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Veröffentlicht am 21.07.2021

Eine leise und sanfte Story, die zu Herzen geht

Ever – Wann immer du mich berührst
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“Ever: Wann immer du mich berührst” ,war für mich das erste Buch der Autorin und ich war so gespannt darauf. Bisher hab ich nur positive Meinungen zu ihren Büchern erfahren und jetzt nach diesem Buch,kann ...

“Ever: Wann immer du mich berührst” ,war für mich das erste Buch der Autorin und ich war so gespannt darauf. Bisher hab ich nur positive Meinungen zu ihren Büchern erfahren und jetzt nach diesem Buch,kann ich dies definitiv unterstreichen.
Nikola Hotel hat eine ganz besondere Art zu schreiben.
Sanft, einfühlsam und dennoch voller Ehrlichkeit und Feingefühl.

Diese Story hat mich direkt gepackt. Abbi hat mich mit ihrem sanften, verletzlichen Wesen gepackt und nicht mehr losgelassen.
Ich mochte ihren Humor sofort, den sie immer wieder zum besten gibt.
Aber ich mochte auch ihren Mut, ihre Stärke und einfach ihre Ehrlichkeit.
Abbi ist jemand, mit dem man sich sofort identifizieren kann. Jemanden, mit dem man sich verbunden fühlt. Der so tief berührt und es keiner Worte bedarf, damit man versteht.
Und genauso ging es mir mit David.
David ist so authentisch, greifbar und feinfühlig. Jemand, in dessen Hände man sich gern begibt. Weil sie Sicherheit geben und man weiß, dass er einen beschützt und hält.
Er ist ein Anker. Für so viele.
Aber was ist mit ihm selbst?
Wer ist sein Anker?
Wer hält ihn, wenn er keine Kraft mehr hat.
Ich habe David bewundert. Wie selbstlos ,herzensgut und loyal er war.
Das er nicht verurteilt, sondern hinterfragt.
Er steht mehr als einmal vor der Zerreißprobe, aber es macht ihn nicht kleiner oder schwächer. Es macht ihn stärker und er wächst einfach daran.
Auch die Nebencharaktere konnten mich begeistern. Auch wenn ich mit den Antagonisten oft auf Kriegsfuss stand, aber es ist ein Teil des Prozesses der dazugehört.

Diese wunderbare und herzzerreißende Story lässt sich unmöglich in Worte fassen.
Denn es spielt sich so viel im Herzen ab.
Das Herz lügt nicht, es fühlt und bringt dir damit Menschlichkeit und Ehrlichkeit vor Augen.
Ich habe sie so gefühlt, denn mehr musst du nicht. Du musst sie so tief in dir verankern, dass du fühlst und verstehst, was dir diese Geschichte sagen möchte.
Es ist essentiell für alles weitere.
Ich habe verurteilt. Oh Gott, wie ich das habe.
Und ich lag so falsch. Fehler einzugestehen ist nie einfach. Diesen Prozess machen auch die Protagonisten durch. Es ist schmerzhaft und birgt dabei so viel Tragik.
Was man erleben muss, ist nicht immer einfach. Denn jeder hat sein Päckchen zu tragen und trägt Narben davon.
Narben der Vergangenheit, Narben der Gegenwart.
Es zerstört und heilt gleichermaßen.
Nikola Hotel bindet auch ernste Themen ein, was enorm wichtig ist und so viel aufzeigt.
Die Liebesgeschichte dagegen entwickelt sich so leise und sanft, dass ich emotional einfach völlig unter Strom stand.
Eine die so zu Herzen geht und kaum zu beschreiben ist.
Eine Geschichte die dir zeigt, das man immer damit beschäftigt sein wird, an sich zu arbeiten und niemals die Hoffnung zu verlieren.
Eine Geschichte, die dir zeigt, dass du niemals allein bist, auch wenn du das Gefühl hast, zu ertrinken.
Es zeigt dir auf, dass jedes Schicksal zwei Seiten hat und man niemals vorschnell urteilen sollte.
Ich bin absolut begeistert und freu mich so sehr auf Band 2.

Fazit:
Nikola Hotel hat mit “Ever: Wann immer du mich berührst:”, nicht nur eine unglaublich schöne und herzzerreißende Liebesgeschichte zu Papier gebracht.
Sie bindet ernste Themen ein, die beschäftigen und so viel aufzeigen.
Ich liebe diese leise und sanfte Story, weil sie so viel mehr über Liebe, aber auch über Vertrauen und Loyalität erzählt.
Ich bin schon jetzt riesig gespannt auf den zweiten Band.

Veröffentlicht am 19.07.2021

Wenn die Vergangenheit zu deinem Untergang wird

Springfluttod. Ostfrieslandkrimi
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Die Reihe rund um Hauptkommissar Stefan Grote und seiner Kollegin Stine Lessing, ist eine meiner liebsten im Bereich der Ostfrieslandkrimis. Deswegen hab ich mich sehr gefreut, dass Hans-Rainer Riekers ...

Die Reihe rund um Hauptkommissar Stefan Grote und seiner Kollegin Stine Lessing, ist eine meiner liebsten im Bereich der Ostfrieslandkrimis. Deswegen hab ich mich sehr gefreut, dass Hans-Rainer Riekers nun mit “Springfluttod ” den dritten Band nachgelegt hat.

Der Schreibstil ist wie gewohnt sehr einnehmend, mitreißend und bildhaft. Zudem schafft es der Autor mit der Atmosphäre Ostfrieslands zu punkten. Wodurch alles einerseits etwas rau und stürmisch wirkt, aber man auch andererseits sich sehr aufgehoben fühlt.
In diesem Band hat mich besonders Stine Lessing begeistert. Sie ist eine unglaublich tolle und vor allem empathische Ermittlerin.
Sie dreht den Stein um, statt ihn einfach liegen zu lassen. Sie verurteilt nicht, sie hinterfragt und bringt damit sehr viel Einfühlungsvermögen mit ins Spiel. Was ich als ungemein wichtig erachte.
Ich würde mich jedoch sehr freuen, wenn man auch etwas mehr über die Kommissare auf privater Ebene erfahren würde. Denn das bleibt leider etwas auf der Strecke.
Dafür fokussiert sich der Autor sehr auf die Kriminalfälle, vorteilhaft das man dadurch die Bände unabhängig voneinander lesen kann, da sie in sich abgeschlossen sind.
Auch hier legt er den Fokus stark auf die Charaktere und ihr Umfeld. Wodurch man sich sehr gut in das große Ganze hineinfühlen kann.
Sie punkten mit Authentizität, Ecken und Kanten und spürbarer Lebendigkeit.

Dieser Fall wirft zunächst extrem viele Fragen auf, da die Unglücksfälle mehr als einen Zufall vermuten lassen.
Dadurch das man neben den Kommissaren, auch die Perspektive des Täters, sowie des gesamten Umfeldes erfährt, wird die Spannungskurve extrem hoch angesetzt.
Dadurch entstand zu keiner Zeit Leerlauf, da eigentlich ständig was passierte.
Selbst der Täter blieb bis zum Schluss im Dunkeln, auch wenn ich schon früh erahnte, in welche Richtung es gehen konnte.
Das hatte etwas sehr einprägsames und schmerzvolles an sich, wodurch man automatisch mitfühlt, sich dabei aber zerrissen fühlt.
Und während dieser ganzen Zeit, brillieren die Kommissare mit ihren Ermittlungen, die hervorragend detailliert ausgearbeitet waren.
Dabei wurde schnell klar, dass nichts ist wie es scheint.
Man wird weit in die Zeit zurückgeführt und ja, es mag keine Entschuldigung sein.
Aber jeder hat sein Päckchen zu tragen.
Und was ich hier erblickte, hat mich doch sehr erschüttert und sprachlos gemacht.
Denn neben dem eigentlichen Fall geht es auch um Trauma, Missbrauch und einfach auch um Werte, die den ganzen Menschen verändern können.
Man sagt immer, dass häusliche Umfeld entscheidet darüber, wer du wirklich bist und selten passiert es, dass man ohne Blessuren davon kommt.
Und Spuren ,die einmal hinterlassen wurden, lassen sich nicht ohne weiteres auslöschen.
Mich haben die Hintergründe, der ganze Ursprung des Ganzen sehr nachdenklich gemacht.
Denn der Autor zeigt sehr eindrucksvoll wie psychische und physische Gewalt sich manifestieren kann, bis sie ständig völlig ausbricht.
Und niemand kann erahnen oder sich nur annähernd vorstellen, was das Ganze mit dem Menschen macht, wie es ihn immer mehr innerlich zerstört. Bis nichts mehr übrig bleibt.
Der Autor liefert uns nicht nur einen verstörenden und komplexen Kriminalfall, er zeigt zudem Fehlverhalten seitens der Gesellschaft auf und stimmt damit nachdenklich.

Für mich wieder ein herausragend ausgearbeiteter Ostfrieslandkrimi der neben ernsten Themen, auch Leichtigkeit hineinzubringen vermag. Wodurch dem Ganzen einfach etwas die Spitze genommen wird.
Und man einfach auch mehr über Menschlichkeit, Stärke und Unschuld erfährt.
Absolut empfehlenswert.

Fazit:
Mit “Springfluttod ” geht es für Grote und Lessing in die dritte Runde und ich kann gar nicht recht in Worte fassen, wie sehr mich diese Reihe begeistert.
Denn neben herausragender Ermittlungsarbeit, punktet der Autor auch mit Einfühlungsvermögen, Menschlichkeit und ernsten Themen, die aufrütteln und zum nachdenken bringen.
Ein komplexer Ostfrieslandkrimi ,der mich auf ganzer Ebene überzeugen konnte.
Eine Story, die neben Spannung, auch Humor und Leichtigkeit zu bieten hat.
Absolut empfehlenswert.

Veröffentlicht am 19.07.2021

Ein Auftakt, der mich zwiegespalten zurücklässt

Dark Blue Rising (Bd. 1)
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Teri Terry ist für mich eine Autorin, die mich einfach nur absolut begeistert mit ihren Werken.
Es ist schier unmöglich an ihren Werken vorbeizukommen.
Daher hab ich mich auch unglaublich auf ihre neue ...

Teri Terry ist für mich eine Autorin, die mich einfach nur absolut begeistert mit ihren Werken.
Es ist schier unmöglich an ihren Werken vorbeizukommen.
Daher hab ich mich auch unglaublich auf ihre neue Reihe gefreut.
Cover und Klappentext lassen direkt vermuten ,um was es hier geht.
Wasser. Ein wichtiges Element, dass hier zum Ursprung wird.
Hätte mich der Aspekt “Klimathriller” nicht so irritiert, so hätte ich stark vermutet, dass es sich um ein Jugendbuch mit Fantasy Elementen dreht.
Aber so hieß es einfach für mich, rein ins Getümmel oder wie in diesem Fall: Ab ins Meer …

Was mir total gut gefallen hat, ist der Schreibstil, der wirklich locker und flockig von der Hand geht und sich sehr angenehm und wirklich leicht lesen lässt.
Dazu die wirklich kurzen Kapitel ,sorgten dafür, dass ich das Buch quasi in einem Rutsch gelesen haben. In der Realität, hat es dann leider doch etwas gedauert.
Interessant waren definitiv die Charaktere, auch wenn sie mir in ihrer Ausarbeitung noch etwas blass und unausgereift waren.
Einen besonderen Platz erhält Tabby, deren Perspektive wir auch erfahren. Was nicht automatisch für mehr Tiefe sorgt, aber definitiv für mehr Raum und Entfaltung.
Ich mochte Tabby unwahrscheinlich gern. Weil sie etwas verlorenes und einsames an sich hatte. Etwas, was ihr Wesen genau auf den Punkt trifft.
Sie ist auf einem Pfad angelangt, an dem sie die Welt erkundet. Denn ihre Welt war bisher eine andere und es war einfach eine sehr faszinierende Reise voller Aufs und Abs. Voller Hoch und Tiefflüge, in der man auch allerhand mitnehmen kann.
Auch die Nebencharaktere verstehen zu begeistern, allen voran Denzie, Simone und Dickens.
Alle sind sehr unterschiedlich und geheimnisvoll, wodurch das Ganze schon eine hohe Spannung birgt, weil man wissen möchte, was es mit Ihnen auf sich hat.
Einige Charaktere waren für mich nicht wirklich greifbar, was aber erstmal nicht schlimm ist, da man sie ja in erster Linie erstmal kennenlernt und es der Auftakt einer Trilogie ist.

In das Geschehen kam ich sofort sehr gut hinein. Ich mochte vor allem die Dynamik zwischen Cate und Tabby total gern.
Weil sie etwas tief verbundenes an sich hatten. Etwas sehr reines, gefühlvolles und ehrliches.
Es war einfach beängstigend, Ihnen auf ihrer Flucht zu folgen, wodurch das Ganze auch sehr interessant wurde.
Der erste Cut erfolgte, als sich Tabbys Welt völlig veränderte, ihre Welt ihr quasi völlig aus den Fingern glitt und sie zum Einsturz brachte.
Das Setting änderte sich und plötzlich schrie alles nach Meer.
Ein sehr faszinierender und interessanter Gedanke, hätte ich nicht immer den Klimathriller vor Augen.
Der Verlauf war sehr langsam und intensiv. Teri Terry nimmt sich sehr viel Raum für Details, damit sich die Welt wirklich entfalten und vor den eigenen Augen offenbaren kann.
Mir hat dieser Aspekt wirklich enorm gut gefallen, zumal mir dadurch nicht nur enorm viele Fragen in den Kopf schossen. Sondern ich nicht sicher war, in welche Richtung es gehen würde.
Meine Vorahnungen haben mich extrem erschüttert und schockiert. Aber es ist nur eine Vermutung.
Doch je mehr ich las, umso mehr ging es in diese Richtung. Es gab eine Szene ,in der Tabby in einer Form agierte, die mich nicht nur verstört hat, sondern es vor allem unlogisch für mich war. Und ich mir dachte,was macht sie da nur?

Erst zum Ende überschlugen sich förmlich die Ereignisse. Es kam alles so plötzlich, so schnell und genauso änderte sich die Richtung, in die es verlief.
Etwas was mich extrem verwirrte. Da es für mich zwei Komponente sind, die nicht kompatibel miteinander erscheinen. Es ist, als würde man sich entsinnen, worum es eigentlich gehen sollte.
Plötzlich findet man sich an einer völlig anderen Stelle wieder und muss sich diesem anpassen. Irgendwie.
Dadurch ändern sich auch die Blickwinkel und umso verstörender und beängstigender wird es.
Denn was sich hier herauskristallisiert ist so beklemmend, so zerstörerisch, dass sich immer mehr Fragen vor einem auftürmen.
Und immer noch stehe ich an der Stelle, wo ich die Verbindung zwischen diesen beiden Aspekten suche und in Einklang miteinander bringen möchte. Aber es gelingt mir nicht und das macht mich einfach nur wütend.
Denn die Story hat mich absolut begeistert und absolut mitgerissen.
Und plötzlich bin ich so leer und weiß nicht, was ich denken soll.
Ich fühle mich wie Tabby. Hilflos, wütend und zwiegespalten.
Man weiß nicht, wo das Ganze hinführen wird und trotzdem möchte man diesen Weg weitergehen. Man möchte, dass dieser Knoten platzt.
Man möchte Fakten, etwas woran man sich festhalten und orientieren kann.
Aber das fehlt in meinen Augen völlig. Mir blutet das Herz, weil es so ist. Aber leider ist das ein Punkt ,der sich nicht beschönigen lässt. Es gibt Logikfehler in meinen Augen.
Es gibt eine Grundstory, die elementar ist, aber in meinen Augen, zum jetzigen Zeitpunkt nicht gänzlich durchdacht wurde.
Ich hoffe so sehr, dass es nur daran liegt, weil es der Auftakt dieser Trilogie ist.
Es ist quasi der Vorlauf, der Ursprung des Ganzen. In einem gewissen Maß bin ich etwas enttäuscht, weil ich nicht wirklich weitergekommen bin, weil alles noch so verschwommen und nebulös vor mir aufragt.
Zu wenig Antworten, aber immer mehr Fragen und Gedankenblitze.

Nichtsdestotrotz freue ich mich unsagbar auf den zweiten Band und hoffe so sehr, dann einen Schritt weiterzukommen.
Ja, es gab Andeutungen ,aber sie sind zu unscharf, zu wenig ausgeprägt, als das es für mich einen Sinn ergeben könnte.
So sehr es mich auch schmerzt, ist dies ein schwacher Auftakt mit einigen losen Fäden, die nicht zusammen passen.

Fazit:
Endlich eine neue Trilogie von Teri Terry.
Glücklicher könnte man kaum sein.
Zudem deutet sie eine hochaktuelle Thematik an.
Umschifft dieses Gebiet jedoch völlig und es geht in eine völlig andere Richtung.
Eins vorweg, mich hat dieser Auftakt wirklich extrem mitgerissen und begeistert.
Umso trauriger macht es mich, dass es mich zum jetzigen Zeitpunkt leider nur semi bedingt überzeugen konnte.
In meinen Augen werden hier zwei Genres miteinander verbunden, die einfach nicht kompatibel sind und somit auch die Glaubwürdigkeit des Ganzen in Frage stellen.
Dennoch bin ich unglaublich gespannt, wie es weitergeht und hoffe so sehr, Band 2 wird mich ein Stück weiterbringen und einfach mehr überzeugen und vor vor allem mehr Antworten liefern können.
Leider nur ein schwacher Auftakt. Quasi ein Vorlauf des Ganzen ,worum es sich handeln wird.

Veröffentlicht am 17.07.2021

Ich bin absolut beeindruckt, ein Auftakt der zu einem absoluten Pageturner avanciert

Geiger
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Der Klappentext von “Geiger” hat mich sofort begeistert und das es keine Frage war, dass ich dieses Buch lesen muss.
Und dazu noch der tolle gelbe Buchschnitt ist quasi das Sahnetüpfelchen obendrauf.
Die ...

Der Klappentext von “Geiger” hat mich sofort begeistert und das es keine Frage war, dass ich dieses Buch lesen muss.
Und dazu noch der tolle gelbe Buchschnitt ist quasi das Sahnetüpfelchen obendrauf.
Die Schweden sind nie einfach, umso glücklicher war ich, dass mir der Schreibstil des Autors so gar keine Probleme bereitet hat.
Einnehmend, angenehm zu lesen und sehr bildhaft in seiner Ausarbeitung.
Dennoch war ich noch skeptisch, da es reichlich kritische Stimmen gibt, umso überraschter war ich, wie sehr mich dieses Buch doch begeistert hat.

Dank Jeff Abbott hab ich schon früh ein Faible für Spionagethriller entwickelt. Ein Genre, in das sich dieser Thriller perfekt einfügt.
Ich muss gestehen, man wird mit allerhand konfrontiert, was man so vielleicht nie erwarten würde und was im ersten Moment erstmal ziemlich verwirrend ist.
Nichtsdestotrotz hat der Autor sich ungemein viele Gedanken gemacht. Viele Handlungsstränge entworfen ,wodurch diese ganze Story sehr vielschichtig und auch facettenreich wird.
Im ersten Moment ist man völlig sprachlos, weil der wehrlose ,alte Mann hinterrücks von seiner eigenen Ehefrau niedergestreckt wird, während die Enkel gerade von dannen fahren.
Doch wie so oft, ist nichts wie es scheint und hier ist es sogar noch um einiges schlimmer ,als man vermuten würde.
Es reicht bis in die Zeit des kalten Krieges zurück.
Die Vergangenheit ist lebendig und es bedarf nur eines Telefonanrufes, damit sie wieder aufersteht.
Doch was steckt hinter allem und wer zum Teufel ist eigentlich Geiger?

Ganz besonders im Fokus stehen Agneta und Sara. Zwei Frauen ,die an vorderster Front agieren, aber unterschiedlicher kaum sein könnten.
Und doch auf die ein oder andere Art und Weise etwas gemeinsam haben.
Agneta hat mir unglaublich gut gefallen.
Stolz, unbeugsam und zudem sehr widerstandsfähig und mutig. Kein typischer Bösewicht. Denn gerade hier liegt dieser Aspekt immer im Auge des Betrachters. Trotz ihrer Unnahbarkeit und Kälte, mochte ich sie unwahrscheinlich gern. Denn ihr Hintergrund ist definitiv nicht ohne und bringt doch ins Grübeln.
Sara ist Ermittlerin und wirkt oft etwas gehetzt, getrieben und verloren.
Sara hat sich nie wirklich gefunden. Hält fast schon besessen an ihrer eigenen Vergangenheit fest und ist kaum in der Lage nach vorn zu sehen. Dabei bekommt man auch Einblicke in ihr Privat- und Berufsleben.
Ja, es ist harter Tobak womit sie sich befasst,weil man das Gefühl hat, sie zerstört sich damit auch ein bisschen selbst.
Es hat mich erschüttert, sprachlos und einfach so traurig gemacht, was ich hier erblicken musste.
Was ich in Sara sehen musste.

Doch gegen das, was ihre eigene Vergangenheit für sie bereithält, ist es nichts.
Denn das ist ein völlig anderes Kaliber.
Monströser, gefährlicher und korrupter.
Menschen ,die man einmal kannte, entpuppen sich als etwas völlig anderes.
Was sagt das über einen selbst aus?
Wer ist man wirklich?
Was ist mit all den Idealen die man einmal hatte.
In Trümmern, zerstört, in Nichts aufgelöst.
Der Autor hält die Spannungskurve extrem hoch, so das ich keine Minute zu Atem kommen konnte.
Es passiert so viel, so verwirrend, so komplex. Das man kaum den Faden im Auge behalten kann.
So zerstörerisch, so verstörend und brutal gleichermaßen.
Und dann entdeckt man Hintergründe die alles verändern. Die das eigene Weltbild wanken lassen.

Ich bin absolut begeistert und beeindruckt gleichermaßen, wie geschickt er Wendungen platziert, die man so niemals kommen sieht.
Er behält sowohl die psychologischen Aspekte, als auch die zwischenmenschliche Ebene sehr gut im Auge.
Wodurch das Ganze auch eine große Emotionalität erhält.
Mich hat dieser Thriller von Anfang bis Ende absolut in Atem gehalten und nicht eine Minute zur Ruhe kommen lassen.
Er scheut sich nicht davor kalte und harte Fakten ans Licht zu bringen. Ja, es geht extrem ans Gemüt, aber er setzt sich auf seine Art damit auseinander ,was ich einfach großartig fand.
Es ist verstörend und absolut beklemmend, wie viel hier in einer einzelnen Sekunde zerstört wird.
Wie perfide und empathielos gehandelt wird.
Aber es gehört dazu, am Ende fügt sich alles sehr gut zusammen und Wow, mir fehlen glatt die Worte.
Ich bin schon jetzt extrem gespannt auf Band zwei, den ich definitiv lesen werde.

Fazit:
“Geiger” bildet den Auftakt von Gustaf Skördemans Spionagethriller Trilogie.
Und ehrlich, dieses Buch hat mich absolut beeindruckt und auf ganzer Ebene begeistert.
Zwei großartige Protagonisten, die mich definitiv überrascht und in den Bann gezogen haben.
Eine Story die so verstörend, komplex und wendungsreich ist, dass mir quasi die Spucke weg blieb.
Seit Jeff Abbott liebe ich Spionagethriller und Gustaf Skördeman hat hier definitiv einen Thriller geschrieben, der zu einem absoluten Pageturner avanciert.
Aber Vorsicht, es werden Themen behandelt, die nicht leicht zu verdauen sind.
Ich bin schon jetzt mega gespannt auf Band 2, den ich definitiv lesen werde.

Veröffentlicht am 17.07.2021

ein fast perfekter Liebesroman, der zu Tränen rührt

Our Second Chance
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Wie viele zweite Chancen kann es geben?
Ich muss zugeben, der Klappentext zu “Our Second Chance” von Penelope Ward klingt eigentlich ziemlich nüchtern und nichts, was einem vom Hocker reißen würde.
Aber ...

Wie viele zweite Chancen kann es geben?
Ich muss zugeben, der Klappentext zu “Our Second Chance” von Penelope Ward klingt eigentlich ziemlich nüchtern und nichts, was einem vom Hocker reißen würde.
Aber trotzdem musste ich es unbedingt lesen.
Denn gerade in Dingen ,die man oft nicht als besonders erkennt, verbergen sich die größten Schätze.

Penelope Ward hat eine leichte und lockere Art an sich, den Leser sofort mitten in die Geschichte zu ziehen. Und das gelingt ihr mit einer unglaublichen Sogwirkung und Leichtigkeit, der man sich nicht mal bewusst ist.
Diese Story entwickelt eine Dynamik, die wirklich unglaublich intensiv ist und mich nicht eine Sekunde losgelassen hat.
Herausstechen tun definitiv die Charaktere, die mir mit der Zeit wirklich sehr ans Herz gewachsen sind.
Gavin und Raven sind einfach unglaublich großartig und haben mich mit ihrer Reinheit und ihrem großen Herzen unglaublich beeindruckt. Dabei spielen auch die Gesellschaftsunterschiede überhaupt keine Rolle. Es ist ein Aspekt, der einfach nicht wichtig ist und gerade diese Besonderheit sagt soviel über ihren Charakter aus.
Zeigt wie einzigartig und großherzig sie sind. Aber auch wie verwundbar und naiv in ihrem denken und fühlen. Denn das man hier gegen Mauern rennt und damit auf wenig Gegenliebe stößt, ist quasi vorprogrammiert.
Doch kann man wahre Liebe zerstören?

Ja, man kann und mein Gott, wie und weshalb hat mich wirklich völlig zerstört zurückgelassen. Denn allein das dies möglich ist, zeigt mir welch unglaublich wichtigen Werte hier vertreten sind.
Aber auch wie leicht manipuliert und intrigiert werden kann.
Das hat mich wirklich tief berührt und definitiv auch nachdenklich gestimmt.
Ganz frei von Kritik bleibt es dennoch nicht, auch wenn mich dieses Werk sehr verzaubert hat.
Bei zwei oder drei Personen hat mir definitiv mehr Tiefe und Intensität gefehlt. Mehr Details zu den Hintergründen.
Damit man hinterfragen, damit man verstehen kann. Leider blieb es ohne diesen ganzen Raum etwas blass. Was wirklich schade ist, weil die ganze Story dadurch viel dramatischer und vielschichtiger hätte werden können.
Dafür punktet die Autorin mit sehr viel Einfühlungsvermögen und Tragik, die mich wirklich beschäftigt und nicht losgelassen hat.

Man erfährt hierbei von beiden Protagonisten die Perspektiven, wodurch sie sehr viel Raum und Tiefe erlangt haben und mich dadurch umso mehr mit ihrem liebenswerten Wesen überzeugen und für sich gewinnen konnten.
Auch die Nebencharaktere sind nicht ohne. Dabei kann man sie nicht ohne weiteres als Gut oder Böse einstufen. Denn manchmal werden sie Opfer ihres Handels und der Lebensumstände.
Macht uns das allein schon böse?
Oder ist es nicht eher traurig zu beobachten?
Was soll ich sagen?
Ich hab die Story in einem Rutsch gelesen und sie hat mich komplett verzaubert.
Eben weil auch ernste Themen eingewoben werden, die wirklich wichtig, ehrlich und leider auch bittere Realität sind.
Es lädt zum sinnieren und nachdenken ein.
Denn nur weil etwas leicht erscheint, heißt es nicht, dass es das auch nicht.
Manchmal muss man kämpfen, um Dinge zu erreichen, die man wirklich liebt.
Und manchmal ist man gefangen und stillhalten ,ist die einzige Option die man hat.
Und das zeugt von so viel Stärke und Mut.

Man taucht hierbei in zwei Zeitebenen ein, was mir enorm gut gefallen hat.
Denn gerade die unterschiedlichen Wesenszüge kommen dadurch sehr gut zur Geltung. Wobei mir die Vergangenheit noch ein bisschen mehr gegeben hat. Weil sie in meinen Augen so viel intensiver und gehaltvoller war.
Schlussendlich ein fast perfekter Liebesroman, der zu Tränen rührt, aber auch zeigt, dass das Leben kein Wunschkonzert ist und ordentlich Prüfungen bereithält.
Jeder hat sein Päckchen zu tragen und das birgt so viel Tragik und Traurigkeit.

Fazit:
Bisher kannte ich nur Vi Keeland und Penelope Ward zusammen und bin von diesem Duo einfach nur begeistert.
“Our Second Chance” ist nur von Penelope Ward geschrieben und eins ist sicher, sie muss sich definitiv nicht verstecken.
Auch wenn ich zunächst skeptisch war und es auch die ein oder andere Schwachstelle birgt, so konnte mich ihr Werk überzeugen und einfach unsagbar tief berühren.
Denn sie erzählt eine überaus sanfte und berauschende Liebesgeschichte, die sich so ehrlich, schmerzhaft und wahrhaft anfühlt und verbindet dies gekonnt mit ernsten Themen, mit denen man viel zu oft in Berührung kommt.
Definitiv ein fast perfekter Liebesroman, der zu Tränen rührt, aber auch zeigt, dass das Leben kein Wunschkonzert ist und ordentlich Prüfungen bereithält