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Veröffentlicht am 24.10.2020

Du bist eine von vielen

Einzig
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Teva ist ein 16-jähriges Mädchen, welche zur Schule geht, dort versucht gute Noten zu bekommen, einen Freund hat, mit dem sie zusammen ist und hat eine beste Freundin.

Alles in allem wirkt sie ganz normal, ...

Teva ist ein 16-jähriges Mädchen, welche zur Schule geht, dort versucht gute Noten zu bekommen, einen Freund hat, mit dem sie zusammen ist und hat eine beste Freundin.

Alles in allem wirkt sie ganz normal, aber ihr Leben und sie selbst sind alles andere als normal. Teva, oder auch Tee, ist nicht einzigartig, sondern es gibt viele von ihr. Verbunden in der gleichen DNA und verbunden in gemeinsamen Erinnerungen. Wer an dieser Stelle denkt: Was erzählt die da? Ja das dachte ich mir auch, wie ich das Buch las.

Ich habe meine Zeit gebraucht, um es zu verstehen und daher kann man es sich so vorstellen, und keine Sorge es ist kein Spoiler: Du lebst ein Jahr lang in deinem Körper, gehst zur Schule und lebst dein Leben. Aber du wächst nicht wie andere Kinder immer weiter, sondern nur bis zur Nacht deines nächsten Geburtstags. Dann zweigt sich aus deinem Körper heraus die nächste Version von dir. Bisschen Scene Fiction mäßig, aber so müsst ihr euch das vorstellen. Diese neue Version erhält alle deine Erinnerungen und wächst wieder ein Jahr lang, bevor auch ihr das nächste passiert. Dieser Prozess der Teilung ist schmerzhaft für den zurückbleibenden Körper und der neue hat mit Hautproblemen zu kämpfen.

Die neue Version nimmt dann den Platz der alten ein. So erleben wir nun das Leben der 16jährigen Teva und wie ihr Alltag und ihre damit verbundenen Probleme sind. Denn davon hat sie einige. Sie lebt mit ihrer Mutter und den anderen „Kindern“ zusammen in einem Haus, welches als das Hexenhaus bezeichnet wird. Weil niemand von der Problematik wissen darf, sind die Kinder alle im Haus eingesperrt.

Herausstechen aus der Gruppe dieser tun die 6-Jährige, welche ständig die Tapete im Flur von der Wand abkratzt. Die beiden 12 und 13-jährigen welche sich zusammengetan haben und Teva das Leben schwer machen sowie das Oberbiest Fünfzehn. Hier wird diese auch nur mit dem Namen Fünfzehn bezeichnet. Diese hat für die Noten gesorgt welche Teva nun hat und hat sich in ihrer aktiven Zeit eine Beziehung zu Ollie aufgebaut. Sie liebt den Jungen über alles und kann nun auch nach einem halben Jahr der Trennung zu ihm nicht aufhören ihn sehen zu wollen. Denn dieser geht ja nun mit ihrer Schwester und weiß von der ganzen Geschichte nichts. Somit hängt täglich der Haussegen schief.

Die Mutter ist überfordert und verschließt die Augen vor den ganzen Problemen. Als Schriftstellerin versucht sie über die Runden zu kommen und hat sich damit einen Job zugelegt, wo sie nicht vor die Türe gehen muss. Denn die Kinder alleine zu Hause zu lassen ist ihr nicht möglich.

Warum jedes Jahr eine neue Teva entsteht wird von ihr nicht erklärt. Sie versucht den Kindern einen normalen Alltag im Haus zu bescheren, macht aber mehr den Eindruck sich von allem distanzieren zu wollen.

In der Schule muss derweilen Teva die Rolle der Freundin von Ollie spielen und gleichzeitig für ihre beste Freundin Maddy da sein. Diese ahnt ebenfalls nicht, dass sie bereits acht verschiedene Tevas zur Freundin hatte. Zudem sie die Chance hat ein Modestudium anzufangen. Aber wozu, wenn man in einem halben Jahr wieder weg ist? Dann passiert das Unfassbare, das bereits verfrüht ein Fingernagel und danach ein Finger versuchen, den Weg aus Teva zu finden. Viel zu früh und nie fand so eine Teilung statt.

Nun steht für sie alles auf dem Spiel. Sie muss die Beziehung zu Ollie halten. Maddy als beste Freundin am Ball halten. Den Zugang zum Studium bekommen. Versuchen die Teilung zu verhindern und wäre es nicht schon schwer genug zu verhindern das das Geheimnis verfrüht ans Licht kommt. Somit versucht Teva es mit einem Blog im Internet und der Hoffnung es findet sich ein Arzt, der ihr helfen kann.

Ich weiß, dass war nun echt viel Text, umreißt aber nur grob den Inhalt der Geschichte. Das Geschehen wird vollständig aus der Sicht von Teva erzählt und zeigt wie sehr das Mädchen Angst hat vor dem was passiert und wie weit sie in dieser Situation geht, um sich selbst zu helfen. Denn es ist ja sonst niemand da. Die Mutter kann man vergessen, welche bei mir auch nur Hass ausgelöst hat. Denn man versteht ihr Beweggründe, aber wie so oft werden diese falsch verarbeitet.

Die Geschichte hat leider zu oft den Punkt das Mutter und Tochter sich streiten, zu oft die Probleme von Teva welche an der gleichen Stelle wiederholt werden (Ollie), so dass es stellenweise etwas langweilig wurde.

Wäre nicht der Faktor der menschlichen Teilung, wäre es nen klassischer Jugendroman mit normalen Alltagsproblemen.

Zum Ende bekam das Buch nochmal Fahrt auf und man erfährt was hinter der Multiplikation steckt. Hier hätte ich mich gefreut, wäre man nochmal stärker auf die Thematik der Gene eingegangen.

An sich ist es nen Jugendbuch was man lesen kann, aber nichts verpasst wenn man es nicht gelesen hat.

Veröffentlicht am 24.10.2020

Ich bin zu jung oder die Story ist zu alt

Es muss dunkel sein, damit man die Sterne sieht
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Ria ist jung und steht mit beiden Beinen im Leben. Dann stirbt ihr Vater. Dann ist nichts mehr wie vorher.

Ganz zum Anfang des Buches lernen wir Ria kennen, aus deren Sicht das Buch spielt. Sie packt ...

Ria ist jung und steht mit beiden Beinen im Leben. Dann stirbt ihr Vater. Dann ist nichts mehr wie vorher.

Ganz zum Anfang des Buches lernen wir Ria kennen, aus deren Sicht das Buch spielt. Sie packt alles was sie gegriffen bekommt in einen Rucksack, rennt raus in den Straßenverkehr, baut beinahe Unfälle um dann bei einem alten großen VW Bus zu landen. Dieser Bus wird schön im Buch unten als fahrender Bus wie in einem Daumenkino mit dem Verlauf der Geschichte von links nach rechts im Buch mitfahren.

Im Bus treffen wir auf vier ältere und sehr unterschiedliche Frauen. Mit Hilfe eines genau detailierten Plans haben alle vier Frauen feste Ziele von Frankreich über Italien bis Spanien. Jede von Ihnen treibt die Vergangenheit und vlt auch ein bisschen die Zukunft dorthin.

Oma Charlie, mit richtigem Namen Charlotte, ist die Oma von Ria. Sie kennt ihre Enkelin schon deren ganzes Leben lang und weiß warum Ria völlig neben sich steht und einfach so in den Bus springt und entscheidet mitfahren zu wollen. Ihr Grund für die Fahrt liegt in einer sehr weiten Vergangenheit und ob sie das erleben wird was sie sich vorstellt, will ich hier nicht verraten.

Hildie verschlingt jedes Buch und lebt in diesen mehr als in der richtigen Welt. Sie liest während der Fahrten vor und zitiert aus allen möglichen Werken aus allen Epochen. Leider ist dies etwas gewesen, was mich immens genervt hat und den Lesefluss stellenweise sehr stark unterbrochen hat. Ansonsten ist sie als Person sehr positiv aufgefallen. Wie alle Charaktere hat auch sie eine nicht so schöne Vergangenheit welche mit der Zeit aufgedeckt wird und wieso sie so sehr an ihren Büchern hängt.

Margot kennt Ria bereits, aber nicht so wie sie jetzt aussieht und wirklt. Margot vom Krebs gezeichnet, ist die einzige der Damen welche nicht mit dem Bus fahren kann und sonst auch eher der ruhige Part der Gruppe ist. Hier hat Ria mächtig Probleme zu verstehen, warum ein so kranker Mensch eine solche Reise unternimmt.

Frau Lensker ist der etwas "Miesepetrige" Charakter welche sofort mal klar stellt wo der Hase lang läuft und wie die Planung der nächsten Wochen aussieht. Am Anfang ein schwieriger Fall welcher mit der Zeit aber echt zu Sympahtien heranwächst. Gerade sie bringt noch einen weitern "Gast" mit in den Bus worüber man doch hier und da schmunzeln kann.

Über Ria erfährt man so erstmal nicht viel ausser das sie das Studium geschmiessen hat, der Vater gerade im Krankenhaus verstorben ist und sie in Rückblenden an die schöne Zeit mit ihm denkt.



Ich bin persönlich kein großer Romanleser und mir hat das Buch persönlich nicht sehr gefallen. Die Charaktere sind mal besser mal schlechter beschrieben und mal sympathischer und mal weniger symphatisch. Die Sinnkrise von Ria ist echt nervig, und für ne Ü18-jähirge benimmt sie sich oft wie ne 12jährige.Die Zitate und das Gerede von Büchern fand ich sehr langweilig und langatmig. Hin und wieder gab es dann Eindrücke aus den Städtchen A oder B wo sich die Gruppe gerade aufhält. Die Gründe für die Frauen diese Reise zu vollziehen sind alle wahnsinnig Unterschiedlich und waren für mich das Interessanteste am ganzen Buch. Von den 350 Seiten hätte man aber locker auf 200 runter reduzieren können da vieles einfach sehr oft wiederholt wird, wie Rias unberechenbaren 5 Minuten hier und da, und somit die Story einfach nur langsam und träge wirkt.

Veröffentlicht am 24.10.2020

Politik in ihrer schlimmsten Form und leider alles andere als utopisch

Exit Now!
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Wir befinden uns im Großbritannien, wenige Jahre in der Zukunft. Der Brexit hat ins Land Einzug genommen und alles für alle auf den Kopf gestellt. Menschen mit akademischem Titel und Einstellungen haben ...

Wir befinden uns im Großbritannien, wenige Jahre in der Zukunft. Der Brexit hat ins Land Einzug genommen und alles für alle auf den Kopf gestellt. Menschen mit akademischem Titel und Einstellungen haben ihre Jobs verloren. Viele hungern. Die Reichen und Mächtigen regieren das Land.

Sam ist die 15-jährige Tochter eines einflussreichen Politikers. Wegen ihrer schlechten Schulnoten bekommt sie von Ava, 17 Jahre alt, Nachhilfe. Die beiden Mädchen stellen fest das sie als gemeinsame Leidenschaft das Zeichnen verbindet. Aber damit hört es auch auf. Avas Vater war mal an der Uni eingestellt, nun fährt er Taxi. Die Mutter welche das Land wegen dem Brexit verlassen musste. Aber die beiden Mädchen mögen sich.

Aber ihr Leben soll auf eine harte Probe gestellt werden. Immer mehr Anschläge durch die Gruppe A4A sorgen für Unruhen und Verhaftungen auf den Straßen. Als Avas Vater stirbt bricht für sie eine Welt zusammen. Sie findet Unterschlupf bei Sams Familie. Aber sie stellt schnell fest wie die Politik in dieser Familie an erster Stelle steht.

Eine Entwicklung entsteht, wo niemand mehr sicher ist. Die Meinungsfreiheit stirbt, die Kommunikation wird eingeschränkt, die Demokratie stirbt und nicht nur diese…

Das Buch überzeugt mit kleinen, sehr schnell gelesenen Kapiteln. Verbindet die Freundschaft der Mädchen als positives Bild auf der einen Seite mit einer in sich zerbrechenden Welt auf der anderen. Menschen, die ihre Grundrechte verlieren, weil die Herrscher Angst haben und die Kontrolle über ihre Fehlentscheidung nicht selbst tragen wollen. Ein Politikthriller so aktuell und so jung geschrieben, dass wir alle Sorgen tragen müssen, das der Brexit wirklich in diese Richtung tendieren könnte.

Für mich eins der besten Bücher des Jahres 2019 und für alle Leser ab 16 Jahren ein absolutes Muss.

Veröffentlicht am 24.10.2020

Sehr emotional geschrieben - Hammer

Extrem laut und unglaublich nah
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Ich weiß erlich gesagt nicht wo ich anfangen soll.
Ein Buch was so emotional ist, einen so sehr ins Herz trifft und stellenweise fast die Tränen in die Augen trieb. Worum es im Buch geht brauch ich nicht ...

Ich weiß erlich gesagt nicht wo ich anfangen soll.
Ein Buch was so emotional ist, einen so sehr ins Herz trifft und stellenweise fast die Tränen in die Augen trieb. Worum es im Buch geht brauch ich nicht schreiben, da es oben schon sehr gut zusammengefasst wurde.

Ich hab am Anfang etwas Zeit gebraucht um mit Oskar, einem neunjährigen, in sich zurückgezogenen Kind Kontakt aufzubauen. Aber nach und nach, kann man gar nicht anders, als mit ihm mitzufühlen. Über den Verlust des Vaters, die Frage nach dem warum und ob man etwas hätte ändern können.

Seine Reise durch die Stadt, wo er Menschen mit dem einen gleichen Nachnamen aufsucht, auf der Suche nach einer Antwort, wozu der Schlüssel gehört. Es war lustig, traurig, tiefgründig.

Die Briefe welche mehrere Erlebnisse seiner Eltern und Großeltern wiederspiegeln haben mich am Anfang etwas verwirrt, da man im Hörbuch schonmal abschweift und dann nochmal nachhören musste wer der oder die besagte Briefeschreiber war. Aber auch hier war recht schnell der rote Faden gefunden und die Erlebnisse waren so schön wie auch teilweise erschrecken, erlich und gnadenlos. Man verspürte MItleid so wie auch Freude.

Ich könnte so viel schreiben, käme aber nicht annähernd an das heran was dieses Buch mit sich bringt.

Liest es, hört es euch an. Egal was ihr macht, nimmt euch Zeit und Ruhe dafür. Mich hat es begeistert und Tränen hab ich sonst nie bei einem Buch, höchstens beim Ende vom Letzten Einhorn

Veröffentlicht am 24.10.2020

Sektenmord oder doch Serienmörder?

Der Schmerzsammler
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Dieser Krimi hat sich zur Aufgabe gemacht, den Leser mal so richtig an der Nase rumzuführen. Das Buch wird in den meisten Abschnitten von der Profilerin und Sektenexpertin des LKA Düsseldorf, Fran Miller ...

Dieser Krimi hat sich zur Aufgabe gemacht, den Leser mal so richtig an der Nase rumzuführen. Das Buch wird in den meisten Abschnitten von der Profilerin und Sektenexpertin des LKA Düsseldorf, Fran Miller erzählt. Diese ist eine taffe Polizistin, welche im Leben schon so einige Hürden nehmen musste. Wir erfahren von ihrem sehr schlechten Verhältnis zu ihrem Vater und das angeknackste Verhältnis zu Schwester und Mutter. Hier ist die taffe Polizistin sehr kleinlaut, was mir persönlich gar nicht zugesagt hat. Auf der Arbeit ist sie die Expertin und erfreut sich, wenn mal Arbeit reinkommt, die ihr Wissen verlangt. Wobei sie natürlich Mitleid mit den Opfern empfindet. Als man erfährt das es mehrere Messen mit Blut auf dem Friedhof gab, wendet man sich an sie. Die Ermittlungen gelangen richtig in Fahrt, als dann die ersten toten und gefolterten Opfer erscheinen.

Wir lesen aus der Sicht von Lars Rüttgen, dass dieser der Anführer einer Sekte ist und einen weiteren Jungen und zwei Mädels ihm unterworfen sind. Hühner werden geköpft, Blut getrunken und unter Drogen vergewaltigt er eines der Mädchen, damit sie Lucifer austrägt. Er fliegt von der Schule und wird auf Grund der Drohung gegen eine Lehrerin für die Polizei präsent. Aber ist er in der Lage Menschen zu töten und deren Rücken zu markieren?

Aber da ist noch die dritte Person, welche uns unbekannt bleibt, die erzählt was ihr gefällt. Und das ist Fran.

Der Krimi lässt bis zum Ende die Frage offen, wer nun wen getötet hat und ob es alles aufgrund von religiösen Fanatismus passiert ist.

Die Geschichte hat leider ihre Längen und ich fand, es fehlte auch der Biss in der ganzen Zeit. Fran Miller als Charakter war ok, aber nicht herausragend. Besonders nicht, wenn man sich als erwachsene Frau von seinen Vater schikanieren lässt.

Das Ende war dann noch sehr übertrieben und mir tut sie leid, denn da hat man schon übertrieben.

Alles in allem kein Krimi der sich wirklich zu lesen gelohnt hätte.