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Veröffentlicht am 05.06.2025

Das Schicksal ist ein Betrüger

Beeren pflücken
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"Uns verband die gemeinsame Liebe zu
Stille und Einsamkeit. Wir waren still, ohne allein zu sein."

Im Sommer 1962 verschwindet die vierjährige Ruthie spurlos, während ihre Familie als Erntehelfer Blaubeeren ...


"Uns verband die gemeinsame Liebe zu
Stille und Einsamkeit. Wir waren still, ohne allein zu sein."

Im Sommer 1962 verschwindet die vierjährige Ruthie spurlos, während ihre Familie als Erntehelfer Blaubeeren pflückt. Ihr Bruder Joe, der sie als Letzter gesehen hat, leidet ein Leben lang unter Schuldgefühlen und dem schmerzhaften Verlust.

Zur gleichen Zeit wächst das Mädchen Norma in einer scheinbar intakten Familie auf. Doch je älter sie wird, desto stärker fühlt sie, dass etwas in ihrer Herkunft nicht stimmt. Wiederkehrende Träume, eine überfürsorgliche Mutter und ein emotional abwesender Vater nähren in ihr den Verdacht, dass sie nicht das ist, was man ihr glauben macht.

Der Roman wird abwechselnd aus der Perspektive von Joe und Norma erzählt. Nach und nach nähern sich die beiden Lebensgeschichten und Erzählstränge einander an – bis die Wahrheit dann schließlich nicht länger verborgen bleiben kann.

Amanda Peters gelingt mit „Beeren pflücken“ ein durchaus eindrucksvolles Debüt, das sich durch seine ruhige Erzählweise und melancholische Tiefe auszeichnet. Die Geschichte selbst entfaltet sich nur recht langsam, aber dafür stetig. Der Einstieg ist dabei leider zugegeben langatmig, doch die Geduld wird schließlich mit einer sowohl sehr emotionalen als auch gut konstruierten Handlung belohnt. Die Charaktere sind vielschichtig und entwickeln sich im Verlauf der Geschichte deutlich weiter.

Insgesamt ist „Beeren pflücken“ kein einfaches, aber gerade deshalb auch lesenswertes Buch, das durch seine außergewöhnliche Thematik und eine feinfühlige Erzählweise überzeugt.

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Veröffentlicht am 02.06.2025

Enttäuschend vorhersehbar

Eine von uns
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"Um ehrlich zu sein, wusste ich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr wirklich, ob ich lebte oder tot war."

Nach dem Verlust ihres Hauses durch ein Feuer stehen Gina und ihre Familie vor dem Nichts und ziehen ...


"Um ehrlich zu sein, wusste ich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr wirklich, ob ich lebte oder tot war."

Nach dem Verlust ihres Hauses durch ein Feuer stehen Gina und ihre Familie vor dem Nichts und ziehen übergangsweise in das luxuriöse Anwesen ihrer alten Freundin Annie, die sich selbst im Urlaub befindet.

Kurz nach dem Einzug erscheint eine Frau namens Mary, die sich als Annies Haushälterin vorstellt. Obwohl Gina Marys Auftreten als recht ungewöhnlich empfindet, akzeptiert sie doch ihre Anwesenheit. Die Atmosphäre im Haus wird immer angespannter und Gina beginnt zu zweifeln, ob Mary wirklich die ist, die sie vorgibt zu sein. Fortan muss Gina sich nicht nur ihrer eigenen traumatischen Vergangenheit, sondern auch einer zunehmend bedrohlichen Gegenwart stellen.

Das Buch „Eine von uns“ beginnt mit einem vielversprechenden Setting – doch leider bleibt es dabei. Statt eines nervenaufreibenden Thrillers mit überraschenden Wendungen liefert Samantha Hayes einen eher seicht und eingängig geschriebenen Roman mit oftmals oberflächlichen Dialogen ab.

Das größte Problem: Spannung kommt kaum auf. Die Geschichte braucht sehr lange, um in Gang zu kommen – und wenn sie es dann tut, fühlt sich vieles zu konstruiert und absurd unrealistisch an.
Leider war die Handlung zu jeder Zeit absolut vorhersehbar und ohne größere Überraschungen.
Auch die beiden höchst merkwürdigen "Story-Wendungen" am Ende wirken aufgesetzt, fühlten sich überzogen und wenig glaubwürdig an.

Durch den Perspektivwechsel zwischen Gina und Mary entstehen immer wieder Redundanzen, die den ohnehin schon schleppenden Spannungsaufbau weiter bremsen und manche Abschnitte einfach langatmig wirken lassen.

