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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.12.2018

Zauberhaft Poetisch

Macadam oder Das Mädchen von Nr. 12
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Das Buch ist einfach zauberhaft. Der Klapptext preist dieses als "Ein wahres Lese(r)geschenk angepriesen" - und das ist es wirklich.

Der Autor ist mir bereits durch "Die Sehnsucht des Vorlesers" bekannt ...

Das Buch ist einfach zauberhaft. Der Klapptext preist dieses als "Ein wahres Lese(r)geschenk angepriesen" - und das ist es wirklich.

Der Autor ist mir bereits durch "Die Sehnsucht des Vorlesers" bekannt und ist mir seitdem mit seiner einzigartigen Geschichte in Erinnerung geblieben.

Wer "Die Sehnsucht des Vorlesers" gelesen hat wird, nun auch in "Macadam oder Das Mädchen von Nr. 12", einen bekannten Ausschnitt entdecken.

Ich kann dieses Büchlein absolut weiterempfehlen. Das Cover und die elf einzelnen Kurzgeschichten werden von dem wunderschönen Schreibstil des Autoren Jean-Paul Didierlaurent geprägt. Der Fantasie des Autors sind keine Grenzen gesetzt, und man wünscht sich, immer mehr von diesen kurzen Erzählungen lesen zu können.

Eine traumhafte, poetische Reise, bei der man die Liebe des Autors für seine Protagonisten und das Schreiben spürt. Jede Geschicht steht für sich und ist abolut berührend.

Veröffentlicht am 19.12.2018

Selbstmord oder Mord?

Wer war Alice
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Inhalt:
Alice Salmon war erst 25 Jahre alt, als sie eines Morgens leblos im Fluss gefunden wurde. Eigentlich wollte sie am Abend zuvor nur Freunde treffen, stattdessen durchlebte sie die letzten Stunden ...

Inhalt:
Alice Salmon war erst 25 Jahre alt, als sie eines Morgens leblos im Fluss gefunden wurde. Eigentlich wollte sie am Abend zuvor nur Freunde treffen, stattdessen durchlebte sie die letzten Stunden ihres Lebens. Aber was ist passiert? Ist sie wirklich gestürzt, weil sie zu viel getrunken hat, wie die Polizei vermutet? War es ein tragischer Unfall? Die Nachricht ihres Todes verbreitet sich wie ein Lauffeuer, auch über Facebook und Twitter. Gleich werden Vermutungen angestellt, über sie, ihr Leben und ihren Tod. Auch ihr ehemaliger Professor Jeremy Cooke ist erschüttert. Er macht sich daran, herauszufinden, was in der Nacht tatsächlich geschah, und sammelt alles über Alice. Er schreibt sogar ein Buch über den Fall. Nur warum ist er so engagiert? Was hat er zu verbergen? Was haben ihr Exfreund Luke und ihr Freund Ben mit der Sache zu tun? Und wer war Alice?

Meine Meinung:
Hörbuchsprecher:
Die verschiedenen Sprecher gestalten das Hörbuch lebendig und die Stimmlagen der einzelnen gefallen mir sehr gut. Dies dient auch dazu, dass man die einzelnen Protagonisten so besser auseinanderhalten kann.

Cover:
Das Cover ist das gleiche wie beim Buch, welches mir ausgesprochen gut gefällt und ich als sehr passend empfinde.

Story:
Die Geschicht hinter "Wer ist Alice" ist durchschnittlich. Das Hörbuch dauert über 8 Stunden (Der Hörverlag), was meiner Meinung nach die Handlung zu sehr in die Länge zieht und man die Lust am Hören und an der Geschichte verliert. Es kommen durchaus wundervolle emotionale Momente vor und auch der Schluss, als die Wahrheit aufgedeckt wird, ist sehr erfrischend. Ebenso wird viel über die heutige Online-Welt berichtet -> Twitter, Blog etc. Dies ist ebenfalls ein sehr interessanter Aspekt, welcher für das Hörbuch spricht.

Es war durchaus schön etwas über Alice, teilweise chaotisches, Leben zu erfahren und was bzw. wen sie zurückgelassen hat, dennoch empfehle ich dieses Hörbuch nicht weiter, da ich mir mehr erhofft hatte und die Geschichte nicht sehr tiefgründig war.

Veröffentlicht am 19.12.2018

Gegen die Leere. Damit etwas bleibt.

Sieben Nächte
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Inhalt:
Es ist Nacht, ein junger Mann sitzt am Tisch und schreibt. Er hat Angst. Davor, sich entscheiden zu müssen. Für eine Frau, einen Freundeskreis, einen Urlaubsort im Jahr. Er hat Angst, dass ihm ...

Inhalt:
Es ist Nacht, ein junger Mann sitzt am Tisch und schreibt. Er hat Angst. Davor, sich entscheiden zu müssen. Für eine Frau, einen Freundeskreis, einen Urlaubsort im Jahr. Er hat Angst, dass ihm das Gefühl abhandenkommt. Dass er erwachsen wird. Doch ein Bekannter hat ihm ein Angebot gemacht: Sieben Mal um sieben Uhr soll er einer der sieben Todsünden begegnen. Er muss gierig, hochmütig und wollüstig sein, sich von einem Hochhaus stürzen, den Glauben und jedes Maß verlieren. Sieben Nächte ist ein Streifzug durch die Stadt, eine Reifeprüfung, die vor zu viel Reife schützen soll, ein letztes Aufbäumen im Windschatten der Jugend. Simon Strauß erzählt von einem jungen Mann an der Schwelle, der alles aufbringt, um sich Gewohnheit und Tristesse zu verwehren. Er muss gierig, hochmütig und faul sein, neiden und wüten, Völlerei und Wollust treiben. Sich dem Leben preisgeben, um sich die Empfindung zu erhalten. Im Schutze der Nacht entwickelt er aus der Erfahrung der sieben Todsünden die Konturen einer besseren Welt, eines intensiveren Lebens.

