Profilbild von Ascora

Ascora

Lesejury Star
offline

Ascora ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Ascora über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.07.2019

Ein schweres Schicksal

Die Lotosblüte
0

Der Klappentext: Von der Stiefmutter verkauft, findet sich die 15 Jahre alte Shim Chong plötzlich als Zweitfrau eines alten Chinesen wieder. Lenhwa, Lotosblüte, heißt sie jetzt, und alles ist ...

Der Klappentext: Von der Stiefmutter verkauft, findet sich die 15 Jahre alte Shim Chong plötzlich als Zweitfrau eines alten Chinesen wieder. Lenhwa, Lotosblüte, heißt sie jetzt, und alles ist so furchtbar anders, als sie es gewohnt ist. Viel zu essen hatte sie nie, und Betteln war ihr täglich Brot, denn sie diente ihrem blinden Vater als Augenpaar, doch der Alltag in dem fremden Haushalt kommt ihr erst recht vor wie ein böser Traum. Als ihr Ehemann stirbt, wird ihr schmerzlich bewusst, dass dies für sie nur die erste Station einer Odyssee ist, die sie, als Handelsware missbraucht, von den Ufern des Gelben Flusses über Shanghai, Taiwan und Singapur bis in das Land der Geishas führen soll. Nach unzähligen sinnlichen wie schmerzvollen Erfahrungen entdeckt Shim Chong eines Tages die Macht ihres Körpers und nimmt ihr Leben in die eigenen Hände.
Der Autor Hwang Sok-Yong nimmt sich in seinem historischen Roman Die Lotosblüte der Thematik der Zwangsehen, der Prostitution und des Opiumhandels an und entführt den Leser nach Ostasien. Man begleitet Shim Chong von ihrer Heimat Korea zu ihren Eheherren nach China und schließlich bis nach Japan. In jedem Land werden die Kultur und die Geschichte äußerst anschaulich und lebendig dargestellt und auch dem europäischen Leser nahegebracht. Tatsächlich beruht die Geschichte Shim Chongs auf einen koreanischen Mythos und wurde schon mehrfach umgesetzt und steht stellvertretend für das Schicksal unzähliger junger Frauen, gerade aus armen Verhältnissen.
Erzählt wird die Geschichte in der dritten Person und die Sprache ist sehr bildhaft und ausgeschmückt in den Beschreibungen, fast schon episch – man muss sich tatsächlich erst ein wenig einlesen, zum Glück erleichtert aber ein Glossar wenigstens die Verständnis der wichtigsten Namen und Begriffe. Aus meiner Sicht ist der Roman gut recherchiert und stellt die Kultur in Ostasien im 19. Jahrhundert authentisch dar. Ohne das Schicksal von Shim Chong zu verklären oder zu beschönigen wird die Sklaverei, der sexuelle Missbrauch und die gesellschaftlichen Verhältnisse sehr anschaulich erzählt.
Wenn man sich auf den recht epischen Schreibstil einlässt, erlebt man die Geschichte einer jungen Frau und begleitet sie durch ihr teilweise sehr beschwerliches und ungewöhnliches Leben. Man bekommt einen kleinen Einblick, in eine für uns Europäern eher unbekannte Kultur und Geschichte eines faszinierenden Landes. Allerdings ist dieser Roman keine unbedingt leichte Kost für zwischendurch.

Veröffentlicht am 15.07.2019

Hai-Alarm in der Ostsee

Angebissen. Kommissar Kempff und der Hai
0

Der Klappentext: "Polizeichef Rudi Allenbach wird tot an den Strand gespült - offenbar wurde er Opfer eines Hais! Und das Kommissariat vor Ort ist durch eine Lebensmittelvergiftung außer Gefecht gesetzt. ...

Der Klappentext: "Polizeichef Rudi Allenbach wird tot an den Strand gespült - offenbar wurde er Opfer eines Hais! Und das Kommissariat vor Ort ist durch eine Lebensmittelvergiftung außer Gefecht gesetzt. Also übernimmt der Hamburger Hauptkommissar Jan Kempff den rätselhaften Fall vom Timmendorfer Strand - und stößt als eingefleischter Nordsee-Fan erst einmal auf eine Mauer des Schweigens. ..."


Es gibt solche Tage, die fangen einfach schon schlecht an und dieser Morgen gleich für mehrere Personen. Allenbach wird tot an den Strand gespült, Sachtleben wird als Polizeipräsident im Urlaub gestört - eben wegen der Wasserleiche und Kommissar Kempff hat es gleich mehrfach erwischt, seine Frau verlässt ihn, statt auf die Malediven zu fliegen muss er nach Timmendorf und dann sitzt ihm auch noch der Polizeipräsident und die Bürgermeisterin im Nacken, Unterstützung ist keine zu sehen und ganz Timmendorf scheint sich gegen ihn verschworen zu haben. Und trotzdem muss Kempff den Fall Allennbach aufklären - doch ist der Schuldige tatsächlich ein Hai?

