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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.10.2024

Große Enttäuschung

Nach uns der Himmel
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Der Urlaub auf einer paradiesischen Mittelmeerinsel scheint perfekt: Sonnenschein, malerische Buchten und gemütliche Cafes. Doch die Idylle trügt und die acht verschiedenen Besucher der Urlaubsinsel merken ...

Der Urlaub auf einer paradiesischen Mittelmeerinsel scheint perfekt: Sonnenschein, malerische Buchten und gemütliche Cafes. Doch die Idylle trügt und die acht verschiedenen Besucher der Urlaubsinsel merken schnell, dass hier etwas nicht stimmt. Die Inselbewohner zeigen sich distanziert und die übrigen Passagiere aus dem Flugzeug scheinen verschwunden. Was als kleine Ungereimtheiten anfängt, nimmt mit der Zeit immer größere Ausmaße an. Gleichzeitig verkleinert sich ihr Bewegungsradius und plötzlich wird ihnen klar, dass es um Leben und Tod geht.

„Nach uns der Himmel“ ist mit nur knapp über 200 Seiten keine sehr lange Geschichte und dementsprechend ist es schwer viel über die Handlung zu sagen ohne dabei zu viel zu verraten. Acht verschiedene Charaktere stehen im Mittelpunkt der Handlung und dementsprechend dürfte es nicht überraschen, dass der Roman schlichtweg zu kurz geraten ist. Die Charaktere bekommen erst gar keine Chance sich zu entfalten. Wobei das vielleicht keine schlechte Sache ist, denn die Charaktere sind unglaublich unsympathisch. Dadurch verlor ich schnell das Interesse an dem Buch.

Der Schreibstil ist sehr nüchtern und schlicht und wahrlich keine Glanzleistung. Die Handlung erscheint zunächst recht durcheinander und ist teilweise etwas absurd. Einige Geschmäcker wird es bestimmt treffen. Meins war es leider nicht. Ich würde das Buch nicht weiterempfehlen. Die Charaktere sind unsympathisch, die Handlung ist sehr kurz gehalten und der Schreibstil ist unscheinbar.

Veröffentlicht am 21.10.2024

Berühmte Schwestern

Die Mitford Schwestern
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Zwischen den Weltkriegen sind die Mitford Schwestern berühmt und berüchtigt in England. Auf politischer und gesellschaftlicher Ebene kommt man und die brillanten und schönen jungen Frauen nicht herum. ...

Zwischen den Weltkriegen sind die Mitford Schwestern berühmt und berüchtigt in England. Auf politischer und gesellschaftlicher Ebene kommt man und die brillanten und schönen jungen Frauen nicht herum. Doch die Fassade der perfekten Familie gerät ins Schwanken, als gleich zwei Schwestern auf Abwegen geraten: Diana lässt sich scheiden, um einen faschistischen Führer zu heiraten und um Unity ranken sich Gerüchte, dass sie die Geliebte von Hitler wäre. Nancy Mitford, die als Schriftstellerin arbeitet, wird ihren Schwestern gegenüber misstrauisch als sie aus der Ferne sieht wie die Nazis an immer mehr Macht gewinnen. Als sie schwerwiegende Entdeckungen macht, muss Nancy eine schwere Entscheidung treffen.

Die Mitford Schwestern sind unglaublich interessante historische Persönlichkeiten und wenn man sich etwas näher mit ihnen beschäftigt merkt man erstmal wie sehr sie in die historischen Ereignisse ihrer Zeit verwickelt waren. Ich lese sehr gerne historische Bücher, aber finde es immer etwas problematisch wenn sich ein Autor nicht entscheiden kann, wo das Buch angesiedelt werden soll. „Die Mitford Schwestern“ ist eine historischer Roman, der sich nicht traut eine Biografie zu sein. Mir hätte es tatsächlich besser als Biografie gefallen, da man so nie ganz weiß wie viele künstlerische Freiheiten sich die Autorin denn nun eigentlich nimmt.

Nichts destotrotz ist die Geschichte der „Mitford Schwestern“ faszinierend und ich fand es interessant mehr über die einzelnen Schwestern zu lesen, die auch allesamt ansprechend dargestellt werden. Man bekommt einen guten Überblick über die Familiengeschichte, sowie die damalige Zeit und die Ereignisse zwischen den Weltkriegen. Für die Zeitspanne, die der Roman umfasst, und die vielen Charaktere, fällt das Buch noch vergleichsweise kurz aus und für meinen Geschmack hätte es ruhig länger sein dürfen.

