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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.10.2018

Toll recherchierter Roman

Das dunkle Herz der Welt
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Mir hat dieser Roman sehr gut gefallen, auch allgemein finde ich es immer klasse, wenn historische und auch fiktive Personen in einem Roman miteinander verwoben werden. Genau dies ist in diesem historischen ...

Mir hat dieser Roman sehr gut gefallen, auch allgemein finde ich es immer klasse, wenn historische und auch fiktive Personen in einem Roman miteinander verwoben werden. Genau dies ist in diesem historischen Roman sehr gut gelungen. Die historischen Personen wirken sehr gut recherchiert und auch die fiktiven Charaktere passen sehr gut in die Geschichte hinein. Ich fand das Buch sehr angenehm zu lesen, auch wenn sehr viele Protagonisten darin vorkamen, was ich normalerweise eher problematisch finde.

Aber in dem Buch war das gar kein Problem, weil die Charaktere sehr gut beschrieben wurden und man so auch wusste, wer derjenige ist, um den es da gerade geht. Wenn man mal wirklich nicht wusste, um wenn es da geht, dann konnte man es auch sehr gut in dem ausführlichen Personenverzeichnis nachschauen, in dem man auch gut sehen konnte, welche Charaktere historische Persönlichkeiten waren und welche fiktiv waren.

Es macht einfach Spaß dieses Buch zu lesen und auch wenn es so viele Seiten hat, kommt es einem am Ende gar nicht so vor, weil man einfach immer weiter lesen möchte, um zu erfahren, was weiter passiert. Es ist eine sehr bildhafte Beschreibung, die die Autorin hier geschafft hat und man schafft es als Leser gut, sich in die damalige Zeit hinein zu versetzen, was sicher auch daran liegt, dass alle Themen, wie Freundschaft, Liebe und auch die politische Situation sehr schön beschrieben werden.

Schon das Cover gefällt mir sehr gut, auch, oder gerade weil es nicht so wirklich auffällig ist. Man erkennt sofort, dass es sich um einen historischen Roman handelt, aber neben dem erhabenen Wappen ist der Titel das auffälligste. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und dazu haben auch die guten Karten in den Klappen beigetragen, die sehr hilfreich dabei waren, sich zu orientieren und zu schauen, wo der Teil der Geschichte gerade spielt.

Veröffentlicht am 20.10.2018

Beste Freundinnen halten zusammen

Ich bin Princess X
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Durch einen Zufall werden Libby Deaton und May Harper die besten Freundinnen, als sie beide nicht am Sportunterricht teilnehmen können. An dem Tag wird auch Princess X geboren, weil Libby gut zeichnen ...

Durch einen Zufall werden Libby Deaton und May Harper die besten Freundinnen, als sie beide nicht am Sportunterricht teilnehmen können. An dem Tag wird auch Princess X geboren, weil Libby gut zeichnen kann und die Straßenkreide der Vorschulkinder auf dem Boden liegt. So beginnt die Freundschaft der beiden Mädchen und so beginnen die Geschichten um Princess X. Diese Geschichten schreiben Libby und May weiter, bis eines Tages Libby bei einem Verkehrsunfall mit ihrer Mutter stirbt. Nachdem ihre Eltern sich getrennt haben, zieht May mit ihrer Mutter um und ist nur im Sommer bei ihrem Vater in der alten Heimat.

Darum stößt sie recht spät auf die Hinweise auf Princess X, die in der ganzen Stadt verteilt sind. Auch eine Homepage gibt es, auf der es so einige Geschichten um Princess X gibt. May ist sich sicher, dass nur Libby hinter dieser Homepage mit ihren Comics stecken kann. Sie hatte immer die Bilder gezeichnet, während May sich die Geschichten ausdachte. Die Leute in ihrem Umfeld, allen voran ihr Vater, wollen ihr erklären, dass es nicht sein kann und dass Libby tot ist, aber May macht sich trotzdem auf die Suche. Sie holt sich Hilfe bei Trick, einem Hacker, ohne dessen Hilfe sie nicht weiter kommen würde und der mit der Zeit ihr Freund wird.

Gemeinsam jagen die beiden in der ganzen Stadt den Hinweisen aus dem Webcomic hinterher und kommen einem großen Geheimnis auf die Spur, das sie dank der Hinweise im Comic Stück für Stück lösen können. Sie merken auch ganz schnell, dass da draußen nicht nur Freunde, sondern auch Feinde sind und dass sie vorsichtig sein müssen.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich muss sagen, dass ich es ziemlich schnell ausgelesen hatte, weil ich einfach immer wissen wollte, wie es weiter geht. Es ist sehr angenehm und leicht zu lesen und vor allem die Teile des Comics, die man zwischendurch immer wieder hat, haben mir gut gefallen und dadurch hat man noch mehr das Gefühl, dass man gerade gemeinsam mit May an dieser Sache arbeitet und versucht, in dem Fall voran zu kommen.

