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Veröffentlicht am 31.03.2026

Endometriose als wichtiges Thema in Romanform

Paradise Beach
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In der Gegenwart verarbeitet Ada ihre Endometriose-OP. Während sie heute Zugriff auf Online-Foren und Google hat, hatte sie damals keine Ansprechpartnerin, selbst die Verwandten haben ihre Schmerzen abgetan ...

In der Gegenwart verarbeitet Ada ihre Endometriose-OP. Während sie heute Zugriff auf Online-Foren und Google hat, hatte sie damals keine Ansprechpartnerin, selbst die Verwandten haben ihre Schmerzen abgetan und es wurde nicht darüber gesprochen. Trotzdem fand ich es erschreckend, dass man zwar auf digitale Foren zugreifen kann, diese aber nahezu die einzige Möglichkeit eines Austausches zu sein scheint und das auch nur aus eigener Erfahrung und kaum evidenzbasiert. Hier wirkte Ada auf mich so, als könnte sie das Thema noch nicht so ganz reflektieren. Darum haben mir noch ein paar Fakten, Zahlen und Infos gefehlt. Ich habe bei dem Roman etwas ganz anderes erwartet.
In Flashbacks aus ihrer Jugendzeit werden die ersten Blutungen und Schmerzen beleuchtet. Hier hat mir gefallen, wie sensibel an das Thema herangegangen wurde. Die Flachbacks bilden größten Teil der Geschichte. Es geht um Adas Sommer, unbeständige Freundschaften und wie sich der Körper eines Teenagers verändert, ohne dass dieser wirklich damit umzugehen weiß. Ada wird mit allem allein gelassen, spricht aber auch nichts von sich aus an, weil sie nicht weiß, dass ihre Schmerz nicht normal sind. Der Coming-of-Age Teil hat mir richtig gut gefallen, wenn er auch etwas unabgeschlossen wirkte hinsichtlich der Nebenfiguren.
In der Gegenwart habe ich mir mehr Fokus auf die Krankheit, ihr persönliches Erleben/Empfinden gewünscht, diese Szenen spielen (außer Spaziergängen mit dem Hund) ausschließlich in ihrem Zimmer. Das habe ich irgendwann als Eingesperrtsein im eigenen Körper interpretiert. Ebenso, wie ich den Nachbarn, durch den viel Spannung aufgebaut wurde, als Funktion für ihren Aufbruch betrachtet habe. Stellenweise konnte ich sie nicht nachvollziehen, z. B. als sie beim Nachbarn eingebrochen ist, um sich in Unterwäsche in sein Bett zu legen.

Der Schreibstil passt mMn. perfekt zum Plot: kurz, auf den Punkt gebracht, authentisch, ungeschönt, fast ein bisschen lyrisch.

Das Thema finde ich unheimlich wichtig. Ich bin mir nicht sicher, ob Leserinnen, die sich damit nicht auskennen, die gegebenen Infos reichen, um sich ein Bild zu machen. Und ob Betroffene mehr rausholen als ein "geht mir auch so". Allerdings handelt es sich ja um einen Roman und keinen Ratgeber.
Ich kann gar nicht so recht in Worte fassen, was mir gefehlt hat. Generell mochte ich die Geschichte aber gern und sie ist hängen geblieben. Ich glaube, es liegt eher an meiner Erwartung zum Thema selbst.

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Veröffentlicht am 31.03.2026

Highlight, analoges Leben, Selbstfindung

Statt aus dem Fenster zu schauen
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》 𝐇𝐢𝐠𝐡𝐥𝐢𝐠𝐡𝐭

Der Roman war genau das, was ich jetzt gebraucht habe, in meinem Verheddern zwischen alles hingeschmissen haben & zu etwas aufbrechen, an das keiner so recht glauben will, aber einfach so ...

