Cover-Bild Auf einer Skala von 1 bis 10
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15,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Carlsen
  • Genre: Kinder & Jugend / Jugendbücher
  • Seitenzahl: 224
  • Ersterscheinung: 31.05.2019
  • ISBN: 9783551521118
  • Empfohlenes Alter: ab 14 Jahren
Ceylan Scott

Auf einer Skala von 1 bis 10

Beate Schäfer (Übersetzer)

Iris ist tot. Und Tamar sitzt in Lime Grove, einer geschlossenen Jugendpsychiatrie, wo sie den ganzen Tag lang sinnlose Fragen beantworten soll. Wie fühlst du dich, auf einer Skala von 1 bis 10? Du weißt schon, dass du dich nicht normal verhältst? Was genau ist eigentlich passiert? Aber Tamar sagt nichts. Sie kann einfach nicht erzählen, was mit Iris geschehen ist. Das Monster lässt es nicht zu.

Packend, echt, mitfühlend – dieser Insiderroman liest sich wie ein Thriller und sensibilisiert für die dramatischen Ausmaße psychischer Krankheiten.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.05.2020

Sehr authentisch und aufwühlend!

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Klappentext
Iris ist tot. Und Tamar sitzt in Lime Grove, einer geschlossenen Jugendpsychiatrie, wo sie den ganzen Tag lang sinnlose Fragen beantworten soll. Wie fühlst du dich, auf einer Skala von 1 bis ...

Klappentext
Iris ist tot. Und Tamar sitzt in Lime Grove, einer geschlossenen Jugendpsychiatrie, wo sie den ganzen Tag lang sinnlose Fragen beantworten soll. Wie fühlst du dich, auf einer Skala von 1 bis 10? Du weißt schon, dass du dich nicht normal verhältst? Was genau ist eigentlich passiert? Aber Tamar sagt nichts. Sie kann einfach nicht erzählen, was mit Iris geschehen ist. Das Monster lässt es nicht zu.

Meine Meinung
Das Cover des Buches finde ich sehr gelungen. Es passt zur Thematik und zum Buchtitel.

Die Protagonistin des Buches ist Tamar. Der Tod ihrer Freundin Iris hat sie sehr mitgenommen und komplett aus der Bahn geworfen. Ihr Schmerz, ihre Wut und ihre Trauer sind auf jeder einzelnen Seite spürbar und greifbar. Sie ist ein sehr authentischer Charakter und ich konnte mich sehr gut in sie hineinversetzen. Auch die Nebencharaktere sind sehr gut durchdacht und wirken sehr authentisch.

Der Schreibstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen. Durch die Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit hat sie mich durchgehend gefesselt und Spannung aufgebaut. Doch dieses Buch ist definitiv nichts für schwache Nerven. Dieses Buch ist intensiv, ergreifend und schonungslos ehrlich. Die ganze Geschichte ist zutiefst aufwühlend und hat mich zum Nachdenken angeregt. Mit dieser Geschichte schafft die Autorin einen Zugang zu psychischen Krankheiten und sensibilisiert auf großartige Weise für deren Ausmaß. Ich finde es wirklich großartig und gelungen, auf welche Weise sie die Thematik psychische Krankheiten in jungen Jahren umgesetzt hat. Ich war wirklich sehr gerührt von der Geschichte, konnte einiges lernen und habe auch nach Ende des Buches noch lange über das Buch nachgedacht. Meiner Meinung nach wäre eine Triggerwarnung bei diesem Buch angemessen gewesen.

Fazit
„Auf einer Skala von 1 bis 10“ ist ein sehr ergreifendes, ehrliches und authentisches Buch, welches für die Ausmaße psychischer Krankheiten sensibilisiert und Zugang zu diesem Thema schafft. Sehr empfehlenswert!

Veröffentlicht am 15.07.2019

Ein sehr eindringliches und stark umgesetztes Buch über ein unglaublich wichtiges Thema !

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Mental Health Bücher sind für mich ein wichtiges, zugleich aber auch sehr schwieriges Thema. Einerseits wünscht man sich für psychische Erkrankungen endlich mehr Aufmerksamkeit, mehr Aufklärung, mehr Verständnis ...

Mental Health Bücher sind für mich ein wichtiges, zugleich aber auch sehr schwieriges Thema. Einerseits wünscht man sich für psychische Erkrankungen endlich mehr Aufmerksamkeit, mehr Aufklärung, mehr Verständnis von außen, andererseits sind die Bücher für Betroffene aber oft ein Trigger.

