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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.08.2020

Romeo und Julia ? Wohl eher nicht !

Richer than Sin
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Im Vorfeld hatte ich ziemlich oft den Vergleich zu Shakespeares tragischer Liebesgeschichte gelesen, weil es auch in RICHER THAN SIN um zwei verfeindete Familien und eine verbotene Liebe geht. Da ich den ...

Im Vorfeld hatte ich ziemlich oft den Vergleich zu Shakespeares tragischer Liebesgeschichte gelesen, weil es auch in RICHER THAN SIN um zwei verfeindete Familien und eine verbotene Liebe geht. Da ich den Klassiker mit all seiner Dramatik liebe, dachte ich, ich versuchs mal mit der modernen Form, hab meine Erwartungen aber niedrig gehalten.

Und das war eine gute Idee, denn so bin ich jetzt nach dem Lesen nicht allzu enttäuscht.

Die Riscoffs und die Gables liegen seit Ewigkeiten im Clinch und hassen sich bis aufs Blut. Ein riesiger Skandal ist quasi vorporgrammiert als sich Lincoln und Whitney begegnen und Gefühle füreinander entdecken.

Mehr braucht man über den Inhalt eigentlich nicht wissen. Die beiden müssen ihre Liebe geheimhalten, dann müssen sie sich gegen ziemlich alle Bewohner von Gable behaupten, was, wie man sich denken kann, nicht unbedingt gelingt und zum Bruch führt.

Doch das Buch ist auf zwei Zeitebenen erzählt und zehn Jahre später begegnen sie sich wieder.

Was mir gefallen hat, war zum einen der sehr flüssige Schreibstil, der mich bei der Stange gehalten hat und zum Anderen war es der Zwist zwischen dem alten Riscoff und seinem Nachbarn und Erzfeind Gable. Die beiden erinnerten mich an diese Filme mit Walter Matthau und Jack Lemmon, wo sie sich immer bekriegen und dabei einfach nur urkomisch sind.

Sonst weiß ich ehrlich gesagt gar nicht, was ich über die Geschichte sagen soll, denn sie ist für meinen Geschmack einfach nur flach. Diese Liebe zwischen Lincoln und Whitney basiert irgendwie nur auf körperlicher Ebene. Von Gefühl und Emotion fehlt jede Spur. Alle ihre Treffen beschränken sich auf sexuelle Handlungen.

Dabei hätte man gerade aus diesem Verbotenen echt was machen können. Gefühle, gestohlene Momente, in denen man als Leser Herzrasen bekommt, etc. Aber leider Fehlanzeige.

Auch die Figuren waren mir nicht wirklich sympathisch. Whitney jammert zu viel, Lincoln war mir zu blass und zu bestimmend, Karma und Sylvia Riscoff waren echt richtig nervtötend böse Charaktere und der Rest blieb zu oberflächlich.

Auch die Handlung selbst war jetzt eher so naja. Ganz schön zu lesen, aber irgendwie gings auch schwer voran und es dreht sich halt immer alles um die gleichen Probleme.

Gekillt hat mich dann das Ende, das mit einem absolut hanebüchenem Cliffhanger ums Eck kommt.

Also für "les ich an einem Tag in der Sonne" wars okay. Es ist aber definitiv kein Buch, das mir lange im Gedächtnis bleiben wird.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.08.2020

Wie jedes Buch der Autorin: Emotional und sehr berührend !

Wie die Ruhe vor dem Sturm
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Ich liebe gefühlvolle Geschichten, in denen Trauer und Glück oft nah beieinander liegen und man genau weiß, dass am Ende sicher alles gut ausgehen wird. Und ich liebe Geschichten, die in verschiedenen ...

Ich liebe gefühlvolle Geschichten, in denen Trauer und Glück oft nah beieinander liegen und man genau weiß, dass am Ende sicher alles gut ausgehen wird. Und ich liebe Geschichten, die in verschiedenen Zeitebenen spielen. Beides vereint Brittainy C. Cherry in ihrem neuen Roman, den ich mal wieder innerhalb eines Tages verschlungen habe.

Ihr Schreibstil und all die Gefühle, die sie in ihre Geschichten legt, fesseln mich einfach jedes Mal so sehr, dass ich ihre Bücher nie aus der Hand legen kann. Hinterher bin ich dann manchmal echt enttäuscht, weil ichs so schnell beendet habe, aber nun ja, geht nicht anders.

