Profilbild von aly53

aly53

Lesejury Star
offline

aly53 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit aly53 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.01.2021

verstörend, beklemmend und grausam

Du bist mein
0

“Du bist Mein” ist eine sehr beklemmender und authentischer Thriller, dem ich anfangs etwas zwiespältig gegenüber stand.
Aufgrund der Kürze des Romans hatte ich Zweifel, ob er auch überzeugen würde können. ...

“Du bist Mein” ist eine sehr beklemmender und authentischer Thriller, dem ich anfangs etwas zwiespältig gegenüber stand.
Aufgrund der Kürze des Romans hatte ich Zweifel, ob er auch überzeugen würde können. Denn wir sprechen wir von gerade mal 109 Seiten.
Also ließ ich mich vollends in die Geschichte fallen, die eine unglaubliche Sogwirkung entwickelte

Patrick S. Nussbaumer hat einen sehr einfachen, aber auch sehr eindringlichen Schreibstil, der wirklich unter die Haut geht und nicht einen Moment loslässt.
Er erzählt die Geschichte eines 14jährigen Mädchens, dessen Leben sich im Bruchteil einer Sekunde komplett verändert.
Eben noch ist ihr Leben voller Licht und Wärme.
Einen Augenblick später ist davon nichts mehr übrig.
Leblos, fahl, gleitet sie immer weiter in die Dunkelheit hinab und schon bevor ich wusste, wie sehr es sie innerlich umtrieb. Wusste ich im nächsten Moment schon, worin es münden würde.
Und das ist das wirklich tragische daran.
Man stellt sich so viele Fragen und findet doch auf keine, eine Antwort.

Die Charaktere sind überwiegend sehr gut ausgearbeitet, insbesondere Sabrina, die mit ihrem Schicksal und ihrem Umbruch wirklich verdammt unter die Haut geht.
Durch die stetigen Perspektivwechsel, sind auch die anderen Charaktere auf jeder erdenklichen Ebene sehr gut zu spüren.
Ich hatte allerdings das Problem, dass ich Sabrina nicht als Teenager wahrgenommen habe.
Ich kann nicht mal sagen, woran das lag. Es war einfach so.

Ich empfand vor allem die Atmosphäre sehr düster, qualvoll und von Trauer geprägt.
Der gravierende Einschnitt, der in Sabrinas Leben vollzogen wird, ist bezeichnend und mündet mitten in eine Abwärtsspirale.
Es fühlt sich so realistisch, so grauenvoll, so verstörend an.
Es gab Szenen, die haben mich wirklich enorm mitgenommen. Der Autor erzählt sie so nüchtern, so abgeklärt, dass ich von diesem ganzen Ausmaß wirklich schockiert war.
Es geht nicht mal darum, was diesem Mädchen passiert ist. Sondern vielmehr darum, wie sie immer mehr in die Dunkelheit des Lebens abrutscht, um sich vollends zu verlieren.
Depressionen werden oft belächelt, aber niemand hinterfragt, was dahinter steckt.
Was das eigentliche Dilemma ist.
Sabrina trägt diese schwere Last auf ihren schmalen Schulter und droht jeden Augenblick darunter zusammenzubrechen.
Der Autor zeigt auf, wie ihr Umfeld auf ihre Veränderung reagiert und wie sich Sabrina selbst in dieser Zeit wahrnimmt.
Das Ganze passiert in einer relativ kurzen Zeitspanne und das extrem schnell.
Fast zu schnell, dass war für mich nicht ganz nachvollziehbar, ebenso warum sie sich keine Hilfe geholt hat. Denn diese Chancen hätte es mehrfach gegeben.
Warum hat niemand reagiert und eingegriffen?
So etwas fällt doch auf. Gerade wenn sie noch zur Schule geht.
Eindringlich und dennoch überwiegend sehr einfühlsam, erzählt der Autor nicht nur eine verstörende Geschichte im Leben eines einzigen Menschen. Er taucht tief in ihre Psyche ein und man spürt, wie diese immer mehr vergiftet wird.
Man spürt diese Verzweiflung, diese Leere unglaublich intensiv. Es hat nicht nur etwas dunkles an sich, es ist beängstigend, wie dieser Schlund immer mehr nach ihr giert und danach greift.

Es gab auch Dinge, die ich als sehr fragwürdig empfand. Insbesondere warum man ein 14jähriges Mädchen über 3 Wochen alleine lässt. Was für mich wenig realistisch ist. Zu viel kann passieren, ganz davon abgesehen, dass die Aufsichtspflicht dabei verletzt wird.
Das Ende kam für mich zu schnell. Da hätte man detaillierter darauf eingehen können. So wirkte es etwas lieblos und schnell geschrieben, was einfach unfassbar schade ist.

Ich weiß nicht, was ich erwartet habe.
Ich habe schon viele Thriller gelesen, aber dieser ist anders. Er fühlt sich realistischer und einfach hart und brutal an.
Es stimmt nachdenklich, berührt und verstört zugleich.
Und vielleicht beginnt man dadurch, die Welt aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.

Fazit:
“Du bist Mein” ist kein Thriller, wie man ihn kennt.
Er ist verstörend, beklemmend und grausam.
Ein Umbruch ,der sich im Leben, der 14jährigen Sabrina vollzieht.
Die Dunkelheit giert und greift immer mehr nach ihr, bis es kein entkommen mehr gibt.
Sehr eindrucksvoll, sehr authentisch und beängstigend.
Ein Roman, den ich unbedingt empfehlen muss, weil er eine wichtige Thematik beinhaltet, aber auch Schwachstellen aufweist.
Weil er sich so realistisch, so beklemmend und intensiv anfühlt.
Es geht um Depressionen, wie sich diese entfalten. Es immer leerer, auswegloser und tauber in dir wird.
Und vielleicht beginnt man dann endlich auch hinter die Fassade zu schauen und zu hinterfragen.

Veröffentlicht am 19.01.2021

ein absoluter Pageturner, der eine schlaflose Nacht garantiert

Hinter diesen Türen
0

Schon die ersten Zeilen aus Ruth Wares neuem Thriller, ließen mir das Blut buchstäblich in den Adern gefrieren.
Ein Hilferuf voller Verzweiflung und Angst in die beklemmende Stille ausgestoßen, voller ...

Schon die ersten Zeilen aus Ruth Wares neuem Thriller, ließen mir das Blut buchstäblich in den Adern gefrieren.
Ein Hilferuf voller Verzweiflung und Angst in die beklemmende Stille ausgestoßen, voller Hoffnung und zugleich Hilflosigkeit geprägt.
Ein Prolog, der sich unglaublich beängstigend und drückend anfühlte und so viel Tragik mit sich brachte.
Doch nichts. Absolut gar nichts bereitete mich auf den weiteren Verlauf vor.
Denn nichts ist, wie es scheint und selbst nach dem Schlussklang sitzt man mit Anspannung und völlig geschockt da, weil dieses ganze Ausmaß so erdrückend, so schockierend ist, dass man es selbst kaum in Worte fassen kann.

Einstufen würde ich “Hinter diesen Türen” in erster Linie als Psychothriller. Denn von vorn bis hinten ist dieser perfekt durchdacht und ausgearbeitet.
Angefangen bei den Charakteren, die alles andere als einfach sind.
Im Fokus steht Rowan, eine junge Frau, die ihr Licht selbst unter den Scheffel stellt.
Sich ungeliebt und erniedrigt fühlt.
Ohne Selbstvertrauen, ohne Halt und Anker.
Eine junge Frau, die sich selbst längst aufgegeben hat.
Es ist ihre Geschichte und gleichzeitig eine Geschichte voller Angst, Schuld und Verzweiflung geprägt.

