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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.10.2018

Verstörend und fesselnd

Bösland
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Inhalt:

Sommer 1987. Auf dem Dachboden eines Bauernhauses wird ein Mädchen brutal ermordet. Ein dreizehnjähriger Junge schlägt sieben Mal mit einem Golfschläger auf seine Mitschülerin ein und ...

Inhalt:

Sommer 1987. Auf dem Dachboden eines Bauernhauses wird ein Mädchen brutal ermordet. Ein dreizehnjähriger Junge schlägt sieben Mal mit einem Golfschläger auf seine Mitschülerin ein und richtet ein Blutbad an. Dreißig Jahre lang bleibt diese Geschichte im Verborgenen, bis sie plötzlich mit voller Wucht zurückkommt und alles mit sich reißt: Der Junge von damals mordet wieder …

Meinung:

Im Buch lernen wir Ben kennen, der von seinem Vater regelmäßig brutal misshandelt wird. Mit 13 wird er in eine Anstalt eingewiesen, da er ein Mädchen auf dem Dachboden seines Elternhauses umgebracht haben soll. Dort hat sich ein paar Jahre zuvor sein Vater das Leben genommen. Viele Jahre später ist Ben wieder frei und versucht seine Kindheit und das Geschehene mithilfe einer Therapeutin aufzuarbeiten. Plötzlich tritt auch sein Freund aus der Jugend "Kux" wieder in sein Leben. Als die besagte Therapeutin erschlagen in ihrer Praxis gefunden wird, erhärtet sich der Verdacht gegen Ben erneut gemordet zu haben.

Ich kenne den Autor durch seine Totenfrau-Trilogie, die mir sehr gut gefallen hat. Der Autor hat einen ganz eigenen Schreibstil der mir wirklich sehr zusagt. Ich war wie immer gefesselt und auch die Thematik hat mich gut abgeholt.

Veröffentlicht am 17.10.2018

Kämpfernatur

Verschieben wir es auf morgen
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Inhalt:

Sie hat sich nie als Kranke gefühlt, wollte nie jemand sein, bei dem man zuerst an die kaputte Lunge denkt. Deshalb beschloss die Schauspielerin Miriam Maertens, einfach so zu leben, ...

Inhalt:

Sie hat sich nie als Kranke gefühlt, wollte nie jemand sein, bei dem man zuerst an die kaputte Lunge denkt. Deshalb beschloss die Schauspielerin Miriam Maertens, einfach so zu leben, als wäre sie gesund.

Sie will so sein wie alle Kinder, nichts versäumen, überall mitmachen, auch auf Klassenfahrt gehen. Die auffällige Sorge ihrer Mutter versteht sie nicht. Sie fühlt sich körperlich schwach, aber nie krank. Und sie kann sich durchsetzen, weil ihr Bruder mitkommt, der ihr den Rücken abklopft und mit ihr inhaliert. Mit sechzehn bricht sie die Schule ab, weil sie unbedingt ans Theater will – wie ihr Vater und ihre beiden älteren Brüder. Nur wenige wissen, dass Miriam Maertens vor jedem Auftritt und in den Pausen inhaliert, um auf der Bühne nicht atemlos zu sein. Mit Anfang Dreißig wird sie gegen den Rat der Ärzte schwanger. Erst als sie kaum noch Luft bekommt, ist sie bereit, sich auf die Liste für ein Spenderorgan setzen zu lassen. Es erfordert viel Kraft und noch mehr Mut, den eigenen Weg so unbeirrt zu gehen – aber das Leben ist es allemal wert.

Meinung:

Der Roman "Verschieben wir es auf morgen" handelt von der Schauspielerin Miriam Maertens die an der schweren Krankheit Mukoviszidose leidet. Die Autorin nimmt uns mit durch ihren Alltag und den täglichen Kampf gegen die Krankheit. Schon als Kind bekommt sie die Diagnose der chronischen Krankheit gestellt und ihre Lebenserwartung war nicht besonders hoch. Doch mit viel Mut, Kampfgeist und Stärke schafft es Miriam Maertens sich zurück ins Leben zu kämpfen und lässt sich schlussendlich eine Lunge transplantieren. Wir erfahren hier die Geschichte einer unglaublich starken und ehrgeizigen Frau, die kein Mitleid mit sich selbst hat und stattdessen ihr Leben lebt. Mich hat dieses Buch sehr beeindruckt und ich bin wirklich begeistert vom Schreibstil der Erzählung. Während des Lesens wird einem wieder einmal bewusst wie zerbrechlich das Leben ist und wie sehr man sich glücklich schätzen kann wenn man gesund ist.

Veröffentlicht am 16.10.2018

Titel und Gestaltung sind irreführend

Ich, Santa
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Inhalt:

Ein Buch über die Macht der Erinnerung und die Zeit, die uns bindet.

»Manchen ist es vergönnt, zahllose Jahre im Licht ihrer Jugend zu verbringen. Andere müssen schneller erwachsen ...

Inhalt:

Ein Buch über die Macht der Erinnerung und die Zeit, die uns bindet.

