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Veröffentlicht am 24.02.2019

Brainfuck? Brainhack!

Mein Kopf gehört mir
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Miriam Meckel ist Professorin für Kommunikationswissenschaften und als solche beschäftigt sie sich eben auch mit dem Gehirn und dem, was damit machbar ist.
In diesem Buch geht sie darauf ein, wie in gar ...

Miriam Meckel ist Professorin für Kommunikationswissenschaften und als solche beschäftigt sie sich eben auch mit dem Gehirn und dem, was damit machbar ist.
In diesem Buch geht sie darauf ein, wie in gar nicht allzu ferner Zukunft unser Gehirn manipuliert werden kann - und wenn etwas technisch möglich ist, wird es auch getan, also kann man sich auch gleich darauf einstellen, dass es passieren wird.
Schon jetzt arbeiten Wissenschaftler und Organisationen mit Hochdruck daran, das Gehirn auf die nächste Stufe zu stellen. Wir sollen geupdatet werden, effizienter werden, schneller denken können, mehr arbeiten, weniger schlafen.
Schon jetzt gibt es Firmen, die strombasierte Geräte anbieten, mit denen man sich selbst angeblich putschen kann.

Meckel berichtet von den technischen Möglichkeiten, die schon existieren, von dem, was rein theoretisch möglich ist und in wie fern man das Gehirn überhaupt schon entschlüsselt hat. (Noch nicht sehr weit, aber das ändert nichts daran, dass daran rumgespielt wird.)
Sie hat Selbstversuche in stockdunklen, reizlosen Räumen durchgeführt und sich auch an Strom anschließen lassen.
Ihre Erkenntnisse und Schlussfolgerungen sind mehr als erschreckend - ich meine, wer möchte schon irgendwann statt Facebook Brainbook haben? Wer möchte, dass alle und jeder auf das eigene Gehirn zugreifen können?
Sollte man meinen: niemand. Aber da irrt man sich. Die Zukunft mit Brainhacking und Supercomputern steht uns bevor und es klingt eher nach Dystopie als Utopie.
Ein interessantes, nachdenklich machendes Buch, allerdings dermaßen trocken geschrieben, dass man beim Umblättern gelegentlich meinte, Staub aufwirbeln zu sehen.

Veröffentlicht am 23.02.2019

Unherz

Heartless, Band 1: Der Kuss der Diebin
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Vor drei Jahren sind Zeras Eltern von Banditen überfallen und getötet worden, sie selbst wurde zum Sterben zurückgelassen. Eine Hexe fand sie, nahm ihr das Herz und rettete sie damit. Seitdem dient sie ...

Vor drei Jahren sind Zeras Eltern von Banditen überfallen und getötet worden, sie selbst wurde zum Sterben zurückgelassen. Eine Hexe fand sie, nahm ihr das Herz und rettete sie damit. Seitdem dient sie der Hexe, aber es gibt eine Chance, sich von der Sklaverei zu befreien. Wenn sie die ihr auferlegte Mission erfolgreich erfüllt, als Frühlingsbraut dem Prinzen nahezukommen und ihm das Herz zu rauben. Wortwörtlich. Die Hexen versprechen sich von diesem Plan, den Krieg zu verhindern, den die Menschen gegen sie führen wollen, Zera hingegen die Freiheit. Der Plan scheint zu gelingen, der Prinz findet Gefallen an dem Mädchen, das so anders als die anderen Frühlingsbräute ist - doch Zera überfallen immer mehr Gewissensbisse. Ist sie wirklich bereit, ihre Freiheit gegen die des Prinzen einzutauschen?

Was mir von Anfang an positiv auffiel, war die schnoddrig-moderne Ausdrucksweise, die man so bei einem Mittelalterfantasybuch nicht erwartet. Die Charakterisierung der Protagonisten ist gelungen, wobei für mich die Nebencharaktere tatsächlich besser ausgearbeitet sind. Während der Prinz soooo edel ist, dass man ihm ab und zu eine Ohrfeige verpassen möchte, um zu sehen, ob er darauf reagiert, bringen die "Tante" von Zera, der Leibwächter des Prinzen, Fione und selbst ein Bediensteter der Tante Schwung in die Sache. Zera ist ... einfach Zera. Gut fand ich, dass sie bei all der Schwärmerei für den Prinzen nie völlig den Verstand verlor. Dafür nervten mich die ewig gleichen Wiederholungen. Ja, schon klar, die Glut verlangt nach Blut, aber auf Dauer wurde es anstrengend, immer dieselben gleichen Diskussionen im Kopf zu lesen. Trotzdem: ein schöner Auftakt, der Lust auf mehr macht. 3,5/5 Punkten.

Veröffentlicht am 21.02.2019

Vampire in England

Oscar Wilde & Mycroft Holmes - Folge 19
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Als während eines Sturms ein Schiff vor der Küste Englands kentert, werden in der kleinen Hafenstadt Whitby seltsame Käfige an Land gespült. Doch das ist nicht das Schlimmste, was passiert. Plötzlich stapeln ...