Wir erfahren hierbei ihre Perspektive, wodurch sie nicht nur an Form und Tiefe gewinnt, sondern auch sehr viel Spielraum für eigene Interpretationen lässt.
Ich empfand Rowan als ziemlich kaputt, leer.
Passt sie dann nicht perfekt in diese Rolle, die ihr zum Verhängnis wird?
Nicht unbedingt.
Die anderen Charaktere sind zwar etwas blass, aber sehr gut spürbar. Besonders die kleine Ellie, die mir wirklich ans Herz gewachsen ist und so viel unterschiedliche Emotionen in mir wachsen ließ.
Und da hätten wir noch Jack, der mehr als undurchsichtig ist, aber dennoch wie ein Anker fungiert. In dieser perfekten Welt, in die sich Rowan hineinmanövriert hat.
Die Elincourts wirken nicht wirklich sympathisch. Man hat das Gefühl, an eine Fassade zu klopfen, die immer mehr zerbröckelt und langsam aber sicher zum Einsturz kommt.
Doch was ist dahinter?
Das Anwesen empfand ich als sehr faszinierend, aber mit seiner Technik auch total gruselig. Denn man hat das Gefühl ständig unter Beobachtung zu stehen.
Wodurch hier leicht der Eindruck entsteht, dass ohne Perfektion nichts funktioniert.
Dabei hätte besonders der Frau des Hauses, sehr viel Natürlichkeit gutgetan.

Zur Story. Die ich von Anfang an als unglaublich spannend und geheimnisvoll empfand. Dabei ist die Spannung von unterschwelliger Natur. Man ist die ganze Zeit völlig unter Hochspannung, weil man das Gefühl einer Bedrohung empfindet. Man aber nicht weiß, welchen Ursprung sie hat.
Man weiß nur, dass es tödlich endet.
Rowan ist sehr speziell, sie handelt oft sehr impulsiv und lässt sich nur allzu leicht beeinflussen.
Und dennoch verbirgt auch sie ein Geheimnis.
Das so unerwartet ans Licht kommt, dass ich erstmal zurückblättern musste, damit kein Irrtum ausgeschlossen ist und das ergibt gleich auf mehreren Ebenen Sinn und birgt gleichzeitig so viel Tragik und Unschuld in sich.

Ruth Ware setzt vor allem in ihrem neuen Spannungsroman auf viel Interpretationsspielraum, denn die Weichen zu Übersinnlichen werden schnell gelegt.
Wodurch man das Gefühl hat mit Wahn und Paranoia konfrontiert zu werden.
Man weiß nicht, was man glauben soll, wem man vertrauen kann und wer hier ein perfekt durchtriebenes Spiel aufzieht.
Man weiß nur, dass es jemand tut und das unglaublich perfide.

Die Auflösung am Ende hat mich enorm überrascht, denn darauf wäre ich niemals gekommen. Da die Autorin wirklich sehr schön und detailreich auf Vorgeschichten eingeht, geht die Vermutung schnell in eine andere Richtung.
Doch die richtige Richtung vollzieht sie mit psychologischem Feingefühl, wodurch die Dramatik unglaublich anschwillt und so viel Leid und Hoffnung offenbart.
Es hat mich enorm erschüttert und gehörig aus dem Tritt gebracht. So viele Emotionen schwelten in mir, die ich kaum in Worte fassen kann, weil es einfach zu unglaublich und gleichzeitig sehr bewegend und nachvollziehbar ist.

Insgesamt hat mich dieser vielschichtige Thriller wirklich begeistert, ich konnte es keinen Moment aus der Hand legen, weil es mich ständig beschäftigte.
Einzig am Ende hätte ich mir noch einen Epilog gewünscht, denn so ganz abgeschlossen war es für mich nicht.
Aber definitiv ein absoluter Pageturner, der eine schlaflose Nacht garantiert.

Fazit:
"Hinter diesen Türen” ist ein sehr beklemmender Psychothriller, der vor allem mit viel Feingefühl und der Tragik dahinter punktet.
Unglaublich spannend und geheimnisvoll, aber auch sehr mystisch und bedrohlich.
Rowan füllt ihre Rolle perfekt aus, weil sie menschlich und impulsiv agiert und damit gehörig auf Trab bringt.
Ein Spannungsroman, der viel Geheimnisse in sich birgt ,um schlussendlich mit einer Auflösung aufzuwarten, die man im Leben nicht kommen sieht.
Definitiv absolut gelungen,bis auf eine klitzekleine Sache.