„Die Mitford Schwestern“ eignet sich definitiv für Leser, die gerne mehr über die Schwestern und die Zeit zwischen den Weltkriegen erfahren möchte. Das Buch lässt sich angenehm lesen und es kommt keine Langeweile auf.

Veröffentlicht am 14.10.2024

Spannende Sci-Fi Fantasy

Immortal Longings
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„Immortal Longings“ entführt den Leser in des Königreich von Talin, in dessen Hauptstadt San-Er jedes Jahr tödliche Spiele stattfinden. Dem Sieger locken Reichtümer und Ruhm. Den Verlierern der Tod. Calla ...

„Immortal Longings“ entführt den Leser in des Königreich von Talin, in dessen Hauptstadt San-Er jedes Jahr tödliche Spiele stattfinden. Dem Sieger locken Reichtümer und Ruhm. Den Verlierern der Tod. Calla ist fest entschlossen bei den Spielen als Siegerin hervorzugehen. Doch Anton ist ebenfalls besessen davon die Spiele zu gewinnen, denn es ist seine letzte Möglichkeit seine Freundin zu retten und seine Schulden zu begleichen. Schnell geraten die beiden aneinander, doch sehen sich gezwungen einen Pakt einzugehen um im Spiel weiterzukommen.

Chloe Gong spielt mit vielen sehr interessanten Ideen und auch ihr Worldbuilding ist spannend beschrieben. San-Er ist eine futuristische Stadt und zeigt die Schattenseiten vom ständigen Wachstum an. Die Autorin beschreibt das Setting gelungen und man hat das Gefühl selber in San-Er zu stehen. Die Handlung selbst ist dabei von Anfang an mitreißend und durch den Wettbewerb kommt keine Langeweile auf.

Die Charaktere waren für mich der größte Schwachpunkt der Geschichte. Ich konnte weder Calla noch Anton viel abgewinnen und obwohl man merkt das beide absichtlich unsympathisch dargestellt werden, hilft das beim lesen nur wenig. Ich konnte die Handlungen der beiden nicht immer nachvollziehen und besonders den „Enemies to Lovers“ Aspekt fand ich sehr schlecht umgesetzt. Die Chemie zwischen den beiden stimmt einfach nicht und man nimmt Ihnen die Gefühle nicht ab.

Der Beginn ist vielleicht etwas langsamer vom Tempo her, aber dafür nimmt die Fahrt mit jedem Kapitel mehr Fahrt auf. Man fragt sich ständig was wohl als nächstes passiert und die Autorin schafft es viele unerwartete Wendungen einzubauen.

Eine kleine Anmerkung zum Schluss, ich fand die deutsche Übersetzung leider überhaupt nicht gelungen. Ich habe das Buch schließlich auf englisch gelesen und es liegen wirklich Welten zwischen den beiden Versionen. Wem es möglich ist, dem kann ich nur ans Herz legen die Geschichte im Original zu lesen.

Veröffentlicht am 17.09.2024

Enttäuschung des Jahres

Antichristie
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„Antichristie“ von Mithu Sanyal wäre normalerweise kein Buch, welches ich im Buchladen in die Hand nehmen würde. Aber ich war neugierig und wollte mich gerne aus meiner comfort zone herausbewegen. Was ...

„Antichristie“ von Mithu Sanyal wäre normalerweise kein Buch, welches ich im Buchladen in die Hand nehmen würde. Aber ich war neugierig und wollte mich gerne aus meiner comfort zone herausbewegen. Was für ein großer Fehler das war, habe ich leider erst im Nachhinein verstanden. Die Autorin war mir vorher kein Begriff, aber bereits die Rezensionen zu ihrem Debüt Roman hören sich so schrecklich an, dass sie mich wahrscheinlich abgeschreckt hätten, wenn ich denn im Vorfeld soviel Recherche betrieben hätte.

Ich muss ehrlich zugeben, dass „Antichristie“ das schlechteste Buch ist was ich seit sehr, sehr langer Zeit gelesen habe. Die Handlung hat keinerlei Struktur und es ist mir ein absolutes Rätsel wie das Buch ein Verlag gefunden hat und von einem Agenten und Editor so zum Druck zugelassen wurde. Der Schreibstil ist unbeholfen und man merkt, dass die Autorin versucht möglichst künstlerisch zu wirken, ohne das sie dabei bemerkt wie sehr sie ins lächerliche abrutscht. Die Handlung ist wie bereits erwähnt ohne einen roten Faden und ich habe mich beim lesen mehrmals gefragt wohin die Geschichte gehen soll.

