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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.06.2019

Zwischen Schein und Sein

Auris
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Einer der besten forensischen Phonetiker Deutschlands, Matthias Hegel, gibt nach einem erfolgreichen polizeilichen Einsatz das Unfassbare zu und gesteht den Mord an einer Obdachlosen. Einige Zeit später ...

Einer der besten forensischen Phonetiker Deutschlands, Matthias Hegel, gibt nach einem erfolgreichen polizeilichen Einsatz das Unfassbare zu und gesteht den Mord an einer Obdachlosen. Einige Zeit später stößt die Hobby True-Crime Podcasterin Jula auf Hegels Fall, die nach einer traumatischen Erfahrung Justizirrtümer aufzudecken versucht und überzeugt davon ist, dass Hegel zu Unrecht verurteilt wurde. So macht sie sich auf die Suche nach der Wahrheit und stößt in ein Wespennest, bestehend aus Lügen, Intrigen, Geheimnisse und maßloser Rache.



Wow, bereits der Anfang konnte mich tief beeindrucken und begeistern. Hegels erster kleiner Fall zu Beginn ist unglaublich und sehr ungewöhnlich. Auch die weiteren Wendungen des Buches konnten mich immerzu überraschen, schockieren und überzeugen. Die ganzen Ungereimtheiten und Zweifel, die ich während des Lesens empfand, haben so unfassbar viel Spannung reingebracht, dass ich mit dem Lesen nicht mehr aufhören konnte. Unentwegt stellte sich im weiteren Verlauf die Frage nach der Wahrheit. Vieles schien so unglaublich und unwahrscheinlich, dass ich oft am Wahrheitsgehalt zweifelte.

Hegel ist von Anfang an und blieb bis zum Ende ein Mysterium. Manchmal hatte ich den Eindruck ihn durchschaut zu haben, aber dann kam es doch anders und letztendlich vermute ich, dass er ein perfides Spiel spielt, mit welcher Intention ist noch unklar. Der nächste Band muss schnell her.

Jula ist oft ziemlich temperamentvoll und hartnäckig, was ihr in ihrem Job auch oft weiterhilft und letztendlich mehr als einer Person das Leben rettete. Wenngleich ich sie manchmal als anstrengend empfand, konnte sie doch Sympathien bei mir erzeugen, denn sie hat das Herz am rechten Fleck. Doch ist sie nicht auch Teil eines größeren, unheilvollen Plans, dessen Aufklärung noch fern erscheint?

Die Atmosphäre schien oft unheilschwanger, als würde etwas Greifbares direkt unter der Oberfläche schwelen, aber diese nicht durchbrechen. Irgendetwas stimmte an der ganzen Geschichte nicht.



Fazit: Ein klasse Thriller, der mit Elementen spielt und sie so geschickt platziert, wie ich es bisher noch in keinem Thriller gelesen habe. Durch seine ungewöhnliche Art und Herangehensweise besticht es und ist für mich ein kleines Highlight unter den Thrillern. Absolute Empfehlung!

Veröffentlicht am 08.06.2019

Außergewöhnliche und berührende Geschichte

Mein Leben als Sonntagskind
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Schon als kleines Mädchen bemerkt Jasmijn, dass sie anders ist als die anderen Kinder. Sie denkt anders, handelt anders, versteht vieles anders und lebt in ihrer kleinen und friedvollen Welt, die ihre ...

Schon als kleines Mädchen bemerkt Jasmijn, dass sie anders ist als die anderen Kinder. Sie denkt anders, handelt anders, versteht vieles anders und lebt in ihrer kleinen und friedvollen Welt, die ihre ganz eigenen Regeln hat. Mit ihrer über alles geliebten Hündin Senta meistert sie jede noch so schwierige Hürde und wird mit ihren Besonderheiten erwachsen, verliebt sich, beendet die Schule und baut sich ihr eigenes Leben auf, mit allem was das Leben bereit hält.



Dieser autobiographisch motivierte Roman behandelt eine ganz besondere und einzigartige Geschichte, die auf den Erfahrungen der Autorin basiert, die selbst von einer autistischen Störung betroffen ist. Dadurch gewinnt das Buch an schätzbarer Authentizität und überzeugt durch die Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit, die immer mitschwingt. Der Schreibstil ist recht distanziert und beschreibt die Geschehnisse nüchtern. Dieser spezielle Stil hat mir sehr gut gefallen und ich fand es fantastisch alles kurz und prägnant lesen zu können ohne dass der Schreibstil sich in unnötigen ellenlangen Beschreibungen verliert. Kurz, aber informativ.

Da ich bisher keinerlei Erfahrungen mit autistischen Menschen habe, war es besonders spannend und aufregend für mich in Jasmijns einzigartige Welt einzutauchen. An einigen Stellen konnte ich mich gut in sie hineinversetzen, an anderen eher weniger. Schnell wird jedoch klar, dass sie es schwierig hat und haben wird im weiteren Leben. Ihre reflektierte Art, im späteren Teil des Buches, auch bezüglich sich selbst, hat mich beeindruckt und für sie freuen lassen. Da es sich um ihre Lebensgeschichte vom 4. bis zum 18. Lebensjahr - mit kurzem Abstecher als über 20-jährige - handelt, kann ihre Entwicklung hervorragend beobachtet werden und wie sie sich teilweise mit ihrer Umwelt arrangiert und anpasst.

Oftmals fand ich es schade, dass es so viele Missverständnisse zwischen ihr und den anderen gibt. Einerseits hat sie Probleme, die von andere nicht als solche erkannt werden und daher auch nicht darauf eingegangen werden kann, andererseits kann sie sich oft auch nicht angemessen ausdrücken, sodass die Lösung der Probleme unüberwindbar erscheint. Das bessert sich deutlich mit steigendem Alter. Nur war ich hin und her gerissen zwischen den beiden Parteien. Vermutlich wäre eine eindeutige Diagnose für alle hilfreich gewesen, die allerdings lange ausbleibt, sodass sie nur als ungewöhnlich wahrgenommen wird. Einzig ihre Eltern nehmen Rücksicht auf sie.

Mein einziger Kritikpunkt ist die Dicke des Buches. Die gut 600 Seiten wären nicht nötig gewesen. Es war zwar interessant aber weniger spannend, sodass es schon eine Weile dauert das Buch durchzulesen.

Fazit: Ein fantastisches, lehrreiches Buch über ganz besondere Menschen, die anders sind, aber auf positive Art, weil sie durch ihre spezielle Wahrnehmung vieles anders betrachten als die meisten anderen Menschen und neue Perspektiven ermöglichen. Berührend, ehrlich und wundervoll!

Veröffentlicht am 08.06.2019

Fesselnde Romantasy

Clans of London, Band 1: Hexentochter
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Eigentlich ist Caroline ein einfaches junges Mädchen, bis plötzlich unerklärbare Dinge geschehen und einige mysteriöse Personen in ihrem Umfeld auftauchen. Prompt wird ihr eröffnet, dass sie eine Hexe ...

Eigentlich ist Caroline ein einfaches junges Mädchen, bis plötzlich unerklärbare Dinge geschehen und einige mysteriöse Personen in ihrem Umfeld auftauchen. Prompt wird ihr eröffnet, dass sie eine Hexe sei, nur dass ihre Magie noch nicht aktiviert wurde, was ihr früher oder später zum Verhängnis werden wird. Unglücklicherweise machen einige Clans Jagd auf sie, denn sie ist Teil einer Prophezeihung, die Unglück über alle bringen wird, sollte sie sich erfüllen. Hin und her gerissen zwischen ihren Gefühlen zu Ash und dem Geheimnis um ihre Herkunft, ist sie fest entschlossen die Wahrheit aufzudecken.



Bereits das Cover hat mich umgehauen, allein schon der goldene Schimmer ist wunderschön anzusehen und macht Lust auf das Buch. Der Schreibstil ist locker und leicht, simpel geschrieben, sodass man schnell durch die Geschichte gleitet und total im Bann der Geschehnisse gefangen ist. Nach einigen einleitenden Seiten, erfährt Caroline schnell von ihrem wahren Wesen und dann kommt alles mehr oder weniger Schlag auf Schlag.

Caroline reagiert anders auf die ganze Situation als die meisten erwarten würde, aber genau das hat mir gefallen und Sympathien ihr gegenüber geschaffen. Sie ist entschlossen, zielstrebig und willensstark. Ein toughes Mädchen, das alles riskiert um die Wahrheit aufzudecken. Diese Eigenschaften haben mir hervorragend an ihr gefallen. Ash ist der klassische Softboy, der vieles aufs Spiel für sie setzt. Da ist eine typische Liebesgeschichte vorprogrammiert, die sich auch nach dem bekannten Schema abspielt und ganz nett, aber nicht zwingend notwendig war.

Die Handlungen ziehen sich in thematischer Hinsicht etwas. Im Grunde dauert Carolines Suche über die Hälfte des Buches an und es geht nur schleppend voran, was etwas mühsam zu lesen war und die Geschichte unnötig in die Länge gezogen hat, als müsste man unbedingt Seiten füllen. Dafür konnte das Ende wieder vollkommen überzeugen, da endlich mehr über die Prophezeiung bekannt wird und auch der Grund der Jagd verständlich geschildert wird. Die ganzen fantastischen Elemente der Urban Fantasy Dilogie rund um die Clans von London und den Familien, fand ich fantastisch umgesetzt und diese Elemente konnten mich vollkommen begeistern und überzeugen, wenngleich die Idee an sich nichts Neues ist. Ich liebe Geschichten über verschiedene Clans und ihren Streitigkeiten, also wurde hier mein Geschmack getroffen.

Eine super Urban Fantasy Geschichte mit klassischer Liebesgeschichte,atemlos spannender Jagd und der schwerigen Suche nach der Wahrheit, die alles verändern wird.

Veröffentlicht am 05.06.2019

Würdiger Abschluss einer tollen Reihe

Beautiful Liars, Band 3: Geliebte Feindin
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Nach den tragischen Ereignissen des letzten Jahres, versuchen alle die Geschehnisse auf ihre Art und Weise zu verarbeiten um endlich damit abschließen zu können. Doch ein plötzlicher Todesfall erschüttert ...

Nach den tragischen Ereignissen des letzten Jahres, versuchen alle die Geschehnisse auf ihre Art und Weise zu verarbeiten um endlich damit abschließen zu können. Doch ein plötzlicher Todesfall erschüttert die Bewohner des Towers und das Lügenspiel läuft einmal mehr Gefahr aufgedeckt zu werden. Jeder hat etwas zu verlieren, aber wer steckt hinter dem Todesfall? Einer der fünf Protagonisten oder eine weitere unbekannte Person, die alles weiß?

Die Geschichte startet gut ein halbes Jahr nach dem zweiten Band und vieles hat sich verändert. Avery, Leda, Calliope, Rylin und Watt versuchen das Beste aus ihrem Leben zu machen, bis ein ungeklärter Todesfall um eine gewichtige Person aus dem zweiten Band alles aufwirbelt. Dadurch wird eine Kette an Ereignissen ausgelöst, die zunehmend komplexer und durchschaubarer wird, sodass ich nicht einschätzen konnte was als nächstes passiert und wie sich die Charaktere verhalten werden. Dadurch, dass es um alles geht, steigt die Dramatik ins Unermessliche und die Entwicklungen der Beziehungen nehmen eine andere Wendung ein als vermutet und sind so spannungsreich geschrieben mit ungewissen Konsequenzen, dass ich nicht mehr aufhören konnte zu lesen. Das Ende toppt alle Erwartungen und Vorstellungen und geht, selbst für die betreffende Person, stark ins Unfassbare und Melodramatische mit einer erschütternden Entscheidung, die ihr nicht zugetraut hätte.

Ein würdiger Abschluss der Reihe mit schockierenden Wendungen, unvorhersehbaren Entwicklungen und einem fesselnden Ende.

Veröffentlicht am 27.05.2019

Ungewöhnlicher Jugendroman

The Hurting
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Die junge Nell lebt in schwierigen Familienverhältnissen auf und muss mit einer kranken Schwester und einem religiös-fanatischen Vater klarkommen. In den rauen Wäldern Norwegens fühlt sie sich einsamer ...

Die junge Nell lebt in schwierigen Familienverhältnissen auf und muss mit einer kranken Schwester und einem religiös-fanatischen Vater klarkommen. In den rauen Wäldern Norwegens fühlt sie sich einsamer denn je, bis sie eines Tages den wölfischen Lukas kennenlernt, der sie sofort verzaubert und ihr die schönen weitestgehend sorgenfreien Seiten des Lebens zeigt. Doch was verbirgt Lukas auf seinem Handy und warum fordert er von ihr ein Baby zu entführen? Was steckt wirklich hinter seinem selbstlos scheinenden Verhalten Nell gegenüber?



Der Anfang fiel mir etwas schwer, da ich den Schreibstil nicht angenehm zu lesen fand und er die Protagonisten auch sehr distanziert darstellt, sodass ich keinerlei Beziehungen zu ihnen aufbauen konnte. Unheimlich unsympathisch fand ich Nells Schwester Harper und ihren Vater, die unausstehlich sind und Nell das Leben mit haltlosen Behauptungen und Lügen erschweren (z.B. dass ihre Mutter sie nur wegen Nell verlassen hat, da sie sie nicht mehr ertragen konnte) und sie zur Selbstaufgabe zwingen. Einerseits ist Harpers Verhalten ihrer Krankheit geschuldet und entschuldigt ihre grobe Art teilweise, dennoch hatte ich den Eindruck sie liebte es Nell zu schikanieren, einfach weil sie es konnte, ohne auch nur einmal an Nells Gefühle zu denken. Die Gedankengänge von Harper sind ziemlich egoistisch und schwer nachzuvollziehen. Oftmals wirkte es so als könnte sich Harper alles erlauben weil sie die arme Kranke ist und Nell sollte am besten das gleiche Leid erfahren, da es sonst unfair wäre. Total abstruse und undankbare Haltungen. Der Vater hält viele fanatisch geprägte Predigten und redet über Sünden, ist selber aber nicht besser und sucht den Trost, den sie alle in Gott finden sollen, im Alkohol. Nell wirkt so unglaublich jung und naiv, und fällt auf die erstbesten Versprechungen eines Jungen herein, die wohl ihrem verkorksten Leben geschuldet sind. Oftmals habe ich mich gewundert, dass sie überhaupt noch bei der Familie bleibt und wie sehr sie ihre Schwester liebt, obwohl alle nur auf ihr herumtrampeln und sie benutzen, erniedrigen, demütigen und misshandeln. Der erste Abschnitt gefiel mir sowohl hinsichtlich der Personen als auch des Schreibstils nicht.

Besser wurde es dann, als Nell sich endlich von ihrer Familie löst und sich Lukas anvertraut. Doch dieser spielte ein böses hinterhältiges Spiel. Einige Kapitel, die aus seiner Sicht geschrieben sind, waren mir unheimlich, da seine Gedanken und Gefühle undurchschaubar sind und ihnen nicht zu trauen ist. Diese unterschwellige Bedrohung zieht sich durch das ganze Buch, wenn Lukas auftaucht. Die Offenbarungen haben mich doch überrascht und teilweise erschüttert. Sie waren perfekt in die Geschichte integriert und haben Spannung gebracht, die mir im ersten Abschnitt fehlte. Manchmal wirkte es als würde die Handlung in eine bestimmte Richtung laufen und plötzlich änderte sich diese und es geschah doch anders. Diese abrupten Wechsel gefielen mir und haben das Lesevergnügen noch erhöht und eine tolle Geschichte kreiert.

Fazit: Eine ungewöhnliche und dadurch besondere Geschichte mit düsterer Umgebung und noch düsteren Abgründen, die sich in den Protagonisten verbergen.