Veröffentlicht am 16.01.2021

Ein Auftakt, den ich geliebt, aber teilweise auch verteufelt habe

Vicious Love
0

Lange habe ich einen Bogen um die Sinners of Saint Reihe von L.J. Shen Reihe gemacht, aber jetzt habe ich ganz spontan damit begonnen.
Von Anfang an standen die Zeichen gewaltig auf Sturm.
Denn das, was ...

Lange habe ich einen Bogen um die Sinners of Saint Reihe von L.J. Shen Reihe gemacht, aber jetzt habe ich ganz spontan damit begonnen.
Von Anfang an standen die Zeichen gewaltig auf Sturm.
Denn das, was ich hier bekam, wollte ich nicht. Ich verabscheute es ,weil es so grausam, kalt und niederträchtig war.
Ich war kurz davor, es abzubrechen, aber ich hielt durch. Womöglich dadurch, dass dieses Buch einen ungeheuren Sog in sich hat, dem man sich nicht entziehen kann. Auch wenn man es gern möchte.

Ich bin sicher kein Neuling ,was Bad Boys angeht. Aber was Baron “Vicious” Spencer angeht, so ist das eine ganz spezielle Hausnummer.
Er ist kein Bad Boy, wie man ihn kennt.
Er ist viel mehr. Er ist der Ursprung von allem.
Grausam, verstörend, kalt und niederträchtig.
Mag man ihn trotzdem?
Njein. Denn er vereint erstaunlich viele Facetten in sich, die mich enorm überrascht haben. Jedoch nicht sofort eine 90 Grad Wendung vollziehen konnten.
Er hat eine Präsenz an sich, der man sich unmöglich entziehen kann und auch wenn er alles ist, aber nicht sympathisch, so öffnet sich doch das Herz für ihn.

Emilia LeBlanc ist das komplette Gegenteil. Um ehrlich zu sein, war sie mir anfangs zu weich, zu unterwürfig, zu blauäugig. Es passierte nicht selten, dass sie mich genervt hat oder die Augen verdrehen ließ.
Aber ich mochte sie auch.
Ich mochte ihre Geschichte, aus der so viel Schmerz, so viel Wut sprach.
Ich konnte ihren Hunger nach Liebe, nach dem Leben verstehen. Aber nicht, warum es Vicious sein muss.
Denn hier prallen Welten aufeinander. Es scheppert regelrecht und das aus allen erdenklichen Richtungen.
Aber vielleicht ist es auch das, was diese Geschichte ausmacht.
Das es niemals leicht ist, keiner Kategorie zuzuordnen und vielleicht auch, dass die Charaktere einfach sehr speziell und dennoch tiefgründig sind.

L.J. Shen hat einen sehr einnehmenden Schreibstil, der regelrecht süchtig macht.
Leicht und locker flossen die Seiten an mir vorüber und überall schwoll Schmerz und Angst auf.
Wir erleben diese Geschichte aus den Perspektiven von Emilia und Vicious, was mir enorm gut gefallen hat. Weil man so lernt sie zu verstehen, als auch zu hinterfragen.
Wir tauchen dabei immer abwechselnd in Vergangenheit und Gegenwart ein. Was mir wirklich enorm gut gefallen hat.
Weil die Geschichte dahinter und auch der familiäre Hintergrund essentiell sind und dabei helfen, einiges zu verstehen, nicht aber gutzuheißen. Denn beide, das muss ich ganz klar sagen, benehmen sich in manchen Situationen schon sehr fragwürdig.
Besonders Vicious hat mich regelrecht in den Wahnsinn getrieben.
Es gibt nichts, was sein Verhalten rechtfertigt, auch wenn die Narben in seiner Seele noch so tief sind.
Und doch hat mich gerade das, nicht mehr losgelassen.
Es zeugt von Trauer, Wut , Hilflosigkeit und einer lähmenden Schwere, die wegschauen unmöglich macht.

