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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.12.2019

Hier wird das Innerste nach Außen gekehrt und das auf sehr intensive und bewegende Art und Weise

Ich bin nicht Sam
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Jack Ketchum ist ein sehr beeindruckender Autor, der mich immer wieder aufs Neue überrascht und begeistert. Man weiß nie, was er im Schilde führt. Aber was er tut, geschieht mit unglaublicher Präzision ...

Jack Ketchum ist ein sehr beeindruckender Autor, der mich immer wieder aufs Neue überrascht und begeistert. Man weiß nie, was er im Schilde führt. Aber was er tut, geschieht mit unglaublicher Präzision und Intensität. Er packt die Dunkelheit am Kragen und zehrt sie an die Oberfläche.
Intuitiv genau richtig und absolut großartig.
Als jetzt der erste Band der Special Reihe beim Festa Verlag erschienen ist, musste ich es unbedingt lesen. . Jack Ketchum hat diesen ersten Band zusammen mit Lucky McKee verfasst und bin einfach nur begeistert. Wie toll sie miteinander funktionen. Es gibt durchaus Unterschiede, in der Art wie sie schreiben.
Es sind die leisen Töne, die all die Emotionen hinausschreien und zu etwas ganzem machen.
Der Schreibstil der beiden ist sehr fesselnd, packend und bildhaft. Ich habe es in einem Rutsch inhaliert und saß am Ende schlussendlich ziemlich geschockt da und wusste gar nicht mehr, wo oben und unten ist.
Patrick und Sam sind ein Paar, das sich wundervoll ergänzt. Beste Freunde , Liebende. Einfach eine perfekte Einheit. Kein Band, kann diese tiefe Verbindung zerstören.
Beide habe ich unglaublich ins Herz geschlossen.
Patrick, der ruhige und sanfte. Der niemals die Stimme erhebt und Sam, die durchaus sehr impulsiv und aufbrausend. Ja, emotional werden kann.
Gerade am Anfang habe ich unglaublich viel mit Ihnen gelacht und die Unbeschwertheit genossen.
Bis zu diesem einen Tag, der alles veränderte.
Der mit Unglaube und Fragen anfing und mit einem Schock und Wut endete.

Der Mensch ist ein erstaunliches Individium. Wir schließen unseren Schmerz und unsere Qual ein.
Lassen nichts nach außen dringen und machen es lieber mit uns selbst aus.
Dieser Roman setzt sich damit auseinander.
Er kommt ohne viel Blut und sadistischen Szenen aus. Die wahre Brutalität und der tiefe verborgene Schmerz äußert sich im Inneren.
Denn psychologisch gesehen ist es einfach großartig ausgearbeitet und hat mich damit enorm beeindruckt.
Als Leser fragt man sich immer wieder was mit Sam los ist und findet einfach keine Antworten.
Patrick scheint dies mit völlig Ruhe hinzunehmen und sich damit zu arrangieren.
Doch warum? Man merkt das er Sam unglaublich liebt und ihr helfen möchte.
Doch was verbirgt er?
Welcher Sturm tobt in seinem Inneren und warum lässt er ihn nicht raus?
Mit stoischer Ruhe lauscht man seiner leisen Stimme und erkennt die Tragik, die sich hinter allem verbirgt.
Erst gegen Ende , als auch Sam zu Wort kommt. Spürt man welche Traurigkeit und Wut sich hinter allem verbirgt. Wie sie es schier heraus schreit. In Tränen aufgelöst und fast daran zerbricht.
Es hat mir schier , mein Herz in alle Einzelteile zerlegt. Diese Intensität, die Tragik hat mich unglaublich mitgenommen und ich habe endlich verstanden.
Ich war so unglaublich wütend.
Auf die Umstände, auf Patrick, auf den Schmerz und die regungslose Einsamkeit im Herzen, die endlich ein Ventil gefunden hat.
In Tränen aufgelöst und kaum noch in der Lage etwas zu fühlen oder zu denken.

