Profilbild von Ascora

Ascora

Lesejury Star
offline

Ascora ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Ascora über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.02.2022

Und es war doch ein Mord

Mrs Potts’ Mordclub und der tote Nachbar
0

Der Krimi „Mrs Potts´ Mordclub und der Tote Nachbar“ wird auf dem Klappentext schon mit dem Satz: „Simply wonderful: Der gute alte englische Krimi ist zurück!“ beworben. Da denkt man natürlich gleich an ...

Der Krimi „Mrs Potts´ Mordclub und der Tote Nachbar“ wird auf dem Klappentext schon mit dem Satz: „Simply wonderful: Der gute alte englische Krimi ist zurück!“ beworben. Da denkt man natürlich gleich an Miss Marple. Vor allem weil die Detektivin als 77järige, alleinstehende Frau aus einem idyllischen Örtchen beschrieben wird. Judith Potts wird Zeugin eines Mordes auf ihrem Nachbargrundstück und niemand glaubt ihr. Die Leiche ist verschwunden und die Polizei nimmt weder den Fall noch Mrs Potts ernst. Das lässt die rüstige alte Dame nicht auf sich sitzen und sie beginnt auf eigene Faust zu ermitteln. Auf ihrer Mördersuche lernt sie die Hundesitterin Suzie und die Pfarrersfrau Becks kennen. Die drei Damen gründen den »Marlow Murder Club« und wollen den Fall gemeinsam lösen. Natürlich bleibt es nicht bei einem Mord und die Hinweise führen die drei Damen auf teils recht gefährliche Spuren. Wie es sich – zumindest für mein Verständnis – für einen guten alten englischen Krimi gehört gibt es hier sehr interessante, teils fast skurrile Charaktere, das typisch englische Kleinstadt-Flair, einen durchaus verzwickten Fall mit mehreren Verdächtigen, viele Indizien, die richtig geordnet werden müssen und natürlich Lügen, Halbwahrheiten und viele, viele Spuren. Als Leser kann man mit dem Damentrio gut miträtseln und so viel sein verraten, trotz aller Rätsel gibt es am Ende eine logische Auflösung.
In meinen Augen ist es dem Autor Robert Thorogood gelungen mit dem Marlow Murder Club ein neues Amateurermittlerteam aus drei außergewöhnlichen, liebeswerten und etwas skurrilen Damen auf Mördersuche zu schicken – Suche und nicht Jagd, denn die drei lösen mit Köpfchen, Intuition und gutem Gespür ihren ersten Fall und ich bin gespannt wie es mit den dreien weitergeht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.02.2022

Gottes Zorn und Zukunftsängste

Die Begine und der Turm des Himmels
0

Der Klappentext: „Ulm im Jahre 1413. Die Begine Anna Ehinger wähnt sich kurz vor der erträumten Zukunft mit Siechenmeister Lazarus, da stürzt auf der Münsterbaustelle ein Steinmetz von einem Gerüst und ...

Der Klappentext: „Ulm im Jahre 1413. Die Begine Anna Ehinger wähnt sich kurz vor der erträumten Zukunft mit Siechenmeister Lazarus, da stürzt auf der Münsterbaustelle ein Steinmetz von einem Gerüst und erliegt im Spital seinen Verletzungen. Das Unglück ist der Auftakt zu einer Serie von Unfällen, die den Bau des umstrittenen Münsters heimsuchen. Die Beginensammlung wird zum Sündenbock, sie soll den Zorn Gottes über die Stadt gebracht haben. Anna, die um die Beginen fürchtet, beschließt, der Sache auf den Grund zu gehen, und gerät bald selbst in höchste Gefahr …

Zum Inhalt: „Die Begine und der Turm des Himmels“ ist der dritte historische Krimi rund um die junge Begine Anna aus Ulm und obwohl die Fälle in sich abgeschlossen sind, würde ich wegen der Rahmenhandlung, die gerade hier sehr wichtig ist und einen großen Teil der Handlung einnimmt, empfehlen die Reihe chronologisch zu lesen. Man kommt sicherlich auch ohne Vorkenntnisse zurecht, aber das volle Lesevergnügen hat man, glaube ich wenn man die Reihe kennt. Anna und Lazarus hoffen auf positive Nachrichten aus Rom und auf die Chance einer gemeinsamen Zukunft. Doch es werden den beiden viele Steine in den Weg gelegt, denn es gibt Neider und Eiferer, die gegen die Verbindung der beiden sind. Und die Stimmung in Ulm ist momentan auch sehr angespannt. Auf der Baustelle des Münsters kommt es zu einer Reihe von Unfällen und es wird vom Zorn Gottes gesprochen. Schuldige sind auch schnell zur Hand: die Beginen. Natürlich kann Anna diese Anschuldigung nicht hinnehmen und sie versucht die wahren Umstände aufzuklären.