Im Laufe des Geschehen,hat mir diese Story unglaublich viel Spaß gemacht.
Ich habe herzhaft gelacht bei den Dialogen, weil sie ihren ganz speziellen Humor haben, den man erstmal verstehen muss.
Und ich glaub, wenn man diese Geschichte überlebt hat, kann es nur noch besser werden.
Den hier findet man einfach alles, was man verabscheut, aber gleichzeitig so sehr möchte, dass es einen innerlich zerreißt.
Liebe und Hass, was so nah beieinander liegt, dass das eine ,ohne das andere nicht existieren kann.
Verletzlichkeit, die sich qualvoll durch jede einzelne Zeile zieht und eine Dunkelheit, die jede Grenze sprengt und dich vollends verschlingt.

Obwohl die Autorin sehr ausführlich auf die Hintergründe eingegangen ist, so hätte es trotz allem noch etwas mehr bei Vicious’ Eltern sein können.
L.J. Shen legt sehr viel Feingefühl zwischen die Zeilen, was mir enorm gut gefallen hat.
Schlussendlich ein sehr spezieller erster Band der HotHoles, den man liebt und hasst gleichermaßen, der aber so sehr in einem brennt, dass man sich nicht abwenden kann.
Ich bin schon immens gespannt auf die weiteren Bände

Fazit:
Emilia und Vicious bilden den Auftakt der Sinners of Saint Reihe von L.J. Shen.
Ein Auftakt ,der in mir so viel widersprüchliche Gefühle ausgelöst hat.
Den ich geliebt, aber teilweise auch verteufelt habe.
Aber das genau macht ihn auch aus.
Eine Dunkelheit, die sich voller Trauer und Tragik dahinter, über die Seiten zieht und psychologisches Feingefühl, dass man niemals erwarten würde.
Emilia und Vicious haben mich nicht gleich erobert. Aber diese Geschichte hat so sehr in mir gebrannt, dass ich sie nicht loslassen konnte.
Ich bin immens gespannt auf die weiteren Bände. Denn wenn man Vicious überlebt hat, kann es nur noch besser werden.

Veröffentlicht am 16.01.2021

Ein wunderschöner Wohlfühlroman, der mit absoluter Leichtigkeit hervorsticht

Winterküsse in Schweden
0

Schon als ich diesen winterlichen Roman im Social Media gesehen habe, wanderte er auf meiner Mustread Liste ganz weit nach oben.
Denn wenn dieser Roman eins versprüht, ist es absolute Leichtigkeit und ...

Schon als ich diesen winterlichen Roman im Social Media gesehen habe, wanderte er auf meiner Mustread Liste ganz weit nach oben.
Denn wenn dieser Roman eins versprüht, ist es absolute Leichtigkeit und eineheimelige Wohlfühlatmosphäre.
Und genau das, bekommt man hier auch.

Mir gefällt der Schreibstil von Lina Hansson unsagbar gut.
Leicht, einnehmend und gleichzeitig auch sehr fordernd und feinfühlig.
Im absoluten Fokus steht Malin, deren Perspektive wir auch erfahren. Was ihr einfach unsagbar viel Tiefe und Raum verschafft.
Ich mag Malin unsagbar gern. Denn nie ist mir ein Mensch begegnet, der mehr Ballast mit sich herumträgt, als sie es tut.
Zu schwer für ihren zarten Körper, der darunter einzuknicken droht. Zu viel für ihre geschundene Seele, die einfach nur zur Ruhe kommen möchte.
Doch hilft da ein Neuanfang?
Oder verdrängt sie es dadurch nur noch mehr?
Ein weiterer wichtiger Teil dieses Romans ist Sven, der mich sofort spielend leicht um den Finger gewickelt hat und der eine Leichtigkeit und Lebensfreude versprüht, dass es dich absolut mitreißt.
Ich mochte seine Energie und seinen Tatendrang unglaublich gern und doch hat er so viele Geheimnisse, dass ich immer neugieriger auf ihn wurde.
Auch die Nebencharaktere, wie Jule und Malins Umfeld wurden wahnsinnig toll gezeichnet, das man sich sofort wohl bei Ihnen fühlt und einfach ankommt.
Sie sind authentisch und greifbar, verströmen eine Lebendigkeit, dass sie einfach nicht mehr wegzudenken sind.

In das Geschehen kam ich sofort sehr gut hinein. Es liest sich sehr weich, als hätte man eine Melodie im Ohr, die man nicht mehr los wird.
Die Story selbst, ist einfach unglaublich schön. Wobei hier tatsächlich Malin im absoluten Fokus steht. Es geht um sie, ihr Umfeld und wie sie sich daraus lösen und zu einem eigenständigen Mensch werden kann.
Denn besonders ihr familiäres Umfeld fühlte sich so falsch, so ungesund an.
Doch es ist klar, dass dort mehr verschüttet ist, als zunächst ersichtlich.
Man hat das Gefühl, Malin wacht nach Jahren aus einem Schlaf auf und übernimmt endlich das Zepter für ihr Leben.
In gewisser Weise tut sie das auch.
Denn ein schwerwiegendes Ereignis hat dazu geführt,dass es so nicht weitergehen kann und sie endlich etwas tun muss, um sich nicht völlig zu verlieren.

Mir hat besonders gut gefallen, dass es in erster Linie wirklich nur um Malin und ihre Belange geht. Denn bei dieser Baustelle hat man schon genug zutun.
Erst danach kommt eine zarte, sehr feinfühlige Liebesgeschichte, die sich richtig und einfach schön anfühlt.
Mal abgesehen von Malins Hintergrund, gibt es nicht allzu viele Überraschungen, aber das muss es auch nicht.
Denn dadurch, dass immer mehr ans Licht kommt, wird es niemals langweilig.
Man ist gefangen zwischen Unglauben und Wut.
Denn manche Dinge machen einfach so wütend und lösen eine riesige Beklemmung aus, die man nicht so einfach los wird.
Erst auf den zweiten Blick wird ersichtlich, dass nichts so einfach ist, wie es scheint.
Das eine Menge Traurigkeit darin liegt und einiges einfach verarbeitet werden muss, damit die einzelnen Parteien heilen und ankommen können.

Obwohl ich Malin doch hin und wieder als etwas anstrengend empfand, mochte ich sie unsagbar gern. Ja, sie ist manchmal schon etwas naiv und blauäugig.
Aber sie entwickelt sich weiter und das spürt man einfach auch.
Insgesamt eine wahnsinnig schöner Roman, den ich einfach als wunderschön, melancholisch und sehr sanft empfand.
Perfekt für zwischendurch.

Fazit:
“Winterküsse in Schweden ” ist ein sehr feinfühliger, sanfter und einfach schöner Roman, der vor allem mit einer absoluten Wohlfühlatmosphäre punktet.
Ein Roman ,in dem es darum geht, loszulassen, sich selbst zu finden, um auch die Liebe finden zu können.
In erster Linie geht es um Malin, die ordentlich mit sich herumschleppt.
Zu schwer für ihre zarten Schultern.
Perfekt wird eine zarte und einfach feinfühlige Liebesgeschichte eingewoben, die sich einfach so richtig, so intensiv anfühlt.
Perfekt für zwischendurch.
Einfach etwas fürs Herz.

Veröffentlicht am 16.01.2021

Eine Geschichte so wunderschön und traurig zugleich, dass es mich tief unter sich begraben hat

Park Avenue Player
0

Ganz spontan hab ich zu “Park Avenue Player ” von Vi Keeland und Penelope Ward gegriffen und eins ist sicher, diese beiden Autorinnen haben mein Herz in Bruchteil einer Sekunde erobert.
Schändlicherweise ...

Ganz spontan hab ich zu “Park Avenue Player ” von Vi Keeland und Penelope Ward gegriffen und eins ist sicher, diese beiden Autorinnen haben mein Herz in Bruchteil einer Sekunde erobert.
Schändlicherweise muss ich gestehen, dass es mein erstes von den beiden ist, aber definitiv nicht mein letztes. Soviel ist sicher.
Obwohl ich das Print hier liegen habe, habe ich es dann doch gehört und bin einfach so unsagbar begeistert von den Sprechern Karo Rieper und Louis Friedemann Thiele.
Denn diese Story wird von den beiden abwechselnd erzählt.
Karo Rieper übernimmt den Part von Elodies Perspektive und Louis Friedemann Thiele, den von Hollis.
Und diese Sprecher sind einfach so grandios, feinfühlig und so unglaublich lebendig, dass es mich immer wieder erschüttert hat, wie perfekt sie die Charaktere getroffen haben. Denn anhand dieser Stimmen, hatte ich ein ganz klares Bild vor Augen und hab mich so unfassbar in sie verliebt.

Diese Story lebt von so unglaublich authentischen, vielschichtigen und lebendigen Charakteren.
Dabei sind Hollis und Elodie nur ein Teil von vielen.
Beide sind recht schwierige, zerbrochene Seelen, die erst Heilung finden müssen, um überhaupt ankommen zu können, um neu zu starten.
Beide nehmen kein Blatt vor den Mund und reizen sich bis aufs Blut. Mein Gott, die Dialoge haben mich nicht nur in meinen Grundfesten erschüttert. Die Erde hat gebebt, so sehr hat es mich geschüttelt vor Lachen, Scham und Entsetzen.
Ich liebe diese beiden, mehr als ich mit Worten sagen könnte.
Elodies sanfte und doch bestimmte Art.
Ich liebe es, wie sie mit Hailey umgeht und ihr immer wieder zur Seite steht.
Man könnte meinen Hollis ist das genaue Gegenteil von ihr. Denn er verkörpert den Bad Boy sehr perfekt. Doch wie lange lässt sich diese Fassade aufrecht erhalten?
Denn Hollis hat Geheimnisse.
So tragende Geheimnisse, dass sie seine Fassade zum Einsturz bringen könnten, wenn sie ans Licht kämen.
Ein Teil seines Lebens, der ihn nicht nur geformt hat, sondern auch zeigt, wie viel Zerbrochenheit und Tragik in allem liegt.
Nein, in Wahrheit sind sich Elodie und Hollis ebenbürtig. Mehr als das. Es geht tiefer, weiter, höher.
Weitere Charaktere die mir unglaublich ans Herz gegangen sind, sind Hailey, Edison und Bree. Besonders letztere hat einen tiefen und bleibenden Eindruck hinterlassen.
Die Charaktere wurden mit viel Liebe zum Detail ausgearbeitet und das spürt man mit jeder Faser seines Herzens.
Tiefgründig, facettenreich und mit Ecken und Kanten versehen.