Als während eines Sturms ein Schiff vor der Küste Englands kentert, werden in der kleinen Hafenstadt Whitby seltsame Käfige an Land gespült. Doch das ist nicht das Schlimmste, was passiert. Plötzlich stapeln sich die Leichen in der Gegend, doch selbst das ist noch nicht das Erschreckendste: Sie scheinen alle blutleer zu sein, als hätte sie jemand völlig ausbluten lassen. Diese beunruhigenden Meldungen erreichen Mycroft Holmes in London und der schickt natürlich sein bestes Pferd im Stall los: Oscar Wilde. Begleitet von dem ehemaligen Großwildjäger Hawthorne macht er sich daran herauszufinden, wer dahinter steckt und ob es eine Bedrohung für das gesamte Empire gibt.

Bei den positiven Dingen hier sei zu vermerken, dass es endlich mal wieder eine Geschichte gibt, in der es nicht vor lauter Logiklöchern nur so wimmelt. Tatsächlich war sie sogar stringent erzählt und die Sprecher waren wie fast immer top ausgewählt. Ein bisschen Namedropping gab es auch, gleich zu Beginn wurde (so glaube ich jedenfalls) Phineas Fogg aus dem Jules-Verne-Universum erwähnt, und später kam noch Bram Stoker hinzu - der Fachmann für Vampire, der Wilde und Hawthorne auf die richtige Spur bringt. Negativ anzumerken ist, dass es hier mal wieder mit der Haupthandlung absolut keinen Fortschritt gibt, außer dass mal eben die Darwinsche Gesellschaft erwähnt wird und die Geschichte mit einem Cliffhanger endet. Schade. Wäre langsam echt schön, zum Ende zu kommen, denn einfach so mittendrin aufhören möchte ich jetzt auch nicht mehr.

Veröffentlicht am 20.02.2019

Inselstürme

Das Gedächtnis der Insel
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Seit zwanzig Jahren hat Yann nicht mehr mit seinem Vater gesprochen oder ist auf seine Heimatinsel irgendwo in der bretonischen See zurückgekehrt. Doch jetzt ist sein Vater unter ungeklärten Umständen ...

Seit zwanzig Jahren hat Yann nicht mehr mit seinem Vater gesprochen oder ist auf seine Heimatinsel irgendwo in der bretonischen See zurückgekehrt. Doch jetzt ist sein Vater unter ungeklärten Umständen gestorben und Yann kommt zur Beerdigung. Glaubt er oder das ist zumindest das, was er sich selbst einredet. Denn eigentlich will er herausfinden, was geschah. Nicht nur mit seinem Vater, auch mit seiner Mutter, die vor dreißig Jahren während eines Sturmes mit einem seeuntüchtigen Schiff rausgefahren und gesunken ist. Hier auf der Insel trifft er seine Jugendfreundin wieder und die Geister alter Verbrechen erheben erneut ihr Haupt. Und der nächste Sturm steht vor der Tür ...

Ich mag ja die manchmal sperrige Art Buders zu schreiben. Allerdings konnte mich dieses Buch hier nicht so fesseln wie zum Beispiel die Eistoten. Vielleicht liegt es wirklich an den Protagonisten. Yann blieb mir bis zuletzt fremd und auch die anderen Personen auf der Insel waren mir zu distanziert. Auf keinen konnte ich mich wirklich einlassen, dazu kam, dass mir die Lösung des Ganzen am Ende für die wenigen Seiten zu überfrachtet war. Die Bereitschaft, jeden und alles zu metzeln eines der vorgestellten Protagonisten erschien mir ein bisschen weit hergeholt; genauso wie der Showdown. Für mich darf der Autor gern wieder zurückkehren zu der neunmalklugen Alice; die war für mich fassbarer als der seltsame, erwachsene Yann. 3,5/5 Punkten.

Veröffentlicht am 16.02.2019

Prolog

Die Hirschjagd
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Was habe ich hier gelesen? Nun, zumindest der Titel stimmt. Es gab eine Hirschjagd und mehr eigentlich auch nicht. Allerdings hätte ich nicht gedacht, dass man dafür eine Kurzgeschichte schreiben müsste.

Ian ...

Was habe ich hier gelesen? Nun, zumindest der Titel stimmt. Es gab eine Hirschjagd und mehr eigentlich auch nicht. Allerdings hätte ich nicht gedacht, dass man dafür eine Kurzgeschichte schreiben müsste.

Ian Frey verbringt Weihnachten bei seinem Vater, mit seinem jüngeren Bruder und dem coolen Onkel. Sie schlachten ein Dutzend Hirsche bei der Jagd ab (seid ihr nicht cool, ihr Idioten!), kommen zurück, sehen den ältesten Bruder mit seiner Verlobten, die mal die von Ian war. Streit, Papa stellt sich zum ersten und einzigen Mal auf die Seite von Ian (warum eigentlich? Weihnachtsstimmung?) und aus. Also, nach meinem Verständnis sollte eine Kurzgeschichte nicht so klingen, als sei sie der Prolog oder das erste Kapitel eines Buches, sondern einen eigenständigen Sinn ergeben. Den konnte ich hier nicht erkennen.

Dass Ian seine Verlobte an seinen älteren Bruder verloren hat, wusste man auch so. Dass er darüber nicht so richtig erfreut war, ebenfalls. Nun ist diese Kurzgeschichte tatsächlich sehr kurz, gerade mal 17 Seiten. Und sie ist kostenlos. Aber, wenn man mich fragt, ist sie auch völlig umsonst.