Das Buch beschäftigt sich in erster Linie mit Kolonialismus und die woke Ideologie wird dabei schnell deutlich. Die Autorin versucht einen humorvollen Ton zu finden, aber scheitert dabei ebenfalls auf ganzer Linie. Der Humor war definitiv nicht mein Geschmack und ich war irgendwann nur noch genervt. Einige Menschen sollten einfach keine Bücher schreiben.

„Antichristie“ gehört zu den Büchern, die zwanghaft versuchen anders zu sein. Für mich war wirklich jede Seite eine Qual. Der Schreibstil ist unbeholfen und die Handlung strukturlos. Die Charaktere haben keinerlei Tiefe und man merkt, dass es der Autorin hauptsächlich darum geht ihre politische Ideologie auf Papier zu bringen.

Geschmäcker sind bekanntlich verschieden, aber in dem Fall kann ich wirklich jedem Leser nur ans Herz legen einen weiten Bogen um dieses Buch zu machen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.09.2024

Aktivismus in den 80ern und der Gegenwart

Tage mit Milena
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In den 1980er Jahren in der Hamburger Hausbesetzerszene waren Annika, Milena und Matti unzertrennlich. Sie hielten sich für unbesiegbar und konnten nicht ahnen was das Leben für sie bereit halten würde. ...

In den 1980er Jahren in der Hamburger Hausbesetzerszene waren Annika, Milena und Matti unzertrennlich. Sie hielten sich für unbesiegbar und konnten nicht ahnen was das Leben für sie bereit halten würde. 30 Jahre später führt Annika ein ruhiges Leben und versucht nicht mehr an die traumatischen Ereignisse der Vergangenheit zu denken. Doch dann tritt die siebzehnjährige Klimaaktivistin Luzie in ihr Leben und bringt nicht nur ihren Alltag durcheinandern, sondern bringt auch Erinnerungen an eine ganz besondere Person hoch: Erinnerungen an Milena. Um Luzie zu beschützen nimmt Annika wieder Kontakt zu Matti auf und reist zu ihm nach Italien. Doch dort muss sie erfahren, dass alles was sie zu wissen glaubte, eine Lüge ist.

Katrin Burseg stellt den Aktivismus in den Mittelpunkt ihres Romans „Tage mit Milena“ und konzentriert sich dabei gleichermaßen auf die Klimaproteste der Gegenwart, sowie die Hausbesetzungen der 80er Jahre. Dabei werden die jeweiligen Konflikte und Hintergründe gelungen erläutert und in den Blickwinkel genommen. Das artet allerdings mehrmals zu regelrechten Infodumbs aus und ich hätte mir gewünscht, dass die politischen Hintergründe und die jeweiligen Ereignisse etwas besser in die Handlung eingebaut worden wären. Das Thema Klimawandel ist dabei in der Handlung besonders präsent und es werden viele aktuellen Ereignisse angesprochen, wie zum Beispiel die verschiedenen Aktionen von Fridays for Future, der Letzten Generation etc.

Mit Annika und Luzie hat die Autorin leider direkt zwei sehr schwache Protagonistinnen erschaffen, die versuchen die Handlung auf ihre fragilen Schultern zu tragen und daran gnadenlos scheitern. Beide Charaktere sind größtenteils unsympathisch und ihre Beweggründe sind selten wirklich nachvollziehbar. Annika hat seltsame Stimmungsschwankungen und Ausbrüche und die Verbindung zwischen den beiden ist nicht wirklich erschichtlich und erscheint vielmehr aufgezwungen und unnatürlich. Die Nebencharaktere bleiben leider ebenfalls sehr blass und unterscheiden sich kaum voneinandern.

Die Handlung wirkt oftmals schlecht durchplant, einige Szenen sind sehr unbeholfen und wirklich Spannung kommt beim lesen ebenfalls nicht auf. Man hätte aus der Idee sicherlich einiges machen können, aber leider scheitert „Tage mit Milena“ vorallem an den schwachen Hauptfiguren. Das Ende selbst fand ich sehr an den Haaren herbei gezogen und so hinterließ das Buch bei mir leider eher einen bitteren Nachgeschmack.