Auch die Charaktere konnten mich nicht überzeugen. Sympathie kam für keine Figur auf, insbesondere Ginas Verhalten war oft so naiv und realitätsfern, dass es schwerfiel, sie ernst zu nehmen. Wer verhält sich so? Ihre Entscheidungen waren zuweilen mindestens merkwürdig bis nicht nachvollziehbar, teils völlig fahrlässig.

Für mich leider kein Highlight: Wer auf Spannung und ein klug konstruiertes Thrillererlebnis hofft, wird enttäuscht.
Eigentlich schade, denn die Grundidee der Geschichte hat durchaus Potential. Dafür und für den angenehm flüssig zu lesenden Schreibstil gebe ich dann doch noch drei Sterne.

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Veröffentlicht am 20.05.2025

Das Sterben hat begonnen

Aschesommer
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"Das hier war seine Rache. Er war nicht auf der Welt, um zu verzeihen. Er war hier, um sie zu zerstören."

Ein halbes Jahr nach den traumatischen Ereignissen der „Krähentage“ wird die Sonderermittlungsgruppe ...


"Das hier war seine Rache. Er war nicht auf der Welt, um zu verzeihen. Er war hier, um sie zu zerstören."

Ein halbes Jahr nach den traumatischen Ereignissen der „Krähentage“ wird die Sonderermittlungsgruppe 4 erneut mit einem verstörenden Fall konfrontiert.
Nach einem rätselhaften Hinweis stoßen Jakob Krogh und Mila Weiss auf zwei tiefgefrorene Leichen in einem verlassenen Bauernhof. Eine Botschaft aus Asche kündigt weiteres Sterben an. Während die "Gruppe 4" ermittelt, zeigt sich: Der Täter kennt nicht nur die Opfer, sondern gleichzeitig die geheimsten Schwächen der Ermittler. Die Spur führt tief in psychologische Abgründe; die Grenze zwischen den Ermittlern und dem Täter beginnt zu verschwimmen.

Die erzählte Geschichte ist unheimlich spannend und in sich sehr schlüssig; gleichzeitig aber auch verstörend genial und klug konstruiert. Die handelnden Charaktere, allen voran natürlich Mila und Jakob, sind detailreich und glaubwürdig charakterisiert.
Aufgrund des verwendeten Schreibstils lässt sich der Thriller flüssig lesen, man kann das Buch kaum noch aus der Hand legen und wird regelrecht atemlos in die Handlung hineingezogen.

„Aschesommer“ ist ein fesselnder Thriller, der mich mit psychologischer Tiefe, komplexen Charakteren und einer spannungsgeladenen Handlung in den Bann gezogen hat. Benjamin Cors ist es erneut gelungen, eine zunehmend düstere Atmosphäre zu erschaffen, in der die Ermittler nicht nur gegen einen skrupellosen Mörder, sondern auch gegen ihre eigenen inneren Dämonen zu kämpfen haben.

Wer schon die „Krähentage“ gelesen hat (und das ist zum Verständnis unbedingt Voraussetzung), sollte sich diesen Nachfolger keinesfalls entgehen lassen.
Die Handlung ist unfassbar packend; inhaltlich zugleich absurd genial.
Ein Thriller, der keine Kompromisse macht: Für mich ist der "Aschesommer" tatsächlich noch etwas besser als der schon ausgesprochen gute erste Teil.
Uneingeschränkte Thrillerempfehlung, volle Punktzahl!
Ich freue mich auf weitere Teile der Serie, es gibt wohl ganz offensichtlich noch recht viel zu erzählen.

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Veröffentlicht am 09.05.2025

Horror und Liebe

Phantasma – Spiel um dein Leben, fürchte die Liebe
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"Du hast versagt, obwohl du noch nicht einmal angefangen hast. Klopf dreimal gegen die Mauer, dann wird alles wieder gut."

„Phantasma“ von Kaylie Smith hat mich wirklich positiv überrascht und ist mal ...


"Du hast versagt, obwohl du noch nicht einmal angefangen hast. Klopf dreimal gegen die Mauer, dann wird alles wieder gut."

„Phantasma“ von Kaylie Smith hat mich wirklich positiv überrascht und ist mal etwas ganz anderes gewesen als das, was ich sonst lese. Wir begleiten Ophelia nach dem Tod ihrer Mutter nach Phantasma – und was dort passiert, muss man selbst gelesen haben. Teufel, Phantome und Dämonen. Alles findet seinen Platz in dieser Geschichte. Also auch die Liebe. Sie steht zwar nicht unbedingt im Vordergrund, hat aber dennoch eine starke Präsenz.