Was die beiden Autoren hier geschaffen haben, ist einfach unglaublich und kaum mit Worten zu beschreiben. Ich bin noch immer sprachlos und bebe innerlich.
Denn uns werden nicht nur zwei Menschen gezeigt, die sich lieben.
Das Innerste wird nach außen gekehrt und man erfährt mehr über ihre Hintergründe. Was letztendlich auch dazu führte, dass man Antworten erhielt.
Und plötzlich verschieben sich die Dimensionen und Blickwinkel und es ergibt sich ein völlig neues Bild.
Ein Bild, das Grauen, Verletzlichkeit und unbändige Wut zeigt.
Dieser Band kommt nicht ohne Cliffhanger aus. Aber dieser ist leicht auszuhalten und sorgt dafür, daß ich mich sehr auf den Folgeband freue.

Fazit:
“Ich bin nicht Sam” ist sehr mysteriös, tragisch und von Traurigkeit durchzogen.
Ein Roman der ohne offensichtliche Brutalität und Sadismus auskommt.
Hier wird das Innerste nach Außen gekehrt und das auf sehr intensive und bewegende Art und Weise.
Jack Ketchum ist ein Meister seines Fachs. In Kombination mit Lucky McKee ist den beiden ein absolutes Meisterwerk gelungen, das mein Herz in alle Einzelteile zerlegt hat.
Ich bin unglaublich beeindruckt, erschüttert und brauche unbedingt mehr davon.
Ein absolutes Highlight.

Veröffentlicht am 27.11.2019

Definitiv eine Story die süchtig macht, das Blut zum kochen bringt und emotional gefangen nimmt

In the Company of Killers - Buch 1
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Wenn ich ein Buch an einem Tag durchsuchte, überrascht es nicht sonderlich, dass es ein Werk aus dem Festa Verlag ist.
Dieses Mal geht es um “In the Company of Killers – Killing Sarai” aus dem Dark Romance ...

Wenn ich ein Buch an einem Tag durchsuchte, überrascht es nicht sonderlich, dass es ein Werk aus dem Festa Verlag ist.
Dieses Mal geht es um “In the Company of Killers – Killing Sarai” aus dem Dark Romance Bereich. Ich hab mich unglaublich auf dieses Schmuckstück gefreut und wurde auf jeder erdenklichen Art und Weise überrascht.
Denn hier gibt es absolut keine schwachen Charaktere. Was mich wirklich enorm überrascht hat.
Angefangen damit wie ich Sarai kennengelernt und wahrgenommen habe.
Sie ist eine sehr starke und auch stolze Persönlichkeit. Aufgeben gilt für sie nicht. Die Jahre der Misshandlung und Brutalität durch Javier haben sie geprägt und zu einem völlig neuen Menschen gemacht.
Bis sie endlich flieht und damit eine enorme Welle losbricht.
Denn plötzlich ist nicht nur ihr Leben in Gefahr.
Sondern auch ihr Herz und ihr Umfeld.
Doch die Frage ist, was muss mehr geschützt werden?

