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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.10.2018

Nesthäkchen und der Weltkrieg

Nesthäkchen, Bd. 4, Nesthäkchen und der Weltkrieg
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Bei den anderen Büchern der Reihe war es so, dass ich sie schon als Kind gelesen habe, aber dieses habe ich erst als Erwachsene kennengelernt, weil es lange Jahre verboten war, da es umstritten ist, ob ...

Bei den anderen Büchern der Reihe war es so, dass ich sie schon als Kind gelesen habe, aber dieses habe ich erst als Erwachsene kennengelernt, weil es lange Jahre verboten war, da es umstritten ist, ob kriegsverherrlichende Themen angesprochen werden. Ich bin aber eigentlich der Meinung, dass bei allem Patriotismus, der in dem Buch durchaus zu Tage kommt, der Krieg trotzdem als trauriges Ereignis gewertet wird, worunter auch Annemarie zu leiden hat.

Annemarie ist aus dem Kinderheim zurück nach Berlin gekommen, aber der Vater muss in den Krieg ziehen und die Mutter sitzt in England bei Verwandten fest, die sie vor Kriegsausbruch besucht hat. So hat Annemarie nur die Großmutter als erwachsene Familienangehörige in Berlin, die sich um die Geschwister kümmert und dafür ihre eigene Bequemlichkeit hinten an stellt.

Es sind unruhige Zeiten und das merkt Annemarie auch schon deutlich. Aus der Schule wird erst einmal ein Lazarett und Annemarie strickt für Soldaten. Eine neue Schülerin kommt in die Klasse und wird von Nesthäkchen erst mal gar nicht gut behandelt, weil diese sie für eine Spionin hält. Später wird Vera aber Annemaries beste Freundin.

Mir hat das Buch wieder gut gefallen, auch wenn es ein ernstes Thema hat. Aber der Krieg war zu der Zeit eben ein Thema, das natürlich auch die Kinder in der Zeit bewegt hat und darum meiner Meinung nach in der Reihe auch eine Berechtigung hat. Annemaries Entwicklung wird wieder gut beschrieben.

Veröffentlicht am 12.10.2018

Die Geschichte von Ross und Demelza geht weiter

Poldark - Von Anbeginn des Tages (Poldark-Saga 2)
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Dies ist nun der zweite Band der Poldark-Saga, die scheinbar noch viele weitere Bände umfassen wird. Ross und Demelza haben sich in ihrer Ehe und in ihrem Leben eingerichtet und sind glücklich. Trotzdem ...

Dies ist nun der zweite Band der Poldark-Saga, die scheinbar noch viele weitere Bände umfassen wird. Ross und Demelza haben sich in ihrer Ehe und in ihrem Leben eingerichtet und sind glücklich. Trotzdem bedeutet das nicht, dass sie von Schicksalsschlägen verschont bleiben und dass ihr Leben ruhig verläuft. Ross versucht, seine Ländereien und seine Kupfermine gut zu führen und auch seine Mitarbeiter gut versorgt zu wissen, was in den schweren Zeiten nicht ganz einfach ist. Demelza unterstützt ihn, aber sie hat auch ein Kind, um das sie sich kümmern muss.

Auf jeden Fall merkt man als Leser immer mehr, warum Ross sich Demelza als Partnerin ausgesucht hat. Sie ist eine starke Frau mit ihrem eigenen, festen Willen, den sie durchsetzen möchte, wenn es nur irgendwie möglich ist. Auch das geht sicher nicht immer ohne Probleme ab, aber meistens meint sie es nur gut und möchte eben ihrem Ehemann oder ihren Freunden helfen. Ich muss sagen, dass mir in diesem Buch Demelza als Charakter noch sympathischer geworden ist und auch Ross konnte man noch besser kennenlernen als im ersten Band.

Das bedeutet eigentlich, dass mir der zweite Band noch besser gefallen hat als der erste, was bislang noch nicht oft bei Buchreihen bei mir der Fall gewesen ist. Aber die Geschichte wirkt einfach noch stimmiger. Gerade der Schicksalsschlag am Ende der Geschichte, von dem Demelza und Ross betroffen sind, macht es wieder weiter spannend, wie es weitergeht und wie die beiden sich davon erholen werden. Somit denke ich, dass auch der Rest der Reihe um Ross und Demelza Poldark noch spannend werden wird und dass es sich lohnt, die Reihe auch weiter zu lesen.

Der Schreibstil war so gut wie im ersten Band und mit ihm konnte man sich wieder sehr gut in die historische Zeit denken, in der das Buch spielt.teilweise werden vielleicht die Landschaften und die Gespräche von Personen etwas zu detailliert beschrieben, aber ich muss sagen, dass ich das Buch trotzdem in keinem Moment langweilig oder langatmig fand. Das Cover finde ich schon passend, wenn auch eher zum englischen Original-Titel, der schlicht und einfach "Demelza" lautet. Allerdings muss ich sagen, dass er doch auch ein wenig an einen Groschenroman erinnert und das finde ich bei diesem gelungenen Buch doch ein wenig schade.

Veröffentlicht am 12.10.2018

Krimi mit kulinarischen Empfehlungen und Reiseführer in einem

Pearl Nolan und der tote Fischer
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Pearl Nolan ist Ende dreißig und betreibt mit ihrer Mutter ein Austernrestaurant im englischen Küstenort Whitstable. Aber Pearl, die mal bei der Polizei gearbeitet hat, hat das Gefühl, dabei nicht ausgelastet ...

Pearl Nolan ist Ende dreißig und betreibt mit ihrer Mutter ein Austernrestaurant im englischen Küstenort Whitstable. Aber Pearl, die mal bei der Polizei gearbeitet hat, hat das Gefühl, dabei nicht ausgelastet zu sein und so öffnet sie ein Detektivbüro, wobei sie direkt ihren ersten Kunden abweist, weil die Art des Auftrags ihr nicht gefällt. Am Abend des Tages findet sie eine Leiche. Der Mann war ihr Austernhändler. Einen Tag später findet sie dann auch noch eine zweite Leiche. In beiden Fällen ermittelt Kommissar McGuire sowohl in Richtung eines Unfalls, als auch in Richtung einer Straftat.

Pearl. Nolan, wegen der Leichenfunde anfangs noch eine Verdächtige, hilft dem Kommissar mit Informationen über die Kleinstadt, in der sie lebt und die Bewohner und ihre Eigenarten. Dabei merkt man deutlich, dass die beiden sich immer mehr voneinander angezogen fühlen. Auch wenn die Polizei mehr und mehr von zwei Unfällen ausgeht, denen die beiden Männer zum Opfer gefallen sind, ist sich Pearl doch sicher, dass das nicht so ist und sie ermittelt weiter. Dabei hilft ihr auch ihr Gefühl, das ihr in manchen Situationen einfach sagt, dass etwas nicht stimmt oder dass mehr dahinter steckt, als man auf Anhieb sehen kann.

Da Pearl oft genau aus diesem Gefühl heraus handelt, ist es für den Leser allerdings nicht immer leicht zu erkennen, warum sie etwas macht oder wie sie schließlich den Mörder überführt hat. Das finde ich aber bei einem Krimi schon wichtig, dass man auch erkennen kann, wie der Ermittler arbeitet und warum er welche Schlüsse zieht. Das hat mir in diesem Buch doch etwas gefehlt, auch wenn die Protagonisten schon gut beschrieben und größtenteils sympathisch waren.

Auf der Rückseite des Buches steht, dass es sich um einen Wohlfühlkrimi für England-Liebhaber handelt und die Beschreibung ist schon ganz gut gewählt, wie ich finde. Trotz den beiden Leichen, die in dem Buch vorkommen, ist es nicht unbedingt ein typischer Krimi. Es ist zugleich auch eine Landschaftsbeschreibung der Küste Englands und ein kulinarischer Roman, in dem sehr viel von Austern die Rede ist. Ich muss sagen, dass ich nach der Leseprobe, die ich lesen durfte, eigentlich mehr erwartet habe. Auch dem Cover sieht man es nicht sofort an, dass es sich bei dem Buch um einen Krimi handelt.

Veröffentlicht am 12.10.2018

Lisa und die Waisenkinder

Wie eine Nuss mein Leben auf den Kopf stellte
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Lisa ist ein elfjähriges Mädchen, das mit den Eltern kürzlich von der Stadt an den Stadtrand gezogen ist, weil die Gegend angeblich besser für Kinder ist. Davon merkt Lisa aber nicht viel. Die meisten ...

Lisa ist ein elfjähriges Mädchen, das mit den Eltern kürzlich von der Stadt an den Stadtrand gezogen ist, weil die Gegend angeblich besser für Kinder ist. Davon merkt Lisa aber nicht viel. Die meisten Nachbarn sind Rentner und ihre beste Freundin, die früher ihre Nachbarin war, will seit dem Umzug auch nichts mehr von ihr wissen. Somit sitzt sie meist in ihrem Zimmer und langweilt sich, weil ihre Eltern sehr doll auf sie aufpassen.

Lisas Mutter wäre als Kind fast entführt worden und aus Angst, dass ihrer Tochter das auch passiert, überwachen sie jeden ihrer Schritte. Von ihrem Zimmer aus sieht Lisa auf ein altes Herrenhaus und sie fragt sich schon, ob da vielleicht jemand mit Kindern einzieht. Als sie erfährt, dass dort ein Waisenhaus entsteht, ist sie erst einmal begeistert, weil die Kinder im Waisenhaus so frei leben und nicht wie sie von den Eltern überwacht werden.

Sie geht zum Waisenhaus und gibt sich als Waise aus. Dabei lernt sie einige Waisenkinder kennen und sie freunden sich an. Vor allem findet Lisa es toll und spannend, wie ähnlich Lasse ihr sieht. Nun nimmt sich Lisa einige Freiheiten heraus und besucht die Kinder vom Waisenhaus immer öfter. Dabei merkt sie dann auch, dass das Leben in einem Waisenhaus ohne Eltern doch nicht so erstrebenswert ist.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Man kann sich in die Charaktere, vor allem in Lisa, schon gut hineinversetzen und der Geschichte auch gut folgen. Auch ist es schon spannend, was die Kinder alles regeln und was sie herausfinden. Das Cover ist auch sehr schön und auffällig. Es passt zu der Geschichte auch sehr gut. Gerade für Kinder ist es natürlich auch schön, dass es ein Happy End gibt, wenn ich auch gerade das Ende etwas zu schnell fand.

Veröffentlicht am 09.10.2018

Keine unbeschwerten Tage im Wochenendhaus

Cooper
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Eine Familie fährt in ihr neu gekauftes Haus auf dem Land, wo sie glückliche Tage und Wochenenden verleben wollen. Direkt das erste Wochenende verläuft aber nicht nach Plan, weil die Mutter Lisa zusammenbricht ...

Eine Familie fährt in ihr neu gekauftes Haus auf dem Land, wo sie glückliche Tage und Wochenenden verleben wollen. Direkt das erste Wochenende verläuft aber nicht nach Plan, weil die Mutter Lisa zusammenbricht und erst in einer Kur wieder zu sich findet. Trotz dieses Erlebnisses fährt die ganze Familie erneut in das Haus. Der Vater Jakob und die Töchter Carlotta und Nora finden es schön auf dem Land, aber dann passiert das nächste Unglück, als Jakob mit Carlotta und Nora Brötchen kaufen fährt.

Das Buch ist sehr ungewöhnlich durch seine Schreibweise, die ich so noch von keinem anderen Buch kenne. Dass komplett auf die wörtliche Rede verzichtet wird, hat mich am Anfang schon etwas gestört, aber man gewöhnt sich daran und merkt es schon, wenn die Protagonisten sich unterhalten. Im Grunde steigert die fehlende wörtliche Rede auch nochmal die Intensität der Sprache im Buch, weil man nochmal mehr aufpassen muss, was gerade passiert.

Auch wenn das Buch nur 139 Seiten hat, schafft der Autor es doch, eine Geschichte zu erzählen, die einem Leser noch lange in Gedanken bleibt. Auch das ist natürlich der ungewöhnlichen Erzählweise zu verdanken, bei der man jeden Satz genau lesen muss, um nur ja nichts zu verpassen. Schon das Cover verbreitet so eine düstere Atmosphäre, die man im Buch noch öfter bemerken wird. Aber trotzdem ist das Buch nicht nur düster und es gibt auch fröhliche Momente.

Nach dem Lesen des Klappentextes und der Leseprobe hatte ich gedacht, dass das Buch eher in Richtung eines Krimis oder eines gruseligen Romans geht. Das ist aber nicht der Fall und im Nachhinein muss ich sagen, dass das auch gut ist, dass man im Vorfeld gar nicht recht weiß, was einen in dem Buch erwartet. Umso aufmerksamer liest man ein Buch dann und gerade bei diesem Buch ist das schon sehr wichtig. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich bin mir sicher, dass ich es auch noch einmal lesen werde, um es wirklich ganz erfassen zu können.