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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.08.2021

Seichter Thriller

Eine perfekte Ehe
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Nach vielen Jahre ruft plötzlich Lizzies ehemaliger Studienkommilitone Zach aus dem Rikers an und bittet sie um Hilfe. Nach anfänglichem Zögern ist sie bereit sich in die Geschehnisse des Tatabends einzuarbeiten ...

Nach vielen Jahre ruft plötzlich Lizzies ehemaliger Studienkommilitone Zach aus dem Rikers an und bittet sie um Hilfe. Nach anfänglichem Zögern ist sie bereit sich in die Geschehnisse des Tatabends einzuarbeiten und findet dabei einige schwerwiegende Geheimnisse heraus, die auch ihr privates Umfeld betreffen...

Bereits Klappentext und Cover ließen mich auf einen eher leichten Thriller schließen, der weniger spannungsgeladene Situationen darbietet, sondern eher auf die Geheimnisse und Vertuschungen der Charaktere abzielt und diese eindrücklich präsentiert. Und mit dieser Annahme lag ich auch richtig. Die Handlung wird aus zwei Perspektiven erzählt, der von Lizzie und Amanda, das Opfer der Geschichte. Dazwischen gibt es ausdrucksstarke Tagebucheinträge von Amanda, die ihre Vergangenheit und ihr aktuelles Leben teilweise widerspiegeln. Dadurch hatte ich die Möglichkeit sie als Charakter besser zu verstehen und kennenzulernen. Da Zach sich sehr rar macht, erfährt man nur über Amanda etwas über ihre Ehe und wie Zach sie behandelt hat, was ihn zugegeben nicht in einem guten Licht dastehen lässt. Und so langsam kamen mir Zweifel, ob er nicht doch etwas mit ihrem Tod zu tun haben könnte. Nur, dass es keine erfüllte liebevolle Ehe war, das wurde mir immer deutlicher klar während des Buchlesens. Zwischendurch hatte ich auch den Gedanken, Amanda könnte direkt etwas mit ihrem eigenen Tod zu tun haben (vielleicht sogar irgendwie vorgetäuscht) und das Zach in die Schuhe geschoben haben, weil er sich nicht gut um sie gekümmert hat. Die Spekulationen gingen also bei mir in verschiedene Richtungen. Nur mit der Aufklärung selbst habe ich nicht gerechnet, wobei diese mich auch ein wenig enttäuscht hat, da es anfangs nach einem kaltblütigen Tod aussah und die Auflösung nicht ganz das ergeben hat, was der Klappentext verspricht. Es war durchaus spannend zu erfahren wie Lizzie alle Geheimnisse von Amandas Freunden aufdeckt und so der Wahrheit auf die Spur kommt, fesselnd war die Handlung aber nicht, eher interessant und unterhaltsam, aber es fehlten die typischen Thriller-Elemente.

Nichtsdestotrotz ein lesenswerter Thriller, wenn man auch gerne ruhigere Geschichten mag, die mehr von Geheimnissen/Lügen/Vertuschungen berichten, als von atemberaubenden spannungsgeladenen Momenten in denen es um Leben und Tod geht.

Veröffentlicht am 28.08.2021

Unglaubwürdige Geschichte

Die verschwundenen Studentinnen
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Mariana hat gerade einen schweren Verlust hinter sich und sich privat so wie beruflich gefangen als ihre Nichte, die Studentin an der Cambridge Universität ist, anruft und von einem grauenvollen Mord an ...

Mariana hat gerade einen schweren Verlust hinter sich und sich privat so wie beruflich gefangen als ihre Nichte, die Studentin an der Cambridge Universität ist, anruft und von einem grauenvollen Mord an ihrer besten Freundin Tara berichtet. Sofort ist ihre Tante Mariana zur Stelle und versucht auf eigene Faust den wahren Täter zu ermitteln. Dabei hat sich nach kurzer Zeit einen eindeutigen Verdacht...

Nach dem ersten Buch des Autors, der mich mit dem unglaublichen Twist am Ende begeistern konnte, hatte ich ähnliche Erwartungen an dieses Buch, das so ganz anders aufgebaut ist als "Die stumme Patientin".

Nach kurzer Zeit sind mir einige Ungereimtheiten bzw. fragwürdige Gegebenheiten aufgefallen: Eine Therapiesituation von Mariana vor den Ereignissen in Cambridge schien lose und in keinem Zusammenhang zur Geschichte zu stehen und auch abschließend keinen Bezug dazu zu haben. Womöglich wollte der Autor damit Spannung erzeugen, was meiner Meinung nach nicht gelungen ist. Dann fragte ich mich unentwegt warum Mariana als Psychotherapeutin die Ermittlungen heimlich aufnimmt. Irgendwie ist es verständlich, dass sie der Polizei nicht traut und auf eigene Faust Informationen zusammenträgt. Nur gelang ihr das nicht sehr glaubhaft und überzeugend. Ganz im Gegenteil schießt sie sich ziemlich früh auf jemanden fest und sucht nur Beweise, die ihre Theorie unterstützen, dabei sind das allenfalls Indizien, und ihre Intuition zählt dabei nicht als Beweis. Sie selbst scheint aufgrund ihrer emotionalen Bindung zu ihrem Mann Sebastian ohnehin psychisch nicht ganz stabil zu sein. Da kommt es überhaupt nicht gut, dass sie ermittelt und auch andere in gruppentherapeutische Sitzungen zwingt. Sie selbst hat so viele Probleme, dass es mir schwer fiel sie als die Person zu betrachten, die anderen bei ihren Problemen hilft. Und das trübt eindeutig ihre Sichtweise auf die Ermittlungen und dadurch boykottiert sie sich selbst.

Das Ende kam ziemlich schnell und plötzlich. Auf wenigen Seiten wurden alle Fakten zu den Morden runtergerattert, dann kam es zu einem Handgemenge und das war's schon. Mal abgesehen davon, dass ich die Geschichte sehr hanebüchen und höchst unglaubwürdig finde, hätte ich doch gerne mehr über die Motivation erfahren und wie genau das damals passiert ist. Leider wurde dem viel zu wenig Raum im Buch gegeben, sodass mich das Buch zutiefst unbefriedigt zurückließ.

Fazit: Eine seltsame, nicht fesselnd geschriebene Geschichte, die mit keinen Twists aufwarten kann und ein plötzliches, ungereimtes Ende hat, welches mich nur den Kopf schütteln ließ.

Veröffentlicht am 25.08.2021

Wundervolle fantastische Geschichte!

Die Stadt ohne Wind 1 – Arkas Reise
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Zwei Schicksale, die auf unwiderrufliche Weise miteinander verbunden sind. Arka nimmt die beschwerliche Reise auf sich um nach Hyperborea zu kommen, in der Hoffnung dort ihren Vater treffen zu können. ...

Zwei Schicksale, die auf unwiderrufliche Weise miteinander verbunden sind. Arka nimmt die beschwerliche Reise auf sich um nach Hyperborea zu kommen, in der Hoffnung dort ihren Vater treffen zu können. Währenddessen ist Lastyanax einer der jüngsten Minister und muss sich mit renitenten und alteingesessenen Ministern rumschlagen und einen Mörder überführen.

Diese beiden recht eigenwilligen Charaktere verbindet die Autorin Éléonore Devillepoix auf erfrischen Art und Weise in einer atemberaubenden, humorvollen und höchst unterhaltsamen Geschichte, durchtränkt mit Lügen, Geheimnissen und langjährigen Verschwörungen.
Die Welt ist einmalig dargestellt und ich konnte es mir recht lebhaft und bildlich vorstellen wie Lastyanax und Arka auf Riesenschildkröten die Ebenen überwinden oder wie Arka mit ihren magischen Flügel durch die Lüfte segelt. Chapeau an die Autorin für diese originellen und neuartigen Ideen, die mir viel Freude bereitet haben.
Auch wenn ich zwischenzeitlich den Eindruck hatte das Buch sei eher etwas für jüngere Leser und Leserinnen, konnte es mich fesseln und oft ein Lächeln auf die Lippen zaubern, weil ich beide Charaktere sofort ins Herz geschlossen habe und gerade die Unterschiede zwischen beiden grandios fand, da sie teils ziemliche gegensätzliche Einstellungen und Haltungen haben. Dadurch entstanden viele humorvolle und lustige Situationen, die mich verzückt haben.

Insgesamt ein fantastische Jugendfantasyroman, der mich begeistern und entzücken konnte, sodass ich mich sehr auf den Nachfolger freue!

Veröffentlicht am 13.08.2021

Mittelmäßig

Die Verlorenen
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Nach jahrelanger Funkstille zwischen Jonah und seinem ehemals besten Freund Gavin meldet dieser sich plötzlich wieder und bittet um ein Treffen am Slaughter Quay. Dies entpuppt sich schnell als Falle und ...

Nach jahrelanger Funkstille zwischen Jonah und seinem ehemals besten Freund Gavin meldet dieser sich plötzlich wieder und bittet um ein Treffen am Slaughter Quay. Dies entpuppt sich schnell als Falle und ehe Jonah sich versieht steckt er tief in einer gefährlichen Ermittlung - nur das er selbst als Hauptverdächtiger gilt und das obwohl er keinerlei Wissen über die Geschehnisse hat. Um sich aus dieser Lage zu befreien ermittelt er auf eigene Faust und enthüllt Unglaubliches...



Als begeisterte Thriller- und Krimileserin, die schon viel Positives über Simon Beckett gehört hatte, habe ich mich dazu entschlossen sein neuestes Werk zu lesen, um mir selbst eine Meinung zu seinen Büchern bilden zu können.

Der Plot klingt sehr mysteriös und wirft viele Fragen auf, die zusammengeführt am Ende ein komplettes Bild ergeben könnten. Mit diesen Erwartungen habe ich das Buch begonnen.

Die Geschichte beginnt genau dort wo sie im Klappentext auch ansetzt und sofort ist man als Leser*in mit Jonah in dem Schlamassel und hat genauso wenig Ahnung wie er was das Treffen sollte und wer genau hinter den Erlebnissen am Slaughter Quay steckt. Das gefiel mir insofern gut, dass ich mich so besser in seine Lage versetzen konnte und nachempfinden wie verzweifelt und ratlos er angesichts der ihm entgegengebrachten Anschuldigungen und Verdächtigungen war. Auch wenn ich ein Laie hinsichtlich der Polizeiarbeit bin, fand ich Jonahs Verhalten häufig sehr dilettantisch. Er tappte häufig in einige Fallen und machte sich dadurch noch verdächtiger. Das lag aber auch an den Umständen von denen er wenig bis keine Ahnung hatte, sodass einige Situationen nicht abgeschätzt werden konnten und er diesbezüglich Pech hatte.

Es werden in dem Buch zwei Geschehnisse erzählt, die sich in Vergangenheit und Gegenwart einteilen lassen und in irgendeiner Art und Weise miteinander verknüpft waren. Diese Verbindung ergab sich am Ende des Buches auch wenn der Fall und die damit verbundenen Geheimnisse noch nicht abgeschlossen sind, sodass es sich lohnt den Folgeband zu lesen. Diesen Ansatz fand ich ungemein interessant und habe während des Lesens eigene Vermutungen aufgestellt. Die ganzen Verbindungen zwischen Jonah und Gavin hätte ich aber in dieser Form nie erraten und war umso überraschter was für ein perfider Plan hinter all dem steckte.

Was die Spannung angeht waren die Handlungen mittelmäßig und teilweise plätscherte es auch nur so vor sich her ohne nennenswerte Erkenntnisse zu bringen. Da sehe ich noch deutliches Potenzial und auch in Jonah, der seine ermittlungstechnischen Fähigkeiten ausbauen kann.

Fazit: Zwar fand ich diesen Thriller eher mittelmäßig mit viel Luft nach oben, nichtsdestotrotz werde ich den zweiten Band lesen.

Veröffentlicht am 13.08.2021

Die Geschichte hat Potenzial

Der dunkle Schwarm
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Weit in der Zukunft ist die technologische Entwicklung weit vorangeschritten und den Menschen ist es möglich ihr Bewusstsein über sogenannte Hive-Minds zusammenzuschließen und Informationen miteinander ...

Weit in der Zukunft ist die technologische Entwicklung weit vorangeschritten und den Menschen ist es möglich ihr Bewusstsein über sogenannte Hive-Minds zusammenzuschließen und Informationen miteinander zu teilen. Als plötzlich ein Hive komplett ausgelöscht wird - was eine technische Unmöglichkeit darstellt - wendet sich der Zurückgebliebene Noah an die geheimnisvolle Atlas, die Informationen besitzt, die sie eigentlich nicht haben dürfte. Bei ihren Nachforschungen stellen sie fest, dass hinter einigen einflussreichen Unternehmen dunkle Geheimnisse liegen, die mit ihrer Vergangenheit zu tun haben...

Nach der Cyber Bird Trilogie, die mir sehr gut gefallen hat, war ich mehr als gespannt auf die neue Reihe der Autorin. Vor allem weil ich dank ihrer Trilogie das Genre Science-Fiction für mich entdeckt habe, dem ich davor skeptisch gegenüberstand.

Atlas alias Oracle wird als sehr kalt, unnahbar und egoistisch dargestellt, was ihrer schwierigen Vergangenheit geschuldet ist und sie aus diesem Grund als geradlinigen Charakter darstellt, der weiß was er hat und was er will. Trotz ihrer distanzierten Art mochte ich sie in gewisser Weise . Vor allem machte sie eine Charakterentwicklung durch, die mir sehr zugesagt hat und bei der ich sie gut begleiten konnte.
Noah als Gegenpart ist komplett anders und kontrastiert Atlas gut, da er zwar auch distanziert, aber ehrlich, aufrichtig und altruistisch ist. Aufgrund seines familiären Hintergrund ist er in einer ganz anderen sozialen Schicht aufgewachsen und kann sich gewisse Sichtweisen "leisten" die eher den Privilegierten vorbehalten sind und nicht für die kriminelle Unterwelt und ihren Menschen. Auch wenn er oftmals unsicher scheint kann er Atlas' Herz erweichen und beeinflusst ihre Handlungen positiv was zu einer enormen Charakterentwicklung führt.

Das futuristische World Building war für mich anfangs schwer zu greifen, nach und nach, wenn man mehr Informationen erhält, konnte ich mir die Welt besser vorstellen und die technischen Innovationen passten für mich gut in dieses System.

Etwas mangelhaft empfand ich die rar gesäten Informationen zur Welt und ihren Besonderheiten. Oftmals hatte ich den Eindruck einigen Zusammenhänge nicht vollends zu verstehen, da mir aus meiner Sicht relevante Informationen fehlten, die teilweise später in die Geschichte eingebunden wurden oder auch offen gelassen wurden. Das hat mich doch ziemlich gestört und dadurch konnte ich mir die Handlung nicht vollständig bildlich vorstellen und sie war für mich nicht ganz rund und abgeschlossen. Möglicherweise liegt das auch daran, dass das Buch an sich vergleichsweise dünn ist und mehr Seiten mit Informationen vertragen hätte. Um die Begrenzung des Hörbuchs weiß ich Bescheid.

Die Spannung nimmt im Laufe der Geschichte zu und einige Wendungen und Entscheidungen Atlas' haben mich sehr überraschen und teils schockieren können, sodass ich in gewisser Weise mit gefiebert habe und es kaum erwarten konnte das Ende zu lesen, um zu erfahren wie alles ausgeht.

Fazit: Facettenreiche Geschichte, die für mich nicht ganz klar gestaltet war, da wichtige Informationen fehlten und sich für mich keine runde Geschichte ergab. Dennoch sehe ich Potenzial darin und freue mich auf die Folgebände.

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