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Veröffentlicht am 12.01.2018

Und wenn es doch eine Hölle gibt?

Hangman. Das Spiel des Mörders (Ein New-Scotland-Yard-Thriller 2)
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Jemand erschafft Mörder. Diese Mörder bringen Leute auf meist spektakuläre Weise um und sterben dann selbst. Dieser Jemand, der dahinter steht, ist ein Phantom, und er manipuliert Leute auf beiden Seiten ...

Jemand erschafft Mörder. Diese Mörder bringen Leute auf meist spektakuläre Weise um und sterben dann selbst. Dieser Jemand, der dahinter steht, ist ein Phantom, und er manipuliert Leute auf beiden Seiten des großen Teichs, in London und New York. Als sich die Todesfälle und Anschläge häufen, wird Baxter als englische Expertin in die Staaten geschickt, um gemeinsam mit Beamten des FBI und der CIA die Fälle zu klären. Dabei geht alles schief, was nur schief gehen kann, und irgendwann watet man scheinbar nur so im Blut. Ohne Edwards könnte Baxter wie schon bei Ragdoll einpacken, denn trauen kann sie bald niemandem mehr.

Dieser Cole. Mit Ragdoll hat er einen Hype entfacht - warum? Weiß ich nicht. Vielleicht, weil er sich nichts sch... Ihn interessieren gängige Praktiken des guten Schreibens schlicht nicht, was mich anscheinend mehr stört als das Gros der anderen Leser. Ich sag's mal grob: Er hat null Ahnung von Perspektive. Er lässt immer gerade den denken und reden, der ihm in den Sinn kommt, ob wir uns gerade in der personellen Perspektive eines anderen befinden, ist ihm egal. Immerhin schreibt er unterhaltsam. Wenn man es irgendwie schafft, sämtliche unlogischen (Himmel, dieser Quatsch in dem alten Theater, hat es je einen größeren Blödsinn in einem Thriller gegeben?!) Gegebenheiten auszublenden, ist es immerhin nicht langweilig. Das ist leider das Netteste, was es über die Bücher des Autors zu sagen gibt, andererseits gibt ihm der Erfolg recht. Warum sich ums Handwerk kümmern, wenn geschluderte Übertreibungen gefeiert werden? Als Drehbuch ist es ok, als normales Buch zumindest sprachlich kein Bestseller. 2,5/5 Punkten.

Veröffentlicht am 09.01.2018

Gefangen

Cloud
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Mit sechzehn ist das Leben schon mal von Natur aus nicht einfach. Die Eltern brauchen ewig, bis sie erwachsen werden und außer einem selbst ist sowieso niemand vernünftig. Emma ist gerade in diesem undankbaren ...

Mit sechzehn ist das Leben schon mal von Natur aus nicht einfach. Die Eltern brauchen ewig, bis sie erwachsen werden und außer einem selbst ist sowieso niemand vernünftig. Emma ist gerade in diesem undankbaren Alter, doch ihre Probleme sind sogar größer als die der meisten anderen. Vor wenigen Monaten ist ihr kleiner Bruder Ethan gestorben, und in ihrer Trauer und Verzweiflung ziehen ihre Eltern mit ihr in ein Smart Home, ein Haus, in dem alles über Computer gesteuert wird, auch und gerade die Sicherheit. Emma hat das Gefühl, mit niemandem reden zu können; desto mehr freut sie sich, als sie in einer Facebook-Trauergruppe Paul kennenlernt. Paul versteht genau, was sie durchmacht, er hört ihr zu, er ermutigt sie, mit jemandem zu reden und auch wieder mit dem Laufen anzufangen. Doch nach und nach wird Pauls Fürsorge immer aufdringlicher, und dann erfährt Emma etwas über ihn, das sie nie erwartet hätte und sie in Lebensgefahr bringt.

Emmas Hin- und Hergerissenheit war gut dargestellt, auch wenn ich manche ihrer Reaktionen als zu naiv und konstruiert empfand. Aber die Gefahr, sich Fremden im Internet anzuvertrauen, wird gut beschrieben und es ist nicht das, was die meisten erwarten werden. Mir gefiel, wie Emmas Verzweiflung greifbar wurde, aber ihre Freunde waren mir ein bisschen zu sehr Klischee. Die hippe beste Freundin, der (total heimlich) in sie verknallte beste Freund, der so glatt und rund war, dass er als Buslenkrad durchgehen könnte. Trotzdem mochte ich das Buch größtenteils, es war spannend geschrieben und leicht zu lesen, und wäre es nicht gar so konstruiert, hätte es richtig großes Kino sein können. 3,5/5 Punkten.

Veröffentlicht am 09.01.2018

Eisiger Rhein

SINCLAIR - Dead Zone: Folge 02
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Diese Rezension bezieht sich auf das Hörspiel zur gleichnamigen Reihe.

Winter 1896, Düsseldorf. Zwei spielende Kinder finden auf dem zugefrorenenen Rhein die Leiche eines Mannes. Bei ihm handelt es sich ...

Diese Rezension bezieht sich auf das Hörspiel zur gleichnamigen Reihe.

Winter 1896, Düsseldorf. Zwei spielende Kinder finden auf dem zugefrorenenen Rhein die Leiche eines Mannes. Bei ihm handelt es sich um den hollländischen Architekten Kerckhoven, der am nächsten Tag ein Gutachten zur Rheinbrücke abgeben sollte. Doktor Sonderberg, der sonderbare Detektiv mit den unklaren Finanzverhältnissen, wird von einem verdächtigen Reeder beauftragt, seine Unschuld zu beweisen. Die Ermittlungen führen Sonderberg und seine neue Assistentin Minnie Cogner in Spielhallen und gewisse Etablissements, und auch vor einem eisigen Bad im Rhein sind sie nicht gefeit.