Veröffentlicht am 19.10.2018

Hätte die Therapeutin es wissen müssen?

Du hättest es wissen können
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Grace ist Paartherapeutin und hat ein Buch geschrieben, das kurz vor der Veröffentlichung steht. In ihrem Leben läuft alles sehr gut und sie ist glücklich mit ihrem Mann und ihrem Sohn. Den Sohn schickt ...

Grace ist Paartherapeutin und hat ein Buch geschrieben, das kurz vor der Veröffentlichung steht. In ihrem Leben läuft alles sehr gut und sie ist glücklich mit ihrem Mann und ihrem Sohn. Den Sohn schickt sie an eine teure Privatschule und dort läuft auch alles gut, wenn die Familie auch nicht zu den reichen Familien gehört, die dort sehr stark vertreten sind. Aber dann wird die Mutter eines anderen Schülers an dieser Schule ermordet. Grace, die in ihrem Buch sehr bestimmt die These vertritt, dass man in einer Partnerschaft oder in einer Ehe viele Dinge vorausahnen oder gar vorher wissen muss, wenn man nur auf die Signale hört und auf das, was mal gesagt wurde, stellt schnell fest, dass sie es ist, die einige Dinge vorher hätte wissen können.

Nun ist ihr Mann verschwunden und wird mit dem Mord an der Frau, die Grace kaum kannte, in Verbindung gebracht. Das alles stürzt mit aller Macht auf Grace ein und sie stellt schnell fest, dass sie so einiges nicht wusste, was im Leben ihres Mannes eine Rolle gespielt hat. Gemeinsam mit ihrem Sohn verlässt sie die Stadt, in der sie praktisch ihr ganzes Leben verbracht hat und sie quartieren sich mitten im Winter in ihrem Sommerhaus ein, um etwas zur Ruhe zu kommen. Grace erfährt nach und nach immer mehr Details aus dem Leben ihres Mannes, der noch immer auf der Flucht ist.

So bekommt man auch als Leser nach und nach einen Eindruck dieses Mannes, der von Grace erst so uneingeschränkt positiv beschrieben wurde. Grace baut sich mit ihrem Sohn im Sommerhaus am See ein neues Leben auf und als Leser hofft man nur, dass es ihr gelingen wird, diese schrecklichen Ereignisse und Erinnerungen hinter sich zu lassen. Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es ist mal aus einer Sichtweise geschrieben, aus der man üblicherweise keine Bücher liest und das macht es unheimlich spannend und interessant.

Das Cover ist sehr schlicht gehalten und der Titel nimmt sehr viel Raum darauf ein. Sonst sind noch aufziehende Wolken darauf zu sehen und die Skyline einer Stadt. Das gefällt mir sehr gut, weil es genau dieser Titel des Buches ist, der einen sofort einnimmt, so ist es jedenfalls bei mir gewesen. Und auch das Buch selber nimmt einen sofort gefangen und ich wollte immer wissen, wie es weiter geht. Es ist toll geschrieben und die Bezeichnung "Psychologischer Spannungsroman", die in der Huffington Post verwendet wurde, trifft es sehr gut.

Veröffentlicht am 19.10.2018

Auch das wird vergehen

Auch das wird vergehen
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In dem Buch lernt man Blanca kennen, die das Buch aus der Ich-Perspektive schreibt. Das Buch beginnt bei der Beerdigung von Blancas Mutter. Blanca ist in tiefer Trauer über den Verlust und landet mit ihrem ...

In dem Buch lernt man Blanca kennen, die das Buch aus der Ich-Perspektive schreibt. Das Buch beginnt bei der Beerdigung von Blancas Mutter. Blanca ist in tiefer Trauer über den Verlust und landet mit ihrem Exmann im Bett. Dieser meint dann zu ihr, dass sie doch in ihr Haus in Cadaqués fahren soll, was das Sommerhaus der Familie ist und Blanca nun von ihrer Mutter geerbt hat. Sie packt ihre Kinder ins Auto und fährt mit Freundinnen und Kindermädchen nach Cadaqués. Auch ihre beiden Exmänner sind mit von der Partie.

Ich fand das Buch sehr schön geschrieben, es hatte schon etwas poetisches, den Gedanken von Blanca zu folgen und auch den Gesprächen mit ihrer Mutter, die sich durch das ganze Buch ziehen. Die ganze Zeit denkt sie an die Mutter, was ja nach so einem Verlust auch normal ist, aber ich muss sagen, dass ich das in so einem recht dünnen Buch doch etwas zu viel fand. Es ging nur um die Mutter und um Männer, die Blanca bereits hinter sich gelassen hat oder die sie neu kennenlernt.

Und genau das stört mich auch etwas an dem Buch, dass es sehr viel um Blancas Männergeschichten geht und auch um Drogen und Alkohol. Das macht sie nicht gerade zu einer sehr sympathischen Protagonistin. Sie ist sehr auf sich selbst bezogen und selbst ihre Kinder scheinen von ihr nicht sehr liebevoll behandelt zu werden. Zumindest gewinnt man in dem Buch den Eindruck, dass Blanca ihre Söhne nur zu gerne dem Kindermädchen überlässt und sich kaum mal selber um sie kümmert und das sogar im Urlaub.

Auf dem Umschlag sind einige sehr begeisterte Stimmen zu lesen, was ich so nicht ganz unterschreiben kann. Das Buch ist solide geschrieben und man möchte schon die ganze Zeit wissen, wie es weiter geht, aber so richtig viel passiert in dem Buch dann auch wieder nicht. Das Cover wirkt sehr geheimnisvoll und so fällt dieses Buch im Buchhandel sicher auch auf.

Veröffentlicht am 19.10.2018

Das Leben nach den Katastrophen

Das zerstörte Leben des Wes Trench
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Wes Trench ist eine der Hauptfiguren in diesem Roman, der seinen Namen im Titel hat. Aber man lernt auch noch viele weitere Charaktere ziemlich gut kennen. Das Buch schildert das Leben in der Bayou-Stadt ...

Wes Trench ist eine der Hauptfiguren in diesem Roman, der seinen Namen im Titel hat. Aber man lernt auch noch viele weitere Charaktere ziemlich gut kennen. Das Buch schildert das Leben in der Bayou-Stadt Jeanette mit ihren Bewohnern. Ich musste erst mal nachschlagen, dass Bayou eine Bezeichnung für ein stehendes oder langsam fließendes Gewässer ist. In dieser Stadt gibt es sehr viele unterschiedliche Menschen. Das ist schon so bei den Bewohnern, die seit Generationen in der Stadt leben. Aber nach der Ölpest, die durch die Explosion der Ölplattform "Deepwater Horizon" passierte, sind auch viele Fremde in der Stadt, die bei den Aufräumarbeiten helfen.

Was mir in dem Buch sofort auffiel, war die tolle Gliederung der Kapitel. Durch viele Charaktere kann ein Buch schon mal unübersichtlich werden, aber die Gefahr bestand in diesem Buch gar nicht. Die Kapitelüberschrift besteht aus dem Namen desjenigen, um den es in dem Kapitel geht. Darauf kann man sich als Leser dann schon mal einstellen. Außerdem werden die Charaktere so gut beschrieben, dass man immer weiß, um wen es geht. Das hat der Autor schon richtig gut hinbekommen, dass man die Charaktere und auch die Landschaft vor dem geistigen Auge sehen kann.

Das Buch selber ist auch sehr gut geschrieben und es ist klasse, wie die verschiedenen Charaktere in dieser Stadt zum Leben erweckt werden. Es sind viele Menschen, die es auf die harte Tour versuchen, ihr Geld für den Lebensunterhalt zu verdienen, aber es versucht sich auch einer als Schatzsucher und andere im Anbau von Drogen. Dabei ist es klar, dass auch Konflikte und Probleme in der von so vielen Katastrophen getroffenen Kleinstadt nicht ausbleiben. Da war erst der Hurrikan Katrina, bei dem Wes Trench seine Mutter verlor und dann hat auch noch die Explosion der Ölplattform den Schrimpfischern den Job erschwert oder weggenommen.

Es ist nicht gerade ein fröhliches Leben der Bewohner dieser Stadt, über die der Autor da berichtet, aber trotzdem haben die Menschen auch noch Hoffnung, dass es besser wird und daran halten sie sich fest. Gerade bei Wes, der im Laufe der Geschichte richtig erwachsen wird, merkt man schon, dass er sich seine Gedanken macht, was er aus seinem Leben machen möchte. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich kann es sehr empfehlen, wenn man sich für das Leben der Menschen nach solchen Katastrophen interessiert, von denen man ja leider nicht selten in den Nachrichten etwas hört oder liest.