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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.10.2019

Kein typischer Weihnachtsroman:

Das Winterwunder von Dublin
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Ein weihnachtlich-romantisches Cover und eine Autorin, die ich als Krimi-Autorin sehr schätze, haben mich neugierig auf dieses Buch gemacht. Der Klappentext: „Anfang Dezember kehrt Stella zu ihrer Familie ...

Ein weihnachtlich-romantisches Cover und eine Autorin, die ich als Krimi-Autorin sehr schätze, haben mich neugierig auf dieses Buch gemacht. Der Klappentext: „Anfang Dezember kehrt Stella zu ihrer Familie nach Irland zurück: voller Vorfreude auf deutsch-irische Familienbräuche und stimmungsvolle Weihnachtstraditionen, aber auch in Erwartung eines anstrengenden Tauziehens mit ihrer erfolgreichen Schwester Luna. Vor allem freut sich Stella auf die gescheckte Stute Puzzle, ihr Halt in Jugendtagen. Doch Puzzle ist weg, womöglich ausgesetzt, wie viele irische Pferde, wenn sie zu kostspielig werden. Unterstützt von dem TV-Reporter Daniel, der einen Beitrag über Pferdeschicksale dreht, macht sich Stella auf die Suche. Sie findet sich an magischen Plätzen an der Westküste wieder, zweifelt an ihren Gefühlen, ihrer Intuition und ihrer Mission – bis die Weihnachtsfeiertage ihren vollen Zauber entfalten...“
Zum Inhalt: Dieser Text, eben in Verbindung mit dem Cover hat mich eigentlich eine romantische Weihnachtsgeschichte erwarten lassen. Nun die Geschichte setzt etwa zwei Wochen vor Weihnachten an und die Dekorationen, Traditionen sowie die Familie spielen auch eine Rolle, aber ansonsten beherrscht Stellas Jagd nach dem Pferd die Story. Dadurch werden viele Missstände in Pferdehaltung und „Entsorgung“ aufgezeigt, die wirtschaftliche und soziale Situation in Irland hervorgehoben und auf weitere soziale und ökologische Mängel thematisiert. Die Liebesgeschichte und auch die Weihnachtsstimmung wurden zur Nebenhandlungen.
Der Stil: Die Autorin Nicola Förg hat einen sehr angenehmen und leicht lesbaren Schreibstil, der sehr flüssig zu lesen ist. Man begleitet als Leser Stella auf ihrer Mission und erzählt wird in der 3. Person. Die einzelnen Charaktere werden gut und interessant gestaltet und man kann die Erkenntnisse die die 23 jährige Stella erfährt, durchaus nachvollziehen. Aufgrund der Kürze der Geschichte ist die Handlung sehr dicht und kommt schnell in Gang, dieses Tempo wird auch beibehalten. Die Story bietet einiges zum Nachdenken, aber war nicht unbedingt das, was ich aufgrund des Covers und des Klappentextes erwartet habe.
Mein Fazit: Ein durchaus sozialkritischer Kurzroman über die Suche nach einem ausgesetzten Pferd, aber nicht unbedingt eine beschauliche Weihnachtslektüre.

Ich danke Piper Verlag und NetGalley für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars, meine Meinung wurde davon aber nicht beeinflusst.

Veröffentlicht am 28.10.2019

Die Glas Frau

Die Farbe von Glas
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Das Cover: Vor einem schwarzen Hintergrund erstreckt sich ein eisblauer Baum, ähnlich einem Eiskristall auf einer Fensterscheibe. In seinen Zweigen sitzt ein kleiner Vogel. Ein sehr düsteres und zur kalten ...

Das Cover: Vor einem schwarzen Hintergrund erstreckt sich ein eisblauer Baum, ähnlich einem Eiskristall auf einer Fensterscheibe. In seinen Zweigen sitzt ein kleiner Vogel. Ein sehr düsteres und zur kalten Stimmung passendes Cover.
Der Klappentext: „Island 1686: Die junge Rósa leidet unter so bitterer Armut, dass sie befürchtet, den Winter nicht zu überleben. In ihrer Verzweiflung nimmt sie den Antrag des reichen Händlers Jón an, der eine Frau für Haus und Hof sucht. Rósa folgt ihm in sein Dorf und trifft bei den Einwohnern auf eine Mauer aus Argwohn und Ablehnung. Düstere Legenden ranken sich um Jón. Man erzählt sich, er habe seine erste Frau Anna umgebracht. Jón schweigt dazu unerbittlich. Einziger Trost für Rósa ist eine kleine Glasfigur, die er ihr zur Hochzeit schenkte. Trotz aller Widrigkeiten erscheint sie unzerbrechlich, während das Böse um Rósa herum immer greifbarer wird. Als das Dorf eines Nachts von Schnee und Eis bedeckt wird, rückt die Bedrohung näher, und diesmal steht Rósa im Auge des Sturm …“
Zum Inhalt: Schauplatz dieser recht düsteren Geschichte ist das winterliche Island im ausgehenden 17. Jahrhundert. Hauptfigur ist Rósa, Tochter des verstorbenen Pastors und zusammen mit ihrer Mutter knapp vor dem Hungertod. Aus reiner Verzweiflung willigt sie ein, die Frau des reichen Händlers Jóns zu werden, er ist ein Fremder in Rósas Dorf und es werden einige Geschichten um ihn erzählt, er soll seine erste Frau ermordet haben. Rósa bemüht sich allen Anforderungen ihres Gemahls gerecht zu werden, doch ein düsteres Geheimnis umgibt ihn.

Zum Stil: Zunächst begleitet der Leser nur Rósa, deren Geschichte in der 3. Person erzählt wird und so werden ihre Ansichten und auch Probleme verdeutlicht. In den späteren Kapiteln kommt dann auch Jón „zu Wort“, seine Abschnitte werden in der Ich-Form erzählt und er blickt zurück auf das Geschehen, das für ihn bereits zwei Monate zurückliegt. Ehrlich gesagt hat mir dieser Zeit- und Perspektivwechsel zwar viel erklärt aber zugleich auch den Lesefluss etwas erschwert. In einer sehr eindrücklichen und bildlichen Sprache erzählt die Autorin Caroline Lea ihren Roman. Neben der Geschichte der beiden Hauptpersonen Rósa und Jón bietet dieser historische Roman einen faszinierenden Einblick in eine sehr schwierige Zeit und eine unwirtliche Region – die Lebensumstände der Dorfbewohner sind äußerst hart, der Winter erschwert das Leben zusätzlich, das Christentum liegt immer noch im Streit mit den alten Bräuchen. Diese Lebensumstände nehmen relativ viel Raum ein, so dass sich die Geschichte von Rósa und Jón langsam entwickelt und richtige Spannung (leider) erst ab ca. der Hälfte des Buches aufkommt.

Mein Fazit: Ein atmosphärisch dichter und mysteriöser historischer Roman, der einen düsteren Blick auf die Lebensumstände in Island wirft.

Ich danke dem HarperCollins Verlag und NetGalley für das Rezensionsexemplar, meine Meinung wurde davon nicht beeinflusst.

Veröffentlicht am 21.10.2019

Die Liebe siegt

Filthy Player
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Der Klappentext: „Jede Frau weiß, dass Beaux Hale sich für nichts als seinen Sport interessiert. Doch ab dem Moment, in dem das Rough Riders-Team das Restaurant betritt in dem Paige Halloway kellnert, ...

Der Klappentext: „Jede Frau weiß, dass Beaux Hale sich für nichts als seinen Sport interessiert. Doch ab dem Moment, in dem das Rough Riders-Team das Restaurant betritt in dem Paige Halloway kellnert, fühlt Paige ein Prickeln in Beaux' Gegenwart. Dann hört sie ihn mit seinen Teamkollegen über sie reden, und schlagartig vergeht ihr das Prickeln.
Beaux scheint zu denken, dass er mit seinem Geld, Ruhm und sexy Aussehen jede Frau rumkriegen kann - doch er irrt sich. Denn Paige hat keine Zeit für die Liebe. Sie ist viel zu sehr damit beschäftigt, Geld zu verdienen um ein Dach über dem Kopf zu haben und die Pflege ihres kranken Vaters bezahlen können.“
Zum Inhalt: Bei Filthy Player handelt es sich um den zweiten Band der Raleigh Rough Riders Serie von Stacey Lynn, die sich um die heißen Spieler eines Footballteams dreht. Beide Bände sind in sich abgeschlossen und behandeln jeweils ein anderes Paar, natürlich kommt es zu Anspielungen aber damit kommt man ohne Vorkenntnisse gut zurecht. Hier dreht sich alles um Paige und Beaux. Sie arbeitet in zwei Jobs um die Krankenhausrechnungen ihres Vaters zu zahlen und er ist der erfolgreiche und gutbezahlte Quarterback. Vor allem ist Beaux keine Abfuhr gewöhnt und setzt alles daran bei Paige punkten zu können. Als dann auch noch ein Stalker auftaucht wird es erst recht spannend.
Zum Stil: Erzählt wird diese durchaus spannende Liebesgeschichte abwechselnd von Paige und Beaux als Ich-Erzähler, so gewinnen auch diese beiden Charaktere besonders schnell an Lebendigkeit, doch auch die anderen Personen werden gut eingeführt und obwohl das Team ja aus dem ersten Band bekannt ist gewinnen die einzelnen Spieler bei ihren kurzen Auftritten durchaus noch einige Sympathiepunkte. Der Schreibstil von Stacey Lynn ist flüssig, locker und sehr leicht lesbar, so dass man – zumindest ich – das Buch in einem Rutsch durchgelesen habe. Der Schwerpunkt der Geschichte liegt auf dem Werben von Beaux um Paige, die ihn nicht gleich auf den ersten Seiten erhört, trotzdem spielt natürlich die Erotik, wie bei diesem Verlag ja durchaus üblich, natürlich eine große Rolle. Doch die heißen Szenen sind sehr sinnlich und ansprechend beschrieben und die Charaktere der beiden Hauptpersonen und die Handlung nehmen eine wichtige Rolle ein.
In meinen Augen eine perfekte Mischung von sinnlicher Erotik, romantischer Gefühle, einem starken und einfühlsamen Mann und einer starken und liebenswürdigen Frau. Ein inniger und sexy Liebesroman.

Ich danke dem Plaisir d'Amour Verlag und NetGalley für das Rezensionsexemplar, meine Meinung wurde davon aber nicht beeinflusst.

Veröffentlicht am 19.10.2019

Kleinkrieg in der Weihnachtszeit

Winterzauber im kleinen Café an der Mühle
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Der Klappentext: „Ihr Leben läuft gerade einfach großartig - in Peter hat sie ihren Traummann gefunden und mit Tante Dottis Bistro konnte sie einen Traum verwirklichen. Die bevorstehende Adventszeit verspricht ...

Der Klappentext: „Ihr Leben läuft gerade einfach großartig - in Peter hat sie ihren Traummann gefunden und mit Tante Dottis Bistro konnte sie einen Traum verwirklichen. Die bevorstehende Adventszeit verspricht stressig zu werden, aber Sophie ist zuversichtlich, dass sie alles im Griff haben wird. Doch weit gefehlt: Ausgerechnet kurz vor Weihnachten kommt es zu einem großen Streit mit Peter, und Sophies Leben steht plötzlich Kopf. Zu allem Überfluss melden sich beide Dörfer, Wümmerscheid und Sollensbach, zum großen Wettbewerb "Das schönste Weihnachtsdorf" an und beginnen einen unerbittlichen Kleinkrieg - und Sophie steckt mittendrin …“
Zum Inhalt: Winterzauber im kleinen Café an der Mühle ist der Folgeband zu Das kleine Café an der Mühle, allerdings kann man dieses Buch gut für sich alleine lesen, ich selbst habe erst im Verlauf der Geschichte erkannt, dass es hier eine Vorgeschichte geben könnte, da einige Ereignisse erwähnt werden – ich kam aber trotzdem gut mit. Tante Dottis Bistro liegt malerisch an der Mosel in der Ortschaft Wümmerscheid-Sollensbach, ursprünglich zwei eigenständige Dörfer wurden diese zusammengelegt, aber die alte Rivalität der Dörfer schwelt weiter und gipfelt in einem Wettkampf um das schönste Weihnachtsdorf. Sophie gelingt es zwar sich aus diesem Wettstreit heraus zu halten, doch auch in ihrem Leben gibt es einige Überraschungen.

Zum Stil: Die Geschichte um Sophie und ihrem Bistro wird in der 3. Person erzählt, nur einige Tagebucheinträge von Sophie sind in der Ich-Form geschrieben. Die Charaktere, allen voran Sophie und ihre Freunde werden sehr feinfühlig charakterisiert und vor allem bei der Beschreibung der Situation zwischen den Dörflern musste ich teilweise wirklich lachen. Auch die Örtlichkeit, vor allem das Bistro werden sehr liebevoll und bildlich beschrieben. Neben den Geschehnissen im Bistro und in Sophies Leben sorgt vor allem der Kleinkrieg zur Weihnachtszeit für gute Unterhaltung bei der trotz allem Weihnachtgefühle aufkommen. Danks des flüssigen und lockeren Schreibstil konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen und habe es innerhalb kürzester Zeit verschlungen. Als besondere Überraschung gibt es am Ende noch einige weihnachtliche Plätzchenrezepte.
Mein Fazit: Ich kannte leider den Vorgängerband nicht, konnte aber diesen Teil wirklich genießen und mich schon auf die Adventszeit einstimmen.

Ich danke dem be Verlag von Bastei Lübbe und NetGalley für das Rezensionsexemplar, meine Meinung wurde davon nicht beeinflusst.

Veröffentlicht am 19.10.2019

Frau Merkel ermittelt wieder

Hüttenkatz
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Ich durfte den Kriminalroman Hüttenkatze des Autors Kaspar Panizza im Zuge einer Leserunde auf Lovelybooks kennen lernen und ich kann ihn jeden Krimi- und jedem Katzenfan nur empfehlen. Er ist spannend, ...

Ich durfte den Kriminalroman Hüttenkatze des Autors Kaspar Panizza im Zuge einer Leserunde auf Lovelybooks kennen lernen und ich kann ihn jeden Krimi- und jedem Katzenfan nur empfehlen. Er ist spannend, er ist witzig und ganz einfach unterhaltsam.
Bei Krimis vermeide ich immer eine eigene Inhaltsangabe, um nicht aus Versehen zu viel zu verraten und anderen das Lesevergnügen zu schmäleren, deswegen kommt hier nur der Klappentext: „Von wegen gemütliches Klassentreffen. Ein Totgeglaubter taucht nach 30 Jahren wieder auf und im abgelegenen Berggasthof beginnt ein munteres Morden. Mittendrin: Kommissar Steinböck und seine Katze Frau Merkel, die nicht nur die Hüttenwirtin an den Rand des Wahnsinns treibt. Alle aus Steinböcks Abiturklasse haben ein Motiv. Und manch einer hat das Unheil bereits geahnt. Oder ist vielleicht doch alles ganz anders?“
Bei dem vorliegenden Fall handelt es sich um den vierten Fall den Kommissar Steinböck zusammen mit seiner Katze Frau Merkel löst und es ist ein sehr persönlicher, immerhin kennt der Kommissar alle Beteiligten persönlich. Auch wenn das eingespielte Duo bereits in den anderen Bänden vorgestellt wurde, kam ich als „Neuling“ gut zurecht und mir wurden die einzelnen Charaktere schnell sehr sympathisch, auch wenn ich am Anfang über einen Kommissar schmunzeln musste, der nicht nur zu allen Fällen seine Katze mitbringt, sondern sich auch mit ihr unterhält und sie ihm antwortet. Der Schreibstil ist äußerst flüssig und fesselnd, so dass ich das Buch kaum unterbrechen wollte. Außerdem sorgen immer wieder unerwartete Wendungen für eine konstante Spannung, bei der man immer weiter miträtselt wer denn nun jetzt der Täter ist und warum. Erzählt wird übrigens von einem auktorialen Erzähler.
Ein spannender und wendungsreicher Regionalkrimi mit einer einfallsreichen Katze als wichtiger Teil des Ermittlungsteams.