Die Leistung der Sprecher ist wieder top. Besonders die Sprecherin der Minnie Cogner glänzt durch ihre Darstellung der nervigen ehemaligen Dienstbotin, die zwar ein gutes Herz hat, aber auch ganz schön auf den Zeiger gehen kann. Was mich auch an diesem Hörbuch wieder gestört hat, ist die Vorhersehbarkeit. Ob das die Sache mit dem Neffen ist oder das Motiv der Täter, es gab keine Überraschungen. Es sind kurzweilige Hörspiele, auch gut gemacht, aber durch ihre Kürze verlieren sie auch viel Potenzial.

Veröffentlicht am 08.01.2018

Beute und Gier

SINCLAIR - Dead Zone: Folge 01
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Spätes 19. Jahrhundert, Düsseldorf. Der etwas kauzige Detektiv Dr. Friedrich Sonderberg findet auf einem Spaziergang mit seiner noch kauzigeren Nachbarin Minnie Cogner bei Schloss Jägerhof eine Leiche. ...

Spätes 19. Jahrhundert, Düsseldorf. Der etwas kauzige Detektiv Dr. Friedrich Sonderberg findet auf einem Spaziergang mit seiner noch kauzigeren Nachbarin Minnie Cogner bei Schloss Jägerhof eine Leiche. Wer ist diese junge Frau? Niemand scheint sie zu vermissen, und weil sie anhand einer allergischen Reaktion auf Bienenstiche gestorben ist, will die Polizei auch nicht ermitteln, zumal auf dem Schloss die Geburtstagsfeier eines Düsseldorfer Fabrikanten ansteht. Die feine Gesellschaft soll nicht gestört werden. Wie gut, dass Sonderberg den Fabrikanten kennt und einer intriganten Sache auf die Spur kommt, welche im Mord gipfelte.

Das war ein ziemlich kurzes Hörspiel, das von den Sprechern mit Spaß gestaltet war. Die Zeit schien mir als Laien gut erfasst, aber der Fall selbst war jetzt nicht so überzeugend. Zu vorhersehbar entwickelte sich die ganze Sache, immerhin brachte die neugierige Nachbarin Minnie etwas Humor hinein. Um ehrlich zu sein, hätte man sich auch das letzte - irgendwie aus allem losgelöste - Kapitel sparen können bzw. im nächsten Fall unterbringen und die Gesangseinlage ... sollte wohl witzig sein. Na ja. Wer's mag. War okay, aber wird wohl nicht länger im Gedächtnis bleiben.

Veröffentlicht am 06.01.2018

Acht-ung!

Mängelexemplare und andere makabre Geschichten
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Mit BioPunk'd liegt uns ein Erzählband mit acht so verschiedenen wie interessanten Geschichten vor:

1. So gut wie tot: Ein paar Outlaws im Wilden Westen töten ihre Verfolger und müssen dann feststellen, ...

Mit BioPunk'd liegt uns ein Erzählband mit acht so verschiedenen wie interessanten Geschichten vor:

1. So gut wie tot: Ein paar Outlaws im Wilden Westen töten ihre Verfolger und müssen dann feststellen, dass jede böse Handlung irgendwann auf den Täter zurückfällt. Großartige Idee, als Drehbuch auch super, aber durch die völlig emotionslose und ständig die Perspektive wechselnde Schreibweise auch genauso unspannend. Dabei wären durch die Horror- und Trashelemente alles vorhanden.

2. Invasion: In drei Versionen geschilderte Übernahme der Erde durch Außerirdische. Witzig, aber völlig unlogisch in sich (ich meine nicht die Aliens, die nehme ich als gegeben).

3. Vollmond über Venedig: Ein Hauch von Steampunk trifft auf Werwölfe. Nett, aber vorhersehbar.

4. Bedrohte Art: Ein Zigeuner-Fluch fällt im zweiten WK auf eine amerikanische Kompanie zurück. Bösartig, psychologisch interessant, aber das übliche Problem: distanziert.

5. Souljacker: Der Teufel wandelt als wirkliche Person auf der Erde. Ich mochte die Geschichte, die ich schon aus einer Anthologie kannte, aber ohne Gefühle das Potenzial verschenkt.

6. Was übrig bleibt: ein Schauermärchen. Auch hier, sehr viel Potenzial für Schauer, aber so ansatzlos, wie es beginnt, endet es auch.

7. Das Objekt der Begierde: Die wohl originellste Geschichte, aus der Sicht (meistens) eines manipulierenden Buches geschildert.

8. BioPunk'd: Hunger Games meets Antihelden. Mit Abstand die best(e)geschriebendste Story des Buches. Endlich konzentriert sich der Autor mal fast ausschließlich auf eine Person, und der Twist am Ende war großes Kino.

Was man zusammenfassend feststellen kann: Zwengel hat Talent, Ideen und Originalität, aber ihm fehlt das Handwerk. Ein guter Lektor hätte ihn irgendwann einmal darauf aufmerksam machen müssen, dass ohne Gefühle der Protagonisten auch keine Gefühle bei den Lesern ankommen, und das ständiges Switchen zwischen den Protagonisten nicht zu mehr Action, sondern Irritation führt. Ein kurzweiliges Buch, aber nicht herausragend.