In diesem neuen Auftakt geht es um die Geschichte von Eleanor und Greyson, die zusammen zur Schule gehen, aber doch in verschiedenen Welten leben. Während Grey zu den beliebten Jungs der Schule gehört, bleibt Eleanor am liebsten für sich und versinkt voll und ganz in ihren Büchern.

Eines Tages, da kreuzen sich jedoch ihre Wege. Eleanor ist skeptisch, doch Grey bleibt an ihrer Seite und wird ihr in der wohl schwersten Zeit ihres Lebens ein Freund, eine Stütze und auch zur Liebe ihres Lebens.

Doch manchmal ist das Schicksal einfach so mies, dass es in den schlimmsten Zeiten direkt ein zweites Mal zuschlagen muss. Und so trennen sich die Wege der Jugendlichen.

Viele Jahre später kehrt Eleanor zurück in ihre Heimatstadt und bewirbt sich auf eine Stelle als Nanny. Nichtsahnend, dass sie da ausgerechnet Greyson wieder begegnen wird. Doch von dem fröhlichen Jungen von einst ist nichts geblieben. Grey kapselt sich ab, ist ernst und mürrisch, gibt sich eiskalt. Eleanor versucht zu ergründen, was passiert ist und auch wenn Grey sie immer wieder von sich stößt, so gibt sie nicht auf und versucht eine Stütze für ihn zu sein. Für ihn da zu sein, so wie er für sie dagewesen ist.

Ich habe, besonders im zweiten Teil der Geschichte, bewundert wie stark Eleanor ist, wie sie jeden Tag aufs Neue kämpft, um zu Grey durchzudringen und nie aufgegeben hat, daran zu glauben, dass da noch etwas von dem Jungen, den sie früher kannte, in ihm steckt. Und auch Grey mochte ich, trotz seiner wirklich ruppigen Art gern. Er hat viel durchgemacht und wirkte so verloren und einfach nur hilflos, weshalb er sich einfach von allem abgeschottet hat.

Es ist eine herzzerreißende Geschichte über Verlust und Liebe, über Freundschaft, die alle Hürden überwinden kann. Eine Geschichte die mich unglaublich berührt hat und aus der man sich ganz viel fürs eigene Leben mitnehmen kann.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.07.2020

Was war das denn?

Promised
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Ich spare mir hier eine inhaltliche Zusammenfassung und komme direkt zur Sache: Was, bitteschön, war das denn ?

Kiera Cass ist mir durch ihre Selectionreihe und das Standalone Siren wohlbekannt. Da mir ...

Ich spare mir hier eine inhaltliche Zusammenfassung und komme direkt zur Sache: Was, bitteschön, war das denn ?

Kiera Cass ist mir durch ihre Selectionreihe und das Standalone Siren wohlbekannt. Da mir beide Geschichten gefallen haben, die eine etwas mehr, die andere etwas weniger, war ich supergespannt auf ihr neuestes Werk und habe mich gefreut, als ich PROMISED in den Händen halten durfte.

Die Freude wurde jedoch schnell etwas getrübt, als ich die vielen negativen Rezensionen dazu gelesen habe, denen ich mich, zu meinem Verdruss tatsächlich anschließen muss.

Schon beim Cover fängt es an. Eigentlich ist es sehr hübsch, es glitzert und glänzt wunderhübsch, wirkt durch das Mädchen im wallenden Kleid aber so, als gehöre es 1. zur Selection-Reihe und 2. als hätte man eine Disneyprinzessin abgedruckt.

Ansich gar nicht schlimm, doch schon auf den ersten Seiten wird klar, dass das Cover eindeutig zum Inhalt passt und das ist leider nicht positiv gemeint, denn auf den ersten circa 100 Seiten lernen wir Hollis kennen, deren einziges Ziel es zu sein scheint, das Rennen um König Jamesons Herz zu gewinnen. Sie wirkte auf mich absolut naiv, zeigt kein wirkliches Interesse daran, sich mit Politik zu befassen, will aber Königin werden. Möglichst eine, über die man Jahrzehnte später noch spricht. Zu bieten hat sie außer ihrem freundlichen Gemüt und ihrem scheinbar atemberaubenden Aussehen aber anfangs nicht wirklich viel.

Im Verlauf wird es ein wenig besser, als sie erkennt, dass sie nicht einfach nur das schöne Dekor an der Seite des Königs sein möchte.

