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Veröffentlicht am 04.02.2020

Ein komplexer Kriminalfall, in dem nichts ist wie es scheint

Der Tote vom Großen Meer. Ostfrieslandkrimi
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Hierbei handelt es sich um den fünften Band , der Reihe rund um Kommissar Steen. Für mich ist es jedoch der erste aus dieser Reihe. Die Bände sind jeweils unabhängig voneinander lesbar, da die Bände in ...

Hierbei handelt es sich um den fünften Band , der Reihe rund um Kommissar Steen. Für mich ist es jedoch der erste aus dieser Reihe. Die Bände sind jeweils unabhängig voneinander lesbar, da die Bände in sich abgeschlossen sind und man als Quereinsteiger keine Probleme mit der jeweiligen Handlung hat.

Der Klappentext klang für mich ziemlich interessant, so daß ich unbedingt mehr darüber erfahren wollte.
Schon beim Einstieg fließt Blut, was das Adrenalin sofort in die Höhe schnellen lässt.
Das dies kein einfacher Kriminalfall ist, wird schon bald mehr als ersichtlich.
Denn die Spuren führen immer wieder in unterschiedliche Richtungen und auch “der Bärtige” hat eine sehr interessante Vergangenheit, die ihren Teil dazu beiträgt.
Kommissar Steen hat alle Hände voll zutun und an seiner Seite, Ihno, den ich einfach sofort ins Herz geschlossen habe. Er hat einfach eine sehr menschliche, natürliche und sympathische Art an sich, die ich einfach unglaublich mochte. Zudem brachte er mich immer wieder zum schmunzeln, was das Geschehen ungemein aufgelockert und belebt hat. Aber auch andere Charaktere haben mich mit ihrer authentischen und erfrischenden Art unglaublich begeistert.
Man kann sich wundervoll in sie hineinversetzen und ihre Handlungen sowie Gedankengänge nachvollziehen.
Neben einem brisanten Kriminalfall, besticht dieser Roman mit typischen ostfriesischen Flair. Man fühlt sich dadurch sofort wohl und würde sich am liebsten den Wind um die Nase wehen lassen.
Die Namen der Charaktere allerdings haben mich anfangs ziemlich durcheinander gebracht, weil ich sie mir nie merken konnte.
Ebenso musste ich mit Steen erst warm werden. Er hat eine sehr raue und etwas brummige Art an sich, die nicht jedem zusagt. Aber er hat mich mit seiner Art zu ermitteln wirklich beeindruckt und teilweise auch schockiert. Man könnte meinen , er habe überhaupt keine Angst, was allerdings auch den Gegenüber ziemlich aus dem Tritt bringt und somit eindeutig für Steen spricht. Darüber hinaus erfährt man auch zumeist seine Perspektive, was ihn gleich viel greifbarer macht.

Alfred Bekker versteht es die Spannung kontinuierlich oben zu halten. Dabei sollte man sich klar darüber sein, dass dieser Roman von detaillierten und sehr gut ausgearbeiteten Ermittlungen lebt und die zwischenmenschlichen Aspekte etwas außen vor bleiben. Was natürlich etwas schade ist. Dadurch erlebt man die Abgründe jedoch viel intensiver und kann sich ein besseres Bild von allem machen.
Der Schreibstil des Autors war für mich sehr angenehm. Leicht, fordernd, aber auch sehr packend.
Die Handlung selbst war total unvorhersehbar, da man keine Ahnung hatte, worauf es tatsächlich hinauslaufen würde.
Der Autor hat hier einige Wendungen eingebracht, die ich definitiv nicht erwartet habe und die dem Ganzen nochmal eine ganz neue Richtung gegeben haben.
Steen brilliert in seiner Funktion und hat mich wirklich überrascht.

Alles in allem ein toller Ostfrieslandkrimi der durchaus als brisant einzustufen ist, aber auch zeigt wie angreifbar und verletzlich man als Mensch ist. Dadurch fühlt man auch unglaublich mit den Menschen mit.
Mich hat dieser Kriminalfall sehr gefordert und auf Trab gehalten.
Interessant, voller Facetten und Ausdruck.
Für jeden Fan von Kriminalromanen definitiv ein Genuss.

Fazit:

Der fünfte Band rund um Kommissar Steen hat mich ziemlich in Atem gehalten und einiges an Kraft gefordert.
Ein komplexer Kriminalfall, in dem nichts ist wie es scheint und die Positionen immer wieder neu angeordnet werden.
Alfred Bekker punktet mit Spannung , psychologischen Aspekt und einem Kommissar, der wirklich beeindruckt und überrascht.
Fast perfekt, die Emotionen hätten für mich gern noch stärker hervortreten können.
Für jeden Fan von Kriminalromanen definitiv ein Genuss.

Veröffentlicht am 04.02.2020

Wenn der Schlüssel zur Vergangenheit in der Gegenwart liegt

One Memory
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Wenn der Schlüssel zur Vergangenheit in der Gegenwart liegt.

Schon lange wollte ich ein Buch der Autorin lesen. One Memory hat mich sofort durch das Cover und den Klappentext angesprochen, so das ich ...

Wenn der Schlüssel zur Vergangenheit in der Gegenwart liegt.

Schon lange wollte ich ein Buch der Autorin lesen. One Memory hat mich sofort durch das Cover und den Klappentext angesprochen, so das ich unbedingt mehr davon erfahren musste.
Katie Weber hat einen sehr sanften und fesselnden Schreibstil, wodurch sich diese Story für mich sehr angenehm lesen ließ.
Angesichts der ernsten Thematik baut sich eine sehr zerbrechliche und traurige Atmosphäre auf, die nicht unberührt lässt.
Im Fokus dieser Story stehen Elisa und Caden, deren Perspektiven wir auch erfahren.
Dadurch fühlt man sie gleich intensiver und kann sich noch besser in sie hineinversetzen und ihre Handlungen und Gedankengänge nachvollziehen.
Daneben fand ich Old Creek und Cadens Mom sehr toll, ebenso den Besitzer des Restaurants. Diesbezüglich hätte ich mir zu gern nur noch mehr Details gewünscht. Weil ich einfach gefühlt habe, dass es ein Ort ist, in den ich mich verlieben und hoffnungslos verlieren kann. Darüber hinaus hätte es die ganze Story auch ungemein aufgelockert und zum Lächeln gebracht. Denn hier sind Menschen, die zu einem Anker werden könnten. In dieser schweren und traumatischen Zeit. Es könnte für Elisa Heilung und für ihr Herz Balsam bedeuten.

Elisa hat nach einem Unfall ihr Gedächtnis verloren und mein Gott, es hat mich so erschüttert, ihrer gebrochenen Stimme zu lauschen. Elisa ist jemand, der sofort sympathisch ist. Sie ist niemand, der gegen den Strom schwimmt. Sie lässt sich lieber mitreißen, um nicht zu sehr aufzufallen. Eine sehr einsame und sanfte junge Frau, die Trost in ihren Zeichnungen findet und deren Leben völlig auf den Kopf gestellt wird.
Caden hatte für mich eine ähnliche einsame Natur. Dadurch ergänzen sie sich perfekt und werden zum jeweiligen Halt für den anderen.

Als Elisa plötzlich wieder in Old Creek auftaucht, wirbelt ihr Erscheinen erneut alles durcheinander. Gebrochenen Herzen werden erneut Wunden zugefügt und plötzlich ist die Vergangenheit präsenter als die Gegenwart.
Sie wird zum Schlüssel für alles.
Durch die unterschiedlichen Zeitebenen kann man sich ein sehr gutes Bild darüber machen, was damals tatsächlich vorgefallen ist. Mich hat dieser Umschwung jedoch immer wieder aus dem Tritt gebracht.
Ganz klar ist ebenso , das Elisa und Caden sehr im Fokus stehen. Dadurch verblassen die anderen Charaktere etwas und verlieren mitunter an Greifbarkeit. Gerade bei Cole hätte ich mir einfach noch mehr Tiefe und Intensität gewünscht. So blieb er für mich jedoch nur ein Schatten, der alles verdunkelte. Ich kann nur erahnen, was ihn wirklich antrieb. Ich hab verstanden, was Katie Weber uns zwischen den Zeilen mitteilen wollte. Dennoch hätte ich mir einfach noch mehr gewünscht, um auch diesen Charakter besser greifen und fühlen zu können.

Die Autorin zeigt ganz klar auf, was eine Amnesie alles auslöst. Es geht nicht nur darum, dass man sich selbst auf jeder erdenklichen Ebene verliert, so unglaublich verletzlich und gebrochen ist und vor lauter Verzweiflung kaum noch atmen kann.
Es wird außerdem ersichtlich, wie sehr es das Umfeld erschüttert. Das man nicht weiß, wie man damit umgehen soll und welche Tribute erneut gefordert werden.
Obwohl ich diese Story als sehr drückend und schwer empfand, so hat sie mich dennoch auch sehr berührt.
Elisas Hintergrund ist einfach absolut nicht ohne und hat mich teilweise wirklich erschüttert.
Und daneben hatte ich einfach das Gefühl, dass ihr nichts geschenkt wurde und sie lieber mit dem Strom schwamm, als dafür zu kämpfen, wofür sie lebte.

Insgesamt ein sehr schöner Roman, der mich jedoch nicht gänzlich überzeugen konnte. Man hätte hier einfach noch einiges mehr herausholen können und dadurch zugleich noch mehr bewegen können. Ich hätte zu gern Stärke und Mut gefühlt. Stattdessen war es eine bleierne Stille in der Unendlichkeit des Ozeans. Eine Stille, die den Atem zuschnürt und kein Raum für mehr lässt.
Ein sehr guter Roman für zwischendurch, leider für mich aber auch nicht mehr.

Fazit:

Mit der Story um Elisa und Cade , schafft Katie Weber einen sehr emotionalen und zutiefst ergreifenden Roman, der absolut in Atem hält und mitunter auch zum Nachdenken anregt.
Trotz Kritik konnte er mich begeistern und auf jeder Ebene mitreißen.
Ein Roman, in der die Vergangenheit zum Schlüssel für die Gegenwart wird.
In dem man unglaublich viel Verletzlichkeit und Schmerz erfährt.
Ein wirklich schöner Roman für zwischendurch, bei dem ich mir jedoch einfach noch mehr gewünscht hätte.

Veröffentlicht am 04.02.2020

“Läufst du weg oder springst du?”

Until You: December
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“Läufst du weg oder springst du?”
Eine Zitat , dass diesen Roman nicht besser beschreiben könnte. Weglaufen ist so viel einfacher und springen so viel schwerer, als man annehmen würde. Wenn man Gareth ...

“Läufst du weg oder springst du?”
Eine Zitat , dass diesen Roman nicht besser beschreiben könnte. Weglaufen ist so viel einfacher und springen so viel schwerer, als man annehmen würde. Wenn man Gareth und December kennenlernt, weiß man erst wie schwer.
Mittlerweile ist es der 8.Band der “Until you” Reihe und jede Reise ist anders. Bewegender, fordernder und ereignisreicher.
Und jedes Mal springt man aufs Neue.

Wenn ich diese Story beschreiben müsste. Dann würde ich wohl sagen, bodenständig, authentisch und herrlich romantisch.
Es gibt keine Wildheit, keine Impulsivität und absolut kein Chaos. Es gibt aber sehr wohl Intrigen, Sehnsucht und tiefe, echte Leidenschaft.
Die Liebe steht hier mehr als alles andere im Fokus.
Eine Liebe, die so groß, echt und wahrhaftig ist, dass man Angst davor hat, ihr zu begegnen.
Angst vor der Intensität, mit der sie dich einnimmt.
Angst vor der Stärke, die sie aus dir herauskitzelt.
Denn Liebe ist mehr als nur ein Wort oder das Aufeinandertreffen zweier Menschen.
Hier erleben wir, was Liebe tatsächlich bedeutet.
Mit all ihren Facetten. Mit einer Wucht, das dir der Atem wegbleibt.

Aurora Rose Reynolds hat einfach ein untrügliches Gespür dafür, den Leser in eine Wohlfühlatmosphäre hineinziehen.
Sie schreibt sehr sanft , kraftvoll und wahnsinnig leidenschaftlich. Legt Wert auf sensible Details und humorvolle, aber auch bewegende Augenblicke. Und das mit einer Leichtigkeit, die einfach verzaubert.
Hier geht es um Gareth und December. Zwei wahnsinnig tolle Charaktere, die mir sehr ans Herz gewachsen sind. Und noch ein kleines bisschen mehr gelang dies Mitchell und Max.
Dabei erfahren wir auch die Perspektiven von Gareth und December, was mir sehr gut gefallen hat. Ich konnte mich sehr gut in sie hineinversetzen und ihre Handlungen und Gedankengänge nachvollziehen.
Auch wenn dieser Roman kaum Überraschungen bietet. So habe ich doch jede Zeile genossen.
Es versprüht seinen eigenen Zauber , bringt zum lachen und lieben gleichermaßen.
Die Autorin zeigt diesmal auf, wie wichtig Familie und Vertrauen ist. Wie wichtig es ist loszulassen , um endlich anzukommen.
Es gibt wenig Dramatik oder Tragik. Denn die Ernsthaftigkeit ist in den Zeilen dazwischen versteckt

Ich mochte es sehr loszulassen. Mich hineinfallen zu lassen und einfach zu genießen.
Manchmal muss das Gefühl stimmen, um eine Story und das Leben ins eigene Herz zu lassen und daraus gestärkt hervorzugehen.
Decembers Liebe zu Büchern und zum backen macht einfach unglaublich sympathisch und Gareths raue Natur macht das Zusammenspiel mit dieser sanften und dennoch starken jungen Frau perfekt.
Am Ende wurde es dennoch einen Hauch dramatisch. Was aber kaum wahrzunehmen war. Weil es zu schnell vorüber war.
Langweilig fand ich es zu keinem Zeitpunkt, denn besonders December hat mich mit ihrer Art immer wieder überrascht und aus dem Tritt gebracht. Ihr Großmut, ihre Herzlichkeit und ihre humorvolle Art fand ich einfach sehr erfrischend.
Man erfährt auch mehr über Gareths Vergangenheit, da diese zum Blickpunkt in der Gegenwart wird. Da hätte ich mir jedoch mehr Konfrontation und Ausarbeitung gewünscht. Denn für diese Geschichte, fand ich diese Aspekte nicht ganz unwichtig.

Letztendlich ein herrlicher Wohlfühlroman, der sich wie nach Hause kommen, anfühlt.
Authentische Charaktere und eine Handlung , die einfach verzaubert und den Alltag ausblendet.
Perfekt für zwischendurch.

Fazit:
Gareths und Decembers Geschichte verspricht Harmonie pur und absoluten Wohlfühlfaktor.
Eine sehr bodenständige, aber dennoch aufwühlende Story, die zeigt was Familie wirklich bedeutet.
Eine Story , die auch ohne Überraschungen perfekt unterhält und einfach sehr kurzweilig, aber dennoch sehr spannend ist.
Wie aus dem Leben gegriffen.
Erfrischend, authentisch und einfach locker leicht.
Perfekt für zwischendurch zum abschalten und fallen lassen.

Veröffentlicht am 04.02.2020

Eine Story , die mit einer Thematik aufwartet , die einfach so unfassbar wichtig ist

One Hundred Lovers
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Es gibt einfach Geschichten, die sind wichtig.
Nicht weil sie für sinnliche oder leidenschaftliche Augenblicke sorgen.
Sondern wichtig, weil sie Trost und Mitgefühl schenken.
Der Mensch weiß, wie sehr ...

Es gibt einfach Geschichten, die sind wichtig.
Nicht weil sie für sinnliche oder leidenschaftliche Augenblicke sorgen.
Sondern wichtig, weil sie Trost und Mitgefühl schenken.
Der Mensch weiß, wie sehr Worte und Taten verletzen.
Wie oft reden wir schneller als wir denken und haben doch keine Ahnung davon, welchen immensen Schaden wir dem Umfeld damit zufügen.
Wie verheerend und alles verändernd es sich auswirken kann.
Eine Nachlässigkeit, ein Moment der Unbesonnenheit und schon liegt mehr als ein Herz in Trümmern.
Ein Schaden der nicht von alleine heilt.
Ein Schaden, dessen Auswirkungen bis tief in die Gegenwart reichen.
Er verändert. Er erschüttert. Er schafft ein Trauma, dass einfach das komplette Leben aus den Angeln hebt.

Ich mag die Romane von Nicole Obermeier einfach unfassbar gern. Sie schreibt mit einer Leidenschaft und Intensität, die mir den Atem nimmt.
Authentisch, beklemmend und so unglaublich wahr und realistisch.
Mit ihrem neuen Roman hat sie sich mal wieder selbst übertroffen.
Ich dachte an einen Erotikroman. Doch was ich bekam war Schmerz, Leid und eine unglaublich große Traurigkeit, die ihre Krallen in meine Seele schlug.
Eine Verletzlichkeit, die mich bis ins Mark traf.
Keine Worte der Welt können auch nur ansatzweise beschreiben, was man bei diesem Roman empfindet.
Die Emotionen nisten sich ein. Zerstören, berühren und beschäftigen gleichermaßen.
Nicole ich verzeih dir, dass es teilweise etwas vor Klischee trieft. Aber mein Gott , manchmal brauch man das. Damit die Seele wieder fühlen, leben und atmen kann.
Und nichts anderes ist das hier.

Robyn unsere Protagonistin, deren Perspektive wir hier erfahren, liebe ich einfach unfassbar. Sie bekommt durch ihre Sichtweise unglaublich viel Tiefe, Ausdruck und Präsenz.
Schon auf den ersten Seiten musste ich die Tränen wegblinzeln und meine Wut unter Kontrolle halten.
Ich war nie selbst ein Opfer. Aber die Autorin schafft es extrem gut, mit ihrer Eindringlichkeit dessen , dass man ein gutes Gespür dafür bekommt und sich in Robyn hineinversetzen kann.
Ich litt und weinte mit Robyn. Ich stand mit ihr am Abgrund und taumelte darüber hinweg.
Es hat mich erstaunt wie facettenreich ihr Charakter war. Wir sehen nicht eine Robyn. Wir sehen zwei.
Zwei Persönlichkeiten, die kaum in Einklang miteinander zu bringen sind.
Die eine ist verletzlich und gebrochen, befindet sich tief verwurzelt in der Vergangenheit. Die andere ist provokant, leidenschaftlich und verwegen, lebt und kompensiert ihre Verluste in der Gegenwart.
Ich war unsagbar fasziniert von beiden.
Ich verurteilte nicht, ich staunte, ich liebte und ich musste kämpfen.
Robyn entwickelt sich in der Handlung unglaublich weiter. Sie baut eine Schutzbarriere um sich auf. Lässt niemanden hinein. Aber all den Schmerz und die Verzweiflung auch nicht hinaus. Absolut fatal für ihr eigenes Ich.
Im Laufe der Handlung erfährt man all die Schattenseiten aus ihrem Leben und kommt dem Abgrund dabei Stück für Stück näher.
Es hat mich zerrissen. Die Qual , die Verzweiflung, dieses Ohnmachtsgefühl und nichts dagegen tun zu können.
Die Autorin fasst hier eine unfassbare wichtige Thematik auf. Es wird nichts beschönigt, sondern knallhart auf den Tisch gebracht. Es tut weh, verletzt und lässt viele Dämme brechen. Es geschieht immer wieder. Tag für Tag. Und doch lernen die Menschen nicht daraus.
Aber es beim Namen zu benennen ist so unglaublich wichtig und essentiell.
Für die eigene Seele. Für die Gesellschaft.
Damit man aufwacht, damit man versteht und vielleicht handelt.

Doch daneben wurde hier eine wahnsinnig tolle Lovestory geschrieben. Die mich bewegt, traurig und glücklich zugleich gemacht hat.
Manchmal geht das Schicksal seltsame Wege. Manchmal muss man viel Schmerz und Leid ertragen, um umso glücklicher daraus hervorzugehen.
Ohne Frage hat mich “One Hundred Lovers” unfassbar fasziniert. Fasziniert mit dieser Leidenschaft und dem unerschütterlichen Willen, der diesem zugrunde liegt.
Robyn handelt intuitiv, manchmal etwas naiv, impulsiv und chaotisch. Aber sie handelt menschlich und das macht sie letztendlich auch so sympathisch.
Unfassbar geliebt habe ich auch ihr Umfeld.
Die Loyalität, das Vertrauen und den Großmut.
Sie alle stützen sich gegenseitig. Bedeuten Stärke und Zuhause zugleich. Sie ergänzen sich in jeder Form.

Lest diesen Roman. Er gibt alles und noch viel mehr.
Er ist in keiner Weise vorhersehbar. Jede neue Seite ist erkenntnisreich und Entdeckung pur.
Es ist eine Geschichte die sich tief ins Herz brennt. Zum beben und zittern bringt und dabei auch unfassbar glücklich macht.
Ich liebe es. Ein absolutes Highlight.
Eine Story, die die eigene Welt ins Wanken bringt und zeigt wie wichtig Freundschaft und Zuhause ist.
Ein Buch das vielleicht auch zum nachdenken bringt. Vielleicht denkt man so auch mal endlich über den eigenen Horizont hinaus.


Fazit:

“One Hundred Lovers” ist eine Buch , das ich unfassbar liebe und das mich auf mehr als einer Ebene zerstört und emotional herausgefordert hat.
Voller Stärke, Mut und Intensität.
Eine Story , die mit einer Thematik aufwartet , die einfach so unfassbar wichtig ist.
Es hat mich berührt, Tränen wegblinzeln lassen und einfach auch unglaublich wütend gemacht.
Eine alles verändernde Lovestory, die das eigene Weltbild ins wanken bringt und doch so unglaublich wichtig ist.
Ein absolutes Highlight.

Veröffentlicht am 04.02.2020

Ein Sci-Fi Roman, der so viel mehr ist, als das

Neon Birds
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Eine Geschichte kann sich auf sehr viele Arten präsentieren und ihre Entwicklung vollziehen.
Sie kann laut und leise sein.
Stürmisch, rau und wild wie das Meer.
Leise wie ein leichter Sommerwind sein.
Erhaben ...

Eine Geschichte kann sich auf sehr viele Arten präsentieren und ihre Entwicklung vollziehen.
Sie kann laut und leise sein.
Stürmisch, rau und wild wie das Meer.
Leise wie ein leichter Sommerwind sein.
Erhaben wie eine stürmisch kalte Nacht sein.
Sie kann dir vieles erzählen und noch viel mehr sein.
Wunderschön, berührend und gleichzeitig unendlich grausam und zerstörerisch sein.
“Neon Birds” ist ein Roman, der mich auf unendlich viele Arten überraschen konnte.
Nichts war so, wie ich erwartet hatte.
Nichts hat mich darauf vorbereitet, was hätte sein können und letztendlich voller Gnadenlosigkeit über mich kommen würde.

Ich habe schon schon viele Sci-Fi Werke gelesen. Aber nicht so etwas. Niemals in der Form, wie es mich hier hinwegfegte.
Es hat mich zerstört und gleichzeitig lebendig werden lassen. Es hat mich unglaublich berührt, mir Tränen auf die Wangen gelegt. Mich über die Unendlichkeit des Seins und das Universum nachdenken lassen.
Es ist nicht nur eine Story , die unglaublich viel gibt und noch mehr nimmt.
Sie zieht dich in ihren Bann, du verliebst und verlierst dich und gleichzeitig zeigt sie dir, dass du gar nichts bist und noch viel weniger weißt.

Diese Geschichte aus der Feder von Marie Graßhoff, spielt um 2101. Die Welt hat sich verändert. Die Menschen, die Lebewesen ebenso.
Zerstörung, Machtkämpfe und eine Technik, die mehr nimmt, als gibt.
Ein außer Kontrolle geratener technischer Virus verwandelt Menschen in hyperfunktionale Cyborgs, die dem Willen der künstlichen Intelligenz KAMI gehorchen.
Und dazwischen gibt es Menschen, die dem Ganzen versuchen beizukommen.
Die Autorin präsentiert diese Welt in bunten schillernden Farben und gleichzeitig webt sie sehr viele düstere Akzente ein. Die sie gnadenloser, perfider und brutaler machen.
Doch wie entzieht man dieser Welt all die Qual, die Verzweiflung und den Schmerz?
Ein Schmerz, der die Seele zerreißt und du keine Ahnung hast, wie du den nächsten Morgen noch erleben sollst?
Wie soll alles besser werden, wenn du selbst keine Kraft hast, um wieder aufzustehen und weiterzukämpfen?
Dieser erste Band beschäftigt sich in erster Linie mit den Charakteren, die essentiell für diese Story sind.
Man erfährt dabei auch ihre Perspektiven, was Ihnen mehr Tiefe, Intensität und Ausdruck verleiht.
Luke, Andra, Marshall, Flover und noch viele mehr. Man lernt sie unglaublich gut kennen.
Ihre Ecken und Kanten. Was sie ausmacht und wer sie tatsächlich sind. Ganz besonders Andra und Luke gingen mir besonders nahe. Denn man erfährt hier schon mehr über sie. Ihre Hintergründe und was sie bewegt. Beides sind sehr verletzliche und dennoch starke Charaktere, die einfach etwas ganz tief in mir bewegt haben. Besonders Andra ist zuviel für diese Welt. Sie hat eine Verlorenheit und Einsamkeit in sich, die mich immer wieder erschüttert hat.
Was diese Charaktere ausmacht, muss man wirklich fühlen, denn sie brennen sich tief ins Herz ein.

Während der Handlung erfährt man auch , was es mit den Mojas und KAMI auf sich hat. Dadurch wird die Story extrem fesselnd, nervenzehrend und actionreich. Die Autorin untermalt dies mit sehr viel Verzweiflung und innerer Zerrissenheit.
Denn einfach ist hier überhaupt nichts und aufgeben niemals eine Option.
Die Charaktere und auch die Handlung haben mir enorm viel abverlangt.
Ich stieß an meine Grenzen. Es ergaben sich immer wieder neue Erkenntnisse und Entwicklungen, die alles veränderten und in einem neuen Blickwinkel erscheinen ließen.

Der Schreibstil von Marie Graßhoff ist einfach grandios. Fesselnd, bildgewaltig und unglaublich einnehmend. Sie fordert den Leser heraus und gleichzeitig legt sie sehr viel Feinfühligkeit und Eindringlichkeit in die Zeilen.
Und dennoch hatte ich Anfangs Probleme. Ich wurde mitten ins Geschehen geworfen. Was ich überhaupt nicht mag. Doch ich kam damit zurecht. Ich überwand es und konnte mich vollends in die Story hineinfallen lassen.
Lediglich die eingebauten Protokolle brachten mich stellenweise aus dem Fluss. Was ich unbedingt erwähnen möchte, dass sich im Inneren des Buches unglaublich tolle Illustrationen und Details über die Charaktere befinden.
Die Story ist nicht nur dadurch besonders.

Die Wendungen haben mich begeistert und schockiert gleichermaßen .
Ich war wütend, am Boden und gleichzeitig wie im Rausch. Diese Story hat mich vollends gepackt und auf eine unglaubliche Art fasziniert.
Es hat mich nicht losgelassen und immer wieder grübeln lassen. Und wirklich erst beim letzten Satz wurde es ein Highlight für mich.
Denn manchmal verliebt man sich nicht Hals über Kopf. Manchmal muss es wachsen und seine volle Beschaffenheit und Größe erst im Nachhinein entfalten. Und genau das ist hier der Fall.
Ich bin absolut begeistert von der Fülle und Intensität und kann es kaum erwarten, bis es endlich weitergeht. Ich liebe es.


Fazit:

Mit dem Auftakt der “Neon Birds” Trilogie präsentiert Marie Graßhoff eine unglaublich interessante, faszinierende und auch sehr beängstigende Story.
Voller Intensität und Fülle.
Voller Zerstörung und Verzweiflung.
Ein Sci-Fi Roman, der so viel mehr ist, als das und auf jeder Seite mehr Angst einflößt.
Eine Geschichte, die mich im Nachhinein vollends überwältigen und von ihrer Schönheit sowie Grausamkeit überzeugen konnte.
Unbedingt mehr davon.