Profilbild von Azalee09

Azalee09

Lesejury Profi
offline

Azalee09 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Azalee09 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.06.2025

Über die Kunst handgeschriebener Briefe

Hatokos wunderbarer Schreibwarenladen
0

Das Cover und der Titel von Ito Ogawas Roman „Hatokos wunderbarer Schreibwarenladen“ haben mich sofort angesprochen, so dass ich das Buch unbedingt lesen wollte. Die Handlung ist schnell erzählt: Die 25-jährige ...

Das Cover und der Titel von Ito Ogawas Roman „Hatokos wunderbarer Schreibwarenladen“ haben mich sofort angesprochen, so dass ich das Buch unbedingt lesen wollte. Die Handlung ist schnell erzählt: Die 25-jährige Hatoko kehrt nach dem Tod ihrer Großmutter in ihrer Heimatstadt Kamakura zurück und übernimmt den Schreibwarenladen. Sie verkauft nicht nur Schreibutensilien, sondern übernimmt auch das Schreiben von Grußkarten und persönlichen Briefen. Außerdem werden ihre Beziehung zu Freunden und Bekannten im Laufe eines Jahres erzählt, die sie immer mehr wertschätzt.
Das Schreiben von Briefen für andere erschien mir anfangs eine eher ungewohnte Tätigkeit, aber es wird im Buch sehr gut erklärt. Dazu sind die Briefe im Original und in Übersetzung abgedruckt was eine schöne Ergänzung des Romans darstellt.
Der Schreibstil war gewöhnungsbedürftig für mich. Irgendwie plätscherte die Geschichte eher dahin, und ein Ereignis nach dem anderen wurde erzählt, ohne dass es wirkliche Zusammenhänge gab. Erst am Ende merkt man, wie sich alles im Laufe eines Jahres zusammengefügt hat. Hier und da fehlte mir allerdings Tiefgang und manche Punkte wurden schlichtweg nicht erklärt.
Fazit: Trotz des Schreibstils hat mir der Roman gut gefallen, weil er viel von der japanischen Lebensweise widerspiegelt, die so anders als die europäische Lebensweise ist und das Buch dadurch interessant macht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.06.2025

Ein netter Auftakt mit Cosy Crime Feeling

Magritte und Georgette
0

„Magritte und Georgette“ von Nadine Monfils ist ein liebevoll-skurriler Cosy Crime, der mit viel belgischem Flair punktet. Im Mittelpunkt stehen der berühmte surrealistische Maler René Magritte und seine ...

„Magritte und Georgette“ von Nadine Monfils ist ein liebevoll-skurriler Cosy Crime, der mit viel belgischem Flair punktet. Im Mittelpunkt stehen der berühmte surrealistische Maler René Magritte und seine clevere Ehefrau Georgette, die gemeinsam in eine rätselhafte Mordserie verwickelt werden. Junge Frauen tauchen ermordet auf – stets begleitet von einem Rosenstrauß und einem mysteriösen Liebesbrief. Die Ermittlungen sind durchzogen von Magrittes surrealen Tagträumen, die auf bizarre Weise mit den Verbrechen verwoben scheinen.
Die Figuren werden mit viel Charme beschrieben und bilden ein wunderbar unkonventionelles Ermittlerduo. Die Kulisse Brüssels, mit Fritten, Bars und kauzigen Nebenfiguren, sorgt für eine heimelige Atmosphäre trotz der düsteren Morde.
Fazit: Ein Krimi voller Fantasie, Kunstbezüge und leiser Ironie – ideal für alle, die gerne gemütlich, aber originell unterhalten werden wollen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.06.2025

Ein bemerkenswertes Fachbuch

Trauma ENDLICH überwinden
0

Dr. Aylin Thiel gelingt mit „Trauma endlich überwinden“ ein bemerkenswert zugängliches Werk über die vielschichtigen Auswirkungen von Kindheitstraumata auf das Erwachsenenleben. Mit fundiertem Fachwissen ...

Dr. Aylin Thiel gelingt mit „Trauma endlich überwinden“ ein bemerkenswert zugängliches Werk über die vielschichtigen Auswirkungen von Kindheitstraumata auf das Erwachsenenleben. Mit fundiertem Fachwissen und spürbarer Praxiserfahrung führt sie die Leser durch komplexe psychologische Zusammenhänge, ohne dabei jemals abstrakt oder belehrend zu wirken.
Besonders hervorzuheben ist die einfühlsame Sprache, mit der die Autorin auch schwierige Themen greifbar macht. Sie schafft es, wissenschaftliche Erkenntnisse klar und verständlich darzustellen, was das Buch gut lesbar macht.
Sehr gut gefallen haben mir die praxisnahen Übungen, die nicht nur zur Reflexion anregen, sondern konkrete Wege aus alten Mustern aufzeigen. Sie geben dem Buch einen hilfreichen Selbsthilfecharakter.
Wer verstehen möchte, wie frühkindliche Erfahrungen unser heutiges Erleben beeinflussen und wie wir uns Schritt für Schritt davon lösen können, findet in diesem Buch wertvolle Impulse.
Fazit: Ein lesenswertes, verständlich geschriebenes und fachlich fundiertes Buch, das Betroffene ernst nimmt und ihnen echte Werkzeuge an die Hand gibt. Sehr empfehlenswert!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 18.04.2025

Ein Buch über Entwicklung, Vertrauen und Familienzugehörgkeit

Der Baum der verborgenen Erinnerungen
0

In Keigo Higashinos „Der Baum der verborgenen Erinnerungen“ begleiten wir den jungen Reito, wie er eher widerwillig die Arbeiten in einem Shinto-Schrein nahe Tokio übernimmt, nachdem seine (im bis dahin ...

In Keigo Higashinos „Der Baum der verborgenen Erinnerungen“ begleiten wir den jungen Reito, wie er eher widerwillig die Arbeiten in einem Shinto-Schrein nahe Tokio übernimmt, nachdem seine (im bis dahin unbekannte) Tante Chifune ihn vor einer Gefängnisstrafe bewahrt hat. Reito, der es bisher im Leben nicht einfach gehabt hat, muss sich auch um einen hohlen Baum auf dem Gelände kümmern, der laut moderner Legenden Wünsche erfüllt. Was es aber wirklich mit dem Baum auf sich hat, findet er erst nach und nach heraus und lernt dabei auch sich selbst und seine Familie kennen - und was es bedeutet, anderen zu vertrauen.
Das Cover ist wunderschön gestaltet und zeigt den Haupthandlungsort: ein Schrein inmitten von Bäumen im Mondlicht. Die Geschichte ist gut geschrieben und lässt sich flüssig lesen, so dass man das Buch am liebsten in einem Stück durchlesen möchte. Man sucht gemeinsam mit Reito nach Hinweisen, zittert mit ihm vor neuen Herausforderungen und hofft, dass er sich in sein neues Leben einfindet. Nebenbei erfährt man viel über Arbeit und Leben in Japan, über Bräuche und Zusammenhalt in Familien.
Fazit: ein tolles Buch über Entwicklung, Vertrauen und die Stärke von Familienzugehörigkeit. Wer „Jeongmin töpfert das Glück“ von Yeon Somin gemocht hat, wird auch diese Buch gerne lesen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.04.2025

Keltische Musik, Mystik - und dazwischen versteckt sich ein Krimi

Bretonische Sehnsucht
0

In „Bretonische Sehnsucht“ von Jean-Luc Bannalec wird Kommissar Dupin in seinem 13. Fall auf die raue Atlantikinsel Quessant geschickt. Angeordnet direkt vom Präfekten, da dessen Nichte in dem Fall verwickelt ...

In „Bretonische Sehnsucht“ von Jean-Luc Bannalec wird Kommissar Dupin in seinem 13. Fall auf die raue Atlantikinsel Quessant geschickt. Angeordnet direkt vom Präfekten, da dessen Nichte in dem Fall verwickelt sein könnte. Doch erstmal muss Dupin herausfinden, ob es sich um einen Unfall, einen Selbstmord oder doch einen Mord handelt.
Ich habe mich sehr auf den Band gefreut, da mir die Beschreibungen der Natur und Landschaften, die Geschichte und Sagen der Bretagne - neben dem eigentlichen Fall - immer sehr gut gefallen haben. Auch war ich gespannt auf die Insel Quessant.
All das kommt auch vor, nur leider in einem solchen Ausmaß, dass die eigentliche Handlung stark darunter leidet.
Fazit: nicht gerade der stärkste Krimi in der Reihe, aber wer sich für keltische Musik und Mystik interessiert, erfährt hier eine Menge Wissenswertes.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere