Profilbild von Barbara-Ann

Barbara-Ann

Lesejury Star
offline

Barbara-Ann ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Barbara-Ann über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.10.2018

Ein anderer Sommer auf Mallorca

Ein mallorquinischer Sommer
0

Jenn und Greg verbringen jedes Jahr den Sommer auf Mallorca und immer in der gleichen Villa. Aber in diesem Jahr wird alles anders sein, das ist Jenn klar, als sich Gregs Tochter Emma und ihr erster fester ...

Jenn und Greg verbringen jedes Jahr den Sommer auf Mallorca und immer in der gleichen Villa. Aber in diesem Jahr wird alles anders sein, das ist Jenn klar, als sich Gregs Tochter Emma und ihr erster fester Freund Nathan für die zweite Woche auf der Insel anmelden. Jenn ist diejenige, die ihren Mann dazu drängt, es den Jugendlichen zu erlauben. Denn sie sucht noch immer den Draht zu seiner Tochter und erhofft sich, ihn auf diesem Wege leichter zu bekommen. Emma ist ein typischer Teenager. Mal nennt sie Jenn Mama, aber eigentlich nur, wenn sie etwas von ihr möchte. Dann ist sie aber wieder abweisend und schroff zu ihr.

Jenn hat Nathan vor dieser Reise erst einmal gesehen und das auch nur im Auto. Also hat sie kein richtiges Bild von ihm vor Augen und ist erstaunt, was für ein hübscher junger Mann da vor ihr steht. Gleichzeitig ist sie aber auch erschrocken, was dieser junge Mann, der ja mit seinen 17 Jahren fast noch ein Kind ist, in ihr auslöst. Von Anfang an merkt man eine Spannung zwischen den beiden und bei Jenn ändert sich das Verhalten zu Nathan. Anfangs ist sie sehr unsicher im Umgang mit ihm, aber sie wird immer lockerer, auch wenn sie sich ihrer Gefühle schämt, die sie diesem Kind gegenüber hat, der ja immerhin auch der Freund ihrer Stieftochter ist.

Irgendwann kommt dann, was kommen muss und Nathan und Jenn kommen sich näher. Man merkt Jenn ein ständiges Durcheinander zwischen Begehren und schlechtem Gewissen an, was schon im Buch gut dargestellt wird. Aber allgemein könnte mich das Buch leider nicht so ganz überzeugen. Als Urlaubslektüre ist es gut geeignet, weil auch die Beschreibung des Hauses und der Stationen auf der Insel gut sind. Aber die Beschreibung der Charaktere fand ich nicht ganz so gelungen.

Gerade Nathan fand ich durch seine unnahbare Art von Anfang an unsympathisch, aber auch die anderen Charaktere wurden nicht so beschrieben, dass ich mit ihnen hätte mitfiebern können. So war das Buch für mich leider nur mittelmäßig, auch wenn ich es schnell durchgelesen habe.

Veröffentlicht am 22.10.2018

Eine ungewöhnliche Italienreise

Schwiegermutter all’arrabbiata
0

Henrike ist eine tatkräftige Frau Ende 30 mit einer leider nicht wirklich gut laufenden Marzipan-Manufaktur. Nun wurde ihr auch noch mitgeteilt, dass die Pacht sich um ein gutes Stück erhöht. Da keine ...

Henrike ist eine tatkräftige Frau Ende 30 mit einer leider nicht wirklich gut laufenden Marzipan-Manufaktur. Nun wurde ihr auch noch mitgeteilt, dass die Pacht sich um ein gutes Stück erhöht. Da keine Aufträge vorliegen, weiß Henrike sicher, dass sie sich das nicht leisten kann und es so das Ende für ihren Betrieb bedeutet. Als wäre das noch nicht genug, bekommt sie auch noch eine Nachricht von ihrem Freund, dass dieser mal wieder zu seiner Familie nach Italien gefahren ist, ohne sie mitzunehmen. Auf einmal kommt aber eine Nachricht, dass er entführt worden sei und dass Henrike kommen soll.

Kurzentschlossen packt sie ihren Vater ins Auto, den sie trotz all seiner Macken als idealen Reisepartner empfindet. So fürchtet sich der emeritierte Professor vor Keimen aller Art und muss alles und jeden desinfizieren, was zu interessanten Situationen führt. Aber auch Henrike hat ihre Macken, indem sie gerne mal einfach so die Menschen umarmt oder bei Nervosität gerne isst oder in der Gegend herumhüpft. Diese Macken werden im Buch sehr liebevoll beschrieben und man kann sie sich richtig gut vorstellen.

So reist Henrike also mit ihrem Vater Hoimar nach Italien, um ihren Freund Dario zu retten. Sie hat nicht damit gerechnet, dass sie von seiner Familie so ablehnend empfangen wird und dass Darios großer Bruder bei aller Ablehnung doch so komische Gefühle in ihr auslöst. Aber die Reise bietet Henrike auch die Gelegenheit, mit ihrem Vater mal richtig über ihre Gefühle zu reden, was schon seit Jahren nicht mehr passiert ist. Das geht zwar nicht ohne Streit und Tränen ab, aber es hilft den beiden, einander besser zu verstehen. Außerdem lernt sie die Familie ihres Freundes mal kennen, wie sie es schon seit langem wollte.

Auch wenn dieses Kennenlernen nicht eben freundlich verläuft, so nutzt Henrike doch jede Gelegenheit, um herauszufinden, was mit ihrem Freund passiert ist. Ihr wird es sehr schwer gemacht und auch schon mal gesagt, dass Dario nichts mehr von ihr wissen möchte. Aber Henrike möchte auch in diesem Punkt Gewissheit haben und forscht weiter. Ihr Vater wird in der Familie ihres Freundes bald richtig freundlich behandelt, aber Henrike erst mal noch lange nicht. Irgendwann schafft es aber auch Henrike, dass die Familie sie halbwegs akzeptiert, auch wenn sie dafür verantwortlich gemacht wird, dass Dario die ganze Zeit in Lübeck bleibt und nicht wieder nach Italien zieht, wie der Rest seiner Familie.

Alles in allem hat mir das Buch sehr gut gefallen, auch wenn am Ende alles doch sehr schnell ging und natürlich ein Happy End für alle Beteiligten nicht ausblieb. Es ist ein leicht zu lesendes Buch und perfekt für einen Sommerurlaub in Italien geeignet, wie ich finde. Schon das Cover gefiel mir gut und es machte direkt Lust, das Buch zu lesen.

Veröffentlicht am 22.10.2018

Die Heilerinnen müssen das Geheimnis bewahren

Tochter des Drachenbaums
0

Romy ist Ärztin und arbeitet in der Forschung. Sie arbeitet dabei im Bereich der pflanzlichen Wirkstoffe und erforscht diese daraufhin, ob sie schwere Krankheiten, wie zum Beispiel Krebs heilen können. ...

Romy ist Ärztin und arbeitet in der Forschung. Sie arbeitet dabei im Bereich der pflanzlichen Wirkstoffe und erforscht diese daraufhin, ob sie schwere Krankheiten, wie zum Beispiel Krebs heilen können. Das Institut, bei dem sie arbeitet, hat ein Mittel im Test und an diesem Test nimmt auch Romys beste Freundin Thea teil, die schwer an einer sehr aggressiven Form von Krebs erkrankt ist. Aber das Mittel ist nicht unumstritten und hat schon zu Problemen geführt. Trotzdem versucht Romys Chef, das Produkt auf den Markt zu bringen, damit das Unternehmen nicht von einem großen Konzern geschluckt wird.

Wegen der Probleme steigt Thea aus der Studie aus und macht erst mal gemeinsam mit Romy Urlaub auf La Palma. Dorthin führte die beiden eine Vision, die Romy nach einem Unfall beim Klettern hatte. Sie träumte von einem jungen Mädchen, Iriomé, die Schülerin der größten Heilerin ist. Genau diese Heilerin stirbt nach einem Ritual und macht Iriomé zu ihrer Nachfolgerin. Sie soll Amakuna beschützen, wenn die Eroberer mit ihren Schiffen auf die Insel kommen.

Romy findet bei ihrer Klettertour dann tatsächlich Amakuna in einer Grabkammer und schafft es, damit ihre Freundin vom Krebs zu heilen. Amakuna ist ein Pilz, der denjenigen heilt, der einen Sud von ihm trinkt, der aber auch dafür sorgt, dass derjenige in die Zukunft oder in die Vergangenheit sehen kann. So sehen sich Iriomé und Romy gegenseitig und schaffen es, sich zu unterstützen. Aber der Pilz richtet auch einigen Schaden an, weil ihn natürlich alle haben möchten. So ist Romy in großer Gefahr. Sie überprüft ihn bei sich im Institut und leider schweigen eben nicht die Menschen, denen sie eigentlich das Versprechen abgenommen hatte, nichts davon jemandem zu verraten.

So kommt es, wie es kommen muss und leider müssen auch Menschen dieses Wissen mit dem Leben bezahlen. Aber auch vor 500 Jahren, als Iriomé das Wissen um den Pilz vor den spanischen Eroberern geheim halten und bewahren musste, gab es reichlich Probleme. Iriomés Lehrerin hat die Eroberung in ihrer letzten Vision gesehen und lastet ihrer Nachfolgerin keine geringe Bürde auf. Immer wieder wechseln die Perspektiven von Romy zu Iriomé und damit auch zwischen den Zeiten. Jede der beiden Frauen versucht ihr Möglichstes, zu überleben und das Wissen zu bewahren, dass der Pilz alle Krankheiten und Verletzungen heilen kann.

Ich fand das Buch sehr gut und freute mich sehr, als ich am Ende sah, dass schon der Klappentext des nächsten Bandes abgedruckt war und es somit mindestens eine Fortsetzung geben wird. Beeindruckt haben mich neben der tollen Geschichte auch die gute Recherche über La Palma, wo die Autorin zeitweise auch lebt, und auch über die Möglichkeiten der medizinischen Behandlung von Krankheiten früher und heute. Auch finde ich die Aufmachung des Buches schon wunderschön und es ist ein echter Hingucker in der Buchhandlung.

Veröffentlicht am 22.10.2018

Eine unfreiwillige Wohngemeinschaft

Allein kann ja jeder
0

In dem Buch geht es um eine Wohngemeinschaft, die sich aus der Not heraus findet. Ellen und ihre Tochter Kim werden von Ellens Ex-Mann quasi auf die Straße gesetzt, weil dieser das Haus verkaufen möchte. ...

In dem Buch geht es um eine Wohngemeinschaft, die sich aus der Not heraus findet. Ellen und ihre Tochter Kim werden von Ellens Ex-Mann quasi auf die Straße gesetzt, weil dieser das Haus verkaufen möchte. Es muss auch schnell gehen, weil ein Käufer für das Haus bereit steht und nicht warten kann. Ellens Mutter Rosa hat ihr Häuschen verkauft und wollte gemeinsam mit ihrem Nachbarn und Partner Robert in eine neue Eigentumswohnung ziehen, die gerade erst gebaut sein sollte. Aber dann kommt alles anders. Rosa findet Robert eines Tages tot in seinem Haus liegend und die Polizei geht davon aus, dass er ermordet wurde.

Um Rosa auf andere Gedanken zu bringen, machen Ellen und Kim mit ihr einen Ausflug nach Kaiserswerth, um zu sehen, wo Rosa demnächst wohnen wird. Dabei erleben die drei Frauen dann aber schon die nächste Überraschung, denn das Haus gibt es noch gar nicht. Rosa und Robert sind offensichtlich einem Betrüger aufgesessen, der sich mit dem Geld der geprellten Wohnungskäufer aus dem Staub gemacht hat. So sitzt nun die ganze Familie auf der Straße und muss innerhalb von nur drei Wochen eine neue Wohnung finden. Da hat Rosa die zündende Idee und besetzt einfach die leerstehende Villa auf dem Grundstück, wo das Haus mit ihrer Wohnung darin gebaut werden sollte. Sie ist der Ansicht, dass ihr das zusteht.

Schon bei der ersten Besichtigung der Villa begegnet sie Konrad Schmitt, der auch von der Immobilienfirma geprellt wurde und der den gleichen Plan hat wie Rosa auch. Als sie sich kurz darauf in ihrem gewählten Zimmer einrichtet, lernt sie auch schon den nächsten Hausbesetzer kennen. Er stellt sich ihr als Hans Seefeld vor und ist einer der am wenigsten beliebten Lehrer ihrer Enkelin. Und diese Enkelin lernt dann zu guter Letzt auch noch Mardi kennen, der sich im Keller der Villa versteckt und den sie nun versorgt.

Damit wäre die Truppe der Hausbesetzer vollständig und von nun an meistern sie die Dinge gemeinsam, die auf sie zukommen. Es ist schon ein bunter Haufen, aber sie lernen sich immer besser kennen und werden zu einem guten Team, das auch die größten Schwierigkeiten sehr gut meistert. Am Ende wird dann auch der Mord an Robert aufgeklärt, aber das passiert quasi so nebenbei. Vor allem geht es um die Hausbesetzung und die Probleme, die dadurch entstehen.

Mir hat das Buch gut gefallen, auch wenn mir einige Dinge negativ auffielen. Zuerst einmal finde ich es merkwürdig, dass man erst weniger als einen Monat vor dem Umzug bemerken kann, dass das Haus, in dem man eine Wohnung gekauft hat, noch nicht gebaut ist. Ich würde doch meinen, dass man schon vorher mal gucken geht, vor allem, wenn man in der gleichen Stadt wohnt.

Der andere negative Aspekt hat mit der Geschichte nichts zu tun, aber mir sind einige Rechtschreibfehler aufgefallen und alle bei einem Namen. Der Chef der Immobilienfirma heißt wohl Weiterscheid, aber öfter wird auch von einem Herrn Winterscheid geschrieben und einmal von einem Herrn Weiterschweid. Es ist eindeutig aber immer der gleiche Mann. Ich hoffe sehr, dass das vor Erscheinen der nächsten Auflage noch einmal kontrolliert wird.

Von diesen Aspekten abgesehen gefiel mir das Buch sehr gut. Es ist locker geschrieben und man ist direkt mitten im Geschehen. Mit den Protagonisten wird man auch sehr schnell warm, auch wenn natürlich nicht alle sympathisch sind, aber genau so soll es in einem Buch ja auch sein. Schon das Cover, das vermutlich Rosa, Ellen und Kim zeigt, finde ich sehr gelungen, auch wenn im Buch eher selten mal eine Situation vorkommt, in der die drei Charaktere so entspannt beisammen sind.

Veröffentlicht am 21.10.2018

Ein Buch von Freundinnen für Freundinnen

Das Jahr des Rehs
0

Dieses Buch ist ein Projekt von zwei Autorinnen, die sich ohnehin viele E-Mails schreiben. Für ein Jahr sind sie dann auch noch in die Rollen von Isabella Becker und Sabine Born geschlüpft. Über diese ...

Dieses Buch ist ein Projekt von zwei Autorinnen, die sich ohnehin viele E-Mails schreiben. Für ein Jahr sind sie dann auch noch in die Rollen von Isabella Becker und Sabine Born geschlüpft. Über diese Freundschaft berichtet das Buch. Bella und Bine, die zwei B's waren in ihrer Schulzeit unzertrennlich und beste Freundinnen. Dann aber haben sie sich auseinander gelebt. Als Bella auf dem Dachboden etwas sucht, stößt sie auf alte Briefe von Bine, die sie während des Studiums bekommen hat. Daraufhin sucht und findet sie die alte Freundin im Internet.

Bine ist noch immer in Engbach verwurzelt und lebt dort mit ihrem Mann, ihren Kindern und ihren Hunden. Bella ist inzwischen in der Hauptstadt wohnhaft und lebt dort die meiste Zeit alleine mit ihrem fünfzehnjährigen Sohn. Sein Vater ist die meiste Zeit nicht da. Er ist Bines Jugendliebe gewesen und sie sind nun schon so lange zusammen, was aber nicht ohne viele Probleme abgeht. Bei den E-Mails merkt man direkt eine große Vertrautheit zwischen den beiden Freundinnen. Sie tauschen sich über Dinge aus, die sie beide an ihre Kindheit erinnern und auch über die Dinge, die gerade im Moment bei Ihnen passieren.

Und bei beiden passiert gerade doch so einiges im Leben, bei beiden ist es eine Art des Umbruchs, der nach vierzig Lebensjahren bei ihnen eingesetzt hat. Es kommt im Laufe des Buchs auch zu Treffen und Telefonaten der beiden Protagonistinnen, aber darüber wird nicht gesprochen, sondern das gesamte Buch ist nur in E-Mails verfasst, was ich sehr interessant finde. Durch diese Schreibweise hat man als Leser irgendwie das Gefühl, dabei zu sein, weil man die private Korrespondenz so hautnah mitbekommt. Auch das Reh aus dem Titel bekommt in dieser Korrespondenz einigen Raum, so dass der Titel nach dem Lesen des Buches definitiv Sinn ergibt.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Es bringt einen zum Nachdenken, ob man selber vielleicht nicht auch mal alten Freunden noch mal schreiben sollte. Zumindest habe ich mich beim Lesen gefragt, ob es dann auch so wäre, dass man nach all den Jahren so vertraut miteinander umgeht. Aber wahrscheinlich ist das nur möglich, wenn es sich um die beste Freundin gehandelt hat. Auf jeden Fall fand ich das Buch toll und durch die teils poetische Schreibweise sehr angenehm zu lesen.