Weiter ins Detail gehen möchte ich in Sachen Liebe allerdings nicht. Nur so viel: Es entstehen definitiv interessante Beziehungen unter den Protagonisten.
Ophelia und Blackwell sind vor allem interessant. Ophelia, weil sie nun mal eben im Mittelpunkt der Geschichte steht und das ein oder andere Problem bewältigen muss. Sie ist nicht die klassische starke weibliche Protagonistin und hinter ihrer Fassade steckt noch mehr, wie man im Laufe der Geschichte bemerkt. Besonders der Bund zu ihrer Schwester ist sehr stark und bringt sie in die ein oder andere brenzlige Situation.

Und brenzlige bzw. gefährliche Situationen findet man in Phantasma sehr häufig. Und das macht diese Geschichte aus. Kaylie Smith schafft es einfach viel Spannung und ruhigere Story Elemente in ein perfektes Gleichgewicht zu bringen – denn langweilig ist mir beim Lesen nie geworden. Was auch an dem Schreibstil liegt, der ganz einfach gehalten ist. Die Beschreibungen der Umgebung lassen das gesamte Setting lebendig werden und man hat das Gefühl, man würde sich zusammen mit Ophelia den einzelnen Prüfungen stellen.

Insgesamt lassen sich in „Phantasma“ viele wundervoll ausgearbeitete Ideen finden, die alle auf irgendeine Weise zusammenpassen. Diese Geschichte ist einfach etwas Besonderes – von den Protagonisten bis hin zum Setting. Wer also Lust auf eine Geschichte hat, die man nicht weglegen kann, wird hier fündig. Aber denkt beim Lesen daran: Verliebt euch nicht (zu schnell in die Protagonisten).

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Veröffentlicht am 30.04.2025

farblos triste Fortsetzung

Was am Ufer lauert
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"Verdammt, warum konnte das Leben nicht immer so sein. Wer hatte sich nur dieses Erwachsensein ausgedacht."

Im neuen Roman „Was am Ufer lauert“ von Lenz Koppelstätter, der Fortsetzung von „Was der See ...


"Verdammt, warum konnte das Leben nicht immer so sein. Wer hatte sich nur dieses Erwachsensein ausgedacht."

Im neuen Roman „Was am Ufer lauert“ von Lenz Koppelstätter, der Fortsetzung von „Was der See birgt“, wird die Polizeireporterin Gianna Pitti erneut in einen rätselhaften Fall am Gardasee verwickelt. Wenige Wochen nach den Ereignissen des ersten Bandes (den man zum Verständnis unbedingt kennen sollte) kehrt ihr verschollener Vater Arnaldo unerwartet zurück und bittet sie um ihre Hilfe. Als es dann zu einem Treffen mit einer unbekannten Informantin kommen soll, entdeckt Gianna stattdessen die Leiche einer Frau. Gianna, ihr Vater Arnaldo, ihr exzentrischer Onkel Francesco und die Chefredakteurin Elvira stoßen bei ihren Nachforschungen auf Spuren, die tief in die Vergangenheit der Familie Pitti und in die Geschichte des Gardasees führen.

Nach dem recht unterhaltsamen Serien-Auftakt hatte ich mich auf die Rückkehr an den Gardasee gefreut – leider konnte mich die Fortsetzung nicht überzeugen.
Der weit ausschweifende Schreibstil und unzählige unnötige Längen nehmen der Geschichte viel von ihrer Spannung. Auch die ungemein sperrige Sprache erschwert das Eintauchen in die eigentliche Handlung. Diese wirkt zudem auch noch sehr konstruiert und wenig glaubhaft; der Kriminalfall verschwindet dabei fast vollständig hinter einem familiären Drama.

Die Figuren, die Protagonisten, die im ersten Band noch lebendig und vielschichtig waren, erscheinen diesmal klischeehaft und überzeichnet – eine echte Bindung zu ihnen wollte sich bei mir nicht einstellen.

Auch die Atmosphäre und der Zauber des Gardasees, die im Serienauftakt so überzeugend eingefangen wurde, bleibt diesmal unbefriedigend blass.

Letztendlich konnte mich die Auflösung des eigentlichen Kriminalfalls nicht wirklich mitreißen und auch inhaltlich gar nicht überzeugen.

Schade, eine schwache Fortsetzung. Für mich, im direkten Vergleich zum ersten Band, eine Enttäuschung. Zu viel Familiendrama, zu wenig Kriminalroman.

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