Der Schreibstil der Autorin ist unglaublich toll und hat mich sofort begeistert.
Fesselnd, leicht und bildhaft.
Die Atmosphäre empfand ich als düster und angespannt. Sie war förmlich explosiv aufgeladen.
Aber auch sanft und emotional.
Der Einstieg fiel mir sehr leicht.
In dieser Geschichte geht es um Sarai und Victor. Deren Perspektive wir auch erfahren, was sie mir schnell näher gebracht hat.
Ich konnte wundervoll in ihre Gefühlswelt eintauchen und auch ihre Handlungen wirklich gut nachvollziehen.
Beide habe ich sofort ins Herz geschlossen und sofort über alles geliebt. Was auch daran liegt, dass sie nicht nur starke und unbeugsame Charaktere sind. Sondern weil sie auch viel Schmerz und eine Vergangenheit in sich tragen. Sie haben eine Seite, die sie anderen nicht zeigen. Was sie sehr geheimnisvoll und undurchdringlich erscheinen lässt.
Es gibt eine gewisse Tragik und Dramatik.
Überrascht haben mich definitiv beide auf ganzer Linie.
Ganz besonders Victor, der ja eher kein Mann großer Worte ist. Dann aber wieder Dinger vom Stapel lässt, die mich erstmal sprachlos machten und anschließend zum grinsen brachten.
Ich liebe diesen Mann unglaublich.
Ich habe die Dialoge der beiden unglaublich genossen.
Sie haben mich immer wieder zum schmunzeln gebracht. Aber es hat mich auch emotional mitgerissen, besonders bei der Thematik Verlust. Weil man den Schmerz fast körperlich gespürt hat.
Daneben lernt man noch weitere Charaktere kennen, die für nachdenkliche Momente sorgten und nicht einfach in Gut oder Böse zu gliedern sind.
Allesamt sind sie sehr authentisch und absolut greifbar.
Die Handlung hat sofort sehr spannend und explosiv begonnen. Ich hätte mir jedoch gewünscht, dass man intensiver auf Sarais Vergangenheit eingegangen wäre. Dadurch fehlt für mich ein Stückchen und man lernt sie erst danach wirklich kennen. Ich hoffe, dass darauf später noch intensiver eingegangen wird.
Auch Javier in seiner Funktion blieb für mich leider etwas blass.
Vielmehr dreht sich die Story rund um Sarais und Victors Verbundenheit und damit was diese Flucht für Konsequenzen nach sich zieht.
Denn Victor ist ein Killer und demzufolge seine Welt, ohne Frage sehr gefährlich.
Manipulativ, perfide und abgründig.
Ich mochte die Entwicklung der Story unglaublich gern. Nicht nur weil sich dadurch immer mehr herauskristallisierte, auch weil sich die beiden Charaktere selbst erkunden und finden konnten.
Niklas war dagegen die explosive Konstante und sorgte immer für neue Twists. Wodurch es nie langweilig wurde.

Für mich ist es eher in den Thriller Bereich einzugliedern. Da der Dark Romance Aspekt für mich wirklich sehr schwach war.
Dafür ist es wirklich sehr emotional. Eben weil unterschiedliche Entwicklungen durchlaufen werden.
Und man die innere Zerrissenheit, aber auch die Angst und Verzweiflung wirklich gut wahrnehmen kann.
Es bleiben noch Fragen offen, besonders was Victors Hintergrund betrifft.
Dennoch hat mich der erste Band wahnsinnig begeistert und unglaublich mitzittern lassen. Denn ob man will oder nicht, man hat das Gefühl Sarai und Victor beschützen zu müssen.
Notfalls auch vor sich selbst.
Der Autorin gelang es hier einige Wendungen einzubauen, die ich definitiv so nicht erwartet habe.
Sie zeigt Menschlichkeit und Respekt.
Sie zeigt Stärke und Mut.
Sie zeigt Verletzlichkeit und Wut.
Sie zeigt aber auch, daß Gerechtigkeit sich ihren eigenen Weg sucht.
Erstaunlicherweise kommt dieser Band mit wenigen expliziten Szenen aus. Viel wichtiger ist der seelische Wandel.
Mir hat das enorm gut gefallen.
Und ich bin wirklich sehr gespannt, wie es im nächsten Band weitergeht.
Auch erhoffe ich mir mehr Antworten auf die Vergangenheit der beiden.
Definitiv eine Story die süchtig macht, das Blut zum kochen bringt und emotional gefangen nimmt.
Ich bin absolut begeistert. Für mich ein absolutes Highlight.
Unbedingt mehr davon.

