spannende Dystopie mit lokaler Einschränkung
The Last Bookstore on EarthDas Thema hat mich sofort angesprochen. In einer Welt, die durch Säureregen vernichtet wurde, hält die Protagonistin Stellung in einer alten Buchhandlung zwischen Kinderbüchern, Dystopien und Klassikern. ...
Das Thema hat mich sofort angesprochen. In einer Welt, die durch Säureregen vernichtet wurde, hält die Protagonistin Stellung in einer alten Buchhandlung zwischen Kinderbüchern, Dystopien und Klassikern. Es ist alles, was ihr geblieben ist, und sie verteidigt es bis auf die Knochen. Das Cover passt unglaublich gut zu dieser Oase inmitten einer Endzeitstimmung.
Letztere hat man auch deutlich gespürt. Der radikale Überlebenswille, das Zurückstecken von Moral und Menschlichkeit während des Endes der Welt war mit Händen zu greifen und sorgte für allerhand Gänsehautmomente. Besonders die Szenen mit dem Säureregnen waren definitiv nichts für schwache Mägen! Es war richtig unheimlich und man hat sich durchweg gefragt, was man selbst in dieser schrecklich Situation tun würde. Besonders das Schicksal von Liz' Familie hat mich mitgenommen, und natürlich die nagende Schuldfrage.
Da der Fokus fast ausschließlich auf dem Bookstore liegt, habe ich mich jedoch immer wieder gefragt, wie die Welt außerhalb aussieht, was für eine Lösung gefunden werden kann, wie und wo die anderen leben, wie die globale Situation ist - hier hat mir etwas mehr Makrospektive gefehlt.
Die Nebencharaktere fand ich allesamt wirklich stark. Ich wusste nie so recht, wem ich an Liz' Stelle vertrauen würde, die Figuren waren durch das dystopische Chaos dunkelgrauer als morally grey.
Maeve als Love Interest, besonders aber als Menschen habe ich am meisten ins Herz geschlossen, wenngleich ich mir auch hier mehr background context erhofft habe. Sie war ein unglaublich starker und taffer Charakter.
Das Buch war durchweg spannend, es gab keine Längen und hat mich von vorne bis hinten gefesselt. Der Erzählstil war schonungslos, emotional und heftig, aber wirklich unglaublich stark gemacht.
Man muss sich darauf einstellen, dass der Fokus ganz auf Liz und ihrem Bookstore liegt und das Darumherum etwas ausgespart wird. In Kombination mit den Rückblenden ist es allerdings ein wirklich großartiges, bildgewaltiges Jugendbuch geworden!