Platzhalter für Profilbild

Bisco

Lesejury Star
online

Bisco ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Bisco über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.10.2020

Eine perfekte Fortsetzung

Die Zeuginnen
0

Bei „Die Zeuginnen“ handelt es sich um eine Fortsetzung einer Reihe, welche vor über 30 Jahren erschienen ist und in den letzten Jahren erfolgreich als Serie verfilmt wurde. In der Geschichte „Der Report ...

Bei „Die Zeuginnen“ handelt es sich um eine Fortsetzung einer Reihe, welche vor über 30 Jahren erschienen ist und in den letzten Jahren erfolgreich als Serie verfilmt wurde. In der Geschichte „Der Report der Magd“ erlebten wir das Schicksal der Magd Desfred, welches in den totalitären Schreckensstaat Gilead entführ wurde, um hier als Gebermaschine zu dienen.

Dieses Buch spielt nun 15 Jahre später nach diesen Ereignissen. Die Kapitel bestehen aus drei verschiedenen Sichtweisen.

Ein der Erzählstränge ist der von Tante Lydia, welche ein Manuskript führt über die Geschichte wie sie zu Gilead kam und dort zur mächtigsten Frau wurde. Entführt wurde, erniedrigt und sich dann hochgearbeitet hat. Sie wusste sie muss sich fügen, um zu überleben, aber sie wusste von Anfang an, dass alles was da passiert nicht richtig ist. So hat sie ihr Ziel vor Augen. Dabei geht sie skrupellos vor, weil es nicht immer anders handeln kann, aber anders als in den Vorgänger Büchern erfährt man, welche Seite sie noch in sich trägt. Und so sehr ich sie als unsympathisch und die schlimmste empfand, so zeigt das Buch wer Tante Lydia wirklich ist und wie sehr sie ihre Mädchen liebte. Ihr Zeichen ist das der Füllerspitze, es war also immer erkennbar, wann wir die Sichtweise von ihr gelesen haben.

Die zweite wurde ersichtlich durch ein Mädchen mit Haube. Es handelt sich um eine Zeugenaussage markiert mit der 369A. Es handelt sich um Agnes. Ein junges Mädchen, geboren in Gilead und somit einem Kind was kein anderes Leben als dieses kennen gelernt hat. Ihr Vater ein hoch anerkannter Kommandant und eine tolle Mutter. Als Agnes dann ihre erste Tage bekommt steht bereits fest das sie heiraten soll. Aber dies ist nicht der Wunsch von ihr und Agnes entscheidet sich eine Tante zu werden. So erleben wir die Welt eines Mädchens und später eine Tante von Gilead, die anders als Tante Lydia dort geboren wurde.

Der dritte Erzählstil ist ebenfalls eine Zeugenaussage. Diese ist markiert mit einem Mädchengesicht und gehört dem Mädchen Daisy aus Kanada. Abgesehen davon das die Eltern Widerstandskämpfer von dem Staat und der Entführung von Mädchen sind, lebt sie ein normales Leben und ist eigentlich weit weg von all dem. Doch es soll sich alles für sie ändern, als sie Undercover in den Männerstaat geschickt wird.

Ich fand die Geschichte einfach nur wahnsinnig gut gemacht. Sie knüpft so anstandslos super an den „Report der Magd“ und zeigt uns, wie es nach dieser Geschichte weitergeht. Weg von Desfred und mehr in den Hintergrund, wo man sieht wer die Fäden zieht. Was mit Frauen passiert, die nicht gehorchen, wie schnell Ehefrauen getauscht werden, was mit ungehorsamen Kindern passiert.

Für mich die beste Fortsetzung welche ich seit langem gelesen habe und ein Muss für jeden Fan der Reihe.

Veröffentlicht am 24.10.2020

Außergewöhnlich und sehr spannend

Dunkler Wahn
0

Du weißt nicht wer sie ist. NIcht wie sie heißt. Woher sie dich kennt. Aber sie kennt dich und sie will dich, ob du willst oder nicht.

Thriller wo eine psychische Störung vorliegt, sind ja genau meins. ...

Du weißt nicht wer sie ist. NIcht wie sie heißt. Woher sie dich kennt. Aber sie kennt dich und sie will dich, ob du willst oder nicht.

Thriller wo eine psychische Störung vorliegt, sind ja genau meins. So war für mich „Dunkler Wahn“ ein Buch ganz nach meinem Geschmack.