Bereits die ersten Seiten haben mich unglaublich begeistert. Ich wusste nicht ob ich lachen oder wild um mich schlagen sollte.
Denn die erste Begegnung von Elodie und Hollis ist explosionsartig und gleicht einer Kollision.
Aber das ist nur der Anfang.
Ich habe die Dialoge zwischen den beiden unglaublich gefeiert, denn sie teilen ordentlich aus und reizen sich förmlich bis aufs Blut.
Dabei steigt einem nicht nur die Schamesröte ins Gesicht, man lacht tief und aus vollstem Herzen.
Es ist vor allem unglaublich erfrischend, auch wenn es zunächst ziemlich vorhersehbar ist, was aber die Spannung keineswegs beeinflusst. Denn man erfährt dabei so viel aus der Vergangenheit von beiden. Was so vieles besser verstehen und nachvollziehen lässt.
Besonders Hollis’ Hintergrund hat mich unglaublich berührt und ja, auch ein Stück weit zum nachdenken gebracht.
Denn hier werden schmerzvolle Themen aufgegriffen, die sehr eindringlich und auch sehr feinfühlig behandelt werden. Wodurch diese Story unglaublich von Tragik und Trauer geprägt wird. Etwas, was ich hier nie erwartet hätte.
Denn damit wird gezeigt, dass es nicht nur um heiße Szenen und Lebenslust pur geht.
Ja, das Leben teilt eifrig bittere Pillen aus.
Aber das wichtigste ist, schluckt man sie oder legt man sie weg.
Gibt man Ihnen die Macht der Zerstörung oder Heilung?
In gewisser Hinsicht ist es ein Teil von beiden.
Wodurch viel Angst, Trauer und Wut entsteht.
Und eine Hilflosigkeit und Hoffnungslosigkeit entsteht, die das Atmen schwer macht.
Besonders dieser Aspekt hat mir so unendlich viel gegeben.
Denn auf verquere Art und Weise, hilft es dir, zu dir selbst zu finden und stärker zu werden.

Hollis und Elodie durchleben so unglaublich viele Höhen und Tiefen und doch ist das nicht überraschend, aber so unglaublich lebendig und einfach echt.
Das letzte Drittel des Buches.
Dieser Plotttwist, den die beiden da perfekt eingeführt haben. Mir fehlen die Worte.
Ich bin so erschüttert, sprachlos und es hat mich vollkommen eiskalt erwischt.
So etwas hatte ich niemals erwartet, es hat mich schlichtweg unter sich begraben.
Mit dieser Wende führen sie so viel herbei. Mehr als ich mit Worten zum Ausdruck bringen könnte.
Es ist Heilung und Zerstörung zugleich.
Aber im selben Augenblick ist es auch so voller Liebe, was auf dich niederprasselt, dass du einfach nur wegrennen und dich einbuddeln möchtest.
Es tut so unsagbar weh. Die Verzweiflung und innere Zerrissenheit bis in die Fingerspitzen spürbar.
Mein Herz wurde mir schwer, der Kloß im Hals immer dicker. Die ganze Dramatik brach mit der ganzen Wucht der Emotionen über mich herein.
So viel, so echt, so unglaublich wichtig.
Ich kann nicht mit Worten beschreiben, was ich gefühlt, gedacht und erlebt habe.
Aber ich weiß, es hat einen Teil von mir mitgenommen und mich über das Leben nachdenken lassen.

Vi Keeland und Penelope Ward haben nicht nur eine sehr emotionale und tiefgreifende Liebesgeschichte geschrieben, die von Sinnlichkeit und purer Lebenslust nur so strotzt.
Sie ist herzzerreißend, voller Licht und Dunkelheit und konfrontiert uns mit realen Ängsten, die alles dem Erdboden gleichmachen.
Ich bin begeistert, ich bin traurig und so sehr im Netz meiner Emotionen gefangen.
Ein Werk, so wunderschön und traurig zugleich, mit einem Humor beseelt, der den Boden beben lässt.
Ich liebe es so sehr. Ein absolutes Jahreshighlight.

Fazit:
Ladies und Gentlemen, ziehen sie sich warm an.
Vi Keeland und Penelope Ward bringen die Welt mit ihrem Humor nicht nur zum beben.
Mein Gott, diese Dialoge brachten mich nicht nur unglaublich zum lachen, sie haben mich auf eine sehr besondere Art und Weise tief berührt.
Elodie und Hollies.
Eine Geschichte so wunderschön und traurig zugleich, dass es mich tief unter sich begraben hat.
Erschütternd, tragisch, voller Verlust und Trauer geprägt und dazwischen so viel Liebe, Vertrauen und Freundschaft.
Eine Geschichte die so sehr wehtut, dass es dich innerlich komplett zerreißt.
Ein Buch über loslassen und ankommen.
Über Trauer und Wut und die ganz große Liebe.
Ich liebe es so sehr. Ein absolutes Jahreshighlight.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere