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Veröffentlicht am 07.04.2025

Tödliche Jagdgesellschaft

Der Wolf im dunklen Wald
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Während einer Jagdgesellschaft im Dragahner Forst wird ein Toter mit schweren Stichverletzungen aufgefunden. Bei dem Toten handelt es sich um Thomas Winkels aus Lüneburg. Carla Seidel und ihr Team ermitteln ...

Während einer Jagdgesellschaft im Dragahner Forst wird ein Toter mit schweren Stichverletzungen aufgefunden. Bei dem Toten handelt es sich um Thomas Winkels aus Lüneburg. Carla Seidel und ihr Team ermitteln in dem Fall und anfangs sieht es nach einer Beziehungstat aus. Abseits vom Fall macht sie sich Sorgen um ihre Tochter Lana, die das erste Mal verliebt ist und sich mit ihrem Vater Sören treffen möchte.

Nach "Die Sehenden und die Toten" ist das der zweite Fall für Kriminalkommissarin Carla Seidel, ihrem Team und ihrer sensiblen Tochter Lana. Ich habe mich sehr auf diese Fortsetzung gefreut. Der erste Fall gehörte letztes Jahr zu meinen Lesehighlights.

Carla war mir dieses Mal nicht mehr ganz so sympathisch und sie agierte teilweise sehr egoistisch. Bei ihr gibt es keinerlei Entwicklungen, im Vergleich zu ihrer Tochter. Sie macht einen Rückschritt nach dem nächsten, oft grundlos. Dann frage ich mich, warum sie nicht mehr in therapeutischer Behandlung ist. Es ist offensichtlich, dass sie die nötig hat. Ich möchte sie weder als Freundin noch als Kollegin haben. Ständig tut ihr alles leid, aber an ihrem Verhalten ändert sich nichts.

Lana hat mir dagegen sehr gut gefallen. Dass sie Kontakt zum Vater möchte, ist verständlich. Sie muss ihre eigenen Erfahrungen und Fehler machen. Es war schön zu sehen, dass sie aus ihrer Komfortzone herauskommt. Wie schon beim Auftakt sind die Rollen wieder vertauscht gewesen und sie hat sich mehr um Carla gekümmert als umgekehrt. Teilweise fühlte sich die Mutter-Tochter-Beziehung einfach nur falsch und ungesund an. Auch Lana würde eine Bezugsperson, der sie sich anvertrauen könnte, sehr helfen.

Von den beiden Hauptfiguren mal abgesehen, gab es auch ein Wiederlesen mit einigen Kollegen auf Carlas Seite, von denen ich weiterhin Paul, Anna, Lars und Becker am sympathischsten und interessantesten finde. Zwischen Anna und Carla hätte ich mir mehr Szenen und auch freundschaftliche Dialoge gewünscht. Irgendwie hat sich zwischen ihnen eine Distanz entwickelt. Über Paul gab es leider nicht so viel zu lesen. Ich hatte am Ende des ersten Falls das Gefühl, Carla und er wären so gut wie ein Paar, aber davon ist jetzt nur noch wenig zu spüren.

Der Fall konnte mich nicht packen. Das eigentliche Motiv hätte die Autorin ruhig früher ins Spiel bringen können. Das hätte der ganzen Geschichte mehr Spannung und auch mehr Tiefe verliehen. Letzlich war die Vorgeschichte einfach nur schockierend und grausam, sodass sich mein Mitgefühl für die Opfer in Grenzen hielt. Der Schreibstil war wie gewohnt flüssig, gut verständlich und fesselnd. Das Cover ähnelt dem vom ersten Fall und passt zur Reihe.

Mein Fazit: Der erste Fall hatte mich sehr begeistert, dieser zweite allerdings war in meinen Augen schwach mit keinerlei Entwicklung bei der Hauptfigur, das Gegenteil war der Fall. Ich bin mir momentan noch unsicher, ob ich diese Reihe weiter verfolgen werde.

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Veröffentlicht am 23.02.2025

Alte Wunden

Kummersee
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Lena Wolff verlässt nach ihrem Abitur ihren Heimatort Horlow und kehrt jetzt nach 30 Jahren wieder zurück. Damals war ihrer Bruder Tom auf mysteriöse Weise ertrunken und sie war Zeugin. Jetzt ist Lena ...

Lena Wolff verlässt nach ihrem Abitur ihren Heimatort Horlow und kehrt jetzt nach 30 Jahren wieder zurück. Damals war ihrer Bruder Tom auf mysteriöse Weise ertrunken und sie war Zeugin. Jetzt ist Lena Polizistin und kommt jobmässig wieder an den Kummersee. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Malik sind sie die Eskorte für die Firma Alphaplus Sonderbauplanung. In Horlow soll ein Atommülllager entstehen, was den Bewohnern nicht gefällt.

Lena Wolff ist die Hauptfigur dieser Geschichte und hat als neunjähriges Mädchen einen schweren Schicksalsschlag erleben müssen. Am Anfang hatte ich großes Mitleid mit ihr. Allerdings wurde sie mir dann von Seite zu Seite immer unsympathischer. Lenas Handlungen waren nicht immer nachvollziehbar. Dann hatte sie eine nicht so nette Art an sich. Alle mussten nach ihrer Nase tanzen und auf die Gefühle anderer nahm sie kaum Rücksicht. Dass sie einen Abschluss möchte, ist verständlich. Ihre Befürworten für das Atommülllager dagegen nicht. Sie denkt nicht an die Bewohner des Ortes und das war in meinen Augen sehr egoistisch.

Die Figuren bleiben alle sehr blass. Anstrengend empfand ich, dass so ein großes Geheimnis um den Kummersee gemacht wurde, die Auflösung dann aber nur noch unglaubwürdig war. Auf die vielen Wiederholungen hätte ich ebenfalls verzichten können. Den Schreibstil fand ich fesselnd und die Kapitel waren angenehm kurz.

Mich konnte diese Geschichte bedauerlicherweise nicht überzeugen, deshalb keine Leseempfehlung von mir.

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Veröffentlicht am 17.02.2025

Enttäuschend

Verlassen
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Die Familie Snæberg trifft sich im November 2017 zu einem Familienessen in einem großen Luxushotel inmitten der Lavafelder. Dann verschwindet eine Person und das Bild von der Familie bekommt Risse.

Das ...

Die Familie Snæberg trifft sich im November 2017 zu einem Familienessen in einem großen Luxushotel inmitten der Lavafelder. Dann verschwindet eine Person und das Bild von der Familie bekommt Risse.

Das Buch wird als Kriminalroman betitelt, wird dem aber erneut nicht gerecht. Die Kapitel widmen sich abwechselnd der Innenarchitektin Petra Snæberg, ihrer Tochter Lea, dem Polizisten Sævar und Tryggvi, einem Tischler und Aussenseiter innerhalb der Familie. Keiner der Angehörigen war auch nur ansatzweise sympathisch und ich hatte wirklich Muskelkater vom Augen verdrehen. Ich konnte weder eine Verbindung zu ihnen aufbauen, noch hat mich ihre Geschichte berührt. Wer große Dramen mag, für den ist dieses Buch vielleicht etwas, für Krimiliebhaber eher nicht, weil die Ermittlungen bedauerlicherweise kaum stattfanden. Was mich gestört hat, war, dass man keinen Hinweis auf ein Prequel findet und ich das eher durch Zufall auf Goodreads gelesen habe. Außerdem, dass lange unklar war, wer denn überhaupt die gefundene Leiche ist.

Der Schreibstil war flüssig und angenehm. Das Cover passt zur Reihe.

Auch wenn ich die Figuren Elma, Hörður und Sævar sehr mag, denke ich nicht, dass ich diese Reihe weiter verfolgen werde. Die letzten Teile haben mich leider nur noch enttäuscht. Schade.

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Veröffentlicht am 17.02.2025

Düster und atmosphärisch

Die Schanze
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Die Ärztin Ellen Roth wagt nach einer Trennung einen Neuanfang. Sie zieht von Hamburg in den Süden und kehrt in ihre Heimat zurück. Dort übernimmt sie eine alte Hausarztpraxis. Kurz nach ihrer Ankunft ...

Die Ärztin Ellen Roth wagt nach einer Trennung einen Neuanfang. Sie zieht von Hamburg in den Süden und kehrt in ihre Heimat zurück. Dort übernimmt sie eine alte Hausarztpraxis. Kurz nach ihrer Ankunft wird der Sohn des Bürgermeister Johannes Gruber ermordet aufgefunden. Seine Leiche hängt an einer Skischanze. Plötzlich wird Ellen von ihrer Vergangenheit eingeholt.

Diese Geschichte war ein wahrer Pageturner. Erzählt wird aus unterschiedlichen Perspektiven. Die Hauptfigur ist natürlich Ellen. In meinen Augen ist sie eine mutige Frau, war aber verständlicherweise kühl, aber nicht unsympathisch. Ich fand es bewundernswert, wie sie es dann doch geschafft hat, Hilfe anzunehmen, auf ihre Art. Ihre Vergangenheit hat mich sehr bewegt und sie war extrem brutal. Ausserdem bekommt der Leser einen Einblick ins Leben von dem Journalisten Merab Alieva und dem pensionierten Polizisten Karl Haußer.

Die Kapitel hatten eine angenehme Länge. Der Schreibstil war gut verständlich, aber teilweise auch erwas schwerfällig. Die Spannung hat sich von Seite zu Seite weiter aufgebaut. Ich musste ehrlich gesagt einfach weiterlesen, weil ich wissen wollte, was passiert ist, auch wenn ich eine Ahnung hatte, die sich dann bedauerlicherweise bewahrheitet hat. Sehr authentisch beschrieben wurden Ellens Ängste und die düstere Atmosphäre. Die Winteratmosphäre tat ihr übriges.

Mir hat das Buch sehr gefallen und von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 14.02.2025

Ein neuer Fall für Zeitler und Lanza

Salute - Die letzte Fahrt
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Paul Zeitler, Barista in Bardolino am Gardasee, macht während seines morgendlichen Spaziergangs eine unschöne Entdeckung. Eine männliche Leiche treibt im See. Der Tote ist der Bootsbauer Vincenzo Morelli. ...

Paul Zeitler, Barista in Bardolino am Gardasee, macht während seines morgendlichen Spaziergangs eine unschöne Entdeckung. Eine männliche Leiche treibt im See. Der Tote ist der Bootsbauer Vincenzo Morelli. Zeitler, früher Kommissar in München, und Antonia fangen an zu ermitteln, was Commissario Lorenzo Lanza nicht gefällt, denn er ist für diesen Fall verantwortlich.

Dies ist der zweite Fall für den ehemaligen Münchner Kommissar Zeitler und Commissario Lanza am Gardasee. Der erste Fall "Salute - Der letzte Espresso" erschien bereits im August 2024.

Ich habe mich sehr auf diese Fortsetzung gefreut. Diese Reihe ist mir sehr ans Herz gewachsen. Paul Zeitler ist einfach eine so sympathische Figur, mit einem großen Herzen und einem Sarkasmus, der einfach köstlich und genau mein Humor ist.

Gefreut habe ich mich über das Wiederlesen mit Burati, Leone, Antonia, Lisa und den beiden kautzigen Rentnern Davide und Riccardo. Ich finde, sie tragen alle viel zu dieser atmosphärischen Stimmung bei. Von Kerstin mal abgesehen. Außerdem ist mir erneut die herzliche Nachbarschaftshilfe unter den Bewohnern aufgefallen. Sie behandeln Paul wie einen Einheimischen und nehmen es ihm auch nicht übel, dass er immer noch kein italienisch kann. Aber er sollte es endlich lernen, er ist da etwas bequem. Ich mochte die Gespräche zwischen Paul und Lanza, davon bitte mehr. Es ist zu merken, dass beide respektvoller miteinander umgehen als im Auftakt und das finde ich sehr gut.

Der Schreibstil ist sehr flüssig und das Buch liest sich schnell. Friedrich Kalpenstein hat erneut das italienische Flair mit lebendigen und atmosphärischen Beschreibungen wunderbar und authentisch eingefangen. Man bekommt direkt Lust auf eine Reise an den Gardasee.

Von mir gibt's eine klare Leseempfehlung. Diese Reihe gehört mittlerweile zu meinen Lieblingsreihen und ich freu mich bereits auf den dritten Fall "Salute - Das letzte Gebet ", der im Oktober erscheinen soll.

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