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InaVainohullu

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Veröffentlicht am 07.02.2017

Perfekter zweiter Teil !

Trust Again
4 0

Nie wieder will sie sich auf eine feste Beziehung einlassen, das hat sich Dawn ganz fest geschworen. Denn der Verrat ihres Exfreundes sitzt auch nach einem Jahr noch unglaublich tief und hat sie schwer ...

Nie wieder will sie sich auf eine feste Beziehung einlassen, das hat sich Dawn ganz fest geschworen. Denn der Verrat ihres Exfreundes sitzt auch nach einem Jahr noch unglaublich tief und hat sie schwer verletzt. So schwer, das sie der Liebe abschwört.

Allerdings geht dieser Plan nur so lange auf, bis sie Spencer begegnet, gegen den frau unmöglich immun sein kann. Er ist ihr Kumpel, ein Freund dem sie vertrauen kann und von dem sie nicht mehr will als diese Freundschaft, doch Spencer ist auch attraktiv, lieb und witzig und wenn es um Dawn und um ihre Aufmerksamkeit geht, dann ist er auch unglaublich hartnäckig. Denn Dawn geht ihm schon seit ihrer allerersten Begegnung nicht mehr aus dem Kopf und wann immer sich die Möglichkeit bietet, bittet er sie um ein Date.
Ob sie irgendwann nachgibt ?

Meinung:
In diesem zweiten Band von Mona Kastens New Adult Reihe geht es, wie ihr oben schon erfahrt um Dawn und Spencer. Für mich war das schon alleine Grund genug, das Buch zu lesen, denn seit ich die beiden als Nebencharaktere in "Begin Again" kennengelernt habe, war ich begierig auf ihre ganz eigene Geschichte, von der ich im Vorfeld schon wusste, das sie mir besser gefallen wird, als Band 1. Nur ein Gefühl, das sich aber dann tatsächlich bestätigte.

Dawn und Spencer sind beides Protagonisten die mir durch ihre charmante, lockere und witzige Art sofort ans Herz gewachsen sind. Allerdings ist das nur das was sie mich als Leser ZUNÄCHST sehen lassen, denn die beiden haben wirklich viele interessante Facetten.

So erleben wir Dawn, die eigentlich nie um einen frechen Spruch verlegen ist, hier sehr tief verletzt. Sie wurde in der Vergangenheit und noch schlimmer, von ihrer ersten großen Liebe, enttäuscht und dieser Stachel sitzt unheimlich tief. Sie verschließt sich vor Gefühlen und auch wenn es ihr natürlich schmeichelt, das Spence sie so hartnäckig um Dates bittet, lehnt sie immer wieder ab.

Dawn liebt ihre Freunde, hat ein sehr inniges Verhältnis zu ihrem Vater und sie schreibt unter Pseudonym heimlich erotische Novellen. Ihre größte Leidenschaft, die sie jedoch niemals und unter keinen Umständen mit ihren Freunden teilen würde, aus Angst ausgelacht oder verspottet zu werden.

Sie ist ein wirklich toller Charakter, auch wenn sie echt lange braucht um zu raffen, das sie total auf Spencer abfährt.

Der ist das passende Gegenstück und hey ehrlich: Die Welt braucht mehr Spencer' ;)

Er ist witzig, sexy und durch und durch ein echter Charmebolzen, den man aber einfach mögen muss. Er ist total vernarrt in Dawn und auch wenn sie ihn immer wieder abweist, ist er fest entschlossen niemals aufzugeben. Er trägt Dawn auf Händen und ist sogar bereit, nur das zu nehmen, was sie bereit ist ihm zu geben. Auch wenn er selbst dabei leidet.

Spencer hat allerdings auch noch eine andere Seite. Auch in seiner Vergangenheit ist einiges schiefgelaufen und er hütet ein Geheimnis an dessen Konsequenzen er sehr zu knabbern hat.

Er will seine Freunde damit jedoch nicht belasten und macht seine Sorgen deshalb mit sich selbst aus. Durch Dawn lernt er sich zu öffnen und sich selbst endlich in einem anderen Licht zu sehen.

Neben den beiden, begegnen wir auch einigen anderen Charakteren wieder, die wir schon aus Band 1 kennen. Hier bekommt zum Beispiel Sawyer, Dawns Mitbewohnerin mehr Aufmerksamkeit, die mich wahnsinnig positiv überrascht hat, denn auch Sawyer spielt nach außen nur eine Rolle, die mit der wirklichen Sawyer allerdings wenig zu tun hat.

Mir hat dieser zweite Band wirklich unglaublich gut und deutlich besser gefallen als sein Vorgänger. Ja, so gut sogar, das ich das Buch trotz Leserunde in einem Rutsch lesen musste. Mona Kasten hat einen super angenehmen und flüssigen Schreibstil, der gleichzeitig so fesselt, das man das Buch einfach nicht weglegen mag.

Außerdem hat mir gut gefallen, das sich die Beziehung zwischen Dawn und Spencer auf nachvollziehbare Art entwickelt.

Ich freue mich jetzt schon sooo unglaublich auf den nächsten Band, denn auch die Geschichte von Sawyer und Isaac, die im Mai 2017 erscheint verspricht genauso herzerwärmend, prickelnd und humorvoll zu werden, wie TRUST AGAIN.

Veröffentlicht am 20.04.2017

Ein spannender, dystopischer Thriller mit etwas eigenwilligem, aber großartigem Erzählstil

Marthas Widerstand
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Stell dir vor, du lebst in einer Welt, in der es kein Rechtssystem mehr gibt, wie wir es kennen. In der es keine Beweisführung mehr gibt und in der die Reichen, die Mächtigen und Korrupten entscheiden, ...

Stell dir vor, du lebst in einer Welt, in der es kein Rechtssystem mehr gibt, wie wir es kennen. In der es keine Beweisführung mehr gibt und in der die Reichen, die Mächtigen und Korrupten entscheiden, wer zum Tode verurteilt wird und wer leben darf.

In dieser Welt lebt Martha. In einem London irgendwo in der Zukunft, in der der arme Teil der Bevölkerung in den Wolkenkratzern sich irgendwie über Wasser halten muss, während die Reichen in den Avenues in Saus und Braus leben und über die "Kleinen" richten.

Es gibt in dieser Welt kein normales Rechtssystem mehr. Stattdessen werden Menschen, die man des Mordes bezichtigt in ein Zellensystem gesteckt. 7 Zellen an der Zahl. Jeden Tag wechselt man die Zelle und die Bevölkerung stimmt in einer TV Show darüber ab ob man schuldig oder nicht schuldig ist. Schuldig bedeutet, das am Ende, in Zelle 7 der Tod auf einen wartet.

"Ich kann die Märtyrerin sein."

Martha wird des Mordes am beliebtesten Wohltäter der Stadt bezichtigt. War sie nur zur falschen Zeit am falschen Ort oder hat sie ihn wirklich umgebracht ? Sie selbst plädiert auf schuldig, denn sie weiß das es im Endeffekt keine Rolle spielt was sie sagt, man wird sie so oder so verurteilen, denn die Leute die das Spiel bestimmen sind korrupt. Eine machtgeile Gesellschaft, die sich selbst reinwäscht und andere, die Schwächeren, für ihre Vergehen bluten lässt.

Dies muss SIE ändern ! Die Welt da draußen muss erfahren, was wirklich hinter diesem perfiden System steckt und sie muss dies außerdem tun, um die Menschen die sie liebt zu schützen.

Meinung:
Wäre ich bei diesem Buch nur nach der Optik gegangen, dann wäre es wohl niemals in meinem Besitz gelandet, denn ehrlich gesagt finde ich es ziemlich hässlich. Dabei ist das natürlich Quatsch, denn schließlich kommt es bei Büchern, wie wir alle wissen, immer auf den Inhalt an.
Und der sprach mich, rein vom Klappentext her, schon ziemlich schnell an.

Die Idee war für mich einfach neu und deshalb faszinierend und auch schockierend ! Eine TV Show in der man über Leben und Tod bestimmt ? Absurd !
Wenn man allerdings die Geschehnisse in der großen weiten Welt beobachtet, dann ist es vielleicht gar nicht so abwegig, das es solche Dinge in der Zukunft einmal geben mag, wo doch gerade so viele Irre an der Macht sind und es so viel Hass überall gibt !

Kerry Drewery hat das in ihrem Roman ziemlich gut eingefangen, denn das Volk dürstet regelrecht nach Hinrichtungen. Ob der Beschuldigte hierbei Schuldig oder nicht schuldig ist, interessiert eigentlich niemanden mehr. Es geht eher um die Sensationsgeilheit und das Gefühl von Macht, das man empfindet, wenn man telefonisch für Leben oder Tod abstimmt.

Sowohl Setting als auch Inhalt sind sehr düster gehalten und der Schreibstil ist speziell, aber wirklich großartig.

Zum einen erleben wir Marthas Tage in der Zelle in der 1. Form. Sie erzählt was gerade mit ihr passiert, lässt uns an ihren Gedanken teilhaben, die durch die Umstände in den einzelnen Zellen manchmal etwas ungefiltert und konfus daherkommen, so aber die Situation noch einmal bewusster machen.
In ihren Gedanken blickt sie außerdem immer wieder zurück auf die Anfänge dieser ganzen Farce und so ergeben die einzelnen Fragmente nach und nach ein ganzes Bild und der Leser erkennt was hinter allem steckt.

Die anderen Kapitel sind in der 3. Form geschrieben und befassen sich mit dem was außerhalb der Zellen passiert. Dabei beleuchten sie die TV Show, sowie die Gedanken und Handlungen von Protagonisten die teilweise ebenfalls tragende Rollen spielen, auf die ich hier aber nicht so sehr eingehen möchte, um Euch nicht unnötig zu spoilern. Eine dieser Figuren zu der ich aber doch kurz etwas schreiben möchte ist Eve Stanton.

Sie ist die psychologische Betreuerin des Systems. Früher war sie Staatsanwältin, doch seit das Rechtssystem abgeschafft wurde, ist sie die letzte Person zu der die Verurteilten eine Bindung aufbauen und ihr Herz ausschütten können. Sie sieht Martha einmal am Tag und merkt ziemlich schnell, das diese ein Geheimnis hütet. Sie spürt das Martha nicht schuldig ist und will ihr irgendwie helfen.
Für mich war Eve neben Martha eine der wichtigsten und charakteristisch stärksten Figuren in diesem Buch.

Der Plot entwickelt sich spannend und temporeich und endet in einem Finale in dem sich die Ereignisse nur so überschlagen.
Leider endet es aber auch mit einem klitzekleinen Cliffhanger, denn "Marthas Widerstand" ist kein, wie von mir angenommen, Einzelband, sondern der Auftakt einer Dilogie.

Band 2 ist laut Angaben im Buch für 2018 geplant.

Fazit:
Mich hat MARTHAS WIDERSTAND in vielerlei Hinsicht überrascht. Es ist eine gelungene Kombination aus Thriller und Dystopie, temporeich und spannend erzählt, die ich euch wirklich nur empfehlen kann, wenn ihr mal wieder nach ein bisschen Adrenalinschüben und Nervenkitzel lechzt.

Veröffentlicht am 11.11.2016

Die Enttäuschung des Jahres !

Die Stille vor dem Tod
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Wie so viele andere Fans von Smoky und ihrem Team, war auch ich hin und weg als die Meldung kam: Es gibt einen neuen Band ! So viele Jahre habe ich darauf gewartet, dann wurde das Erscheinungsdatum aufgrund ...

Wie so viele andere Fans von Smoky und ihrem Team, war auch ich hin und weg als die Meldung kam: Es gibt einen neuen Band ! So viele Jahre habe ich darauf gewartet, dann wurde das Erscheinungsdatum aufgrund einer schweren Krankheit des Autors, immer wieder verschoben und letzten Endes hat wohl niemand mehr damit gerechnet, das es irgendwann überhaupt nochmal eine Fortsetzung geben wird. Die Meldung das es nun also endlich doch so weit sein würde, versetzte mich also geradezu in Euphorie.

Als ich dann das Buch in der Hand hatte und endlich mit dem Lesen beginnen konnte, da ging diese Euphorie jedoch sehr schnell gegen Null.

Dabei begann die Geschichte eigentlich spannend und in altbewährter Smoky-Manier.

Smoky Barrett und ihr Team werden zu einem Tatort nach Denver gerufen. In einer beschaulichen Siedlung hat man gleich drei ermorderte Familien gefunden und der Täter hat eine ganz klare Botschaft hinterlassen die ganz alleine Smoky gilt.

Mehr will ich zum Inhalt nicht sagen, auch deshalb nicht, weil ich das Buch nach etwa der Hälfte frustriert abgebrochen habe, aber dazu komme ich gleich noch, denn zunächst einmal beginnt alles ganz spannend und bereits auf den ersten Seiten kommt es gleich mehrfach zu brenzligen Situationen, die mich den Atem haben anhalten lassen. Dann jedoch wendet sich das Blatt und die Story wird so abstrus, das ich erstmal gar nicht wusste, wie ich das nun in meinem Kopf verwerten soll. Hinnehmen, weiterlesen, abwarten. Meist funktioniert das gut, doch was Cody McFadyen sich hier zusammengeschrieben hat, entbehrt für mich jeglicher Logik. Die Handlung wird immer konfuser und verwirrender, es gibt endlos viele lose Fäden, die der Autor auf dem Weg zum Ziel dann unbeachtet liegen lässt.

Und Smoky...tja, was er mit der toughen Agentin gemacht hat ist mir ein echtes Rätsel. Zwar erläutert McFadyen in einem Interview warum er sie so verändert hat, doch aus der knallharten Frau wird ein, für meinen Geschmack, weinerliches Wesen, das nur seinen eigenen verworrenen ( und das über Seiten ) Gedanken nachhängt und völlig irrationale Entscheidungen trifft.

Ein weiterer Kritikpunkt ist die krasse, aber völlig sinnlose Brutalität, die der Autor hier einbringt. Eine Grausamkeit reiht sich an die Nächste, doch wirklich Sinn ergibt das Ganze nicht.

Irgendwann, als ich mich schon bis zur Hälfte durchgequält hatte, habe ich die Seiten nur noch überflogen und das Buch schlussendlich abgebrochen.

Ich bin enttäuscht, ganz ehrlich, denn McFadyen hat in der Vergangenheit mehrfach bewiesen das er geniale Thriller schreibt. Und gerade weil wir nun alle so lange auf diesen neuen Band gewartet haben, habe ich irgendwie etwas Besseres, Genialeres erwartet.

Und genau aus diesem Grund kann ich dem Buch nicht mehr als einen Cupcake verleihen, der nicht an die Handlung, sondern eher ans wirklich toll gelungene Cover geht.

Veröffentlicht am 18.10.2017

Ein herrliches Werk !

Lieber Daddy-Long-Legs
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Judy Abbott hat fast ihr ganzes Leben lang im Waisenhaus gelebt und wird dort mit ihren 18 Jahren eigentlich nur noch "geduldet" weil sie der Hausherrin bei den Kleinen zur Hand geht.

Judy, die sehr ...

Judy Abbott hat fast ihr ganzes Leben lang im Waisenhaus gelebt und wird dort mit ihren 18 Jahren eigentlich nur noch "geduldet" weil sie der Hausherrin bei den Kleinen zur Hand geht.

Judy, die sehr belesen und gebildet ist, sieht sich schon für immer dort leben, als ihr ein geheimnisvoller Wohltäter und Investor des Waisenhauses die Möglichkeit bietet ans College zu gehen. Seine einzige Bedingung: sie muss ihn einmal im Monat über ihre Fortschritte auf dem Laufenden halten.

Und das tut sie. Ihre Briefe, die sie stets mit "Lieber Daddy Long Legs" beginnt, um dem unbekannten und geheimnisvollen Mann, der auch weiterhin unerkannt bleiben möchte, einen Namen zu geben, werden mit Fortschritt ihres Studiums immer mehr und häufen sich. Sie lässt den Unbekannten an ihren Gedanken und Gefühlen teilhaben, erzählt von neu geschlossenen Freundschaften und von gesellschaftlichen Erlebnissen und am Ende sogar von der Liebe, die sich auf leisen Sohlen in ihr Leben geschlichen hat.

Meinung:
Ich muss gestehen, das ich mich schon beim ersten Blick auf das Cover in dieses Königskind verliebt habe, denn es ist doch ein wahrgewordener Traum für jeden Nach-Buchcover-Käufer wie mich. Deshalb und auch weil ich den Klappentext so wohlklingend fand UND die Geschichte ein neu aufgelegter Klassiker aus dem Jahre 1912 ist und ich damit bei den Königskindern ( Das Schloss in den Wolken von Lucy Maud Montgomery ) schon einmal so absolut positiv überrascht wurde, war dieses Buch das erste das ich aus dem neuen Programm MUT & LEIDENSCHAFT lesen wollte.

Und trotzdem war ich auch skeptisch, denn schließlich handelt es sich bei diesem Roman um einen BRIEFROMAN. Wir erleben Judys Geschichte also fast ausschließlich in Form von Briefen, die sie an einen unbekannten Mann schreibt. Ich finde diese Art des Erzählens immer sehr spannend, trotzdem habe ich auch jedes Mal Bedenken ob mir durch diese Art nicht vielleicht ein wenig vom Gefühl, von den Charakterzügen der einzelnen Figuren und von der Handlung verloren geht, weil man besonders im Falle von "Lieber Daddy Long Legs" nur diese eine Perspektive hat und einem keinerlei Einblick in die Gedanken des Adressaten gewährt wird. Dieser bleibt nämlich bis zum Ende eine stumme Figur.

Aber alle Bedenken waren komplett unbegründet, denn Jean Webster, die ihrer Zeit wirklich voraus war, hat hier einen wunderbaren Roman geschaffen, bei dem ich rein gar nichts vermisst habe. Sie hat mit Judy eine taffe, junge Frau erschaffen, die weiß was sie will und sich trotz der damaligen Zeit, nicht darum schert ob man ihre Gedanken vielleicht für unangemessen hält. Sie trägt das Herz auf der Zunge und geht mit einem wachen Blick durchs Leben. Sie ist herrlich und so eine unglaublich positive Figur. Es war wirklich eine wahre Freude sie auf ihrem Lebensweg ein Stück weit begleiten zu dürfen.

Doch nicht nur Judy hat mich begeistert, auch der Inhalt des Buches ist großartig und so überraschend modern, das man beinahe nicht vermuten möchte, wie alt diese Geschichte eigentlich schon ist.

Fazit:
"Lieber Daddy-Long-Legs" ist durch und durch, von der Optik, über den Inhalt bis hin zur Protagonistin, ein bezauberndes Werk, das trotz seines Alters von über 100 Jahren absolut modern und zeitgemäß ist und das ich jedem Liebhaber von Klassikern und auch sonst jedem Leser oder jeder Leserin im Alter von 13 bis 100 ans Herz legen möchte.

Ein herrliches Werk !

Veröffentlicht am 26.09.2017

Ein gutes Buch, ABER....

Forever Again - Für alle Augenblicke wir
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Katherine und Matthew begegnen sich zum ersten Mal 2039 in einem Labor in Nottingham, wo sie beide studieren und zusammenarbeiten. Doch dies ist nicht ihre erste Begegnung. In jedem Jahrhundert kreuzen ...

Katherine und Matthew begegnen sich zum ersten Mal 2039 in einem Labor in Nottingham, wo sie beide studieren und zusammenarbeiten. Doch dies ist nicht ihre erste Begegnung. In jedem Jahrhundert kreuzen sich ihre Wege und sie verlieben sich ineinander, nur um sich kurz darauf wieder zu verlieren.
Doch wie ist das möglich und warum erinnern sie sich nicht daran ?
Die beiden finden heraus, das sich ihre Tante bzw. ihr Onkel ebenfalls kannten und 2019 in einen vermeintlichen Terrorakt verwickelt waren. Um deren Unschuld, von der sie beide überzeugt sind, zu beweisen, begeben sie sich auf Spurensuche und finden dabei erstaunliches heraus...

Meinung:
Ich habe mich im Vorfeld wahnsinnig auf dieses Buch gefreut, denn ich habe wirklich schon sehr lange keinen guten und romantischen Zeitreiseroman mehr gelesen. Als es dann hier ankam, habe ich tatsächlich erst einmal alles andere beiseite gelegt und direkt mit dem Lesen begonnen.

