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Veröffentlicht am 20.01.2019

Die zweite Chance

Anne Elliot oder Die Kunst der Überredung
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Der letzte abgeschlossene, 1818 postum erschienene Roman Jane Austens (1775 – 1817), "Persuation", heißt in der deutschen Übersetzung mal "Überredung", mal "Verführung" und mal, wie hier auch das Hörbuch ...

Der letzte abgeschlossene, 1818 postum erschienene Roman Jane Austens (1775 – 1817), "Persuation", heißt in der deutschen Übersetzung mal "Überredung", mal "Verführung" und mal, wie hier auch das Hörbuch aus der SWR2-Reihe "Große Werke. Große Stimmen.", schlicht "Anne Elliot". Die Titelheldin hat zu Beginn des Romans ihre Jugend und ihre große Liebe bereits hinter sich. Mit 27 Jahren ist ihr Schicksal als alte Jungfer mutmaßlich besiegelt. Dass sie gut sieben Jahre zuvor ihre große Liebe, den Marineoffizier Frederick Wentworth, nicht geheiratet hat, ist den Einwänden ihres eitlen und selbstverliebten Vaters, dem Baronet Sir Walter Elliot, ihrer bornierten, kalten älteren Schwester Elisabeth und ihrer wohlmeinenden Patin und Freundin ihrer früh verstorbenen Mutter, Lady Russell, geschuldet. Alle haben damals an Annes Vernunft appelliert, die Verlobung mit dem mittellosen, nicht standesgemäßen Wentworth zu lösen, und die junge Anne hat sich wider besseres Wissen gefügt. Nun aber führt der Zufall die beiden unter gänzlich veränderten Bedingungen ein zweites Mal zusammen. Wentworth ist inzwischen hochdekorierter Captain in gesicherten finanziellen Verhältnissen und mit gesellschaftlichem Ansehen. Annes Familie dagegen musste aufgrund der Verschwendungssucht des Vaters und der älteren Schwester ihr Landgut Kellynch Hall vermieten und nach Bath übersiedeln. Mieterin ihres Besitzes ist ausgerechnet Frederick Wentworths Schwester, so dass eine erneute Begegnung unvermeidlich ist.

Jane Austens Romane liebe ich nicht wegen ihrer Spannung, denn wie sie ausgehen, ist nach wenigen Seiten gewiss. Unübertroffen sind vielmehr die präzisen Gesellschaftsbeobachtungen, die Beschreibungen von Engstirnigkeit, starren Regeln und Beschränkungen, sowie der leichte, ironische Ton, mit dem Jane Austen dies alles kommentiert. Bereits der Eröffnungssatz des Hörbuchs illustriert, wie messerscharf sie die Charaktere ihrer Figuren mit wenigen Worten durchdringt: „Sir Walter Elliot auf Kellynch Hall in Somersetshire nahm zu seiner eigenen Unterhaltung nie ein anderes Buch als den Adelsalmanach zur Hand.“ In "Anne Elliot" hat mir außerdem besonders gut gefallen, wie stark sich die Protagonistin im Laufe des Romans weiterentwickelt bei gleichzeitigem Stillstand ihrer Umgebung. Von Anfang an ist die stille Anne intelligenter, gewandter und mit mehr Gemütstiefe ausgestattet als die übrigen Familienmitglieder. Doch während sie sich als 19-Jährige noch bedingungslos unterordnet, steht sie acht Jahre später zu ihren Gefühlen und setzt sich, beflügelt durch ein neu erworbenes Selbstvertrauen, durch, als sie eine zweite Chance erhält.

Kornelia Boje liest mit extrem ruhiger Stimme und damit passend zur Titelheldin. Allerdings hätte ich mir gewünscht, dass der Humor und die Ironie Jane Austens besser zur Geltung kämen. Ich bedauere auch sehr, dass die Produktion aus dem Jahr 1998 auf einer mp3-CD mit knapp über acht Stunden nur eine gekürzte Lesung enthält und es kein Booklet gibt. Dafür ist der Preis von zehn Euro aber sehr günstig für dieses Hörvergnügen.

Veröffentlicht am 15.01.2019

Die Wale sind das Geringste in diesem Spiel

Nordwasser
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Hull, Frühjahr 1859. Die „Volunteer“, ein altes Walfangschiff aus Yorkshire, rüstet zu einer Expedition Richtung Grönland, auch wenn die beste Zeit des Walfangs wegen Überfischung vorüber ist und Petroleum ...


Hull, Frühjahr 1859. Die „Volunteer“, ein altes Walfangschiff aus Yorkshire, rüstet zu einer Expedition Richtung Grönland, auch wenn die beste Zeit des Walfangs wegen Überfischung vorüber ist und Petroleum das Walöl ablöst. Anstatt eine Mannschaft zu bilden und angesichts des gefährlichen Unternehmens an einem Strang zu ziehen, verfolgen viele der knapp 40 Männer an Bord ganz eigene Ziele. Für Kapitän Arthur Brownlee, bekannt für seine Glücklosigkeit und Tollkühnheit, soll es die letzte Fahrt werden, denn dem skrupellosen Schiffseigner Jacob Baxter geht es nicht um Wale, sondern um einen möglichst vorteilhaften Ausstieg aus dem Geschäft. Der 27-jährige Schiffsarzt Patrick Sumner, irischer Arzt und vor kurzem wegen Entfernung von der Truppe in Indien unehrenhaft aus Armee entlassen, möchte sich für einige Zeit „auflösen“ und sich dann neu erfinden. Er hat Demütigung, Verrat und Schande erlebt und hofft nun auf eine „ruhige, vielleicht sogar langweilige Zeit“ an Bord. Seine Lektüre ist die „Ilias“, sein Laster die Opiumsucht. Henry Drax dagegen, begabter Harpunier, aber Teufel in Menschengestalt, gesteuert einzig von seinen Impulsen und völlig ohne Moral, der bereits im ersten Kapitel vor Beginn der Reise zwei Menschen kaltblütig ermordet, will der Langeweile an Land entkommen.

Die Fahrt scheint zunächst vom Glück begünstigt, denn die Robbenjagd ist erfolgreich, man erlegt eine Eisbärin und fängt ihr Junges. Als kurz darauf auch der erste Wal zur Strecke gebracht und zerlegt ist, breitet sich sogar Siegestaumel aus. Doch dann wird immer offensichtlicher, dass die Expedition verflucht zu sein scheint. Eine Vergewaltigung und ein Mord sind nur der Auftakt zu einer Kette von Ereignissen, die in einen brutalen Überlebenskampf münden.

"Nordwasser" des 1964 geborenen, in Hull aufgewachsenen Literaturwissenschaftlers und Autors Ian McGuire ist sicher einer der brutalsten und kompromisslosesten Romane, die ich je gelesen habe. Doch sind die Grausamkeiten, sei es bei der Jagd oder im zwischenmenschlichen Bereich, nie um ihrer selbst oder der Spannung willen beschrieben, sondern dienen dazu, McGuires eigentliches Thema zu illustrieren: die Entlarvung des Monsters Mensch. Die schier unerträglichen Schilderungen von Brutalität, Gestank, Gemetzel, Menschenverachtung, Skrupellosigkeit und Blut kontrastieren in atemberaubender Weise mit der Natur des Nordens, mit dem Nordmeer-Himmel und den ebenso erhabenen wie bedrohlichen Eislandschaften.

Im Präsens, in derber Sprache und bis auf wenige kurze Rückblicke streng chronologisch erzählt, lässt sich der Roman flüssig und trotz technischer Details über die Jagd leicht lesen. Der Spannungsbogen ist enorm, so dass ich dieses Buch, das viel mehr als ein historischer Abenteuer- und Kriminalroman ist, nicht aus der Hand legen konnte. Lediglich eine Landkarte hätte ich mir gewünscht.

Wieder einmal hat es sich bei "Nordwasser" gezeigt, dass Bücher des von mir so geschätzten mareverlags auch dann die richtige Lektüre sind, wenn mich das Thema, wie hier der Walfang, nicht sofort anspricht. Ähnlich erging es mir vor knapp zwei Jahren mit der Robinsonade "Herz auf Eis" von Isabelle Autissier, die zum Lieblingsbuch wurde. Schade nur, dass "Nordwasser" den Man Booker Prize nicht bekommen hat, für den es 2016 nominiert war.

Veröffentlicht am 02.01.2019

Die Tierdetektive ermitteln wieder

Lukas und die Meckerschweinchen
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„Lukas und die Meckerschweinchen“ ist nach "Lukas und das Geheimnis der sprechenden Tiere" bereits der zweite Fall der selbsternannten Tierdetektive Lukas und Marie. Unterstützt werden die beiden von ihren ...

„Lukas und die Meckerschweinchen“ ist nach "Lukas und das Geheimnis der sprechenden Tiere" bereits der zweite Fall der selbsternannten Tierdetektive Lukas und Marie. Unterstützt werden die beiden von ihren Haustieren Millicent, dem kleinen, frechen Kater mit den eingebildeten Krankheiten, und Horst, der empfindsamen Dänischen Riesendogge mit der Tierarztphobie. Lukas und Marie verstehen sich wunderbar, Millicent und Horst dagegen streiten fast dauernd, halten aber zusammen, sobald es darauf ankommt. Lukas trägt Hörgeräte und kann sich, wenn er den „Menschenfunk“ abschaltet, mit Tieren unterhalten. Längst hat er sich damit abgefunden, dass nur seine Freundin Marie ihm diese unerklärliche Gabe glaubt.

Joachim Friedrich nimmt sich viel Zeit, Lukas, Marie, Millicent und Horst vorzustellen, so dass man problemlos mit diesem zweiten Band in die Serie einsteigen kann. Dafür setzt der Kriminalfall erst spät im sechsten von 18 Kapiteln und nach gut 60 unterhaltsamen, aber nicht besonders spannenden Seiten ein.

Im Wildpark ist die gescheckte Meerschweindame Lilli verschwunden, die beliebte Geschichtenerzählerin im gemeinsam von Meerschweinchen und Kaninchen bewohnten Gehege. Die unternehmungslustige Lilli ist von einem Ausflug nicht zurückgekehrt und ihre Mitbewohner sind alarmiert. Klar, dass Lukas und Marie jeder denkbaren Spur nachgehen, tagsüber und sogar bei Nacht. Wo mag Lilli nur abgeblieben sein? Wurde sie von einem Tierdieb entführt oder gar von einem Wildtier gefressen?

Am besten gefallen haben mir in diesem Kinderkrimi die Wortgefechte zwischen den Tieren, sei es zwischen Millicent und Horst oder im konfliktträchtigen Meerschwein-Kaninchen-Gehege. Aber auch Lukas‘ Dialoge mit Tieren aller Spezies sind ausgesprochen witzig und jedes Tier hat einen ausgeprägten eigenen Charakter. Schön ist auch, dass die Kinder nicht nur gemeinsam den Kriminalfall lösen, sondern für ein Happy End rundum sorgen, das allen Menschen und Tieren gerecht wird.

Die ganz in Blau-, Gelb- und Grautönen gehaltenen Illustrationen von Minna McMaster geben dem Buch eine eigene Note, wobei die Darstellungen von Millicent und Horst sowie die Nachtbilder ganz besonders gelungen sind.

Der kindgerecht erzählte, ab dem zweiten Drittel sehr spannende Tierkrimi eignet sich zum Vorlesen für Jungen und Mädchen ab etwa sechs Jahren, zum Selberlesen ab der dritten Klasse.

Veröffentlicht am 01.01.2019

Es

Neujahr
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Neujahr ist der perfekte Zeitpunkt für gute Vorsätze. Henning nutzt den Morgen des ersten Januar für eine anspruchsvolle Radtour auf den Atalaya-Vulkan auf Lanzarote, denn Stressabbau durch mehr Sport ...

Neujahr ist der perfekte Zeitpunkt für gute Vorsätze. Henning nutzt den Morgen des ersten Januar für eine anspruchsvolle Radtour auf den Atalaya-Vulkan auf Lanzarote, denn Stressabbau durch mehr Sport und mehr Aufmerksamkeit für seine Frau Theresa gehören zu seinen Plänen für das neue Jahr. Auf den ersten 70 ihres knapp 200 Seiten umfassenden Romans "Neujahr" schildert Juli Zeh die Schinderei am Berg, zwanzig Prozent Steigung bei Gegenwind, und lässt den Vater der zweijährigen Bibbi und des vierjährigen Jonas seinen ihn konstant überfordernden Alltag reflektieren. Moderne Eltern wollen er und Theresa sein, deshalb haben sie die alten Rollenklischees überwunden. Beide haben einen Halbtagsjob durchgesetzt, wobei Henning sich verpflichtet fühlt, wegen seines geringeren Verdienstes in einem Sachbuchverlag einen etwas größeren Part zuhause zu übernehmen. Ein scheinbar perfektes Familienmodell und doch eine permanente Selbstüberforderung für Henning, der seit zwei Jahren unter heftigen Panikattacken leidet, von ihm als ES tituliert, mit horrorartigem Herzrasen, Atemnot, brennendem Zwerchfell und außer Kontrolle geratendem Körper und Geist. Der spontan von ihm gebuchte Familienurlaub über Weihnachten und Neujahr auf Lanzarote sollte aus der Tretmühle des Alltags herausführen, doch ES hat ihn auch hierher verfolgt.

Auf dem Gipfel angekommen, dehydriert, unterzuckert und völlig entkräftet, beginnen die Konturen zwischen Realität und Fantasie sich aufzulösen. Eine rätselhafte SMS von Theresa und ein Déjà-Vu in einem Haus auf dem Berg, das ihn in seine Vergangenheit katapultiert. Damals, als Vier- oder Fünfjähriger, hatten seine Eltern nach einem Streit ihn und seine zweijährige Schwester Luna alleine zurückgelassen. Auch während dieses Horrorurlaubs, einer verdrängten Episode seiner Kindheit, musste Henning mehr Verantwortung übernehmen, als er schultern konnte.

Die beiden Hauptteile des Romans - der Aufstieg und das traumatische Kindheitserlebnis - haben mir von ihrer Dramaturgie und Erzählweise jede für sich außergewöhnlich gut gefallen. Das Herannahen des ES („ES nimmt Witterung auf“ - „ES dehnt die Glieder“ - „ES setzt zum Sprung an“ - „ES springt“) ist großartig beschrieben, ebenso wie der verdrängte Kindheitsurlaub. Allerdings habe ich mich bei der Lektüre gefragt, ob Juli Zeh nicht besser zwei Romane daraus gemacht hätte, einen modernen psychologischen Familienroman und einen Thriller, obwohl offensichtliche Parallelen wie das Motiv elterlicher Überforderung die beiden Teile verbinden. So entwertet der zweite Teil, der auf einmal die wahre Antwort auf das Warum für ES liefern soll, den ersten, der für mich bereits Erklärung genug war.

Trotz dieser Kritik, trotz des für mich ein wenig zu eindimensional geratenen Schlusses und obwohl ich Romane, die mehr Raum für Interpretationen lassen, eigentlich lieber mag, sind beide Teile und natürlich auch der Roman als Ganzes absolut lesenswert.

Veröffentlicht am 28.12.2018

Besser spät als nie

Klugscheißer Royale
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Wer mich und meine Büchervorlieben kennt, wird sich wahrscheinlich wundern, dass dieser Debütroman hier auftaucht. Es waren definitiv nicht das Cover und der Titel, die mich zum Lesen bewogen haben, auch ...

Wer mich und meine Büchervorlieben kennt, wird sich wahrscheinlich wundern, dass dieser Debütroman hier auftaucht. Es waren definitiv nicht das Cover und der Titel, die mich zum Lesen bewogen haben, auch nicht die vom Verlag bemühten Vergleiche zu „Fack ju Göthe“ und Tommy Jaud, die ich beide nicht kenne. Ausschlaggebend war vielmehr, dass es in meinem Leben eine entscheidende Parallele zum Ich-Erzähler Timo Seidel gibt: den Quereinstieg in den Lehrerberuf. Aber nicht nur deshalb hat sich die Lektüre eindeutig gelohnt, sondern auch, weil der Autor Thorsten Steffens einerseits die intelligente Komik beherrscht und mich damit gut unterhalten hat, andererseits ernste Themen einfließen lässt, die ich hinter dem Cover gar nicht erwartet hätte. Auch wenn mir Timo Seidel im wahren Leben wegen seiner Großmäuligkeit sicher auf den Wecker gehen würde, seine Mission als „Oswald Kolle der deutschen Sprache“ und seine Kritik der „Sprachvergewaltigung“ kann ich aus tiefstem Herzen nachvollziehen. Letzteres definiert er als „das gewaltsame Zusammenfügen von Wörtern, Satzfragmenten und Lauten entgegen ihres natürlichen Auftretens ohne jegliche Berücksichtigung von Grammatik oder allgemein anerkannten Sprachregeln“, das sich besonders in öffentlichen Verkehrsmitteln unfreiwillig studieren lässt. Die entsprechende Szene war eine meiner Lieblingsstellen im Buch, ebenso wie die im Text verteilten geistreichen Definitionen schwieriger Begriffe und Neologismen à la Duden.

Die Handlung ist schnell erzählt: 28-jähriger Klugscheißer, bequem, anstrengend für seine Umgebung, intelligent aber ehrgeizlos, Mailadresse: supertimo@gmx.net, verliert aufgrund seiner großen Klappe seinen sowieso miesen Job in einem Callcenter, wo er nach dem frühen Abbruch seines Studiums hängengeblieben ist. Als ob das nicht schon genug wäre, verlässt ihn zeitgleich seine Freundin Cleo nach fünf Jahren des Zusammenlebens, weil sie endgültig die Nase voll hat von seiner Besserwisserei und seiner Weigerung, Verantwortung zu übernehmen. Kein Einkommen, Freundin, Couch und Waschmaschine weg, Angeber-BMW nicht zu halten, keine Qualifikation, demütigender Besuch bei der Arbeitsagentur – Cleos Voraussage, nach der er ohne sie keine Woche zurechtkommen würde, scheint sich zunächst zu erfüllen. Was ihm jedoch nach seinem tiefen Fall geblieben ist, sind gute Freunde. Über sie erhält der zweisprachig aufgewachsene Timo die Chance, sein Glück befristet als Englischlehrer in einer Abendrealschule zu versuchen. Obwohl er sich dort zunächst wie ein Hochstapler fühlt, findet er gut in die neue Aufgabe hinein, lässt sich sogar von den Kolleginnen helfen und bei manchem Schicksal seiner erwachsenen Schüler fehlen ihm, dem Großmaul, die Worte. Zum ersten Mal in seinem Leben hat er das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun. Reicht der Schub, um seinem Leben die entscheidende Wendung zu geben? Dafür bräuchte es viel Einsicht, aber „die Spezies Klugschießer ist mit dem Konzept der Einsicht generell nicht vertraut und muss sich diese erst mühsam aneignen“…

Eine lustige, nie alberne Komödie mit einem zunächst anstrengenden Protagonisten, der mir immer mehr ans Herz gewachsen ist. Sollte es eine Fortsetzung geben, wäre ich sicher wieder dabei, ganz unabhängig von Cover und Titel.