Es jagt quasi ein Unglück das nächste und eine komische Situation folgt auf die andere - ich selbst kam beim Lesen eigentlich nicht aus dem Lachen raus. Kempff kann einem wirklich leid tun und er beweist trotzdem einen gewissen trockenen Humor. Auch die anderen Personen sind sehr authentisch, teilweise etwas skurril und etwas überzeichnet dargestellt, was aber auch den Humor ausmacht. Der Schreibstil ist so unterhaltsam und flüssig, dass die Seiten nur so dahin fliegen. Erzählt wird zwar überwiegend aus der Sicht unseres Hauptkommissars Kempff, aber nicht in Ich-Form.
Mein einziger Kritikpunkt ist gewissermaßen, dass der eigentliche Kriminalfall vielleicht etwas zu kurz gekommen ist.
Ein wirklich unterhaltsamer und kurzweiliger Urlaubskrimi mit einigen überraschenden Wendungen.

Veröffentlicht am 13.07.2019

Manchmal muss man einen Neuanfang wagen

Das kleine Hotel in der Provence
0

Der Klappentext: „Wo findet man die Liebe, wenn nicht in der Provence? Lilly glaubt nicht mehr an die Liebe, seit ihr Freund Jan sie von heute auf morgen sitzen gelassen hat. Um ihn zu vergessen, beschließt ...

Der Klappentext: „Wo findet man die Liebe, wenn nicht in der Provence? Lilly glaubt nicht mehr an die Liebe, seit ihr Freund Jan sie von heute auf morgen sitzen gelassen hat. Um ihn zu vergessen, beschließt sie nach Südfrankreich zu ziehen und ein kleines Hotel zu eröffnen: nur für Single-Frauen! In der Provence angekommen, erweist sich die charmante Villa, die Lilly gemietet hat, als Bruchbude, und auch sonst scheint alles viel komplizierter als gedacht. Dann taucht auch noch der attraktive Antiquitätenhändler Olivier auf und wirbelt ihren Traum vom Single-Leben gehörig durcheinander.“
Zum Inhalt: Lily ist der Liebe wegen von Freiburg nach Rostock gezogen und dann, statt dem erhofften Heiratsantrag, verkündet ihr Freund Jan das Ende ihrer Beziehung. Kurzentschlossen beschließt Lily ganz neu anzufangen, sie will einfach nicht mehr als Hochzeitsfotografin arbeiten und sie träumte schon als kleines Kind von einem eigenen Hotel. Also reist sie in die Provence und verwandelt eine baufällige Villa in ein Hotel, nur für Single-Frauen. So war zumindest der Plan, aber dann taucht eine anspruchsvolle Braut samt Gefolge und äußerst anspruchsvollen Hochzeitsvorbereitungen bei ihr auf, ihre Cousine will sie verkuppeln, allerdings ist der Kandidat sogar nicht nach ihrem Geschmack, im Gegensatz zum Bräutigam und dann sind da ja noch ihre Eltern, die noch von nichts wissen.
Zum Stil: Die Autorin Marion Stieglitz entführt mit sehr bildhaften und detailreichen Beschreibungen den Leser in die Provence, fast meint man den Lavendel und den Rosmarin zu riechen. Erzählt wird in der dritten Person, in einer modernen, flüssigen und leicht lesbaren Sprache. Die Charaktere, allen voran Lily werden gut und lebendig beschrieben und werden einem beim Lesen schnell sympathisch. Lilys Kurzschlussreaktion führt sie in ein ganz neues Leben, vielleicht wären mehr Probleme beim Umbau authentischer gewesen, doch das macht das Gefühlschaos beim Auftauchen der Braut mehr als weg. Eine gewisse Prise Humor und Situationskomik sowie eine Portion Romantik sorgen für eine abwechslungsreiche Handlung. Am Ende des Buches wartet dann noch eine Sammlung mit Weisheiten für jeden Augenblick auf den Leser und hier sind wirklich einige sehr treffende dabei.
Mein Fazit: Eine unterhaltsame Geschichte rund um einen Neuanfang und einer neuen Chance in einer wunderbaren Umgebung, die Urlaubsfeeling weckt.

Ich danke dem Aufbau Verlag und NetGalley für das Rezensionsexemplar, meine Meinung wurde davon nicht beeinflusst.

Veröffentlicht am 13.07.2019

Zimmerschied ermittelt wieder

Tod im Abendrot
0

Klappentext: „Ein Doppelmord nahe des Flaucher-Biergartens erschüttert das sommerliche München. Ein Liebespaar wurde mit gezielten Schüssen aus nächster Nähe getötet. Kurz bevor es seinen Verletzungen ...

Klappentext: „Ein Doppelmord nahe des Flaucher-Biergartens erschüttert das sommerliche München. Ein Liebespaar wurde mit gezielten Schüssen aus nächster Nähe getötet. Kurz bevor es seinen Verletzungen erlag, gab eines der Opfer LKA-Präsident Karl Zimmerschied noch einen mysteriösen Hinweis: Es war ein Mörder ohne Gesicht. Zimmerschied steht vor einem Rätsel. Während er noch grübelt, erreicht ihn der Anruf einer alten Schulfreundin: Die Gymnasialdirektorin Caro von Lavalle wird mit einem schlüpfrigen Video im Darknet erpresst. Der LKA-Präsident begibt sich in die Abgründe des Internets – und in große Gefahr …“
Bei Krimis bin ich mit Inhaltsangaben, die über den Klappentext hinausgehen immer vorsichtig, ich will ja nicht aus Versehen zu viel verraten.
Bei der Lektüre dieses Krimis merkt man gleich, dass der Autor Jörg Steinleitner als Jurist quasi vom Fach ist und dass er vor allem München kennt (und das nicht nur als Tourist). Er schickt zum zweiten Mal den LKA-Präsident Karl Zimmerschied auf Verbrecherjagd und überzeugt in einem scharfsinnigen, gut recherchierten und ja auch humorvollen Krimi. Geschrieben ist der Krimi in der Dritten Person mit einem Allwissenden Erzähler, was den Stil in meinen Augen besonders flüssig und leicht lesbar macht. Obwohl es sich um den zweiten Fall des LKA Präsidenten handelt und einige Personen bereits aus dem ersten bekannt sind, kommt man wunderbar in die Geschichte hinein und kommt auch mit den einzelnen Protagonisten gut zurecht – ich selbst kannte den ersten Fall nämlich auch nicht.
Auf jeden Fall ist Zimmerschied kein Schreibtischhengst, sondern will immer hautnah bei den Ermittlungen dabei sein, sehr zur „Freude“ seiner Kommissare und alleine dadurch entstehen schon einige amüsante Momente.
Es handelt sich bei Tod im Abendrot um einen Krimi der den Leser zum miträtseln und mitfiebern einlädt und seinen Spannungsbogen bis zum Schluss aufrecht hält. Ich bin schon jetzt auf den nächsten Fall gespannt.
Ich danke dem Piper Verlag und NetGalley für das Rezensionsexemplar, meine Meinung wurde davon natürlich nicht beeinflusst.

Veröffentlicht am 09.07.2019

Rose Creek - eine besondere Familie

Rose Creek – Die Trilogie
0

Dieses Buch umfasst die drei Teile der Rose Creek Serie, die bereits 2017 in Einzelbänden erschien und umfasst somit die Geschichten aller drei Ashburn Geschwister.

Sommerglück in Creek handelt von der ...

Dieses Buch umfasst die drei Teile der Rose Creek Serie, die bereits 2017 in Einzelbänden erschien und umfasst somit die Geschichten aller drei Ashburn Geschwister.

Sommerglück in Creek handelt von der ältesten Tochter Emily, die einerseits gemeinsam mit ihrem Vater TJ versucht die angeschlagene Pferdezucht wieder rentabel zu machen und den finanziellen Ruin abzuwenden und andererseits ihrem Vater beweisen will, dass ihre Ideen und Vorgehensweisen moderner, anders aber nicht falsch sind. Sie findet im neuen Tierarzt Ryan Belford einen Verbündeten und verliebt sich in ihn.

Eine zweite Chance in Rose Creek dreht sich um Emiliys Bruder Jackson, der eigentlich seine Hochzeit planen will, aber dann seine Braut mit einem anderen erwischt. Da kommt ihn die Organisation einer Benefizveranstaltung zugunsten der Sporthalle gerade recht um sich abzulenken und zu beschäftigen. Bei der Veranstaltung will er auch den neuen Zuchthengst der Ranch vorführen, doch dann kommt ihm ein Unfall dazwischen.

Rückkehr nach Rose Creek hat die dritte und jüngste der Ashburn Geschwister als Hauptprotagonistin. Josie kann ihr Karriereaus als gefeierter Country-Popstar nicht ertragen und ertränkte ihren Kummer und Frust im Alkohol. Nach dem Aufenthalt in einer Entzugsklinik will sie nun neu durchstarten, da kommt ihr auch eine neue Liebe gerade recht.

Zwar sind die einzelnen Teile in sich abgeschlossen und jeder hat die Geschichte eines anderen Paares zum Inhalt, doch natürlich ist das Leben der Geschwister eng mit einander verknüpft und alle haben ihren Anteil an allen Geschichten. So ist es besonders schön hier die drei Teile auf einmal genießen zu können.

Die Geschichte der Ashburns wird in der dritten Person erzählt und der Stil ist sehr flüssig und leicht lesbar, die Sprache modern und einfach angenehm. Die Charaktere, insbesondere die der Familienmitglieder werden dem Leser schnell vertraut und sympathisch. Durch die Probleme der einzelnen Geschwister wird in jedem Teil eine gewisse Spannung aufgebaut und die Dynamik innerhalb der Familie sorgt für gewisse amüsante Momente und einigen Emotionen.

Mein Fazit: Ein unterhaltsamer, moderner Cowboy-Liebesroman für Zwischendurch mit einer liebenswerten Familie.

Ich danke beHEARTBEAT / Bastei Lübbe Verlag und NetGalley für das Rezensionsexemplar, meine Meinung wurde davon nicht beeinflusst.