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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.06.2019

Ein Island-Krimi vom Feinsten!

SOG
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An einer Schule wird eine Zeitkapsel geborgen, in der ein Schüler damals vor zwölf Jahren Todestage verschiedener unbekannter Menschen aufgelistet hat. Kommissar Huldar muss dem nach seiner Degradation ...

An einer Schule wird eine Zeitkapsel geborgen, in der ein Schüler damals vor zwölf Jahren Todestage verschiedener unbekannter Menschen aufgelistet hat. Kommissar Huldar muss dem nach seiner Degradation nachgehen und schon bald erkennt er, dass dahinter eine große Verschwörung steckt, die weiter zurück in die Vergangenheit reicht als vermutet. Gemeinsam mit der Kinder- und Jugendpsychologin Freyja versucht er den höchst komplexen Fall zu lösen...

Ich war besonders gespannt auf meinen ersten Island-Krimi und ich wurde nicht enttäuscht. Zwar kenne ich den Vorgänger nicht, aber die Diskrepanzen zwischen Huldar und Freyja werden ausreichend geschildert, sodass ich super in die Geschichte einsteigen konnte. Besonders fasziniert und gebannt hat mich die Idee mit der Zeitkapsel. So erwartete ich eine spannende Jagd nach dem Schreiber der Todestage, die tatsächlich eine ganz andere Richtung angenommen hatte als gedacht.

Die Atmosphäre zu Beginn ist drückend und unheilvoll. Man ahnt ein schlimmes Geschehen schon voraus und ich hatte beim Lesen Gänsehaut, weil mich die Situation so gefangen genommen hat. Der Einstieg ist der Autorin exzellent gelungen.

Huldar fand ich zu Anfang etwas seltsam. Vor allem im Umgang mit Freyja schien er mir wenig einsichtig zu sein und sein Selbstbewusstsein ihr gegenüber, trotz ihrer Vergangenheit, grenzte für mich beinahe an Arroganz. Als Ermittler ist er zweifellos gut in seinem Job und hat die richtige Mischung aus Ernsthaftigkeit und Humor, weswegen ich ihn dann doch ins Herz schloss.

Freyja wirkte oft distanziert und reserviert, was sich im Laufe aber ändert und ich merkte, dass sie ihr Herz am richtigen Fleck hat.

Die Geschichte ist erst ziemlich undurchsichtig und man bemerkt schnell wer was zu verbergen hat. Die meiste Zeit über hatte ich keine Ahnung wie die Auflösung aussehen könnte. Erst gegen Ende beschlich mich ein Verdacht, der sich dann auch bestätigte. Da fand ich es dann doch sehr offensichtlich und nicht mehr so spannend wie zuvor. Auf die ganzen Hintergründe und Beziehungen der Verdächtigen wäre ich so aber nicht gekommen und das konnte mich dann wieder überzeugen. Vor allem der letzte Abschnitt und die Offenbarung eines Geheimnisses, welches nur zwei Personen kennen, dass aber die Handlungen der Täter in eine ganz andere Richtung gelenkt hätte, konnte mich besonders begeistern. Und ich liebe es, wenn einige kleine Wahrheiten im Verborgenen bleiben. Das hat irgendwie einen Reiz und weiht den Leser in das Geheimnis ein, welches alles in einem anderen Licht erscheinen lässt.

Fazit: Düster, mit drückender unheilvoller Atmosphäre und einem unglaublichen Fall, der größer und schrecklicher ist, als es zuerst den Anschein hat. Absolute Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 22.06.2019

Durchwachsener Thriller

Nemesis
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Nach all den schrecklichen Fällen und Tätern der Vergangenheit und einer Auszeit kehrt die Staatsanwältin C.J. Townsend wieder zurück nach Miami, denn ein Fall lässt ihr keine Ruhe und er hat mit dem berüchtigten ...

Nach all den schrecklichen Fällen und Tätern der Vergangenheit und einer Auszeit kehrt die Staatsanwältin C.J. Townsend wieder zurück nach Miami, denn ein Fall lässt ihr keine Ruhe und er hat mit dem berüchtigten Täter Bantling zu tun, der wie vom Erdboden verschluckt zu sein scheint. Als die erste Frauenleiche auftaucht, ist sich C.J. sicher mit wem sie es zu tun hat. Ein privater und exklusiver Club im Dark Net, der für seine Zuschauer Snuff Videos erstellt und sie dafür bezahlen lässt. C.J. ist ihnen auf der Spur, doch sie hat nicht mehr viel Zeit, denn das nächste Opfer ist schon auserwählt und die neuen Show beginnt bald...



Nachdem ich überwiegend Positives über die Reihe gehört habe, wollte ich mich selbst davon überzeugen, auch wenn dies der abschließende Band ist und ich die Vorgänger nicht kenne, was allerdings keinen Nachteil darstellt.

Es werden die drei vergangenen Fälle mehr oder weniger ausführlich geschildert, sodass ich schnell in die Geschichte gefunden habe und eine grobe Ahnung von C.J. und ihrer Vergangenheit hatte. Wenngleich ich die Rückblicke als Einsteigerin in die Reihe hilfreich fand, empfand ich es im Verlauf des Buches als nervig und anstrengend. Ich hatte das Gefühl 1/3 des Buches besteht aus ihnen und dem Erlebten, wodurch sich für mich keine eigene Geschichte so entwickeln konnte wie erhofft. Alles hängt zusammen und gerade einige Offenbarungen hätten mich sicherlich geschockt, wenn ich die anderen Bände kennen würde, aber so gibt es für mich zu viele unnötige Bezüge zum Geschehenen, sodass ich den Eindruck hatte dieser Abschlussband wäre eine Zusammenfassung der letzten Bände, mit einer kleinen Nebengeschichte.

C.J. empfand ich am Anfang als durchwachsenen Charakter, da sie für das Gute einsteht und dies ihres Berufes wegen vertritt, ihre Verwandlung hingegen, erschien mir ziemlich unprofessionell. Einerseits versucht sie auf legale Art und Weise Gerechtigkeit zu schaffen, andererseits widersprechen ihre illegalen Handlungen dem, was für mich durchblicken lässt, sie vertraue dem Rechtssystem nicht ganz. Durch ihre frühere Tat und das daraus resultierende Geheimnis ist sie in der Zwickmühle, dennoch hätte sie ihre Racheaktionen rationaler und auf legalem Wege durchführen können. Bezüglich ihres Charakters bin ich zwiegespalten und wüsste nicht wie ich das an ihrer Stelle gehandhabt hätte.

Ein weiterer Kritikpunkt bezieht sich auf den geringen Widerstand der Gegenspieler. C.J. plant ihre Aktionen kurz, führt sie durch und keiner kommt ihr auf die Schliche. Weder der Club hat sie auf dem Schirm, noch die Polizei, wobei ich mir von ersterem mehr erhofft hatte. Eine rasante Jagd zwischen ihr und dem Club mit ungewissem, möglicherweise tödlichem Ausgang, aber nein, dem ist nicht so. Keiner stellt sich ihr so richtig in den Weg und es scheint wie ein Spaziergang für sie zu sein ihre Rache auszuüben. Am Ende muss sie sich nicht mal mehr die Hände schmutzig machen. Das hat mich schon enttäuscht und die Spannung beträchtlich geschmälert.

Fazit: Ich hatte mehr Action, mehr Spannung und mehr Intrigen erwartet. Ansonsten ein unterhaltsamer Thriller.

Veröffentlicht am 20.06.2019

Geniale Fortsetzung!

Das Erbe der Macht - Schattenloge 2: In Asche und Blut (Bände 16-18)
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Band 16:

Nach der Rettung von Alex in allerletzter Minute, können sich die Lichtkämpfer kurz ausruhen und den Stress eine Weile hinter sich lassen. Doch die Gegenseite schläft nicht und so führt Bran ...

Band 16:

Nach der Rettung von Alex in allerletzter Minute, können sich die Lichtkämpfer kurz ausruhen und den Stress eine Weile hinter sich lassen. Doch die Gegenseite schläft nicht und so führt Bran seine Pläne im Geheimen weiter aus, während Moriarty einem uralten Pakt mit unvorhersehbaren Folgen auf der Spur ist, die seine Gruppe in das Herz des Hexenholzes führt.

In diesem Band geht es etwas Ruhiger weiter und es kommen viele neue Informationen und Erklärungen auf die Leser zu, die eingebettet sind in den Lauf der Geschichte und dazu Geschehnisse aus der Vergangenheit aufgreifen um die Hintergründe zu beschreiben. Die Offenbarungen haben mich ziemlich überrascht und teilweise schockiert, auch wenn ich es klasse finde, wie der Leser an der Nase rumgeführt wurde und auf falsche Fährten geführt wurde, um die Fakten dann so unvorbereitet zu präsentieren. Das erhöhte den Spaßfaktor beim Lesen ungemein. Es gibt einige spannende Szenen, Situationen und weitere Geheimnisse und verschollen geglaubte Artefakte sowie Personen, die völlig unvermittelt auftauchen und viel Spannung mit sich bringen. Die ganzen Zusammenhänge wurden viel klarer und ersichtlicher, dennoch sind noch viele Fragen offen und ich bin sehr gespannt wie sich das alles noch entwickeln wird. Die Einbettung des Hexenholzwaldes und die dort lebenden Magier fand ich sehr abwechslungsreich und interessant.

Ein informativer Band, der mit seinen unverhofften Offenbarungen punkten kann und Lust macht auf die Aufdeckung der ganzen Geheimnisse in den folgenden Bänden.


Band 17:

Während Jen und Alex sich auf die Spuren des Paktes begeben, lässt Bran die anderen die letzten Schritte ausführen, um mit einer Revolution die alte Ordnung niederzureißen und allen die neue Ordnung aufzuzwingen. Doch ahnt er nicht mit dem klugen Schachzug einer altbekannten und mächtigen Person, sowie dem Kombinationstalent einer verreisten Unsterblichen, die, wie es scheint, die letzte Hoffnung sein könnte.

So langsam kommen Brans Planungen dem Ende entgegen und die unterschwellige Spannung entlädt sich mehr oder weniger gegen Ende des Bandes. Durch seine manipulative Art schafft er es die einen unerbittlich auf seine Seite zu ziehen, sodass sie sogar bereit sind über Leichen zu gehen, Hauptsache er ist glücklich. Und die anderen, die Feinde und Anhänger der alten Ordnung werden eliminiert. Er ist so raffiniert und scheint auch wirklich alles kalkuliert und berücksichtigt zu haben, bis die Spontaneität und die Verbissenheit einiger Protagonisten. Die neue Unsterbliche bringt neuen Wind in die Gruppe und war mir durch ihr Wissen und ihre Kombinationsfähigkeit gleich sympathisch. So leicht wird Bran sie nicht kriegen. Leider stecken einige der Lichtkämpfer in der Bredouille mit ungewissem Ausgang. Es wird richtig brenzlig und dadurch noch viel aufregender als zuvor. Vor allem das Ende hat mich umgehauen, weil es den Leser vor vollendete Tatsachen stellt und alles richtig schief geht und leider nicht gut für die Gegenseite aussieht. Da bin ich gespannt inwiefern die Lichtkämpfer und Schattenkrieger werden zusammenarbeiten müssen um Bran aufzuhalten. So viele unbeantwortete Fragen und unvorhersehbare Wendungen, dass es dramatischer kaum geht.


Band 18:

Jen und Alex mussten sich trennen, da jeder seine eigene Mission hat, um den Machenschaften Brans zuvorzukommen. Währenddessen beginnt die Blutnacht, gezeichnet von Kämpfen, Intrigen und Verrat zwischen Freunden, Feinden und Unbekannten. Brans Einfluss scheint allgegenwärtig und langsam legt sich der Schleier und offenbart ein furchtbares Geheimnis...

Wow, ich weiß gar nicht wie ich anfangen soll. Das Buch war insgesamt so so großartig. Es hat mich immer wieder überraschen und in seinen Sog ziehen können. Mit den meisten Offenbarungen hätte ich nie gerechnet und sie haben mich eiskalt erwischt und sprachlos zurückgelassen. Bereits vertraute Charaktere waren doch nicht diejenigen für die man sie gehalten hat. Das Geheimnis um den Verräter aus Alicantes Blutnacht wird endlich gelüftet, und auch wenn ich kurz zuvor eine richtige Vermutung in die Richtung hatte, hat mich die Auflösung erschlagen. Dem Geheimnis um Alex und Jen wird auch näher gekommen und mittlerweile ergibt so einiges Sinn und die neuen Informationen bieten so viel Spielraum für grandiose weitere Entwicklungen.

Fazit: Mit Abstand eines der besten Bücher der Serie, wenn nicht sogar das Beste, aus meiner Sicht. Absolut lesenswert!

Veröffentlicht am 16.06.2019

Authentische Geschichte

Auf einer Skala von 1 bis 10
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Nach dem schockierenden Tod von Iris, wird Tamar in die jugendpsychiatrische Klinik Lime Grove eingewiesen. Denn sie war ein letzte die Iris gesehen hat und hütet ein ihrer Ansicht nach schwerwiegendes ...

Nach dem schockierenden Tod von Iris, wird Tamar in die jugendpsychiatrische Klinik Lime Grove eingewiesen. Denn sie war ein letzte die Iris gesehen hat und hütet ein ihrer Ansicht nach schwerwiegendes Geheimnis, welches alles Geschehene in ein anderes Licht rückt. In der Einrichtung lernt sie sich selbst besser kennen und verarbeitet die damaligen Ereignisse und Iris' Tod.



Das Buch hat mich von Anfang an gereizt, da ich es immer äußerst spannend finde etwas über psychische Erkrankungen zu lesen, vor allem wenn diese in entsprechenden Einrichtungen behandelt werden. Ein weiterer Pluspunkt stellt die Tatsache dar, dass die Autorin selbst Betroffene einer psychischen Erkrankung ist und ich dadurch mehr Authentizität erhofft habe.

Tamars besondere Situation wird ausführlich und sehr emotional geschildert und ihre Gefühlslage wird nachdrücklich beschrieben, sodass ich mich teilweise in sie hineinversetzen konnte. Zugegebenermaßen hatte ich diesbezüglich auf mehr gehofft, da ihre Eindrücke oft nur grob angerissen und oberflächlich dargestellt werden, sodass mir da die Intensität gefehlt hat. Ähnlich sah es bei den anderen Patienten aus, die Tamar in gewisser Weise eine Stütze sind, da sie alle im selben Boot sitzen, allerdings nicht genauer beschrieben werden, genauso wenig ihre Erkrankungen. Leider habe ich nicht ganz nachvollziehen und verfolgen können wie genau sie therapiert wird und was genau dazu führt, dass es ihr später besser geht. Sie war einige Wochen in der Klinik und am Ende hat sich ihre gesundheitliche Situation auf einmal geändert, ohne dass dies für mich glaubwürdig und realistisch beschrieben wurde.

Der Alltag wurde, vermutlich, recht realistisch und authentisch dargestellt und die alltäglichen Situationen konnten mein Interesse und meine Neugierde wecken, sodass ich das Buch schnell durchgelesen hatte.

Der Schreibstil ist klar und etwas distanziert, was mir persönlich sehr gefiel. In passenden emotionalen Momenten wurden die Geschehnisse und Hintergründe jedoch ausführlicher behandelt und gaben der ganzen Geschichte mehr Tiefe und Glaubwürdigkeit. Manchmal hatte ich den Eindruck dass einige einzelne Situationen bruchstückhaft geschildert wurden, was mich etwas verwirrt hatte, vermutlich aber die Wahrnehmung von Tamar recht authentisch präsentiert.

Fazit: Ein seichtes Buch über psychische Erkrankungen von Jugendlichen, die besonders gut geeignet für junge Leser*innen sind, die bisher kaum oder gar nicht mit diesen Themen konfrontiert wurden und erstmals etwas darüber lesen wollen.

Veröffentlicht am 10.06.2019

Unglaubliche Kriminalfälle sehr gut aufbereitet

stern Crime - Wahre Verbrechen
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Diese Zeitschrift beschreibt sehr ausführlich unglaubliche True Crime Fälle aus der ganzen Welt, die häufig ein ganz anderes Täterprofil einnehmen, als man zuerst vermutete. Die zahlreichen Abbildungen ...

Diese Zeitschrift beschreibt sehr ausführlich unglaubliche True Crime Fälle aus der ganzen Welt, die häufig ein ganz anderes Täterprofil einnehmen, als man zuerst vermutete. Die zahlreichen Abbildungen und Fotos, die die Stimmung auf einmalige Art und Weise einfangen, sind farbig passend gewählt, häufig in dunklen Tönen und düster. Besonders eine wirklich schauerliche Geschichte um einige erschreckende Mordfälle in deutschen Großstädten konnte mich überzeugen. Auf die Atmosphäre ist farblich perfekt eingefangen worden. Der Grauen und der Wahnsinn kommen durch die Bildgestaltung hervorragend zur Geltung. Der Reiz in vielen Geschichten liegt auch in der Ungewissheit, da oftmals jemand öffentlich als schuldig bezeichnet und verurteilt wird, obwohl diese Person als Täter*in unwahrscheinlich ist. Das bedeutet der Schuldige/die Schuldige treibt(e) frei immer noch sein/ihr Unwesen. Gruselfaktor garantiert!

Daraus und aus der Ausführlichkeit und Detailverliebtheit lässt sich erkennen, dass die Reporter und Journalisten sich über einen längeren Zeitraum mit den Fällen befasst haben und viele Materialien gesammelt haben um so nah wie möglich an die wahren Ereignisse zu kommen. Zusätzlich haben mir die kurzen Geschichten und das Interview mit einem Richter gut gefallen, die einen gesellschaftskritischen Blick eröffnet haben.