Umso mehr begrüße ich es, dass man genau diesen Büchern eine deutliche Warnung verpasst, was im Fall von AUF EINER SKALA VON 1 bis 10 super geglückt ist. Man hat den Trigger nicht versteckt ans Ende der Geschichte gepackt, sondern direkt unter dem Klappentext auf der Rückseite eine Warnung angebracht und das war gut so.

!!! Ich möchte hier auch direkt nochmal eine Warnung aussprechen. Zwar werde ich versuchen nicht zu sehr ins Detail zu gehen, da aber Selbstverletzung und Suizid in diesem Buch zentrale Themen sind, muss ich natürlich auch darauf eingehen !!!

Das Buch begegnete mir zum ersten Mal bereits während der Frankfurter Buchmesse im letzten Jahr, auf der es mir besonders ans Herz gelegt wurde. Nicht nur, weil man weiß, dass ich mich gerne mal mit ernsten Thematiken auseinander setze, sondern in diesem Fall auch eine eigene Geschichte habe. Bereits nach der Vorstellung war mir schon klar, dass dieses Buch für mich ein harter Gang wird, die Warnung hat das noch einmal bestätigt.

Nichtsdestotrotz war mein Interesse natürlich riesengroß und besonders die Tatsache, dass die Autorin selbst mit psychischen Problemen ziemlich großen Ausmaßes zu kämpfen hatte und hat, hat mich natürlich nur noch neugieriger gemacht.

In ihrem Buch arbeitet Ceylan Scott eigene Erfahrungen auf und ich finde, das spürt man auf jeder Seite.

Tamar, ihre Protagonistin, hat ihre Freundin verloren, was sie komplett aus der Spur wirft, denn Tamar war die letzte Person, die Iris gesehen hat, bevor sie starb.

Immer mehr steigert sich Tamar in den Gedanken hinein, dass sie die Freundin umgebracht hat. Dies wiederum führt bei Tamar zu einer psychischen Störung. Sie leidet an Borderline, ritzt sich. Da ist dieses Monster in ihr, das sie antreibt, das von ihren Gedanken und ihren Gefühlen Besitz ergreift und ihr immer wieder einflüstert, dass das alles ganz allein ihre Schuld ist.

Diese permanente Gedankenspirale treibt Tamar zur Verzweiflung und schließlich sogar so weit, dass sie an Suizid denkt.

Ihr Versuch sich selbst zu töten schlägt glücklicherweise fehl, bringt sie aber nach Lime Grove. Eine psychatrische Klinik für Jugendliche.

Und hier beginnt Tamars eigentlicher Kampf, nämlich der aus der Abwärtsspirale, in der sie sich befindet. Und dieser Kampf ist ein sehr langwieriger Prozess. Immer wieder gibt es Rückschläge, immer wieder Kurzschlußhandlungen. Aber irgendwann da wird es schließlich endlich besser.

Ich habe mittlerweile wirklich viele Meinungen zu dem Buch gelesen und immer wieder stieß ich besonders auf Punkte wie: Tamar sei zu distanziert, nicht greifbar, die Geschichte zu nüchtern, die Figuren zu blass. Und ich kann diese Punkte tatsächlich alle sehr gut nachvollziehen, habe sie aber persönlich ganz anders aufgefasst, vielleicht auch deshalb, weil ich eine Therapie selbst schon erlebt habe und jeden Tag mit meinen eigenen Monstern kämpfe.

Die Geschichte hat definitiv einen nüchternen Tonfall, was ich darauf zurückführe, dass sie aus Tamars Sicht erzählt ist, die sich in einem Strudel voller abwertender Gefühle gegen sich selbst befindet. Die Medikamente, die helfen sollen, sich besser zu fühlen, die aber ( wie auch im wahren Leben ) nicht gleich mit der ersten Einnahme anschlagen, sondern sie erstmal runterziehen, tun ihr Übriges. Tamar ist distanziert, weil sie einen völlig distanzierten Blick auf ihr Leben und ihr komplettes Umfeld hat. Es gibt nur dieses Monster, das Besitz von ihr ergriffen hat und von dem sie sich zunächst nicht lösen kann. Weil es einfach Zeit braucht.

Durch diese Situation wirkt auch der Blick auf die anderen Charaktere, die jeder ihr eigenes Päckchen zu tragen haben, etwas entrückt.

Für mich waren all ihre Handlungen tatsächlich komplett authentisch und nachvollziehbar. Es gibt Momente und krasse Stimmungswechsel, in denen sie absolut risikobereit ist und dumme Dinge tut. Es gibt aber auch die verletzliche Tamar, die sich nichts sehnlicher wünscht als gesund zu sein.

Was die Szenen der Selbstverletzung und des versuchten Suizids betrifft, so beschreibt Ceylan Scott diese kurz, heftig, nicht ausschweifend und explizit. Es wird deutlich, das Tamar im Affekt handelt und die Szenen fühlten sich für mich an, als würde man sich schnell ein Pflaster von der Haut ziehen. Sie sind wichtig, weil sie aufrütteln und Tamars Situation noch deutlicher zeigen, aber sie sind nicht so ausführlich beschrieben, dass ich sie gar nicht ertragen konnte.

Auf was man sich hier definitiv einlassen muss, ist, dass das Buch vor allem Tamars Gedanken und Gefühle widerspiegelt. Es ist IHR persönlicher, innerer Kampf und ihr Weg sich gegen ihre Krankheit zu stellen.

Mich hat die Erzählweise und auch die Geschichte ansich komplett überzeugt und sehr mitgenommen und berührt und gerade die Tatsache, dass Ceylan Scott hier nichts beschönigt, hat mir imponiert !

Besonders gut fand ich das Ende, dass deutlich macht, das es zwar ein langer und schwieriger Weg ist, seine Monster in Schach zu halten, dass es aber machbar ist und man die Hoffnung niemals aufgeben sollte, wieder gesund zu werden. Es wird immer wieder Rückschläge geben, aber es wird besser, wenn man für sich selbst kämpft und man ist diesen Kampf immer wert.

Für mich ein absolut wichtiges Buch, das nicht nur Jugendliche sensibilisiert, sondern das sich auch Erwachsene anschauen sollten. Es ist wichtig, das wir uns mit diesen Themen befassen und psychische Krankheiten endlich als das erkennen was sie sind, denn nur weil man sie von außen nicht sehen kann, heißt das nicht, das sie nicht da sind und das man sie unterschätzen und abtun kann !

Leseempfehlung meinerseits (sofern ihr Euch natürlich selbst den Themen gewachsen fühlt !)


Veröffentlicht am 08.07.2019

wundervolles Depressionsbuch

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•auf einer Skala von 1 bis 10 von Ceylan Scott

„Ein schonungsloser Insiderroman, der für die dramatischen Ausmaße psychischer Krankheiten sensibilisiert.“ •
„Ich bin hier, ich lebe und ich bin kein schlechter ...

•auf einer Skala von 1 bis 10 von Ceylan Scott

„Ein schonungsloser Insiderroman, der für die dramatischen Ausmaße psychischer Krankheiten sensibilisiert.“ •
„Ich bin hier, ich lebe und ich bin kein schlechter Mensch.“ -
In diesem Buch geht es um Tamar die sich die Schuld gibt an dem Tod einer Freundin. Sie ritzt sich, will nicht mehr leben und startet mehrmals Selbstmord versuche .. •
Das Buch zeigt wie wechselhaft Depressionen sein können, wie tief sie ein ziehen können und das es immer einen Ausweg gibt! •
Ich selbst bin auch Borderliner und mich hat das Buch so angesprochen da ich selber vor kurzem noch in einer Klinik war und auch Fragen beantworten musste von einer Skala von eins bis 10.. Es ist ein wichtiges Thema und langsam wird es von der Öffentlichkeit akzeptiert wenn man eine psychische Erkrankung hat. •
Das Buch wurde richtig gut geschrieben, es gibt einen neue Kraft, alleine da durch das Tamar es auch geschafft hat. Natürlich ist es nur eine Geschichte, jedoch kommt sie mir in vielen Punkten so bekannt vor. Es ist echt schön zu wissen das man Hilfe bekommen kann und wenn man es körperlich und geistig schafft kann man auch wieder raus kommen! Es zeigt halt das es nie vorbei sein muss. •
Das Buch ist wirklich grandios und ich liebe es. Es ist richtig gut geschrieben, die vorher und jetzt Kapitel fand ich auch klasse. Das Ende kam dann doch nur etwas schnell & ich frage mich immer noch ob sie nun mit Toby am Ende zusammen kommt oder nicht. Aber dies soll ja nicht das Hauptthema sein, da es im Buch auch nicht wirklich Thema war. •
Ich weiß selber das Sport hilft bei Depressionen und ich finde es schön das selbst dieser „hilfreiche Tipp“ im Buch vorkommt.

Veröffentlicht am 05.08.2020

wichtiges Jugendbuch

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Tamar ist in einer geschlossenen Jugendpsychiatrie, weil sie sich die Schuld für den Tod ihrer Freundin Iris gibt. Deshalb hat sie angefangen, sich selbst zu verletzen und depressiv zu werden.

In der ...

Tamar ist in einer geschlossenen Jugendpsychiatrie, weil sie sich die Schuld für den Tod ihrer Freundin Iris gibt. Deshalb hat sie angefangen, sich selbst zu verletzen und depressiv zu werden.

In der Psychiatrie fühlt sie sich zunächst ein bisschen fehl am Platz, weil die anderen psychisch kranken Jugendlichen viele Wutanfälle haben und sie verwundert ist, dass deshalb keiner mit der Wimper zuckt. Obwohl sie sich relativ schnell dort einlebt und mit den anderen Jugendlichen versteht, fällt es ihr sehr schwer mit ihrer Krankheit zurechtzukommen. Die Ärzte wollen ständig von ihr wissen, was genau vor Iris Tod passiert ist, da sie die letzte Person war, die Iris lebend gesehen hat. Wird sie ihr inneres „Monster“ bekämpfen können?

„Auf einer Skala von 1 bis 10“ ist aus Tamars Perspektive geschrieben und es gibt immer abwechselnd ein Kapitel mit dem Titel „Vorher“ und mit dem Titel „Jetzt“. Das heißt, dass das letzte Kapitel mit dem Titel „Vorher“ das Kapitel vor dem ersten Kapitel mit dem Titel „Jetzt“ ist. Ich finde das sehr gut durchdacht, weil man so erst zum Schluss erfährt, was der letztendliche Auslöser für die Einweisung in die Jugendpsychiatrie war und dadurch eine gewisse Spannung aufgebaut wird.

Einer der Hauptgründe, warum ich dieses Buch so toll finde, ist die Tatsache, dass man sehr hautnah und schonungslos miterlebt, was in dem Kopf einer psychisch kranken Person vorgeht und so Empathie entwickelt. Die Autorin leidet selbst an psychischen Problemen und mittlerweile wurde bei ihr eine Borderline-Persönlichkeitsstörung diagnostiziert. Dadurch wirkt der Roman sehr echt und realistisch, was gut ist ist, weil ich nach jetzt zwei Tagen nach dem Lesen immer noch über den Inhalt des Buches nachdenke und ich in Zukunft mehr Mitgefühl für Menschen mit psychischen Erkrankungen aufbringen will. Somit hat mich dieses Buch nachhaltig geprägt, was es zu einem sehr besonderen Buch macht.

Mein einziger Kritikpunkt ist, dass ich persönlich das Gefühl habe, dass in der Mitte des Buches der rote Faden fehlt, weil man als Leser nicht so recht weiß, wie es weiter geht und man sich denkt, dass es theoretisch immer so weiter gehen könnte und die Lust weiterzulesen so etwas gedämpft wird. Zum Glück war dem nicht so, denn es gab noch eine überraschende Wendung und der Schluss ist der Autorin sehr gut gelungen.

Eine weiterer positiver Aspekt, der mir aufgefallen ist: dass extra hinten auf dem Buch „Triggerwarnung: Selbstverletzung und suizidales Verhalten“ drauf steht und dass es ganz hinten im Buch eine Seite mit anonymen und kostenlosen Hilfsangeboten für betroffene Jugendliche gibt. Zudem denke ich, dass mit die wichtigste „Message“ des Buches ist, dass es nie zu spät ist Hilfe entgegenzunehmen.

Insgesamt behandelt der Roman ein sehr schwieriges und heikles, aber gleichzeitig auch wichtiges Thema, welches von unserer Gesellschaft versucht werden sollte zu verstehen und zu akzeptieren. Wer einen „schonungslosen Insiderroman“ lesen will, der bis unter die Haut geht, ist mit „Auf einer Skala von 1 bis 10“ sehr gut bedient.

Allerdings würde ich – anders als der Verlag – den Roman erst ab 16 Jahren empfehlen, da die Gedankengänge von Tamar schon leicht verstörend und verrückt auf den Leser wirken können und man eine gewisse psychische Belastbarkeit mit sich bringen sollte.

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Veröffentlicht am 21.05.2020

Schonungslos, aufrüttelnd und eindringlich

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“Auf einer Skala von 1 bis 10” ist kein leichter Roman, den man mal eben so nebenher verschlingen kann.
Es ist eine düstere, schmerzliche und doch in gewisser Weise auch eine heilende Reise zu Tamars Seele ...

“Auf einer Skala von 1 bis 10” ist kein leichter Roman, den man mal eben so nebenher verschlingen kann.
Es ist eine düstere, schmerzliche und doch in gewisser Weise auch eine heilende Reise zu Tamars Seele und ihrem Sein.
Ceylan Scott schreibt sehr eindringlich, ruhig und sanft. Aber auch sehr schonungslos über ernste Themen, wovor man lieber die Augen verschließt.
Depressionen, ist nur ein kleiner Teil dessen. Oft belächelt, nicht ernst genug genommen und genau, dass ist das Fatale daran.
Denn so leicht kann man tiefer gleiten, ohne das es unserem Umfeld bewusst ist.

In diesem Roman geht es um Tamar und ihre Geschichte. Ich durfte sie begleiten auf ihrer Reise und bin oft verzweifelt, war so hin- und hergerissen. Zwischen meinen Gefühlen und meinen Gedanken, diesem jungen Mädchen gegenüber. Tamar ist auf der einen Seite so unglaublich stark, aber auf der anderen Seite auch so gebrochen und verletzlich.
Mit sehr viel Einfühlungsvermögen zeigt uns die Autorin, was in ihrem Inneren vor sich geht. Was sie denkt und fühlt.
Wie tief die Dunkelheit reicht und worin sie mündet.
Wie tief die innere Zerrissenheit und Schuld geht und wie lange es dauert, zu sich selbst zurückzufinden.
Ein Weg der von viel Schmerz, Wut und auch Zerrissenheit begleitet wird. Und daneben lernen wir auch weitere Charaktere in Lime Grove, der Jugendpsychiatrie in der Tamar ist, kennen. Man begreift das jeder anders ist und ja vielleicht, sieht es für den Außenstehenden nicht so dramatisch aus.
Aber was wissen wir schon?
Wir können uns jedoch hlneinfühlen und vielleicht viel intensiver mit den Problemen der Jugendlichen auseinandersetzen.

Für mich war dieser Roman, sehr drückend und schwer. Gerade am Anfang war es unglaublich schwer, Zugang zu den Charakteren zu finden. Mit der Zeit gelang mir dies recht gut. Aber die Emotionen kamen leider nicht gänzlich bei mir an. Was ich schade finde. Bis zu einem gewissen Punkt ist das absolut nachvollziehbar. Denn in Tamar befindet sich ein Graben, eine Leere und Einsamkeit, die einfach nicht genug Emotionen zulässt.
Ich finde die Thematik unfassbar wichtig, denn es erzählt so viel , bringt zum nachdenken und rüttelt auf.
Leider konnte mich die Story emotional gesehen einfach nicht gänzlich erreichen.
Interessant ist hier tatsächlich, das man immer abwechselnd in “Vorher” und “Jetzt” eintaucht. Durch diese verschiedenen Zeitebenen, kommt man dem Kern der Geschichte immer näher und begreift doch, wie sehr dies etwas in Tamar verändert.
Wie sehr diese Frage von Schuld und Unschuld, sie ihrer Lebenslust beraubt hat und wie sehr sie dadurch auch gewachsen ist.
Was tatsächlich Iris’ Tod zugrunde liegt, hat mich sehr erschüttert und einfach tieftraurig zurückgelassen. Denn das ist es, was mir hier einfach noch gefehlt hat. Mehr von Iris und ihrem Leben.

Fazit:
“Auf einer Skala von 1 bis 10” ist ein sehr schonungsloser, aufrüttelnder und eindringlicher Roman über Themen, die viel öfter an die Oberfläche gelangen sollten.
Ein Roman der vor allem mit Authentizität und absolut greifbaren Charakteren punktet.
Ich fand es fast perfekt. Denn leider gab es trotz großartigem Kern, trotz allem Schwachstellen.
Mir sind Emotionen unglaublich wichtig, aber genau das kam mir hier etwas zu kurz.