》 𝐇𝐢𝐠𝐡𝐥𝐢𝐠𝐡𝐭

Der Roman war genau das, was ich jetzt gebraucht habe, in meinem Verheddern zwischen alles hingeschmissen haben & zu etwas aufbrechen, an das keiner so recht glauben will, aber einfach so sein muss.
Ich liebe den Gedanken, nicht mehr aus dem Fenster des Büros auf das Leben zu schauen, sondern vom Leben aus in das Fenster eines Alltags, der nicht mehr so richtig passen will.

Normalerweise bin ich jemand, der zügigen Plot möchte. Dieses Buch ist langsam. Man hört ihm zu und es horcht zurück. Trotzdem konnte ich es kaum weglegen, ich hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, etwas sollte schneller gehen, im Gegenteil.
Meist bin ich hyped, wenn der pretty bookboyfriend unverhofft an die Tür klopft. Hier dachte ich zum ersten Mal: geh bitte einfach wieder, wir wollten gerade die Wand streichen und einen Kartoffelacker anlegen, Ruhe jetzt! :D
Deswegen habe ich es geliebt, dass es nicht auf Zwang eine Lovestory gab, sondern die Figuren Funktionen und Erinnerungen waren, durch die Sophie sich selbst kennenlernen durfte und die in einem perfekten Rhythmus auftauchten.

Wie still muss es werden, damit du dich selbst wieder hörst?
Als 90s Kid habe ich alles an diesem Buch gefühlt. Diesen analogen Zustand ohne Zugriff zum Internet, z.T. sogar Strom. Wo der Moment am wichtigsten ist und es kein "und dann?" gibt. Die Sehnsucht nach einem Ort, der eigentlich eine Zeit ist, die es nicht mehr gibt.

Ich habe selten so viele Quotes markiert. Für mich ist das Buch etwas ganz Besonderes. Ich muss ja über 90 % meiner Bücher aussortieren für meinen Umzug ins Ausland, aber das hier kommt mit ♡

Eine außergewöhnliche Geschichte über den Mut, sich zu trauen, sich selbst zu sehen. Sich zu finden und diesem Menschen alles zu geben, was er braucht.
Deep, poetisch, inspirierend, ehrlich, authentisch, perfekt ♡

5 ☆

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Veröffentlicht am 26.03.2026

Dark Romance mit Consens ohne ohne G3waltverherrlichung, große Empfehlung

Brutal Vows
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Geissinger ist die einzige Autorin, von der ich Dark Romance lese. Warum? Weil es IMMER Consens gibt, keine toxischen Beziehungen, kein Herabwürdigen der Frauen, keine G3walt an ihr & die Boys ihr und ...

Geissinger ist die einzige Autorin, von der ich Dark Romance lese. Warum? Weil es IMMER Consens gibt, keine toxischen Beziehungen, kein Herabwürdigen der Frauen, keine G3walt an ihr & die Boys ihr und ihren Leuten gegenüber stets eine green Flag sind.


Zudem sind die Bücher derart fesselnd geschrieben, dass ich mir gut überlegen muss, wann ich sie aufschlage - weil ich weiß, dass ich bis morgens nicht aufhören werde zu lesen.


Die Figuren sind auch meist älter, hier 38 und 33, sodass es keine cringen Teenie-Situationen gibt, sondern erwachsenes, reflektiertes Verhalten 🙏


Spider kennen wir aus den vorherigen Bänden. Hier ist er der Prota und so unglaublich süß und zuvorkommend, help 🤧

Er soll eine viel jüngere Frau heiraten für ein Bündnis - und fasst sie nicht an, beruhigt sie, lässt sie ihr Leben leben. ✅

Bis deren ältere Schwester Reyna in sein Leben tritt, die wie eine Löwenmama auf die Kleine achtet und letztlich für sie ihren Platz einnimmt.


Reyna hat sich "nie wieder" auf den Ringfinger tätowiert. Sie befand sie 14 Jahre in einer sehr g3waltt. Ehe und hat gerade so überlebt. Genau wie Spider ist mir bei ihrer Story auf so vielen Ebenen das Herz gebrochen und seine Behandlung ihr gegenüber war letztlich eine 12.