Meine Meinung: Die Autorin Silvia Stolzenburg beweist einmal mehr einen sehr fesselnden und flüssigen Schreibstil, der einen das Buch kaum aus der Hand legen lässt. Es geschieht auf so vielen Fronten einfach so viel, dass man immer weiterliest. Wie in den ersten Bänden und ihren anderen Büchern auch ist der geschichtliche Hintergrund sehr gut recherchiert und überzeugend beschrieben. Und auch dieses Mal liegt ein besonderes Augenmerk auf der mittelalterlichen Medizin und dem Aberglauben, immerhin soll gerade der Turm Gott erzürnen. Erzählt wird übrigens von einem auktorialen Erzähler und man begleitet abwechselnd die wichtigsten Charaktere, also Anna und Lazarus, aber auch Annas Bruder und der Spielmann Gallus nehmen einen wichtigen Part ein. Der Fall, dem Anna nachgeht ist wieder einmal sehr spannend und verzwickt aufgebaut, allerdings hätte ich persönlich mir hier etwas mehr erhofft. Annas und Lazarus Zukunftssorgen nehmen eigentlich mehr Raum ein als der eigentliche Kriminalfall, ich fand diesen Part aber auch wichtig und spannend, die Intrigen gegen sie sind schon ein extra Fall.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.02.2022

Ewige Liebe oder ewiger Hass

Black Roses
0

„Black Roses“ ist der erste Band der Rivals-Serie von der amerikanische Autorin Geneva Lee und ich sage es gleich: er endet mit einem fiesen Cliffhanger, auch wenn die Reihe auf drei Teile angelegt ist ...

„Black Roses“ ist der erste Band der Rivals-Serie von der amerikanische Autorin Geneva Lee und ich sage es gleich: er endet mit einem fiesen Cliffhanger, auch wenn die Reihe auf drei Teile angelegt ist und es klar ist, dass die Geschichte noch weitergeht.
Auf dem College verlieben sich Adair MacLaine und Sterling Ford ineinander, sie das reiche, verzogene It-Girl und er das hochbegabte Pflegekind, unterschiedlicher könnte der Hintergrund dieses Paares nicht sein. Doch ihre Liebe ist stark. Zumindest bis Adairs Vater sie vor die Wahl stellt: entweder Sterling oder die Familie, respektive das Familienvermögen. Und obwohl Adairs Familie alles andere als eine Bilderbuchfamilie ist, entscheidet sie sich für sie und sie lässt Sterling fallen. Nun fünf Jahre später hat sich die Situation verändert: das Unternehmen der MacLaines steht nach dem Tod des Patriarchen vor dem Aus und die Aktienmehrheit gehört nun Sterling Ford, er könnte das Unternehmen retten. Für Sterling ist das die Chance sich an der Familie zu rächen, aber kann er seinen Plan wirklich durchziehen?
Erzählt wird die Geschichte abwechselnd von Adair und Sterling als Ich-Erzähler und ihre gemeinsame Vergangenheit wird durch Rückblenden eingeschoben, so springt man beim Lesen zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit hin und her und lernt die Protagonisten und ihre Beweggründe immer besser kennen. Ich muss sagen mir sind sowohl Adair als auch Sterling sympathisch, zumindest mal mehr mal weniger, denn gerade Adair ist recht ambivalent, um nicht zu sagen schwierig. Die MacLains als Familie hingegen sind nur als toxisch zu bezeichnen, schlimmer als jeder Familienclan aus den amerikanische (Vorabend-)Serien. Aber dadurch gibt es natürlich genügend Material für drei Bände, wobei die Beziehung zwischen Adair und Sterling allein schon sehr viel Potential hat und für Unterhaltung sorgt. Dank des lockeren und leichten Schreibstils und den raschen Wechseln in der Erzählperspektive fliegen die Seiten nur so dahin, bis man plötzlich auf der letzten Seite angelangt ist und mit vielen Fragen zurückgelassen wird.
Alles in allem ist „Black Roses“ voller Dramen, Emotionen, Erotik und Spannung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.02.2022

Der Tiergarten Schönbrunn in Zeiten des Krieges

Die Frauen von Schönbrunn (Die Schönbrunn-Saga 1)
0

Zum Inhalt: 1914, Ausbruch des Ersten Weltkrieges, noch geht das Leben in Wien relativ normal weiter. Aber es fehlt die Arbeitskraft der Männer und so bekommt Emma die Chance als Tierpflegerin im Tiergarten ...

Zum Inhalt: 1914, Ausbruch des Ersten Weltkrieges, noch geht das Leben in Wien relativ normal weiter. Aber es fehlt die Arbeitskraft der Männer und so bekommt Emma die Chance als Tierpflegerin im Tiergarten Schönbrunn zu arbeiten. Für sie wird ein Traum war. Aber nach drei Jahren wird die Lage immer ernster. Ganz Wien hungert und es wird nicht nur immer schwieriger die Tiere zu versorgen, es werden auch Stimmen laut sie zu schlachten. Für Emma ein unmöglicher Gedanke, sie versucht ihr bestes den Tiergarten und seine Bewohner zu schützen. Unterstützung bekommt sie dabei vom Tierarzt Julius. Zwischen den beiden entwickelt sich langsam eine innige Beziehung. Aber trotzdem ist die Liebesgeschichte nicht vorherrschend.

Meine Meinung: Ich kenne jetzt schon verschiedene Bücher der Autorin Beate Maly und sie hat immer einen sehr angenehmen und leicht lesbaren Schreibstil. Vor allem schafft sie es auf interessante und anregende Art und Weise historische Fakten mit einer fesselnden Handlung zu einem Roman zu verknüpfen. Alle ihre Charaktere, ob nun fiktiv oder historisch, sind real und authentisch beschrieben und verleihen der Geschichte eine Lebendigkeit und eine Lebhaftigkeit. Man merkt beim Lesen einfach, dass Wien und seine Geschichte der Autorin am Herzen liegen. Mit ihren bildhaften Beschreibungen erschafft sie mit Wien und mit dem Tiergarten eine interessante Kulisse für einen überzeugenden historischen Roman rund um faszinierende Frauenfiguren. Neben einem Nachwort bietet die Taschenbuchausgabe noch eine kurze bebilderte Vorstellung von Emma und Greta sowie historische Hintergründe zum Tierpark auf der Innenseite des Covers.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.02.2022

Ein Advent mit Lebkuchen, Eislauf und Mord

Mord auf dem Eis
0

Der Klappentext: „Winter 1924: Während die Stadt im Schnee versinkt, verbringen Ernestine und Anton viel Zeit im Wiener Eislaufverein und vergnügen sich beim beliebten Rundtanz. Doch die winterliche Idylle ...

Der Klappentext: „Winter 1924: Während die Stadt im Schnee versinkt, verbringen Ernestine und Anton viel Zeit im Wiener Eislaufverein und vergnügen sich beim beliebten Rundtanz. Doch die winterliche Idylle wird jäh zerstört, als eine junge Eiskunstläuferin ermordet wird. Ernestines und Antons detektivisches Gespür ist gefragt, und die beiden stürzen sich in einen neuen Fall, der erschütternder nicht sein könnte.“

Zum Inhalt: „Mord auf dem Eis“ ist der sechste Fall, über den sich die pensionierte Lateinlehrerin Ernestine Kirsch und ihr Freund der ehemalige Apotheker Anton Böck den Kopf zerbrechen. Jeder Fall ist in sich abgeschlossen und einzeln gut zu lesen. Ich muss sagen, ich wusste nicht, dass dieses Buch Teil einer Serie ist und hatte zwar am Anfang die ersten paar Seiten, den Eindruck mir fehlen einige Hintergrundinformationen, aber dann kam ich sehr gut zurecht und lernte auch die Protagonisten schnell besser kennen. Rosa, Antons Enkelin ist begeisterte Eisläuferin und ihr Großvater und Ernestine begleiten sie immer wieder zum Wiener Eislaufverein, dort treffen sie nicht nur auf interessante Personen, es passiert auch ein Mord. Eine Eiskunstläuferin wird erschlagen und so unbeliebt wie sie war häufen sich die Verdächtigen. Mit ihrer enormen Neugier und ihrer Hartnäckigkeit begibt sich Ernestine auf Spurensuche und deckt so manches Geheimnis auf.

Meine Meinung: Die Autorin Beate Maly stellt einmal mehr ihre Kenntnisse über Wien und die Wiener-Geschichte unter Beweis, ich kenne Wien persönlich ganz gut und hatte alles sofort vor Augen. Auch die politische und gesellschaftliche Situation der Zwanziger Jahre kommt sehr anschaulich und verständlich rüber und unterstütz den Verlauf der Geschichte. Dazu kommt noch ein verzwickter Mordfall mit mehreren Wendungen und ein, in meinen Augen gelungener historischer Kriminalroman wartet auf seine Leser. Ich kann ihn nur jedem Krimifan, der historische Krimis liebt empfehlen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere