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Veröffentlicht am 07.12.2025

England im Mittelalter

Hiobs Brüder
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Acht von der Gesellschaft ausgestoßene Männer treffen im mittelalterlichen England schicksalhaft aufeinander.

Der Roman ist sehr gut recherchiert und enthält viele interessante geschichtliche Fakten. ...

Acht von der Gesellschaft ausgestoßene Männer treffen im mittelalterlichen England schicksalhaft aufeinander.

Der Roman ist sehr gut recherchiert und enthält viele interessante geschichtliche Fakten. Auch erhält der Leser einen guten Einblick, wie im mittelalterlichen Westeuropa mit behinderten/kranken Menschen umgegangen wurde und was es hieß, ein Adeliger oder aber ein Bauer zu sein. Auch der damalige Umgang von Katholiken und Juden miteinander wird an einigen sehr konkreten Beispielen plastisch verdeutlicht. Mich hat die Geschichte zwischendurch sehr aufgewühlt.

Ich fand gelungen, dass die Krankheiten der acht Hauptcharaktere - dem Leser aus heutiger Sicht bekannt - nicht eindeutig beim Namen genannt werden (bis auf Simons Krankheit, deren damaliger Name auftaucht), sondern diese aus Sicht eines im Mittelalter lebenden Menschen beschrieben werden.

Leider hat das Buch ungefähr in der Mitte seine Längen. Es lohnt sich aber auf jeden Fall, es zu Ende zu lesen, da es im letzten Drittel nochmals richtig spannend wird - und das bis zur letzten Seite.

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Veröffentlicht am 07.12.2025

Naivität und Emanzipation

Und die Nacht prahlt mit Kometen
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Valerie, kurz „Vie“, trifft bei einem Flohmarktbesuch auf den einige Jahre älteren Bojan und denkt sofort: „Das ist der Mann, von dem ich ein Kind bekommen werde.“ Als sie sich nach einiger Zeit zufällig ...

Valerie, kurz „Vie“, trifft bei einem Flohmarktbesuch auf den einige Jahre älteren Bojan und denkt sofort: „Das ist der Mann, von dem ich ein Kind bekommen werde.“ Als sie sich nach einiger Zeit zufällig wiedertreffen, beginnen sie eine Beziehung. Eine Beziehung, die nicht auf Augenhöhe stattfindet. Abwertung und Gewalttätigkeit bestimmen immer mehr Vies Alltag.

Es wird kapitelweise abwechselnd die Gegenwart und die Vergangenheit erzählt. Der Erzählstil des außenstehenden Erzählers ist fast schon nüchtern-kühl. Am Anfang fand ich das noch passend; schließlich kann man sich vorstellen, dass Vie genau so eine Distanziertheit benötigt, um überhaupt noch irgendwie klarzukommen. Nach einiger Zeit aber, wenn man tiefer in die Begebenheiten eintauchen möchte, wandelt sich das Kühl-Distanzierte fast schon in Oberflächlichkeit. Dadurch nahm mich das Buch nicht ganz so gefangen, wie ich es mir vorgestellt hatte.

Vie wirkt wie eine ziemlich naive Person, die leider wenig Selbstbewusstsein hat. An einer Stelle nimmt der Erzähler Bezug auf das Verhalten von Vies Eltern ihr gegenüber, als sie noch ein Baby war. Sie ließen sie „nach der Erstfütterung“ - ins Badezimmer abgeschoben - schreien. Zitat: „Nach den ersten drei Tagen war das Thema erledigt.“ Zum Glück weiß man heute dank engagierter Sozialpädagogen und Wissenschaftler, dass genau das der Psyche eines Kindes dauerhaft schaden kann. Auch wenn es im Buch nicht ausdrücklich gesagt wird, stellt der Leser hier einen Zusammenhang zu Vies Persönlichkeit her, der auch einleuchtend erscheint.

Über Bojan wird erzählt, dass er als kleiner Junge oft geweint habe, weil er sich, aus einem anderen Land stammend, in seiner neuen Heimat nicht dazugehörig gefühlt habe. Ob das eine (ausreichende) Erklärung für sein gewalttätiges und abwertendes Verhalten ist, mag jeder für sich selbst entscheiden.

Ich fand es aufgrund der Vergangenheit merkwürdig, dass Vie das Bedürfnis verspürte nachzuschauen, ob Bojan noch in seiner alten Wohnung lebte, und das auch noch mehrmals. Irgendwie widerspricht das auch dem eigentlichen Eindruck, dass Vie sich mittlerweile emanzipiert hat. Was mir Vie aber letztendlich regelrecht unsympathisch machte, war der Umstand, dass sie sich an Bojans Katze verging. Wie tief kann man sinken!

Die letzten Seiten fand ich sehr gelungen, und ich vergebe daher 3,5/5 Sterne.

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Veröffentlicht am 07.12.2025

Geschichte trifft Fantasy

Outlander – Feuer und Stein
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Die englische Krankenschwester Claire fährt kurz nach dem Zweiten Weltkrieg mit ihrem Mann Frank nach Schottland, um ihre Flitterwochen nachzuholen. Als sie eines Abends alleine spazierengeht, trifft sie ...

Die englische Krankenschwester Claire fährt kurz nach dem Zweiten Weltkrieg mit ihrem Mann Frank nach Schottland, um ihre Flitterwochen nachzuholen. Als sie eines Abends alleine spazierengeht, trifft sie auf einen Steinkreis und wird neugierig, als sie ein Stimmengewirr wahrnimmt, welches von dort zu kommen scheint. Neugierig betritt sie den Steinkreis und wird ohnmächtig. Als sie erwacht, muss sie erkennen, dass sie in der Zeit um rund 200 Jahre zurückgereist ist und zunächst für eine englische Spionin gehalten wird. Aufgrund ihres medizinischen Wissens nimmt der McKenzie-Clan sie zu sich, und Claire lernt so den Ausgestoßenen Jamie kennen, der ihre Hilfe gebrauchen kann.

Ich muss sagen, dass ich die Idee der Geschichte sehr interessant fand. Auch scheinen die historischen Fakten gut recherchiert zu sein, sodass man einiges über die damalige Zeit erfährt.

Leider empfand ich die Geschichte ab spätestens der Mitte des Buches etwas langatmig. Dass Claire während ihrer Zeitreise nun unbedingt einem Vorfahren ihres Mannes Frank begegnet, konnte ich noch - vor allem vor dem Hintergrund, dass Claire quasi zwischen zwei Zeiten hin und her gerissen ist - als nettes Gedankenspiel annehmen. Dass aber irgendwann die Handlung mehr oder weniger nur noch daraus bestand, dass - vereinfacht ausgedrückt - Claire oder Jamie bedroht/entführt wird, und der jeweils andere zwecks Rettung hinterherjagt, nur damit, sobald sie aus der Patsche waren, bald darauf alles von Neuem beginnt - nun ja, das war nicht so meins.

Zusammenfassend kann ich sagen, das Buch hat mich im Großen und Ganzen gut unterhalten, aber - auch aufgrund des eher durchschnittlichen Schreibstils - nicht dazu animiert, die Folgebände zu lesen.

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Veröffentlicht am 07.12.2025

Atmosphärisch dichter und spannender Thriller

10 Stunden tot
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Wieder einmal hat es Stefan Ahnhem mit Band 4 der Thriller-Reihe um den Ermittler Fabian Risk geschafft, den Leser auf eine fordernde Reise, um nicht zu sagen Achterbahnfahrt, mitzunehmen und in den Bann ...

Wieder einmal hat es Stefan Ahnhem mit Band 4 der Thriller-Reihe um den Ermittler Fabian Risk geschafft, den Leser auf eine fordernde Reise, um nicht zu sagen Achterbahnfahrt, mitzunehmen und in den Bann zu ziehen.

Die Handlung erstreckt sich über mehrere Zeitebenen und springt in einem Höllentempo von einem Strang zum anderen. Man muss sehr gut aufpassen, um der Entwicklung der Geschichte folgen zu können. Es hilft, wenn man einen Überblick über das Ermittler-Team aus den vorherigen Bänden (1. Und morgen du, 2. Herzsammler, 3. Minus 18 Grad) hat. Sonst kann es leicht passieren, dass man einen wichtigen Hinweis überliest oder nicht richtig zuordnet.

Da auch Seiten an den Hauptfiguren zum Vorschein kommen, die die Haupthandlung nur bedingt beeinflussen, erhalten diese zusätzliche Tiefe, was sie sehr lebendig erscheinen lässt.

Der Autor versteht es gut, eine atmosphärisch dichte Szenerie aufzubauen, bei der man mit den jeweils handelnden Personen unmittelbar mitfiebert, mitunter selbst bei dem/n Mörder/n, speziell beim Würfler.

Auch wenn es bis zum Schluss spannend bleibt, find ich das Ende irgendwie unbefriedigend, weshalb es einen Stern Punktabzug von mir gibt.

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Veröffentlicht am 07.12.2025

Ein modernes Wintermärchen

Ein Geschenk von Bob
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Dritter und bisher letzter (Erwachsenen-)Band der Bob-Reihe. Bowen fasst einige wenige Szenen aus Bob, der Streuner und Bob und wie er die Welt sieht kurz zusammen (sodass man dieses Buch auch ohne Vorkenntnisse ...

Dritter und bisher letzter (Erwachsenen-)Band der Bob-Reihe. Bowen fasst einige wenige Szenen aus Bob, der Streuner und Bob und wie er die Welt sieht kurz zusammen (sodass man dieses Buch auch ohne Vorkenntnisse lesen kann) und führt dafür (vornehmlich Weihnachts-)Szenen, die in den ersten beiden Bänden zu kurz kamen, näher aus.

Bowen beschreibt sehr nachvollziehbar seine Probleme, über die Feiertage zu kommen, und auch die sich wandelnde Stimmung seiner Kunden sowie ein paar spannende Vorfälle in dieser Zeit. Was sich unspektakulär anhört, resultiert in einem modernen, authentischen Weihnachtsmärchen ohne Kitsch, das mitunter an Dickens Eine Weihnachtsgeschichte erinnert.

Fazit: Wer ein wärmendes Weihnachtsbuch verschenken oder selbst lesen möchte, ist mit diesem Buch gut beraten!

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