Am Anfang gab es natürlich maximal viel Banter, der für Unterhaltung gesorgt hat. Die Reihe ist sooo humorvoll, selten lache ich so viel bei Romanen, und dann auch noch bei DR. Aber genau so hat es mich zerstört 💔


Es gab einen fesselnden, hochemotionalen Plot in einer perfekten Geschwindigkeit. Der Teil zählt für mich zu den stärksten der Reihe. Die Figuren waren unglaublich stark, authentisch und interessant angelegt. Nie hatte ich das Gefühl von Stereotypen oder "das hab ich schon oft gelesen".


Auch liebe ich es, dass die Figuren der anderen Bände immer nochmal auftauchen, man muss nie loslassen. Trzd kann man es unabhängig voneinander lesen.

Ich hoffe, es kommt noch ein Band oder eine neue Reihe, ich würde mittlerweile wirklich alles blind von der Autorin kaufen, auch durch PAN PAL.


Groooße Empfehlung ♡

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Veröffentlicht am 23.03.2026

Gothic Horror 1847: Highlight

Sturmhöhe
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WUTHERING HEIGHTS ist und bleibt mein Lieblingsbuch.

Die Gestaltung ist ein Traum, ich liebe diese Ausgabe unglaublich!

Sowohl beim Lesen als auch beim Rezensieren darf man nicht vergessen, dass der ...

WUTHERING HEIGHTS ist und bleibt mein Lieblingsbuch.

Die Gestaltung ist ein Traum, ich liebe diese Ausgabe unglaublich!

Sowohl beim Lesen als auch beim Rezensieren darf man nicht vergessen, dass der Roman 1847 publiziert wurde und das auch noch unter männlichem Pseudonym. Aus diesem Grund finde ich es schwierig, es aus moderner Sicht zu lesen. So ziemlich jeder Charakter ist toxisch, schwierig, egozentrisch, aber auch unglaublich tief und authentisch. Die Autorin zeigt die Abgründe des Menschen wie kaum jemand zu dieser Zeit auf. In meinen Augen heben sich die Schattenseiten der Figuren auch so ein bisschen dadurch auf, dass ja alle irgendwie furchtbar sind und keiner ein Symphathieträger sein soll. Deswegen kann man schwer sagen, x behandelt y grauenhaft, weil y x eben genauso behandelt, die Opferrolle also durch die breitgefächerte Täterrolle fast wegfällt.
Es ist keine Liebesgeschichte, sondern Gothic Horror. Manche Stellen sind unheimlich und verstörend. Durch den ganzen Plot zieht sich eine drückende, düstere Atmosphäre, ausgehend von Figuren, Epoche und dem Setting der nebligen englischen Mooren. Dass H und C nicht so einfach zusammen sein können, ist hinsichtlich ihres jeweiligen Standes absolut nachvollziehbar. Immer, wenn sie sich gegen ihn entscheidet, bricht sie sich damit genauso sehr das Herz wie ihm. Aber was bleibt ihr übrig - auf die Straße gesetzt werden mit ihm und hoffen, dass er sie beide irgendwie durchbringt, ohne Unterschlupf, ohne Vermögen? Schwierig.
Auch Heathcliffs Verbitterung ist nachzuvollziehen, er versucht stets mehr zu sein als er ist, um gut genug für Cathy zu sein, gut genug für sich. Am Ende schlägt er natürlich richtig heftig über sie Stränge und lässt seine Wut an buchstäblich jedem aus, sein Schmerz frisst ihn auf.
Ich liebe die bildgewaltige, poetische, atmosphärische Sprache, die deepen Quotes, he's more myself than I am, die mMn. im Deutschen gar nicht so richtig eingefangen werden können. Das Ende ist wie der Rest der Geschichte kein rosa Bubblegum, es hätte kaum anders enden können und lässt einen mit Grauen und Tränen zurück, ist aber genau richtig, wenn auch auf vielen Ebenen verstörend. Obwohl sie so toxisch und zerstörerisch ist, kommt die Verbindung zwischen H und C kaum einer anderen in der Literatur gleich. Ich habe den Roman das erste Mal mit 13 Jahren gelesen, heute mit anderen Augen als damals, aber er berührt mich noch immer genauso. Große Leseempfehlung, wenn man sich vorab damit auseinandersetzt, worauf man sich einlässt, und natürlich vom aktuellen Film differenziert.