Was mich hier sehr gestört hat, waren folgende Punkte:

1. Die Geschichte wirkt wie ein Märchen, ist aber vollgepackt mit jedem erdenklichen Klischee, das man sich nur vorstellen kann. Es gibt tolle Kleider, viel Blingbling in Form von Juwelen, einen König, eine eifersüchtige Freundin und einen mysteriösen Unbekannten.

2. Das Aufeinandertreffen von Hollis und diesem Unbekannten führt in ein vorhersehbares Beziehungsdreieck. Hollis ist sprunghaft und braucht eine Weile, bis sie weiß, wem sie ihr Herz schenken soll.

3. Leider kommt das Buch ohne jegliche Emotion daher.

4. Der Plot macht das nicht besser, denn die Handlung prescht so derart voran, dass sich die Entwicklungen förmlich überschlagen. Da ihnen aber jegliches Gefühl und Emotion, so wie die Tiefe fehlen, wirkt es, als habe die Autorin hier einfach versucht möglichst schnell alles in 360 Seiten zu pressen, was nur so geht.

Das nimmt den Lesespaß und wirkte auf mich einfach überhaupt nicht gut durchdacht. Die ganze Geschichte strotzt nur so vor Oberflächlichkeit und blassen Charakteren.

Das Ende schlug dann dem sprichwörtlichen Fass den Boden aus, denn hier passieren Dinge, die mich absolut überrascht haben, die mich aber in der Ausarbeitung gar nicht zufriedenstellen konnten. Hollis zeigt nicht eine greifbare Gefühlsregung und wie schon der Rest der Geschichte, wird hier eine Situation, bzw. eine Abfolge mehrerer Situationen, einfach nur so abgespult.

Trotz allem und das finde ich ein bisschen merkwürdig, kam ich beim Lesen absolut schnell voran und habe das Buch innerhalb eines Tages gelesen. Der Schreibstil ist sprachlich jetzt nicht der Beste, wirkt manchmal etwas zu aufgesetzt, ist aber doch so leicht und gängig, dass man dranbleibt.

Ich würde gerne mehr positive Dinge anführen, aber das Buch hat mich wirklich sehr enttäuscht. Die Idee war sicher gut, wenn auch nicht neu und aus dem Setting hätte man bestimmt viel mehr rausholen können, aber die Umsetzung lässt mich einfach ratlos und mit der Frage: Was ist denn da nur passiert ? zurück.

Kiera Cass hat in der Vergangenheit bewiesen, dass sie unglaublich tolle Geschichten schreiben kann und deshalb ist es nur umso enttäuschender, dass sie mit Promised einen solchen Flop gelandet hat. Sehr sehr schade.


  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.07.2020

Solider Reihenauftakt, mit viel Luft nach oben.

Stolen 1: Verwoben in Liebe
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Aufmerksam geworden, durch dieses atemberaubende Cover und den fantastischen, kreativen Buchschnitt, war ich gespannt auf eine neue Geschichte aus der Feder von Emily Bold.

Deshalb habe ich mir die Chance, ...

Aufmerksam geworden, durch dieses atemberaubende Cover und den fantastischen, kreativen Buchschnitt, war ich gespannt auf eine neue Geschichte aus der Feder von Emily Bold.

Deshalb habe ich mir die Chance, das Buch als eBook vorablesen zu dürfen, auch nicht entgehen lassen.

Dabei habe ich mittlerweile immer sehr viele Vorbehalte gegen Internatsgeschichten und merke zunehmend, dass mich Jugendromane immer öfter nicht mehr hundertpro zufriedenstellen können.

Auch bei STOLEN war das leider so.

Dabei startet die Geschichte zunächst recht gut. Abby Woods hat Einiges auf dem Kerbholz, wie man so schön sagt. Von einer Pflegefamilie zur anderen weitergereicht, ist sie ein bisschen vom rechten Weg abgekommen und nun soll sie das Londoner Internat Darkenhall besuchen, als letzte Chance. Tut sie dies nicht, verliert sie nicht nur ihre aktuelle Pflegemutter, die sie doch recht gern mag, obwohl sie eigentlich keine Gefühle empfindet, sondern muss auch ins Gefängnis.

In Darkenhall angekommen läuft sie prompt in die Arme von Tristan Tremblay, den schönsten, beliebtesten und begehrtesten Jungen in Darkenhall. Durcheinander bringt sie allerdings dessen älterer, schweigsamer und irgendwie mystisch wirkender Bruder Bastian...

Was sie nicht ahnt: Beide Brüder haben so etwas wie magische Fähigkeiten und als sie Bastians Ring klaut, da bricht das Chaos los und Abby wird in einen Strudel aus Schatten und Gefühlen gezogen...

Was mir hier sehr gut gefallen hat, war die coole Idee mit den Schattenweben. Tristan und Bastian sind Schattenweber, die quasi alle schlechten Weben aus den Menschen ziehen können. Dazu gehören unter anderem Trauer, Wut, und alles was sich irgendwie negativ auf das menschliche Gemüt auswirkt. Es war neu und wirklich schön und kreativ umgesetzt.

Gar nicht gefallen hat mir dagegen diese Insta-Love. Ich weiß ja, dass das in Büchern immer alles schnell passiert und sich Protagonisten gerne Hals über Kopf verlieben, aber hier wars mir irgendwie zu viel, auch wenn es zum Glück kein wirkliches Beziehungsdreieck gibt, sondern recht schnell klar ist, wer hier der Loveinterest ist.

Die Handlung prescht dadurch ebenfalls recht schnell voran.

Auch am Schreibstil habe ich diesmal etwas auszusetzen. Emily Bold schreibt toll. Flüssig, mitreißend, keine Frage, aber dieser Reihenauftakt strotzt vor unvollendeten Sätzen, die zu allem Überfluss auch noch ständig durch drei Pünktchen unterbrochen werden, was den Lesefluss immer wieder abbremst. Oder sie werden vom jeweils Anderen beendet, was ich wirklich sehr nervig fand. Das ist natürlich persönliches Empfinden und mir hat das einfach nicht gefallen.

Ich bin ehrlich gesagt, ein bisschen hin und hergerissen. Einerseits hat mich das Buch trotz dieser, für mich negativen Punkte, gut unterhalten, andererseits hat es mich aber auch ein wenig enttäuscht, weshalb ich es jetzt mal im guten Mittelfeld einordnen würde. Klar ist für mich allerdings auch, dass ich die Reihe definitiv weiterverfolgen werde, in der Hoffnung, dass sie mich vielleicht doch noch vollends überzeugt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.07.2020

Liebe ! Ganz ganz große Liebe ! Die GRÖßTE !

Love is Loud – Ich höre nur dich
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Diese Rezension wird wohl viel mehr eine Liebeserklärung werden und ich entschuldige mich schon jetzt für meine Euphorie, aber ich kann einfach nicht anders.

Franzi zieht es für ein Jahr nach New Orleans, ...

Diese Rezension wird wohl viel mehr eine Liebeserklärung werden und ich entschuldige mich schon jetzt für meine Euphorie, aber ich kann einfach nicht anders.

Franzi zieht es für ein Jahr nach New Orleans, wo sie sich im Rahmen des Programms "Care of Living" um den alten Hugo kümmern soll. Es wird ihr erstes, richtiges und auch ihr letztes Abenteuer sein, bevor sie sich nach diesem Jahr ihrer spießigen Karriere hinter einem deutschen Schreibtisch widmen wird.
Doch in New Orleans trifft Franzi nicht nur auf Hugo, sie findet auch die Liebe: Zur Stadt, zur Musik, zu Straßenmusiker Lincoln, aber vor allem zu sich selbst...

Ich kann gar nicht sagen, was dieses Buch mit mir gemacht hat, es ist schon fast zu gewaltig, um überhaupt die passenden Worte dafür zu finden. Denn obwohl ich bereits von Kathinka Engels FINDE MICH Reihe komplett angetan war, hat sie sich mit Love is LOUD an die Spitze meiner New-Adult-Weltrangliste geschrieben und sitzt nun definitiv auf einer Stufe mit Autorinnen wie Britainny C. Cherry und Amy Harmon.

Dieses Buch ist Gefühl und Leben pur. Es ist perfekt, die Geschichte einfach rund. An einem einzigen Tag habe ich sie förmlich verschlungen und wann immer ich den Blick mal vom Buch gehoben habe, war ich ein wenig enttäuscht, dass ich mich gar nicht in New Orleans befinde.

Die Autorin schafft nicht nur eine wahnsinnig emotionale und gefühlvolle Liebesgeschichte, sondern es ist ihr gelungen, in meinem Kopf einen regelrechten Film ablaufen zu lassen. Ich habe die feuchte Hitze der Südstaaten gespürt, ich konnte die Musik auf den Straßen NOLAS fühlen und hören und all die bunten Farben und Gerüche sehen und schmecken.

Doch nicht nur die Kulisse ist es, die mich hier unglaublich beeindruckt hat, sondern auch die Charaktere und die Geschichte selbst.

Als Franzi in Deutschland aufbricht, da ist sie eine unglaublich unsichere junge Frau, die sich am liebsten anpasst, bloß nicht auffällt, die ihr Leben ganz gezielt durchgeplant hat, um keine bösen Überraschungen zu erleben.
Doch Franzi erlebt, nicht nur durch die Stadt, sondern auch durch ihre wachsenden Gefühle, die sie im Lauf der Geschichte für Link entwickelt, eine absolute Wandlung. Sie wird mutiger, sie wird offener, sie verändert sich. Und wird zu einer besseren, zur endlich richtigen Version von sich selbst.
Ich mochte sie unglaublich gern.

Das trifft auch auf Hugo zu, obwohl der alte Mann ein absoluter Griesgram ist und allen das Leben schwer zu machen scheint. Hugo ist Sarkasmus auf zwei Beinen, er ist mürrisch und wirkt abweisend. Aber: Ich habe definitiv mein Herz an ihn verloren. Denn natürlich gibt es Gründe für sein Benehmen.
Er liebt den ureigenen NOLA Beat und seinen Garten und ist durch seine Art ungewollt komisch. Ich musste beim Lesen so oft lachen, weil er einfach ein unschlagbar cooler Charakter ist, den man trotz oder vielleicht auch gerade wegen seiner Schroffheit einfach lieben muss.

Und dann sind da noch Link und seine Band "After Hours", die ich ebenfalls nach wenigen Seiten so sehr in mein Herz geschlossen habe.
Sie lieben die Musik, sie lieben ihre Stadt, mit allen Höhen und Tiefen, die die Geschichte NOLAS nun einmal hat. Ich würde hier am liebsten zu jedem einzelnen Charakter etwas sagen, weil sie alle so großartig sind, aber ich denke, dass ich euch damit auf jeden Fall spoilern würde, also lass ich es besser.
Fakt ist, dass sie alle authentisch sind, sie sind eine Familie in der man sich immer aufeinander verlassen kann. Doch jedes Mitglied hat sein eigenes Päckchen zu tragen.

Auch Link. Link hat einen schweren Verlust zu verkraften und nach "Katrina", die so vielen Menschen in NOLA einfach ALLES genommen hat, ist es seine Devise absolut und vollkommen im Hier und Jetzt zu leben. Er liebt seine Musik, seine Freunde, er versucht jeden zu retten, außer vielleicht sich selbst.

Als Franzi und Link sich begegnen, da ist es nicht Liebe auf den ersten Blick und auch keine Hassliebe, wie man das aus so vielen anderen Romanen kennt. Es ist der Beginn von etwas ganz Großartigem, das mit jeder Seite wächst und auch die beiden Protagonisten über sich hinauswachsen lässt.

Ich liebe das Tempo, in dem sich die Geschichte entwickelt, denn Kathinka Engel gibt dieser Liebe und auch ihren Charakteren ausreichend Zeit um sich zu entwickeln. Und das ist es, was ich wirklich gefeiert habe. Es wirkt nicht eine Szene überstürzt oder überzogen, nicht mal am Ende, als jede Menge Tragik ins Spiel kommt.

Der Schreibstil ist mitreißend und ich liebe es, wie Kathinka Engel immer wieder auch kleine Geschichten über die Stadt einbaut. Zwar habe ich mir schon viele Dokus über NOLA angesehen und hab es tatsächlich auch schon lange auf meiner "To See before I die" Liste, aber mit ihren grandiosen Beschreibungen hat mich die Autorin noch mehr angefixt, so dass ich tatsächlich den Wunsch verspürt habe, einfach meine Koffer zu packen und für zwei Wochen abzuhauen um diese großartige Stadt voller Leben und Musik, endlich einmal mit eigenen Augen zu sehen.

Ach ja, und über Pflanzen habe ich auch was gelernt ;)

LOVE IS LOUD ist einfach ein, für mich, perfekter Roman, ein Buch voller Emotion, voller kleiner Glücksmomente und tatsächlich ist es der für mich BESTE deutschsprachige New Adult Roman, den ich bisher überhaupt gelesen habe.

Kann ich euch das Buch also empfehlen ! UNBEDINGT !!!

Im Übrigen wird es noch zwei weitere Bände geben und ich kann euch gar nicht sagen, wie ungeduldig ich bin, endlich nach NOLA zurückzukehren und all die ins Herz geschlossenen Charaktere wiederzutreffen.


  • Cover
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