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Veröffentlicht am 01.07.2021

Schaurige Lagerfeuergeschichten für mutige Helden und Heldinnen ab 10 Jahren

Rupert präsentiert: Echt unheimliche Gruselgeschichten
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Habt ihr euch früher auch gerne mit einer Taschenlampe bewaffnet unter der Bettdecke verkrochen und heimlich gruselige Geschichten gelesen? Also ich schon und Ruperts Echt unheimliche Gruselgeschichten ...

Habt ihr euch früher auch gerne mit einer Taschenlampe bewaffnet unter der Bettdecke verkrochen und heimlich gruselige Geschichten gelesen? Also ich schon und Ruperts Echt unheimliche Gruselgeschichten haben daher ein richtig nostalgisches Gefühl bei mir hervorgerufen. Im Gegensatz zu früher haben die insgesamt 14 Kurzgeschichten zwar kein angstvolles Zähneschlottern und prickelnde Gänsehaut bei mir hinterlassen, bestens unterhalten wurde ich aber allemal.

Das beginnt schon mit der herrlich amüsanten Triggerwarnung am Anfang, bei der ich zum ersten Mal mit Jeff Kinneys herrlich schrägem Humor konfrontiert wurde. Ich bin wahrscheinlich eine der wenigen, die Gregs Tagebücher zwar kennen, aber nie selber gelesen haben. Eine Autoren-Premiere, die längst überfällig war.

In dieser Reihe rund um Greg's besten Freund Rupert erzählt ebendieser - schon zum 3. Mal nebenbei bemerkt - schaurige Märchen über lästige Plagegeister, bissige Vampirmädchen, Lausbuben, deren Streiche gewaltig nach hinten losgehen und andere Monster und haarige Kreaturen der Nacht. Die Geschichten lassen sich durch den kindlich einfachen Stil wunderbar schnell lesen, sind wahnsinnig spaßig, manchmal ziemlich morbid und halten teilweise auch wunderbare Botschaften bereit. Es werden kindgerecht wichtige Werte wie zum Beispiel Freundschaft und Zusammenhalt vermittelt, das Ganze aber wie gesagt wirklich humorvoll verpackt.

Besonders hervorzuheben ist natürlich auch der Comic-Style, den Fans von Jeff Kinney wahrscheinlich ohnehin kennen und lieben. Zahlreiche liebevoll gestalte Illustrationen sorgen für einen unglaublichen Lesespass und lassen Ruperts Geschichten richtig lebendig wirken. Das Gelesene wird toll veranschaulicht und bleibt so unglaublich gut im Gedächtnis haften. Außerdem wird so sicher auch der eine und andere Lesemuffel dazu animiert zur Lektüre zu greifen.

Übrigens eignen sich die Kurzgeschichten auch bestens zum Vorlesen - als Betthupferl für besonders Mutige oder einfach für Zwischendurch. Echt unheimliche Gruselgeschichten ist auf jeden Fall ein Buch, dass man immer wieder mal zum darin Schmökern zur Hand nehmen kann und das nicht so schnell langweilig wird. Von mir gibts daher eine absolute Leseempfehlung!

Fazit

Greg's bester Freund Rupert präsentiert uns seine Echt unheimlichen Gruselgeschichten. Also Licht aus, Taschenlampe an und ab unter die Bettdecke! Denn dort lesen sich die kurzen Geschichten von Vampiren, Geistern, Werwölfen und Co. einfach am besten.

Jeff Kinney erzählt mit viel Witz und schrägem Humor schaurige Märchen für mutige Leseratten ab 10 Jahren. Das ganze Buch ist toll im Comic-Stil illustriert und vermittelt nebenbei auch wundervolle Botschaften und wichtige Werte.

Ich hatte so richtig Spaß beim Schmökern und kann Ruperts Gruselgeschichten absolut empfehlen!

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Veröffentlicht am 23.06.2021

Faszinierende Idee, leider sehr verwirrend umgesetzt

Partem. Wie die Liebe so kalt
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Als ich Partem in der Programmvorschau des Dragonfly Verlages gesehen habe, wusste ich, dass ich das Buch lesen muss. Ich habe mir eine mitreißende, emotionale Handlung und eine düstere, geheimnisvolle ...

Als ich Partem in der Programmvorschau des Dragonfly Verlages gesehen habe, wusste ich, dass ich das Buch lesen muss. Ich habe mir eine mitreißende, emotionale Handlung und eine düstere, geheimnisvolle und mystische Stimmung erhofft. Bekommen habe ich vor allem viele offene Fragen und ein Leseerlebnis, dass mich eher verwirrt als aufgeklärt hat.

Aber von Anfang. Stefanie Neebs Idee eines Geheimordens, der die Liebe aus Menschen saugt, fand ich zunächst ziemlich genial. Der junge Jael gehört dem Orden, welcher sich Partem nennt, an. Berechnend und eiskalt ist er bereit für seine Mission sogar Menschenleben zu opfern...bis er auf Xenia trifft. Xenia weckt Gefühle in Jael, die zu spüren er eigentlich gar nicht in der Lage ist. Und außerdem birgt auch Xenia ein Geheimnis oder besser gesagt verfügt sie über eine besondere Gabe, die für das Partem eine Bedrohung darstellt. Eine ziemlich geniale Grundidee wie ich finde, mit großem Potenzial zu Spannung und Nervenkitzel. Die Idee der Gefühlsdiebe, der verschiedenen Ebenen der Liebe, sei es die Liebe zu seinen Hobbys, freundschaftliche Liebe oder romantische Liebe und die verschiedenen Stufen, welche die Mitglieder des Partems erreichen können, ist wirklich faszinierend. Doch leider bin ich mit der Umsetzung nicht so wirklich zurecht gekommen. Das fängt schon damit an, dass das Buch aus 4! verschiedenen Perspektiven geschrieben wurde. Mir war das eindeutig zu viel und es hat mich auch auf gewisse Weise überfordert, da ich zu keinem der Protagonisten einen Draht finden konnte. Mir hätte ein Wechsel zwischen Jael und Xenia eindeutig gereicht. Chrystal, Jaels Mitbewohnerin und ebenfalls Teil des Partem, und Felix, Xenias bester Freund, sind zwar tolle und beeindruckende Charaktere, hätten meiner Meinung nach aber keine eigenen Kapitel gebraucht. Dazu kommt, dass sich manche Szenen wiederholt haben, nur eben aus einer anderen Perspektive geschildert. Dadurch sind nochmals vermeidbare Längen entstanden. Manchmal ist weniger einfach mehr.

Genau umgekehrt verhält es sich allerdings mit dem Informationsfluss. Mich hat selten ein Buch so lange so ratlos zurück gelassen. Die Autorin stellt uns vor Tatsachen ohne diese groß zu erklären und auch das Partem, sein Sinn und Zweck, hat sich mir bis zum Schluss nicht so wirklich erschlossen. Ich weiß zwar, dass noch eine Fortsetzung erscheinen wird, ein paar Antworten hätte uns Stefanie Neeb aber trotzdem jetzt schon mal liefern können.

So hat sich das Buch für mich vorallem in den ersten zwei Dritteln sehr gezogen und mir Kopfzerbrechen bereitet. Geglänzt hat hier vorallem der Romantasy-Anteil. Es wird geflirtet, die wunderbaren Augen der Protagonisten bewundert und viel geschmachtet. Erst gegen Ende hat die Geschichte so richtig Fahrt aufgenommen und mein Interesse etwas mehr geweckt. Vorallem auch, weil sich endlich einige Ereignisse aufgeklärt haben und der Knoten in meinem Kopf zumindest teilweise entwirrt wurde.

Wie ich eingangs geschrieben habe, habe ich zwischendurch - vorallem um die Längen zu überbrücken - immer wieder zum Hörbuch gegriffen. Trotz der sehr bemühten und tollen Sprecherin Carolin Sophie Göbel waren auch hier die 4 Perspektiven sehr verwirrend. Ich hätte es tatsächlich besser gefunden, wenn mehrere Sprecher das Buch eingelesen hätten. So wusste ich leider oft nicht, aus welcher Sicht ich eigentlich gerade höre. Was mir wiederum sehr gut gefallen hat, war die musikalische Untermalung am Anfang und zu Ende hin. Die Musik von Wolfgang Runkel mit den choralen Gesängen hat dem Hörbuch den mystischen Touch verliehen, den ich an der Handlung so sehr vermisst habe.

Fazit

Partem - Wie die Liebe so kalt aus der Feder von Stefanie Neeb hat mich leider mit vielen Fragezeichen im Kopf und ziemlich ratlos zurück gelassen. Die eigentlich geniale Grundidee wurde meines Erachtens nicht wirklich gut umgesetzt. Zu viele Perspektivenwechsel, zu viel Geschmachte und zu wenig Erklärung zu den Gefühlsdieben und dem Partem haben mir das Leseerlebnis nicht gerade versüßt. Weil ich die Idee aber prinzipiell faszinierend finde und ich hoffe, dass die Fortsetzung einiges aufklären wird, vergebe ich gerade noch so 3 gut gemeinte Herzchen.

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Veröffentlicht am 20.06.2021

Ausgelassene Strandpartys, leckere Cocktails und herrliche Summervibes! Eine wunderbar leichte Sommerromanze!

Mit Dir leuchtet der Ozean
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Können 7 Minuten dein Leben verändern? Wenn es nach Lea Coplin geht, dann ja. Denn mehr Zeit ist für Penny und Milo nicht notwendig, um den jeweils anderen nachhaltig in Erinnerung zu behalten. ...

Können 7 Minuten dein Leben verändern? Wenn es nach Lea Coplin geht, dann ja. Denn mehr Zeit ist für Penny und Milo nicht notwendig, um den jeweils anderen nachhaltig in Erinnerung zu behalten. Lea Coplin hat mit ihrem Buch Mir dir leuchtet der Ozean eine wunderbar leichte Sommerromanze zu Papier gebracht, die nicht nur auf die idyllische Kanareninsel Fuerteventura entführt, sondern auch mit sympathischen Protagonisten, ausgelassener Partystimmung, herrlichen Summervibes und nicht all zu viel Drama glänzt. Ein tolles Buch, um den Alltag für kurze Zeit zu entfliehen und perfekt für einen Tag am Strand oder Pool.

Es ist tatsächlich so, dass ich das Buch an einem Tag durchgehört habe, wollte ich das sonnige Eiland einfach nicht mehr verlassen. Mit knappen 8 Stunden zum Hören bzw. 336 Seiten zu lesen, ist das auch richtig gut machbar. Lea Coplins lockerer und leichter Erzählstil gibt einem ohnehin das Gefühl nur so durch die Kapitel, welche abwechselnd aus Pennys und Milos Sicht geschrieben sind, zu fliegen. Durch die eher kurzen Abschnitte kommt zudem zu keinem Zeitpunkt Langeweile auf. Dabei passiert vorallem im ersten Teil des Buches relativ wenig. Man lernt Penny, Milo und die anderen Mitarbeiter im All Inclusive Club kennen, feiert mit ihnen ausgelassene Strandpartys, genehmigt sich bei Milo einen Cocktail an der Bar oder probt mit Penny für die kommende Theateraufführung. Daneben erfährt man auch so einiges aus der Vergangenheit von Penny und Milo, was die beiden vor 4 Jahren in den Schrank getrieben hat, und warum sie das Schicksal letztlich nach Fuerteventura geführt hat. Ein bisschen Drama ist natürlich vorprogrammiert und wer den Klappentext gelesen hat, kann sich eigentlich auch denken in welche Richtung es steuert. Denn Milo ist eigentlich mit Helena, Pennys Zimmergenossin, in einer Beziehung. Aber keine Panik, das ganze Dilemma nimmt erst im letzten Drittel so richtig Fahrt auf und überlagert keinesfalls die zuvor aufgebauten Summervibes. Es ist eigentlich alles sehr unaufgeregt und dennoch kurzweilig.

Außerdem konnte ich mich sehr gut in die beiden Protagonisten hineinfühlen. Ich empfand ihre Darstellung sehr natürlich und authentisch und auch die Geschehnisse rund um den Cluballtag sehr gelungen und keinesfalls überzogen. Ein bisschen habe ich mich in meine eigene Zeit als Hotelpraktikantin zurück versetzt gefühlt und wehmütig zurück geblickt. Und das eine und andere ist tatsächlich auch mir damals passiert. Vielleicht konnte ich gerade auch deshalb so gut mit Penny, Milo und Helen mitfiebern.

Ich fand Mit dir leuchtet der Ozean trotz Vorhersehbarkeit unglaublich stimmig und zudem wahnsinnig toll eingelesen von Sebastian Fischer und Funda Vanroy. Die beiden Sprecher haben Milo und Penny perfekt in Szene gesetzt, so manche Dialoge nochmals um einiges humorvoller wirken lassen, als sie ohnehin schon sind, und einfach dazu beigetragen, dass man beim Hören wunderbar abschalten und sich wegtragen lassen konnte. Absolute Hör- bzw. Leseempfehlung!


Fazit

Mit dir leuchtet der Ozean ist ein wunderbar leichter Liebesroman mit herrlichen Summervibes, der Lust auf Strandpartys, Cocktails und Urlaub macht. Ich habe Lea Coplins Sommerromanze an einem Tag durchgehört. Sowohl die luftig und leichte Art des Erzählens und die beiden Sprecher Sebastian Fischer und Funda Vanroy haben dazu beigetragen, dass ich mich einfach mit der Geschichte davontreiben lassen konnte. Wer Lust auf eine überwiegend unaufgeregte Liebesgeschichte hat, welche auf die Kanareninsel Fuerteventura entführt, dem kann ich Lea Coplins Roman sehr ans Herz legen.

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Veröffentlicht am 15.06.2021

Düster, frauenverachtend, grausam und dramatisch. Leider ohne durchgehenden roten Faden, aber toll eingelesen von Fanny Bechert!

Das Jahr der Hexen
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Das Jahr der Hexen ist nicht nur Alexis Hendersons Debüt als Autorin, sondern auch mein erster FESTA-Titel. Vielleicht waren meine Vorstellungen einfach zu anders, aber irgendwie habe ich mir mehr Horror, ...

Das Jahr der Hexen ist nicht nur Alexis Hendersons Debüt als Autorin, sondern auch mein erster FESTA-Titel. Vielleicht waren meine Vorstellungen einfach zu anders, aber irgendwie habe ich mir mehr Horror, Magie und Hexentreiben erwartet. Schlecht war der Roman keinesfalls, aber eben nicht wie erwartet. Das Buch ist düster, grausam, frauenverachtend und fanatisch - irgendwie ein bisschen wie ein Mix aus Der Report der Magd und The Grace Year. Und obwohl ich diese unerbittlichen und erschreckenden Geschichten aufgrund ihrer Thematik absolut fesselnd finde, konnte mich Das Jahr der Hexen nicht so richtig packen; zumindest nicht durchgehend.

In ihrem Debüt schickt Alexis Henderson ihre junge Protagonistin Immanuelle auf einen Art Kreuzzug gegen das strenge Patriarchat, welches in Bethel herrscht. Das Wort des Propheten steht in Bethel über allem und ist oberstes Gesetz. Frauen werden erbarmungslos unterdrückt und missbraucht und bei den kleinsten "Vergehen" gnadenlos bestraft. Für Immanuelle kommt noch erschwerend hinzu, dass sie farbig ist und allein ihre Herkunft und Abstammung auf Gotteslästerung basiert. Es sind tatsächlich heftige und schwere Themen, welche die Autorin aufgreift und in ihrem historischen Fantasyroman verarbeitet. Sexismus und Rassismus an jeder Ecke und die Dominanz der Männer haben eine Menge negativer Gefühle bei mir hervorgerufen. Das muss man der Autorin tatsächlich lassen, dass sie es schafft mit ihrem einnehmenden und atmosphärischen Stil eine Welle an Emotionen hervorzurufen; allen voran Wut, Hass und Rachsucht gegenüber den herrschenden Männern. Und auch Kirche und Religion werden nicht gerade in ein positives Licht gerückt.

Ziemlich gelungen fand ich auch die Einteilung in die die vier großen Abschnitte Blut, Pestilenz, Finsternis und Gemetzel. Was es mir den Plagen auf sich hat, müsst ihr natürlich selber herausfinden. Bei mir haben die Überschriften jedenfalls enorm meine Neugierde geweckt und das Feuer, welches zu Beginn des Buches in mir entflammt ist, immer wieder neu geschürt. Andernfalls hätte ich vielleicht sogar abgebrochen, denn nach einem beeindruckenden Start, der mich in diese schonungslos grausame Welt entführt hat, hatte ich nach und nach mehr das Gefühl auf der Stelle zu treten. Den sprichwörtlichen roten Faden habe ich leider immer wieder verloren, was auch dazu geführt hat, dass ich gedanklich recht häufig abgedriftet bin. Doch wie gesagt, meine Neugier hat gesiegt und letztlich war ich froh das Gemetzel miterlebt zu haben. Der Schluss hat mich dann nämlich nochmal so richtig gepackt und einige Längen im Buch wieder gut gemacht.

Fanny Bechert, welche das Buch eingelesen hat, hat übrigens einen grandiosen Job erledigt. Auch ihr ist es zu einem Großteil zu verdanken, dass ich weiter gehört habe. Vorallem die weiblichen Charaktere wurden von ihr sehr authentisch und lebendig dargestellt. Was die männlichen Stimmlagen betrifft, sehe ich zwar noch Luft nach oben, nichts desto trotz mochte ich die Lesung der Sprecherin sehr gerne.



Fazit

Mehr Drama als Horror. Mehr Historischer Roman als Fantasy. Irgendwie ein Mix aus Der Report der Magd und The Grace Year.

Alexis Henderson hat eine grausame, erschreckend frauenverachtende, fanatische und rassistische Welt erschaffen, in der das Wort des obersten Propheten Gesetz ist. Das Jahr der Hexen ist ein emotionales, düsteres und atmosphärisches Debüt, welches mich nach einem starken Beginn erst wieder gegen Ende so richtig fesseln konnte. Dazwischen habe ich leider immer wieder den roten Faden verloren. Es ist definitiv kein schlechtes Buch. Es werden heftige Themen wie Sexismus und Rassismus aufgegriffen; Themen, die zum Nachdenken anregen und wachrütteln. Verpackt wurde das ganze mit einer Fantasyschleife, wobei der Fantasyanteil nicht dominiert. Für meinen Geschmack hätte es ruhig mehr Magie und Hexenwerk geben können. Ich sehe aber auf jeden Fall das Potenzial, auch wenn es hier nicht vollends ausgeschöpft würde.

Fanny Bechert hat als Sprecherin des Hörbuches zudem einen tollen Job gemacht, weshalb ich allein für das Hörbuch 4 Herzchen vergebe.

Gesamt gibt's 3,5 💜.

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Veröffentlicht am 11.06.2021

Schnell und leicht zu lesende Urban Fantasy. Leider alles sehr oberflächlich

Underworld Chronicles - Verflucht
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Urban Chronicles - Verflucht ist der erste Teil einer Urban Fantasy-Reihe aus der Feder von Jackie May, besser bekannt als das Autorenduo Kelly Oram. Allein schon aufgrund der Tatsache, dass Kelly Oram ...

Urban Chronicles - Verflucht ist der erste Teil einer Urban Fantasy-Reihe aus der Feder von Jackie May, besser bekannt als das Autorenduo Kelly Oram. Allein schon aufgrund der Tatsache, dass Kelly Oram hinter dem Pseudonym Jackie May steckt, musste ich das Buch unbedingt lesen. Herrlich unkompliziert und mit gewohnt jugendlichem Flair und einer sehr einfach gehaltenen Sprache konnten mich die Autoren auch wieder sehr von sich überzeugen. Ich mag dieses Leichte und Lockere zwischendurch beim Lesen unglaublich gerne und schätze es sehr auch mal nicht zu viel mitdenken zu müssen. Trotzdem erwarte ich mir natürlich eine gehaltvolle Handlung und authentische Charaktere, die beide mit etwas Tiefgang glänzen sollten. Und genau das ist der Autorin hier leider überhaupt nicht geglückt. Schade, denn die Idee von Vampiren, Trollen, Sirenen und Co. in Detroit finde ich wirklich spannend.

Jackie Mays Urban Fantasy ist in einer der wohl gefährlichsten Städte der USA angesiedelt. Einem besseren Schauplatz für den, sagen wir mal übernatürlichen, Kriminalfall kann es eigentlich nicht geben. Protagonistin Nora wird eher ungewollt mitten in die Ermittlungen von vermissten, entführten übernatürlichen Wesen hineingezogen. Dabei will Nora aufgrund ihrer schweren Vergangenheit eigentlich nichts mit der 'Unterwelt' zu tun haben. Doch Nora hat eine besondere Begabung und sie ist wahrscheinlich die letzte Rettung für die entführten Wesen.

Wie gesagt klingt alles ganz spannend und gut, aber leider fehlt es der kompletten Geschichte an Tiefgang. Es wirkt alles nicht so wirklich ausgereift. Der ganze Kriminalfall wird in meinen Augen viel zu schnell aufgeklärt, alles wird viel zu oberflächlich geschildert, Nora löst scheinbar alles mit Leichtigkeit und auch das Ende kommt einfach viel zu schnell und aprubt. Doch nicht nur die Handlung selbst wirkt irgendwie unfertig, auch bei den Charakteren hat Jackie May zum einen gespart, was Tiefe angeht, zum anderen wirken diese in sich nicht stimmig. Protagonistin Nora ist hier das beste Beispiel. Einerseits hat sie eine berechtigte Abneigung gegen die Unterwelt und deren Geschöpfe, andererseits schließt sie schnell neue Freundschaften, zieht mit einem Troll zusammen, datet Vampire usw. Diese Widersprüchlichkeit passt für mich überhaupt nicht, weshalb ich zu Nora auch nicht wirklich einen Bezug aufbauen konnte. Authentisch geht anders.

Sehr schade, denn die Geschichte hätte definitiv Potenzial gehabt. 100 Seiten mehr hätten nicht geschadet, um den ganzen mehr Tiefgang, mehr Charakterstärke, ein ausgereifteres Worldbuilding und mehr Atmosphäre zu verleihen. So verblasst das Gelesene aber leider sehr schnell und ich habe jetzt auch nicht das Bedürfnis unbedingt weiter lesen zu müssen.

So, und weil das alles jetzt irgendwie so negativ klingt, möchte ich abschließend ein paar positive Worte fallen lassen. Jackies Schreibstil weiß zu fesseln und liest sich unglaublich schnell und leicht. Teilweise ist er auch sehr humorvoll, was sehr zu manchen Charakteren im Buch passt. Ich sag nur Rock-Cowboy Nick, welcher Nora bei den Ermittlungen zur Seite steht. Der smarte, geheimnisvolle Agent ist übrigens auch mein kleines, persönliches Highlight gewesen und vielleicht, ganz vielleicht, gebe ich den Underworld Chronicles wegen ihm noch eine Chance.

Fazit

Jackie May, ein Pseudonym des Autorenduos Kelly Oram, entführt uns mit ihrem Reihenauftakt in die Unterwelt Detroits, die von Vampiren, Trollen & Co. bevölkert ist. Als eine Reihe von Entführungen übernatürlicher Wesen stattfindet, wird Nora ungewollt in die Ermittlungen hineingezogen und muss sich dabei auch ihrer eigenen schweren Vergangenheit stellen. Die Geschichte hat definitiv Potenzial, leider wurde dies aber nicht annähernd ausgeschöpft. Es mangelt an Tiefgang, Charakterstärke, einem ausgereiften Worldbuilding und Atmosphäre. Einzig Jackie Mays wunderbar erfrischender, jugendlicher und leichter Schreibstil hat das Buch nicht zu einem kompletten Flop für mich gemacht. Leseempfehlung kann ich dieses Mal leider nicht aussprechen, ich bin mir aber sicher, dass das Buch seine Fans finden wird.

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