen Kumpels am liebsten in seiner Lieblingskneipe Schluckspecht, die er vor kurzem gekauft hat, die jedoch mehr schlecht als recht läuft. Als seine Freundin Lisa ein lukratives Jobangebot in München erhält, gerät seine heile Welt ins Wanken. Unmöglich kann er sein geliebtes Bottrop und seine Freunde samt Kneipe verlassen. Doch wie soll er Lisa dies beibringen? Verzweifelt schmiedet Tim einen Plan, der zunehmend aus dem Ruder läuft….

Tobias Keller hat einen wunderbar kurzweiligen Roman über wahre Männerfreundschaft, Heimatliebe und Kneipenkriege geschrieben. Eine Geschichte mit witzigen Einfällen und überraschenden Wendungen, die bestens unterhält und zu keiner Zeit langweilig wird. Dazu tragen auch die liebevoll gezeichneten und authentischen Charaktere bei, allen voran der sympathische Tim, der trotz aller Tollpatschigkeit das Herz auf dem rechten Fleck hat und Kneipenfrau Jutta, die sich als echte Ruhrgebietsikone entpuppt und den Jungs mit Rat und Tat zur Seite steht. Ebenso die liebevoll-ironische Hommage an Bottrop, diese grauen Stadt im Revier, deren Charme man nur erkennt, wenn man dort geboren wurde.

Fazit: Ein lesenswerter Roman, der jede Menge gute Laune versprüht und neben einer witzigen Story mit vielschichtigen Charakteren eine geballte Ladung Ruhrgebiets-Charme bietet