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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.10.2018

Die Welt der Reichen und Schönen

Schöne Seelen
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Millvina van Runkle stirbt, weil sie eine Schönheitsoperation zu viel gemacht und nicht auf die Ratschläge der Ärzte gehört hat. Auf dem Sterbebett vertraut sie dem Schriftsteller Oskar Canow ihr großes ...

Millvina van Runkle stirbt, weil sie eine Schönheitsoperation zu viel gemacht und nicht auf die Ratschläge der Ärzte gehört hat. Auf dem Sterbebett vertraut sie dem Schriftsteller Oskar Canow ihr großes Geheimnis an. Ihre Tochter Mildred ist nicht ihre leibliche Tochter, sondern wurde von ihr adoptiert, ihre Mutter ist ein Dienstmädchen. Das darf ihre Tochter aber nicht erfahren, weil sie in der festen Überzeugung aufgewachsen ist, zur Welt der Reichen und Schönen zu gehören. Mildred sieht in ihrer Ehe zu Viktor Hasenclever einige Probleme und drängt ihren Mann zur Therapie, für die er aber gar keine Zeit hat.

So fragt er seinen Freund Oskar, ob dieser nicht für ihn die Therapie machen könne, um damit auch Anregungen für ein neues Buch zu bekommen, es würden alle dabei gewinnen, wenn er die Therapie macht. Oskars Frau Lauren ist skeptisch und glaubt nicht daran, dass eine Therapie in der Konstellation etwas bringen kann, womit sie irgendwie auch recht behält. Aber manchmal ist es vielleicht ja auch gar nicht verkehrt, wenn die Geheimniskrämerei ein Ende hat und die Fakten allen bekannt sind, die es etwas angeht.

Mir hat das Buch nicht schlecht gefallen, aber ich muss sagen, dass ich mir nach der Leseprobe doch mehr erhofft hätte. Der Anfang ist super und das Ende ist auch nicht schlecht geschrieben, aber in der Mitte fiel es mir doch streckenweise etwas schwer, bei der Stange zu bleiben. Da hatte das Buch für mich doch einige Längen und die Beschreibung der Welt der Reichen und Schönen, in der sich alle mit "Liebes" und "Kleines" anreden, begann streckenweise, zu viel für mich zu werden. Wenn es davon etwas weniger gewesen wäre, wäre das Buch für meinen Geschmack viel besser gewesen.

Veröffentlicht am 20.10.2018

Mit dem Bulli aus Hamburg nach Südafrika

Vom Kiez zum Kap
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So viele Menschen denken ja mal daran, größere Reisen zu unternehmen, aber Bernd Volkens und Kay Amtenbrink reden nicht nur darüber, sondern sie machen ihren Traum wahr, indem sie mit dem Bulli von Hamburg ...

So viele Menschen denken ja mal daran, größere Reisen zu unternehmen, aber Bernd Volkens und Kay Amtenbrink reden nicht nur darüber, sondern sie machen ihren Traum wahr, indem sie mit dem Bulli von Hamburg starten, um in Kapstadt die Schwester von Kay zu besuchen und dort auch bei der Fußball-WM ein Spiel anzusehen. Ich muss sagen, dass ich die Reise schon sehr mutig finde, auch wenn die beiden sich aus Sicherheitsgründen gegen die ursprünglich geplante Westroute und für die ungefährlichere Ostroute entschieden haben. Trotzdem ist die Reise doch alles andere als ungefährlich.

Aber die beiden Autoren sind gut vorbereitet und haben auch Ersatzteile für das Auto dabei, denn für einen Bulli dürfte es in Afrika schwierig bis unmöglich werden, an solche heran zu kommen. Sie berichten in ihrem Buch von Problemen, aber auch von schönen Dingen, wie Begegnungen mit Menschen und dem Begutachten toller Sehenswürdigkeiten. Besonders beeindruckend fand ich die vielen schönen Fotos. Diese erklären noch mal viele Beschreibungen des Buches und sind wirklich etwas besonderes. Teilweise wurden sehr gelungene Blickwinkel gewählt, an die ich beim Fotografieren nicht gedacht hätte.

Immer wieder gibt es größere Probleme, bei denen auch schon mal daran gedacht wird, die Reise abzubrechen, wie zum Beispiel einen Brand im Motor, der den gesamten Bus gefährdet. Aber immer wieder geht es weiter und das finde ich schon beachtlich. Manchmal muss auch kurzentschlossen die Route geändert werden. Am Ende erreichen sie tatsächlich das Ziel und auch ein Spiel der WM können sie sich ansehen.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Schon die Aufmachung als Flexcover und das tolle Foto auf dem Cover ist einfach gelungen und lädt zum Schmökern ein. Aber auch der Inhalt konnte mich überzeugen. Dieses Buch zeigt für mich deutlich, dass man immer versuchen sollte, nicht nur von solchen Reisen zu träumen, sondern sie wirklich wahr zu machen. Probleme wird man immer bekommen, aber eben auch Hilfe, gerade dann, wenn man eine solche Reise nicht alleine unternimmt.

Veröffentlicht am 20.10.2018

Eine Auszeit mit der Familie

Salzverkrustet
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Familie Gusel möchte sich eine Auszeit nehmen und ist 45 Wochen mit dem Boot ILVA im Mittelmeer unterwegs und erlebt dabei einige aufregende und auch schöne Seiten des Reisens auf einem Boot. Die drei ...

Familie Gusel möchte sich eine Auszeit nehmen und ist 45 Wochen mit dem Boot ILVA im Mittelmeer unterwegs und erlebt dabei einige aufregende und auch schöne Seiten des Reisens auf einem Boot. Die drei nennen sich dabei Mamabert, Papabert und Kindbert, weil sie das Buch auf der Grundlage des anonymen Blogs geschrieben haben, den sie während der Reise betrieben haben. Das ist am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig, wenn man keine wirklichen Namen liest, aber daran gewöhnt man sich schon recht schnell.

Ich finde es erst einmal sehr mutig, was diese Familie wagt. Es ist schließlich nicht leicht, ohne Segelerfahrung so eine lange Reise zu machen und das dann auch noch mit der ganzen Familie. Das Kind musste dafür aus der Schule genommen und an Bord unterrichtet werden. Auch wenn ich noch nicht gesegelt bin, lese ich sehr gerne Bücher darüber, in denen die Ereignisse authentisch geschildert werden und das ist in diesem Buch der Fall. Es werden eben nicht nur die schönen Seiten aufgezeigt, sondern auch Probleme, die während so einer Fahrt auftreten.

Nicht nur über die Fahrt selber wird berichtet, sondern auch über viele Landgänge an verschiedenen Stationen. Dabei sind auch sehr viele tolle Fotos entstanden, die das Buch wirklich bereichern. Teilweise sind auch Fotos der Familie dabei und nicht nur von Städten und Landschaften. Das finde ich aber in einem solchen persönlichen Reisebuch durchaus auch angebracht. Auch werden die Bilder immer gut beschrieben, so dass man weiß, was man da vor sich sieht.

Alles in allem hat mir das Buch sehr gut gefallen. Der Schreibstil ist angenehm zu lesen und auch für einen Nichtsegler wie mich werden alle Fachausdrücke sehr verständlich erklärt, so dass man sich immer vorstellen kann, was gerade passiert. Was mir etwas gefehlt hat, war eine Karte der Reise. Sicher könnte man immer in einem Atlas nachschlagen, aber so eine Gesamtübersicht der Reise hätte ich noch schön gefunden.

Veröffentlicht am 20.10.2018

Leider nicht voll überzeugt

Blut aus Silber
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Das Cover dieses Buches finde ich total schön und auch der Klappentext hat mich auf eine spannende Geschichte hoffen lassen. Leider konnte das Buch mit den Erwartungen dann nicht so ganz mithalten und ...

Das Cover dieses Buches finde ich total schön und auch der Klappentext hat mich auf eine spannende Geschichte hoffen lassen. Leider konnte das Buch mit den Erwartungen dann nicht so ganz mithalten und mich nicht so richtig fesseln, wie ich es mir erhofft hatte. Am Anfang beginnt das Buch recht spannend und die Geschichte nimmt direkt Fahrt auf. So hatte ich gehofft, dass es so weiter geht, aber habe ich es leider nicht empfunden. Im weiteren Verlauf der Geschichte geht schon einiges an Spannung verloren.

Es kommen sehr viele Protagonisten in der Geschichte vor, so dass ich manchmal doch meine Schwierigkeiten hatte, zuzuordnen, wer gerade derjenige ist, über den da geschrieben wird. Das fand ich beim Lesen teilweise doch ziemlich anstrengend und es hat auch meinen Lesefluss etwas gestört. Die Idee der Geschichte ist eine gute und auch die Geschichte selber ist sicher nicht schlecht, aber ich denke, dass es dem Buch und vor allem auch der Spannung gut getan hätte, wenn es etwas kürzer gefasst worden wäre.

Veröffentlicht am 20.10.2018

Morde in unruhigen Zeiten

Gun Street Girl
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Sean Duffy ist ein katholischer Inspector in einer Reihe protestantischer Polizisten des Royal Ulster Constabulary. Alleine das ist in Nordirland schon nicht so einfach, aber Duffy beißt sich durch. In ...

Sean Duffy ist ein katholischer Inspector in einer Reihe protestantischer Polizisten des Royal Ulster Constabulary. Alleine das ist in Nordirland schon nicht so einfach, aber Duffy beißt sich durch. In einen Fall, der eigentlich der seines Kollegen ist, verbeißt er sich sehr und er möchte wirklich jeder Theorie nachgehen, was auch dazu führt, dass er Verschwörungstheorien überprüft und dabei manch einen schlafenden Hund weckt. Er hat auch außerhalb des Falles einiges zu tun, muss nachbarschaftliche Probleme lösen, neue Kollegen einarbeiten und bekommt ein Angebot für einen Job, über das er ernsthaft nachdenkt.

Der Fall entwickelt eine Brisanz, die weit über die Zustände in Nordirland hinaus geht und so reist Duffy auch nach England, um den Mord aufklären zu können. Damit nicht genug, haben auch die Amerikaner ihre Finger mit im Spiel und Inspector Duffy muss sich Fragen gefallen lassen, ob er sich da nicht zu viel mit seinen Ermittlungen zumutet und zu viele schlafende Hunde weckt, nur um seinen Mordfall aufzuklären. Durch die Unruhen gab es so viele Tote in Nordirland, da kam es doch auf einige mehr auch nicht an.

In dem Buch wird nicht nur ein Krimi erzählt, auch über eine allgemein sehr schwere Zeit in Nordirland wird berichtet, in der es reichlich Unruhen und Probleme gab und in der gerade der Beruf des Polizisten kein leichter war, weil die Bevölkerung nicht mit der Polizei kooperieren wollte, um nur ja nicht jemanden zu verraten und dadurch erst recht Probleme zu bekommen.

Ich habe mit diesem Buch das erste Buch des Autors und damit auch das erste Buch in der Reihe um Sean Duffy gelesen. Aber es ist kein Problem, mit diesem Buch zu starten, da man nichts wissen muss, was vorher passiert ist, um die Geschichte verstehen zu können. Allerdings sollte man sich ein wenig doch mit der Geschichte und den Unruhen in Nordirland auskennen oder sich dafür interessieren, da es in dem Buch doch auch viel um Politik geht.

Mir hat es sehr gut gefallen. Es ist in einem guten Stil geschrieben und man kann der Geschichte sehr gut folgen. Genauso scheinen die Handlungen der Protagonisten schon meistens recht logisch zu sein, was leider nicht in allen Krimis der Fall ist. Außerdem mag ich Bücher, die auch gut recherchiert die Geschichte und die politische Lage jener Zeit wiedergeben, in der sie spielen. Auch das ist bei diesem Buch der Fall.