»Manchen ist es vergönnt, zahllose Jahre im Licht ihrer Jugend zu verbringen. Andere müssen schneller erwachsen werden.«

Ich war 16 und hatte ein Idol. Sein Name war Jules. Ein hagerer Mann mit weißen, zurückgekämmten Haaren, in schwarzer Lederhose und ebensolchen Stiefeln. Er konnte Motorrad fahren wie kein anderer; an einer Steilwand, gegen die Gesetze der Schwerkraft. Damit tingelte er durch die Lande und erfreute das Publikum mit seiner Show jeden Abend aufs Neue. Aber auch er erfreute sich an etwas. Denn in Wirklichkeit hatte Jules noch einen ganz anderen Job. Das erfuhr ich, als er verschwand. Und mit ihm die Kinder der Erde. Jetzt ist es an mir, ihn zu retten. Nicht nur sein Schicksal liegt in meinen Händen.

Die Geschichte von einem Jungen und seinem magischen Erbe.
Ein Abenteuer um den Zauber der Jahreszeiten, den Mythos von Santa und die Realität, wenn man zu retten versucht, was von der Vergangenheit noch zu retten ist.

Mit seinem Magischen Realismus wandelt Jay Kay erfolgreich auf dem schmalen Grat zwischen U- und E-Literatur.


Meinung:

Im Buch nimmt uns ein 16-jähriger Junge mit auf seine Reise - seinen Namen erfahren wir nicht. Ich habe bereits vor dem Lesen des Buches einen Brief vom Verlag bekommen, dass bei der Gestaltung (uvm.) einige Fehler unterlaufen seien - es handle sich nicht um eine Weihnachtsgeschichte und auch nicht um ein Jugendbuch. Eher um ein modernes Märchen auch für Erwachsene. Natürlich passieren solche Fehler und ich finde das Eingeständnis und die (schriftliche) Entschuldigung vom Verlag sehr bemerkenswert. Mich hat es nicht gestört und mit diesem Wissen hat sich das Buch noch viel leichter lesen lassen. Der Schreibstil ist sehr schön und flüssig. Die Gestaltung des Buches ist wunderschön - ich habe sehr gerne darin gelesen. Ich hoffe dass noch mehr Bücher vom Verlag kommen werden - lasst euch nicht entmutigen, Fehler passieren!

Veröffentlicht am 24.09.2018

Das Leben eines Anderen

TEXT
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Der Roman "TEXT" von Dmitry Glukhovsky handelt von Ilja. Ilja musste trotz seiner Unschuld 7 lange Jahre im Gefängnis absitzen und kommt nun endlich frei. Doch Ilja muss erkennen, dass sich die ...

Der Roman "TEXT" von Dmitry Glukhovsky handelt von Ilja. Ilja musste trotz seiner Unschuld 7 lange Jahre im Gefängnis absitzen und kommt nun endlich frei. Doch Ilja muss erkennen, dass sich die Welt auch ohne ihn weitergedreht hat und sich sein Leben und Umfeld stark verändert haben. So ist seine Mutter verstorben und seine Freundin bekommt ein Kind mit einem anderen Mann. Das alles ist sehr hart für ihn und er begreift was er alles verpasst hat. Ilja wird immer hasserfüllter und lässt sich schließlich zu einem Mord hinreißen. Er ersticht den Fahnder der ihn unschuldig ins Gefängnis gebracht hat - doch auch das kann ihm seine verlorenen Jahre nicht wiedergeben. Damit niemand etwas merkt, nimmt er das Handy seines Opfers an sich und beginnt im Namen des Fahnders Nachrichten zu schreiben. Schon bald wird er in einen Strudel aus Geheimnissen hineingezogen.

Ein etwas gewöhnungsbedürftiger Schreibstil, der nach Gewöhnung sehr spannend und fesselnd ist!

Veröffentlicht am 24.09.2018

Sehr gut durchdacht

Vier.Zwei.Eins.
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Im Buch geht es um Laura und Kit, beide sind Sonnenfinsternisjäger - und auf der Flucht! Die Geschichte wird aus zwei Sichten und in zwei verschiedenen Zeitebenen erzählt. Trotz dem Wechsel zwischen ...

Im Buch geht es um Laura und Kit, beide sind Sonnenfinsternisjäger - und auf der Flucht! Die Geschichte wird aus zwei Sichten und in zwei verschiedenen Zeitebenen erzählt. Trotz dem Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart kann man der Geschichte sehr gut folgen. Den Anfang fand ich etwas holprig und langatmig, jedoch nachdem man diesen Punkt überwunden hat wird es spannend und psychologisch sehr interessant. Mir hat die Entwicklung die in diesem Buch stattgefunden hat sehr gut gefallen, es war toll mitanzusehen wie sich aus einer Lüge immer mehr aufbaut und welche fatalen Folgen so etwas hat.

Mir hat der Schreibstil wirklich sehr gut gefallen, flüssig und fesselnd. Das Cover finde ich sehr ansprechend gestaltet, schon alleine deswegen hatte es mein Interesse geweckt. Ein tolles Buch!