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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.11.2023

Hochspannende Lost Places

Stille Falle
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"Selbstdisziplin bedeutet, niemals den leichten Weg zu wählen."

Die neunzehnjährige Millionärstochter Smilla Holst ist spurlos verschwunden. Wurde sie Opfer einer erpresserischen Entführung? Welche ...



"Selbstdisziplin bedeutet, niemals den leichten Weg zu wählen."

Die neunzehnjährige Millionärstochter Smilla Holst ist spurlos verschwunden. Wurde sie Opfer einer erpresserischen Entführung? Welche Rolle spielt dabei ihr ehemaliger Freund Malik Mansur?

In einem unfairen Ränkespiel um Macht und Karriere wird die zunächst leitende Ermittlerin, Kriminalinspektorin Leonore Asker, von ihrem ehemaligen Kollegen Jonas Hellmann äußerst bösartig ausmanövriert und auf ein vermeintlich sinnloses Abstellgleis geschoben.
Als die neue Leiterin der sogenannten "Reserveabteilung für hoffnungslose Fälle und verlorene Seelen" kommt sie dem Holst-Fall dann aber schneller als erwartet wieder ganz nah.
Die Jagd nach dem Troll hat begonnen:
einem Gespenst aus der Vergangenheit.

Trotz diverser Handlungsstränge auf verschiedenen Zeitebenen und einer Vielzahl an handelnden Personen ist man als Leser dieses Kriminalromans niemals überfordert und kann der komplexen Erzählung weitestgehend problemlos folgen. Die einzelnen Kapitel sind dabei übersichtlich kurz man ist regelmäßig versucht, "nur noch dies eine Kapitel" zu lesen. Zumal der angelegte Spannungsbogen ein durchgehend hohes Niveau erreicht und zahlreiche Storywendungen zur sehr abwechslungsreichen Geschichte beitragen. Der Schreibstil ist angenehm flüssig zu lesen, die über 500 Textseiten fliegen nur so dahin.

Mit der Hauptprotagonistin Leo Asker erschafft der Autor einen jederzeit glaubhaften Charakter mit enormen Tiefgang, sehr offensichtlich erkennt man ihre ganz persönlichen und individuellen Stärken und Schwächen. Eine Identifikation fällt leicht.

Mit "Stille Falle" liefert Anders de la Motte einen ganz hervorragenden und ultraspannenden Kriminalroman ab. Sehr gelungener Serienauftakt: ich freue mich auf die Fortsetzungen.
Uneingeschränkte Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 13.11.2023

Farbenfroh

Die graue Stadt
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"Ich möchte in einer bunten Stadt wohnen. Deswegen muss ich jetzt etwas tun!"

Wo sind nur all die bunten Farben geblieben? Das Leben in der Stadt ist zu einem grauen Einerlei geworden. Robin und ihr ...


"Ich möchte in einer bunten Stadt wohnen. Deswegen muss ich jetzt etwas tun!"

Wo sind nur all die bunten Farben geblieben? Das Leben in der Stadt ist zu einem grauen Einerlei geworden. Robin und ihr neuer Freund Alani wollen das so nicht akzeptieren und machen sich auf, ein großes Rätsel zu lösen.

Eine tolle Geschichte, sehr emphatisch erzählt und mit liebevoll gestalteten großformatigen und beeindruckenden Illustrationen versehen. Gleichzeitig gibt es auch noch etwas zu lernen, über die Brechung des Lichts und die Entstehung der Farben eines Regenbogens.

Mich hat dieses einzigartige Buch von Torben Kuhlmann sehr überzeugen können. Eine Geschichte, die zum Nachdenken anregt und Mut machen will, sich für etwas einzusetzen, was einem wichtig erscheint.
Deshalb: Absolute Leseempfehlung (für Jung und Alt, ab acht Jahren).

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Veröffentlicht am 30.10.2023

Freiheit durch Wagemut?

Der Mentor
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"Das hier war etwas völlig anderes. Und er fühlte sich absolut nicht bereit dafür."

Die Angst geht um in Heidelberg; das eher zufällige Auffinden von drei brutal ermordeten Frauen in einem Waldgebiet ...


"Das hier war etwas völlig anderes. Und er fühlte sich absolut nicht bereit dafür."

Die Angst geht um in Heidelberg; das eher zufällige Auffinden von drei brutal ermordeten Frauen in einem Waldgebiet weist auf einen Serientäter hin.
Der Heidelberger Kommissar Jakob Krohn erhält bei seinen Ermittlungen Unterstützung durch eine Sondereinheit des LKA Münchens.
Die daraus zwangsläufig resultierende, notwendige Zusammenarbeit mit der jungen Fallanalytikerin Nova Winter gestaltet sich anfänglich überaus kompliziert, zu unterschiedlich sind die beiden Charaktere.

Der Thriller nimmt von Beginn an extrem schnell an Fahrt auf. Insgesamt umspannt das Buch satte 119 Kapitel, die mitunter aber recht kurz gehalten sind. Mit dem sehr schnellen Wechsel von Handlungsorten und / oder der Erzählperspektive wird das Tempo zusätzlich erhöht.

Ein Thriller, der auch wirklich einer ist und alles enthält, was einen guten Thriller eben so ausmacht: einerseits eine temporeiche Erzählweise mit gleichzeitig durchgehend spürbar hoher Spannung, andererseits aber auch viele überraschende Storywendungen und auch einge (sehr wenige) genretypische Schockmomente.

Die Autorin Svenja Diel erzählt in "Der Mentor" eine abwechslungsreiche Story, die am Ende stimmig aufgelöst wird, ohne offene Fragen zu hinterlassen.

Eine unbedingte Leseempfehlung für alle Thriller-Liebhaber. Ein neues und sympathisches Ermittlerduo, Nova und Jacob, beweisen enormes Potential für weitere spannende Fälle:
Fortsetzung ausdrücklich erwünscht!

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Veröffentlicht am 22.10.2023

Schätze eines Lebens

Florence Butterfield und die Nachtschwalbe
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"Das Leben ... Was für ein Jammer, dass wir nur einen Versuch haben."

Im Alter von nunmehr siebenundachtzig Jahren blickt Florence Butterfield auf ein ereignisreiches Leben und auf ihre sechs großen ...


"Das Leben ... Was für ein Jammer, dass wir nur einen Versuch haben."

Im Alter von nunmehr siebenundachtzig Jahren blickt Florence Butterfield auf ein ereignisreiches Leben und auf ihre sechs großen Liebschaften zurück.
Sie hat viel von der ganzen Welt und den Menschen gesehen und kann von unzähligen Abenteuern berichten.

Mit ihrem einzigartigen Schreibstil und mit viel trockenem britischen Humor, gelingt es Susan Fletcher, uns auf eine abwechslungsreiche Reise durch viele Jahrzehnte mitzunehmen.
Hauptprotagonistin Florence plaudert sehr gerne, und das immer unbeschwert und mit jedermann. Gleichzeitig lässt sie auch uns, als Leser, an ihren Gedanken und Gefühlen teilhaben.

Zugegeben, der Roman hat so einige Längen, die Erzählungen zuweilen redundant, aber genau darum geht es: sich einfach einmal die Zeit nehmen um geduldig "zuzuhören" und damit zu entschleunigen. Für diesen Roman sollte man unbedingt reichlich Geduld mitbringen.

Ganz nebenbei löst Florence tatsächlich auch noch ein Verbrechen auf. Aber auch das geschieht (sicherlich genau und bewusst so gewollt) ohne allzuviel Spannung oder gar Nervenkitzel.

Eine ruhig erzählte Geschichte, zum einen voller Begeisterung für das Leben, aber andererseits zugleich auch oftmals melancholisch, fast depressiv.

Fazit: Ein Roman für lange und dunkle Winterabende, für den man Zeit und Geduld benötigt; ein fast fünfhundert Seiten umfassendes (zu ausführliches) Plädoyer dafür, sein Leben zu genießen.
Weniger hätte hier mehr sein können.

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Veröffentlicht am 16.10.2023

Schlechte Träume

Hope's End
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"Mit einem Buch ist man nie einsam. Niemals."

Hope's End ist ein einsam gelegenes Herrenhaus an der Atlantiksteilküste von Maine, in dem sich vor mehr als fünfzig Jahren ein schreckliches Familiendrama ...


"Mit einem Buch ist man nie einsam. Niemals."

Hope's End ist ein einsam gelegenes Herrenhaus an der Atlantiksteilküste von Maine, in dem sich vor mehr als fünfzig Jahren ein schreckliches Familiendrama ereignet hat. Die damals siebzehnjährige Lenora Hope wird danach verdächtigt, ihre Eltern und auch ihre Schwester brutal ermordet zu haben. Was aber wirklich in dieser schicksalhaften Oktobernacht im Jahr 1929 passiert ist, bleibt jahrzehntelang ungeklärt. Doch nun will die inzwischen 71jährige Lenora, die nach einem Schlaganfall im Rollstuhl sitzt und nur noch mithilfe einer Schreibmaschine kommunizieren kann, ihrer neuen Pflegerin Kit McDeere alles erzählen. Ein lange aufgeschobenes spätes Geständnis?

Die Geschichte wird auf zwei Ebenen erzählt, zum einen in der Jetztzeit aus der Sicht von Kit und andererseits als Bericht via Schreibmaschinentext aus den  Erinnerungen von Lenora.

Sechs Personen, in einer vom Absturz bedrohten Villa, jeder von ihnen hat sein eigenes dunkles Geheimnis.
Es entwickelt sich ein Katz- und Maus-Spiel mit Lügen und gegenseitigen Verdächtigungen.

Die Geschichte überrascht regelmäßig durch einge unerwartete Offenbarungen und Wendungen, Langeweile kommt hier niemals auf. Auch aufgrund des durchweg angenehmen Schreibstils ist das Buch schnell und flüssig zu lesen.

Mit "Hope’s End" liefert der Autor Riley Sager einen spannungsgeladenen und atmosphärischen Roman ab, der aber weit weniger Thriller ist als sein letztes Buch "NIGHT – Nacht der Angst".
Die Hauptprotagonistin Kit McDeere ist sympathisch charakterisiert, gerne durchlebt man mit ihr dieses fesselnde Abenteuer. Für meinen Geschmack deutlich übertrieben gelassen warten alle Beteiligten äußerst geduldig ab, ob und wann denn die Klippe abbricht und Hope’s End mit sich reißt.

Der finale Showdown kommt etwas übermäßig dramatisch daher und wirkt arg konstruiert und kaum glaubwürdig. Das stört aber den Gesamteindruck nur minimal, deshalb:

Leseempfehlung. Spannende Lesekost, die mich gut unterhalten konnte.

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