Was mich direkt überrascht hat: dieses Buch erzählt eigentlich nicht eine, sondern 4 Geschichten. Wir erleben wie sich Katherine und Matt in verschiedenen Jahrhunderten und in den verschiedensten Situationen kennenlernen.

1745 kurz vor der Schlacht um Prestonpans, im Krieg der Jakobiten gegen die Engländer.
1854 auf einem Segelschiff, das dem Krimkrieg entgegensegelt.
2019 kurz vor Ausbruch des 3. Weltkrieges und
2039, wo sie durch Zeitungsausschnitte von einem Terrorakt ihrer Verwandten erfahren und der Sache auf die Spur gehen.

Die Idee fand ich sensationell gut, die Umsetzung war jedoch ein wenig verwirrend und ich wusste lange Zeit nicht so recht, auf was die Autorin eigentlich hinauswill, denn sie wechselt nach teilweise wirklich sehr kurzen Kapiteln jedes Mal die Zeit, versieht die Kapitelenden mit seltsamen, scheinbar digital erfassten Notizen, bei denen man das Gefühl bekommt, das die Treffen von Katherine und Matthew so gewollt und inszeniert sind, aber auch von außen beeinflusst werden könnten.

Während 1745, 1854 und 2039 aus Sicht einer Dritten, am Geschehen unbeteiligten Person geschildert wird, erfahren wir das was 2019 geschah nur über kleine Notizzettel, über Nachrichten, Emails und Chats.
Obwohl ich diese Erzählweise einerseits sehr gelungen fand, hat sie mich andererseits aber auch ein wenig verwirrt und meinen Lesefluss desöfteren ins Stocken gebracht.

In der ersten Hälfte sucht man lange Zeit nach dem sprichwörtlichen roten Faden, die Handlung wirkt unstrukturiert und langatmig. Erst ab der Hälfte, wenn sich Katy und Matt in jeder Zeit näher kennengelernt haben und sich endlich auch näherkommen, kommt Spannung auf. Nicht zuletzt ist dies aber auch den, historisch belegten, Ereignissen in der jeweiligen Zeit geschuldet.

Sehr gelungen fand ich die Aufmachung des Buches, denn es sind tatsächlich viele kleine Notizzettel und Chats, Landkarten, Briefe und Zeitungsartikel im Buch abgedruckt.

Ich versuche nach wie vor noch herauszufinden, wie mir das Buch als Gesamtes denn nun gefallen hat, was immer ziemlich blöd klingt, denn man muss ja eine Meinung haben. Aber manchmal ist es eben nicht so leicht, ein Buch einfach nur als gut oder schlecht zu bewerten. So auch bei "Forever Again". Denn eigentlich hat mir die Geschichte schon gefallen, ich fand die Idee der Autorin, sich über verschiedene Zeitebenen zu bewegen und historische Ereignisse einzubringen, wirklich sehr gut, weniger gefallen hat mir aber, das besonders gegen Ende bei dem man dachte, jetzt liefe alles schlüssig zusammen, so viele Fäden lose bleiben, während sich andere Dinge förmlich überschlagen. Es gibt Einiges das mir viel zu wenig durchdacht und überstürzt wirkte, das ich mir einfach ausgefeilter gewünscht hätte.

Ein weiterer Minuspunkt ist die oberflächliche "Romantik" von der ich mir nach dem Klappentext ein bisschen mehr erhofft habe und auch mit den Protagonisten tat ich mir schwer, besonders mit denen in 2019. Katherine kommt durch ihre Notizzettel eher rüber wie ein flapsiger Teenager, der in allem immer nur was Witziges sieht. Ihre Wandlung im Verlauf fand ich wiederum gut. Also ihr merkt schon, hier gibt es kein NUR Gut oder NUR Schlecht.

Ums kurz auf den Punkt zu bringen, kann man wohl am besten sagen: "Forever Again - Für alle Augenblicke wir" punktet durch eine sehr geniale Idee, hat aber auch einige Schwachstellen: Ein gutes Buch, ABER....

2018 erscheint ein Zweiter Band, der laut Klappentext an einer anderen Stelle anknüpft. Ich hoffe wirklich sehr, das dieser Band dann Aufschluss gibt, über all die Dinge die sich mir jetzt noch nicht erschlossen haben.