Wir lernen den Psychiater Jan Forstner kennen. In seinem Beruf angesehen und sehr beliebt hat er den Bau einer weiteren Klinik erreicht. Auch privat läuft es gut mit einer Frau, welche ihm viel bedeutet. Umso erstaunter war er, dass er auf einmal rote Rosen in die Klinik geschickt bekommt und diese nicht von ihr stammen.

Dann meldet sich noch ein bekannter Journalist bei ihm, welcher mit ihm über eine psychisch kranke Frau in Blond mit ihm reden will. Dieser wird aber nur kurze Zeit später tot aufgefunden, bevor es überhaupt so weit kommt.

In einer kleinen Kirche erfährt derweilen ein Pfarrer die Beichte einer jungen Frau, welche einen Mord begeht. Sein Schweigegelöbnis bringt ihn schier um den Verstand.

Wie dies alles zusammenhängt, wird erst nach und nach an Licht kommen.

Spannend war die Geschichte alle mal und welche Erkrankung dahinter steckt ebenfalls. Nur nach der Auflösung zog sich das Buch ein bisschen. Ansonsten hat man, sobald der Einstige da war, es gerade zu verschlungen. Zu sehr ist die Neugier da, was es mit allen Personen auf sich hat und wer die Frau in Blond ist.

Einer der besten Thriller für mich in diesem Jahr.

Veröffentlicht am 24.10.2020

Die Kraft der Liebe kann Leben bewegen

Ein ganzes halbes Jahr
0

Es gibt Bücher, die einen so sehr in Erinnerung bleiben, selbst Jahre nach dem Lesen, einen so sehr in ihrer Geschichte fesseln und so emotional mitgenommen haben, dass man sie nie vergessen wird. Ein ...

Es gibt Bücher, die einen so sehr in Erinnerung bleiben, selbst Jahre nach dem Lesen, einen so sehr in ihrer Geschichte fesseln und so emotional mitgenommen haben, dass man sie nie vergessen wird. Ein solches Buch ist dieses hier.

Wir lernen Louisa kennen. Jung, freundlich, ein offener Mensch. Sie arbeitet in einem Café und hat ihr winziges Zimmer bei ihren Eltern. Das Geld, um auszuziehen reicht nicht und ihre Eltern sind zudem auf ihre Unterstützung angewiesen. Louisa ist speziell. Ihre Kleiderauswahl und ihre offene Art sind nicht für jedermann das richtige. Als sie ihren Job verliert stürzt erstmal alles über ihr zusammen. Die Eltern brauchen jeden Cent, welchen sie mitbringt und alle Jobs, welche ihr offen stehen würden, passen nicht. Bis sie die Möglichkeit bekommt einem Mann, der im Rollstuhl steht, als Begleiterin für den Alltag beizustehen. Vom Tee kochen, über Vorlesen, über den Haushalt bis zum Einkaufen. Erstmal eine unmögliche Vorstellung, aber der Lohn, der ihr versprochen wird, ist immens hoch und somit kann sie nicht nein sagen.

Will ist der Mann im Rollstuhl. Durch einen Unfall ist der Sportfan querschnittsgelähmt und auf ständige Hilfe angewiesen. Die Pflege erfolgt durch den Pfleger Nathan. Andere Betreuer hat er durch seine negative Umgangsweise alle verscheucht. Seine Eltern sind am Verzweifeln. Ein misslungener Selbstmordversuch bringt diese an die Grenze ihrer Kräfte und dem was sie noch tun können.

So treffen die Frau mit den unmöglichen Outfits, auf dem Mann im Rollstuhl, der immer top gekleidet ist. Anstand und Manieren auf das lose und unkonventionelle Denken von Louisa. Wir erfahren wie es zum Unfall kam, was er alles dadurch verloren hat. Wie seine Zukunft geplant gewesen ist und dass er nun keinen Sinn mehr in seinem Leben sieht. Aber Louisa will das nicht hinnehmen. Sie kämpft für ihn mit und reißt ihn Stück für Stück daraus, aber schafft sie es rechtzeitig?

Ein Buch mit so viel Tiefgang, Emotionen, von weinen über lachen. Es ist für mich ein modernes Märchen mit Dramatik und der Frage wie das eigene Leben aussehen würde, wenn ein solcher Unfall meines verändern würde. Für mich ist dieses Buch ein absolutes Muss und jeder sollte es gelesen haben. Zu wissen das es Menschen gibt, die an einen glauben, einen lieben und niemals gehen lassen wollen, dies macht für mich diese Geschichte so wunderbar.

Veröffentlicht am 24.10.2020

Kann man lesen

Einer wird sterben
0

„Einer wird sterben“ ist ein Psychothriller, welcher nicht viel Setting braucht, um uns in eine düstere und beängstigende Stimmung zu bringen.

Die Geschichte spielt in der Gegenwart, mit kleinen Ausflügen ...

„Einer wird sterben“ ist ein Psychothriller, welcher nicht viel Setting braucht, um uns in eine düstere und beängstigende Stimmung zu bringen.

Die Geschichte spielt in der Gegenwart, mit kleinen Ausflügen in die Vergangenheit der Hauptcharakterin und einem vorgefallenen Unfall welcher Bestandteil der Geschichte ist.

Stella und Paul Johannsen, verheiratet, leben in einer Villa in einer ruhigen Straße mit Wendehammer. Von pensioniertem Lehrer mit kranker Frau, einem Apothekenehepaar mit zwei Jugendlichen Kindern, einem nervtötenden Möchtegern-Scherif und einem Paar welches ein Haus mit Luxuswohnungen im Bau ist die Nachbarschaft bunt gemischt.

Was die Nachbarn nicht wissen, ist das Geheimnis um die Nacht, wo Pauls erste Frau bei einem Autounfall umgekommen ist und der Unfall von ihm verursacht wurde. Stella behauptet steif sie war damals den Wagen gefahren und die Ex ist wegen ihr bei einem Autounfall gestorben. Paul als Pilot, wäre sofort seine Fluglizenz losgeworden. So leben beide mit der Lüge und hoffen niemand weiß davon. Aber es gibt jemanden, denn es gibt ein Video, welches vor Jahren bereits in ihrem Briefkasten lag.

Nun, kurz nachdem Paul einen längeren Flug angetreten ist treten sonderbare Ereignisse auf und Stella befürchtet das jemand das Geheimnis aufgedeckt hat. Panisch im Haus versucht sie der Wahrheit zu entfliehen und sieht in jedem ihrer Nachbarn einen Mitwisser.

Alles in allem ist ein solider Psychothriller, welcher mit der Angst von Stella spielt. Die Angst das jemand das Geheimnis erfahren könnte und sie somit Paul verliert. Von Paul erfahren wir sehr wenig, da er mit Abwesenheit als Pilot glänzt. Stella merken wir, ist sehr vielschichtig in ihrer Persönlichkeit. Den Nachbarn traut man fast alles zu. Gerade wenn es um die eigene Haut geht.

Ein Buch welches man nebenbei mal lesen kann. Das Ende kommt wenig überraschend, alles in allem aber ganz gut.

Veröffentlicht am 24.10.2020

Du bist eine von vielen

Einzig
0

Teva ist ein 16-jähriges Mädchen, welche zur Schule geht, dort versucht gute Noten zu bekommen, einen Freund hat, mit dem sie zusammen ist und hat eine beste Freundin.

Alles in allem wirkt sie ganz normal, ...

Teva ist ein 16-jähriges Mädchen, welche zur Schule geht, dort versucht gute Noten zu bekommen, einen Freund hat, mit dem sie zusammen ist und hat eine beste Freundin.

Alles in allem wirkt sie ganz normal, aber ihr Leben und sie selbst sind alles andere als normal. Teva, oder auch Tee, ist nicht einzigartig, sondern es gibt viele von ihr. Verbunden in der gleichen DNA und verbunden in gemeinsamen Erinnerungen. Wer an dieser Stelle denkt: Was erzählt die da? Ja das dachte ich mir auch, wie ich das Buch las.

Ich habe meine Zeit gebraucht, um es zu verstehen und daher kann man es sich so vorstellen, und keine Sorge es ist kein Spoiler: Du lebst ein Jahr lang in deinem Körper, gehst zur Schule und lebst dein Leben. Aber du wächst nicht wie andere Kinder immer weiter, sondern nur bis zur Nacht deines nächsten Geburtstags. Dann zweigt sich aus deinem Körper heraus die nächste Version von dir. Bisschen Scene Fiction mäßig, aber so müsst ihr euch das vorstellen. Diese neue Version erhält alle deine Erinnerungen und wächst wieder ein Jahr lang, bevor auch ihr das nächste passiert. Dieser Prozess der Teilung ist schmerzhaft für den zurückbleibenden Körper und der neue hat mit Hautproblemen zu kämpfen.

Die neue Version nimmt dann den Platz der alten ein. So erleben wir nun das Leben der 16jährigen Teva und wie ihr Alltag und ihre damit verbundenen Probleme sind. Denn davon hat sie einige. Sie lebt mit ihrer Mutter und den anderen „Kindern“ zusammen in einem Haus, welches als das Hexenhaus bezeichnet wird. Weil niemand von der Problematik wissen darf, sind die Kinder alle im Haus eingesperrt.

Herausstechen aus der Gruppe dieser tun die 6-Jährige, welche ständig die Tapete im Flur von der Wand abkratzt. Die beiden 12 und 13-jährigen welche sich zusammengetan haben und Teva das Leben schwer machen sowie das Oberbiest Fünfzehn. Hier wird diese auch nur mit dem Namen Fünfzehn bezeichnet. Diese hat für die Noten gesorgt welche Teva nun hat und hat sich in ihrer aktiven Zeit eine Beziehung zu Ollie aufgebaut. Sie liebt den Jungen über alles und kann nun auch nach einem halben Jahr der Trennung zu ihm nicht aufhören ihn sehen zu wollen. Denn dieser geht ja nun mit ihrer Schwester und weiß von der ganzen Geschichte nichts. Somit hängt täglich der Haussegen schief.

Die Mutter ist überfordert und verschließt die Augen vor den ganzen Problemen. Als Schriftstellerin versucht sie über die Runden zu kommen und hat sich damit einen Job zugelegt, wo sie nicht vor die Türe gehen muss. Denn die Kinder alleine zu Hause zu lassen ist ihr nicht möglich.

Warum jedes Jahr eine neue Teva entsteht wird von ihr nicht erklärt. Sie versucht den Kindern einen normalen Alltag im Haus zu bescheren, macht aber mehr den Eindruck sich von allem distanzieren zu wollen.

In der Schule muss derweilen Teva die Rolle der Freundin von Ollie spielen und gleichzeitig für ihre beste Freundin Maddy da sein. Diese ahnt ebenfalls nicht, dass sie bereits acht verschiedene Tevas zur Freundin hatte. Zudem sie die Chance hat ein Modestudium anzufangen. Aber wozu, wenn man in einem halben Jahr wieder weg ist? Dann passiert das Unfassbare, das bereits verfrüht ein Fingernagel und danach ein Finger versuchen, den Weg aus Teva zu finden. Viel zu früh und nie fand so eine Teilung statt.

Nun steht für sie alles auf dem Spiel. Sie muss die Beziehung zu Ollie halten. Maddy als beste Freundin am Ball halten. Den Zugang zum Studium bekommen. Versuchen die Teilung zu verhindern und wäre es nicht schon schwer genug zu verhindern das das Geheimnis verfrüht ans Licht kommt. Somit versucht Teva es mit einem Blog im Internet und der Hoffnung es findet sich ein Arzt, der ihr helfen kann.

Ich weiß, dass war nun echt viel Text, umreißt aber nur grob den Inhalt der Geschichte. Das Geschehen wird vollständig aus der Sicht von Teva erzählt und zeigt wie sehr das Mädchen Angst hat vor dem was passiert und wie weit sie in dieser Situation geht, um sich selbst zu helfen. Denn es ist ja sonst niemand da. Die Mutter kann man vergessen, welche bei mir auch nur Hass ausgelöst hat. Denn man versteht ihr Beweggründe, aber wie so oft werden diese falsch verarbeitet.

Die Geschichte hat leider zu oft den Punkt das Mutter und Tochter sich streiten, zu oft die Probleme von Teva welche an der gleichen Stelle wiederholt werden (Ollie), so dass es stellenweise etwas langweilig wurde.

Wäre nicht der Faktor der menschlichen Teilung, wäre es nen klassischer Jugendroman mit normalen Alltagsproblemen.

Zum Ende bekam das Buch nochmal Fahrt auf und man erfährt was hinter der Multiplikation steckt. Hier hätte ich mich gefreut, wäre man nochmal stärker auf die Thematik der Gene eingegangen.

An sich ist es nen Jugendbuch was man lesen kann, aber nichts verpasst wenn man es nicht gelesen hat.