Fazit:
Nicht nur das Cover ist absolut atemberaubend , auch die Innengestaltung ist mit sehr liebevollen Details versehen.
Die Story hat mich sofort mitgerissen und begeistert.
Sie hat mich definitiv extrem überrascht. Denn die Geschichte war völlig anders, als ich erwartet habe.
Voller Stärke und Mut.
Voller Leidenschaft, Energie und Intensität.
Eher ein Thriller, als Dark Romance.
Ich hab mich komplett in die Story hineinfallen lassen und unglaublich geliebt.
Ein sehr guter Auftakt, der definitiv Appetit auf mehr macht.
Unbedingt mehr davon.

Veröffentlicht am 25.11.2019

Ein wissenschaftlicher Thriller der unglaublich verstörend und beklemmend ist

Transfusion - Sie wollen dich nur heilen
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Seit “Neanderthal” bin ich den Romanen des Autors absolut verfallen und war dementsprechend auch mega gespannt auf “Transfusion”.
Seine leichte, aber doch sehr einnehmende und packende Art zu schreiben, ...

Seit “Neanderthal” bin ich den Romanen des Autors absolut verfallen und war dementsprechend auch mega gespannt auf “Transfusion”.
Seine leichte, aber doch sehr einnehmende und packende Art zu schreiben, hat mich sofort in den Bann gezogen und ich konnte der Story einfach nicht mehr entfliehen.
Er schreibt sehr detailliert und bildhaft, wodurch es nur noch beklemmender und verstörender wirkt.
Die Atmosphäre empfand ich sofort als sehr düster und unheilvoll, was sich sehr gut mit dem Handlungsverlauf deckt.

Der Einstieg fiel mir ungeheuer leicht und flugs wurde es ungeheuer spannend, emotional und nervenzehrend.
Im Fokus steht Iliana Kornblum, deren Perspektive wir auch zumeist erfahren.
Iliana,ist eine Wissenschaftlerin, die Recht vor Unrecht stellt. Das Wohl der Allgemeinheit ist ihr wichtig und gegen Missstände geht sie aktiv vor.
Mich hat Iliana wirklich sehr beeindruckt. Ich hab unglaublich mit ihr gelitten und mitgefiebert.
Sie ist mir mit ihrer Geschichte wahnsinnig ans Herz gegangen. Und wenn man ihre Entwicklung verfolgt, kann man nicht anders, als sie zu bewundern für ihre Stärke und ihren Mut.
Daneben spielen noch weitere Charaktere eine sehr wichtige Rolle.
Allen voran Mark und Philipp.
Sie alle sind sehr authentisch, greifbar und lebendig.
Man lernt sie unglaublich gut kennen und begreift worin ihre Ideale liegen.
Das hat mich teilweise ziemlich verstört und erschüttert. Denn Erfolg bringt Macht und Gier mit sich.
Etwas das sich auf unterschiedliche Art und Weise äußern kann.
Genialität und Wahnsinn liegen nah beieinander, was hier sehr gut zum Vorschein kommt.
Der Mensch geht über Leichen, wenn es für ihn zum Vorteil wird. Das empfand ich als ziemlich beängstigend und verstörend.
Teilweise haben mir da wirklich die Worte gefehlt.
Weil hier mit ziemlicher Perfidität und Abgründigkeit agiert wird.

Nicht nur die Grundstory hat mich ungeheuer mitgerissen, fasziniert und begeistert.
Es war vor allem Iliana, die mich komplett beschäftigt und nicht losgelassen hat.
Wenn man sieht, was diese Frau durchlebt, sinkt man langsam aber sicher voller Verzweiflung zu Boden.
Man spürt die Ängste, innere Zerrissenheit und Wut mehr als deutlich. Man kann es ungeheuer gut nachvollziehen und rennt gegen Mauern, um der Ungerechtigkeit zu Recht zu verhelfen.
Man begreift wie verheerend sich Manipulation auswirken kann und wie angreifbar und verletzlich man dadurch wird.
Den wissenschaftlichen Aspekt fand ich sehr interessant und abwechslungsreich. Der Autor zeigt deutlich auf, das Fortschritt auch negative Nebenwirkungen hat, die sich nicht vorhersehen lassen.
Es liegt jedoch im ermessen jedes einzelnen, wie man damit umgeht.
Die Entwicklung der Handlung und Charaktere war absolut überraschend und wendungsreich.
Denn der Autor bringt hier auf sehr intensive und eindringliche Art und Weise , Themen zur Sprache , die dem ganzen eine völlig neue Richtung geben.
Zugleich setzt er hier auch ein Mahnmal.
Denn jede Handlung fordert Konsequenzen, was hier mehr als deutlich zum Vorschein kommt.
Auch in psychologischer Hinsicht konnte er enorm punkten und zum nachdenken bringen.
Freundschaft oder Loyalität stehen auf wackligen Füßen, was mich wohl am meisten schockiert und erschüttert hat.
Dennoch gilt das nicht für jeden. Wodurch auch die zwischenmenschlichen Aspekte sehr gut zum Vorschein kommen.
Ja wir wollen Heilung für Alzheimer und wer wünscht sich nicht ewiges Leben.
Dennoch sollte man dabei sich selbst nicht verlieren.

Der Abschluss war absolut überraschend und hatte ich sicher so nicht erwartet, dennoch passt es sehr gut und zeigt auf, wie weit uns Menschlichkeit bringen kann.
Dennoch hab ich auch einen Kritikpunkt. Da es hier einen sehr scharfen Cut gibt, der mich erstmal völlig hilflos in der Luft hängen ließ und Erklärungen und mehr Details forderte.
Sicher wird dabei auch die eigene Fantasie gefordert und auch die Wirkung des erlebten geht nicht spurlos an einem vorüber. Dennoch hätte ich mir mehr Ausarbeitung gewünscht.
Trotzdem bin ich rundherum begeistert.
Jens Lubbadeh hat hier erneut sein Können gezeigt und mich damit einfach nur sprachlos gemacht.
Ein wissenschaftlicher Thriller der Gänsehaut verursacht , spürbar an die Grenzen bringt und wahnsinnig emotional ist.
Es ist sicher keine neue Idee, aber wirklich gut und packend umgesetzt.
Ich bin schon mega gespannt mit welchem Bereich er sich das nächste Mal auseinandersetzt.
Ein absolutes Highlight.

Fazit
Bereits mit “Neanderthal ” hat mich Jens Lubbadeh absolut begeistert.
Nun legt er mit ” Transfusion ” nach und hat mich damit komplett zu Fall gebracht.
Ein wissenschaftlicher Thriller der unglaublich verstörend und beklemmend ist.
Genialität und Wahnsinn liegen nah beieinander , was hier auf eindringliche und intensive Art und Weise sehr gut zum Ausdruck kommt.
Ich bin absolut begeistert, erschüttert und schockiert.
Ein großartiger Thriller , der Gänsehaut verursacht, spürbar an die Grenzen bringt und auch etwas zum nachdenken mit auf den Weg gibt.
Unbedingt mehr davon. Ein absolutes Highlight.

Veröffentlicht am 20.11.2019

Sprachgewaltig , atmosphärisch und intensiv

Der unsichtbare Freund
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Auf dieses Buch war ich mega gespannt. Auch wenn mich die hohe Seitenanzahl enorm abgeschreckt hat, so kam ich trotzdem nicht drumherum.
Das Cover ist absolut perfekt zum Titel gewählt, denn es drückt ...

Auf dieses Buch war ich mega gespannt. Auch wenn mich die hohe Seitenanzahl enorm abgeschreckt hat, so kam ich trotzdem nicht drumherum.
Das Cover ist absolut perfekt zum Titel gewählt, denn es drückt das aus, was es soll.

Hervorheben muss ich wirklich den absolut genialen Schreibstil des Autors.
Sehr sprachgewaltig , packend und bildhaft.
Hier erwachen nicht nur Wörter zum leben. Hier tun es auch die Geräusche und das auf sehr beängstigende Art und Weise. Es ist ein perfektes Zusammenspiel, das die unheimliche und beklemmende Atmosphäre nur noch mehr unterstreicht.
Es ist unglaublich intensiv. Es breitet sich wie Gänsehaut auf dem Körper aus und nichts kann diese mehr vertreiben.
Je tiefer man hineingerät, umso weniger kann man sich davon lösen. Wie ein Rausch , der die Sinne vernebelt. Es gibt kein Entkommen.
Nicht für uns. Nicht für Christopher. Für niemanden.

Fakt ist: es führt eine Straße nach Mill Grove hinein und eine wieder hinaus.
Kate und Christopher entfliehen ihrem alten Leben und landen genau da.
Ohne zu wissen, daß sie damit geradewegs auf den Abgrund zusteuern.
Denn Christopher ist der eine , der 6 Tage spurlos verschwand.
Und mit Christophers erneutem Auftauchen nimmt das Verhängnis seinen Lauf.

Nur wenige Zeilen hat es gebraucht, und ich war vollkommen in dieser Welt versunken.
Großartig fand ich nicht nur die komplette Grundidee dahinter. Sondern vor allem die Charaktere, die dem Ganzen zu etwas schier unglaublichen verholfen haben.
Allen voran natürlich Christopher und Kate , die ich sofort ins Herz geschlossen habe. Ihr Hintergrund hat mich wirklich beschäftigt und zum grübeln gebracht.
Doch daneben lernt man noch so viel mehr Menschen kennen.
Die Charaktere sind sehr tiefgründig ausgearbeitet und man erlebt all das , was sie ausmacht und antreibt. Es lässt sich nicht in gut oder böse packen. Die Facetten dessen sind viel größer und gewaltiger.
Sie haben alle ihr Päckchen zu tragen. Einige mehr, andere weniger.
Aber dadurch sind sie angreifbar und verletzlich. Was einen perfekten Grundstock für die Story liefert.
Denn alles muss auf irgendetwas aufgebaut werden , um Halt zu finden. Und das ist damit eindeutig der Fall.
Zudem sind sie sehr authentisch, greifbar und lebendig.
Da besonders Christopher und Kate im Fokus stehen, habe ich in erster Linie unglaublich mit ihnen gezittert und gelitten.
Ich fühlte aber auch sehr intensiv den Schmerz, die Verzweiflung und die Angst von außen.

Bereits die Vorgeschichte sorgte für ordentlich Grauen und Gänsehaut. Die ganze Zeit über fragt man sich fast manisch, was zum Teufel in diesem Wald vor sich geht.
Was macht ihn so gefährlich und warum wird ein kleiner Junge ausgewählt?
Die Lösung ergibt sich im Laufe der Handlung.
Es ist einfach und so schlüssig. So wie es schon immer war.
Am Anfang war es Christopher , der verschwand.
Christopher , der sich mit halsbrecherischer Geschwindigkeit veränderte und zu brennen anfing.
Ja, man freut sich und doch nagt ein Zweifel an einem.
Als Leser denkt man, man weiß, worin die wahre Absicht besteht.
Im Frieden. In der Heilung.
Doch der wahre Alptraum ist etwas, was man nicht durchschauen kann.
Es trägt Spuren von Wahnsinn, Macht und Gier in sich.
Eine Abgründigkeit und Perfidität, die zum greifen nah ist.
Die abstößt, anzieht und komplett verschlingt.
Ein unmerkliches Zischen, das sich zum Crescendo ausweitet. Es schwillt an und plötzlich wird alles dem Erdboden gleichgemacht.
Mich hat der Autor wirklich enorm überrascht, wie vielschichtig und wendungsreich das Ganze wurde.
Ich war ehrlich geschockt , aber auch unglaublich beeindruckt von seiner Genialität und Weitsicht.
Die phantastischen Elemente sind einfach genial und faszinierend ausgearbeitet und ich konnte gar nicht genug davon bekommen.
Denn es geht nicht nur um einen kleinen Jungen, der zwischen den Kampf von Gut und Böse gerät.
Es geht darum, worin unsere wahren Ängste verborgen liegen.
Wie verzweifelt wir manchmal Anschluss suchen, um nicht an der Einsamkeit zu ersticken.
Es geht um den Schmerz, den wir uns und unserer Umgebung zufügen.
Wie sehr wir uns nach Liebe sehnen und wie sehr sie uns manchmal verwehrt bleibt.

Es geht um das Gleichgewicht von Gut und Böse.
Doch wie sind diese überhaupt erkennbar?
Mich hat diese Geschichte einige Höhen und Tiefen durchlaufen lassen.
Mitunter ist es wirklich grauenhaft und brutal. Auch in psychologischer Hinsicht. Denn dort liegen die wahren Qualen verborgen.
Stephen Chbosky schafft es dauerhaft Spannung zu erzeugen, so daß man das Buch einfach nicht zur Seite legen kann.
Lediglich die letzten 100 Seiten waren für mich doch etwas verwirrend. Weil es Schlag auf Schlag ging. Ständig neue Erkenntnisse durchsickerten und doch hat man das Gefühl, man dreht sich im Kreis.
Es ist, als würde man den rettenden Ausgang nicht finden können.
Mit der Auflösung wurde ich sehr überrascht. Denn das hatte ich so nicht erwartet und sorgte doch für einige Momente , die mich zum sinnieren brachten.
Es ist offen, als auch abgeschlossen. Lässt der Fantasie freien Lauf und genau das, gefällt mir so gut daran.
Schlussendlich eine extrem mystische, wie unheimliche Story, die das Blut in den Adern gefrieren lässt und mich absolut und gnadenlos um den Verstand gebracht hat.
Unbedingt mehr davon.

Fazit:
“Der unsichtbare Freund ” ist ein absolutes Meisterwerk.
Sprachgewaltig , atmosphärisch und intensiv.
Ein Horror – Thriller, der das Blut in den Adern gefrieren lässt und ständig unter Strom setzt.
Phantastische Elemente und eine unheimliche Story, die auch in psychologischer Hinsicht sehr viel mit auf den Weg gibt und einfach herausragend ausgearbeitet wurde.
Ich bin absolut begeistert von der Genialität und Weitsicht dessen.
Ein absolutes Highlight.

Veröffentlicht am 18.11.2019

Eine Lovestory die in den Untergrund führt und so einige Geheimnisse offenbart

Underground Kings: Kai
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Wenn man an die Werke von Aurora Rose Reynolds denkt, weiß man das es ziemlich emotional und herzzerreißend werden kann. Aber man weiß auch, daß der Titel des Buches, viel über den Inhalt verrät.
Kai ist ...

Wenn man an die Werke von Aurora Rose Reynolds denkt, weiß man das es ziemlich emotional und herzzerreißend werden kann. Aber man weiß auch, daß der Titel des Buches, viel über den Inhalt verrät.
Kai ist der zweite Band rund um die Underground Kings Reihe. Sie sind sehr gut einzeln lesbar, da sie für sich genommen abgeschlossen sind.
Wenn ich an Underground Kings denke, sehe ich Dunkelheit, Macht und Abgründe vor mir.
Und das schlägt sich auch auf die Atmosphäre niedet. Denn diese ist keinesfalls locker und von rosa Wolken durchtränkt.
Es ist, als laufe man durch einen Nebel und an jeder Ecke lauern neue Gefahren und finstere Gestalten.
Die Atmosphäre ist äußerst schmerzvoll, geheimnisvoll und sehr intensiv.
Eine Dunkelheit in der man sich zu verlieren droht.

Obwohl der Schreibstil der Autorin sehr einnehmend und fesselnd ist, so hat mich diese Geschichte doch vor eine gewaltige Herausforderung gestellt.
Schuld ist Myla.
Myla ist ein sehr sanftes Wesen. Ihre Vergangenheit hat sie geprägt und so hatte ich stetig das Gefühl, als würde mich Traurigkeit und Schmerz unentwegt begleiten.
Als würde es mich ausbremsen.
Ihr Körper schreit es förmlich heraus.
Ich mochte sie , keine Frage.
Aber mir hat etwas Leichtigkeit gefehlt, um einfach mal zu Atem zu kommen.
Denn die Schwere drückte deutlich auf mein Gemüt.
Kai ist im Gegenzug ein sehr interessanter Charakter, den ich jedoch nie durchschauen konnte.
Er würde für Myla sterben und alles von ihr fernhalten. Man spürt es mit jedem Atemzug.
Und ohne es zu wollen, spürt man wie sehr sich die Bindung zwischen den beiden verändert und festigt.
Es ist als würde man nicht mehr zurückgehen können, sondern gefangen sein im Moment.

Mylas und Kais Story ist durchwoben von gefährlichen und abgründigen Momenten.
Was nicht nur an Kais Hintergrund liegt, über den man immer mehr erfährt.
Nach und nach wurde mir klar, warum Kai für sie so empfand und warum er sie beschützen möchte.
Aber es gab doch Momente, an denen ich diese Gefühle nicht unbedingt für gesund hielt.
Interessant waren für mich tatsächlich die Nebencharakter.
Aye und auch Pika habe ich sofort ins Herz geschlossen. Sie haben mich einfach so unglaublich oft zum Lachen gebracht. Das verschaffte der Story unglaublich viel Leichtigkeit. Was hier einfach wahnsinnig gut tut. Besonders wenn Kais Impulsivität mal wieder ordentlich zuschlägt.
Kai und Myla konnte ich emotional gesehen leider nicht wirklich greifen, dafür gelang mir das bei den Nebencharakteren unglaublich gut.
Diese sind allesamt sehr authentisch und lebendig.
Schaffen es , das ich mich fallen lassen konnte.
Definitiv ist es keine einfache Story.
Auch wenn ich es größtenteils sehr vorhersehbar fand, so hat es die Autorin doch geschafft mich einige Male zu überraschen.
Besonders Kais Hintergrund fand ich unglaublich interessant und spannend. Zu gern hätte man das noch weiter ausbauen können.

Da es sich hierbei um eine Liebesgeschichte handelt, ist es reichlich von expliziten Szenen bedeckt. Aber nicht so arg, das es dominiert.
Man erlebt Momente voller Leidenschaft und Hingabe.
Und gleichzeitig ist es das, was sie brauchen. Es ist ein Halt. Es ist Balsam für die Seele.
Denn hier gibt es so einige Abgründe zu durchschiffen. Manchmal nur angekratzt. Aber durchaus nachvollziehbar.
Dadurch das man Mylas und Kais Perspektiven erfährt, wird die Handlung auch nicht langweilig.
Es wird immer wieder an anderen Fronten gekämpft.
Auch der Abschluss ist gut gewählt, auch wenn es mir dabei etwas zu schnell ging.

Letztendlich ein düsterer Roman, der mich vor allem mit den Nebencharakteren und den Hintergründen begeistern konnte.

Fazit:
Kais und Mylas Story , ist der zweite Band rund um die Underground Kings Reihe von Aurora Rose Reynolds.
Düster, intensiv und geheimnisvoll.
Ein düstere,aber sinnliche Story , die mich vor allem mit den Nebencharakteren und den Hintergründen begeistern und in Atem halten konnte.
Schmerzvoll, voller Traurigkeit und Wut.
Eine Lovestory die in den Untergrund führt und so einige Geheimnisse offenbart.