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.03.2026

Highlight

Sturmhöhe
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WUTHERING HEIGHTS ist und bleibt mein Lieblingsbuch.

Die Gestaltung ist ein Traum, ich liebe diese Ausgabe unglaublich!

Sowohl beim Lesen als auch beim Rezensieren darf man nicht vergessen, dass der ...

WUTHERING HEIGHTS ist und bleibt mein Lieblingsbuch.

Die Gestaltung ist ein Traum, ich liebe diese Ausgabe unglaublich!

Sowohl beim Lesen als auch beim Rezensieren darf man nicht vergessen, dass der Roman 1847 publiziert wurde und das auch noch unter männlichem Pseudonym. Aus diesem Grund finde ich es schwierig, es aus moderner Sicht zu lesen. So ziemlich jeder Charakter ist toxisch, schwierig, egozentrisch, aber auch unglaublich tief und authentisch. Die Autorin zeigt die Abgründe des Menschen wie kaum jemand zu dieser Zeit auf. In meinen Augen heben sich die Schattenseiten der Figuren auch so ein bisschen dadurch auf, dass ja alle irgendwie furchtbar sind und keiner ein Symphathieträger sein soll. Deswegen kann man schwer sagen, x behandelt y grauenhaft, weil y x eben genauso behandelt, die Opferrolle also durch die breitgefächerte Täterrolle fast wegfällt.
Es ist keine Liebesgeschichte, sondern Gothic Horror. Manche Stellen sind unheimlich und verstörend. Durch den ganzen Plot zieht sich eine drückende, düstere Atmosphäre, ausgehend von Figuren, Epoche und dem Setting der nebligen englischen Mooren. Dass H und C nicht so einfach zusammen sein können, ist hinsichtlich ihres jeweiligen Standes absolut nachvollziehbar. Immer, wenn sie sich gegen ihn entscheidet, bricht sie sich damit genauso sehr das Herz wie ihm. Aber was bleibt ihr übrig - auf die Straße gesetzt werden mit ihm und hoffen, dass er sie beide irgendwie durchbringt, ohne Unterschlupf, ohne Vermögen? Schwierig.
Auch Heathcliffs Verbitterung ist nachzuvollziehen, er versucht stets mehr zu sein als er ist, um gut genug für Cathy zu sein, gut genug für sich. Am Ende schlägt er natürlich richtig heftig über sie Stränge und lässt seine Wut an buchstäblich jedem aus, sein Schmerz frisst ihn auf.
Ich liebe die bildgewaltige, poetische, atmosphärische Sprache, die deepen Quotes, he's more myself than I am, die mMn. im Deutschen gar nicht so richtig eingefangen werden können. Das Ende ist wie der Rest der Geschichte kein rosa Bubblegum, es hätte kaum anders enden können und lässt einen mit Grauen und Tränen zurück, ist aber genau richtig, wenn auch auf vielen Ebenen verstörend. Obwohl sie so toxisch und zerstörerisch ist, kommt die Verbindung zwischen H und C kaum einer anderen in der Literatur gleich. Ich habe den Roman das erste Mal mit 13 Jahren gelesen, heute mit anderen Augen als damals, aber er berührt mich noch immer genauso. Große Leseempfehlung, wenn man sich vorab damit auseinandersetzt, worauf man sich einlässt, und natürlich vom aktuellen Film differenziert.

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