Meine Meinung:
Das Buch hat mich mit Cover, Story und Schreibstil voll und ganz überzeugt.

Das schöne Cover sticht sehr hervor und lädt durchaus zum Coverkauf ein.

Mit seinem Schreibstil, welcher unglaublich ergreifend und nahezu einzigartig ist, befasst sich Hr. Strauss mit den Todsünden Superbia (Hochmut), Avaritia (Geiz), Luxuria (Wollust), Ira (Jähzorn), Gula (Völlerei), Invidia (Neid), Acedia (Faulheit).

"Wir teilen Autos und Ansichten, wollen nie besitzen, hasten von einer Verspätung zur nächsten – immer entschuldigt, immer kurz vorher einen Zweizeiler abgeschickt –, wir hatten immer schon das Gefühl, auf der richtigen Seite zu stehen, und werden nie verstehen, wie wichtig es ist, erst einmal das Falsche zu tun.
Mit vollen Segeln in die verkehrte Richtung zu steuern, gegen den Strom, gegen den Wind." (ZITAT)

Dies nur eines seiner wunderschönen Sätze, denn wenn ich alle vermerken würde, welche mir in Erinnerung bleiben, würde hier vermutlich das komplette Buch gerechterweise stehen müssen.

Ein Roman, der begeistert, anregt und fasziniert. Simon Strauss hat mit seinem Werk "Sieben Nächte" (Blumenbar) einen Weckruf für eine angepasste Generation geschreiben und zeitgleich eine brilliante Selbstkritik - offen, ehrlich und echt. Angst und Hoffnung allgegenwärtig.

Ein Buch das dazu einlädt, die Gedanken zu reflektieren und mitzuphilosophieren. Lest es und lasst euch Zeit, diese wunderbare Sprache zu "inhalieren".

Absolute Leseempfehlung meinerseits!

Veröffentlicht am 19.12.2018

Tragisch und fesselnd

Dann schlaf auch du
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Inhalt:
Sie wollen das perfekte Paar sein, Kinder und Beruf unter einen Hut bringen, alles irgendwie richtig machen. Und sie finden die ideale Nanny, die ihnen das alles erst möglich macht. Sie haben Glück ...

Inhalt:
Sie wollen das perfekte Paar sein, Kinder und Beruf unter einen Hut bringen, alles irgendwie richtig machen. Und sie finden die ideale Nanny, die ihnen das alles erst möglich macht. Sie haben Glück gehabt, denken sich Myriam und Paul, als sie Louise einstellen. Wie mit unsichtbaren Fäden hält Louise die Familie zusammen, ebenso unbemerkt wie mächtig. In wenigen Wochen schon ist sie unentbehrlich geworden. Myriam und Paul ahnen nichts von den Abgründen und von der Verletzlichkeit der Frau, der sie das Kostbarste anvertrauen, das sie besitzen. Von der tiefen Einsamkeit, in der sich die fünfzigjährige Frau zu verlieren droht. Bis eines Tages die Tragödie über die kleine Familie hereinbricht. Ebenso unaufhaltsam wie schrecklich.

Meine Meinung:
Das Buch ist spannender als ein Thriller. Ich habe es innerhalb von einem Tag "verschlungen".
Es beginnt wie im Bilderbuch. Die Familie sucht ein Kindermädchen und findet eines, welches absolut perfekt zu sein scheint. Sie hütet und bespaßt die Kinder, putzt, kocht, arbeitet ohne auf die Uhr zu sehen und wird von der Familie beinahe als Freundin angesehen. Jedoch wissen sie nichts über die Vergangenheit von Louise und ihre Sorgen, ihren Kummer. Sie wissen nicht mal wo und wie sie wohnt. Nichts von ihrer Angst nicht mehr gebraucht zu werden.Das Unheil nimmt von Seite zu Seite immer mehr seinen Lauf.

Der Schreibstil ist flüssig und lässt einem sofort in die Geschichte eintauchen.

Eine absolut fesselnde, tragische Geschichte, die ich absolut weiter empfehle!

Das Cover ist perfekt gewählt. Ich stelle mir vor, dass dies die kleine Mila und ihren Bruder Adam zeigt.

Veröffentlicht am 19.12.2018

Identität

Das Ministerium des äußersten Glücks
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Inhalt:

Auf einem Friedhof in der Altstadt von Delhi wird ein handgeknüpfter Teppich ausgerollt. Auf einem Bürgersteig taucht unverhofft ein Baby auf. In einem verschneiten Tal schreibt ein Vater einen ...

Inhalt:

Auf einem Friedhof in der Altstadt von Delhi wird ein handgeknüpfter Teppich ausgerollt. Auf einem Bürgersteig taucht unverhofft ein Baby auf. In einem verschneiten Tal schreibt ein Vater einen Brief an seine 5-jährige Tochter über die vielen Menschen, die zu ihrer Beerdigung kamen. In einem Zimmer im ersten Stock liest eine einsame Frau die Notizbücher ihres Geliebten. Im Jannat Guest House umarmen sich im Schlaf fest zwei Menschen, als hätten sie sich eben erst getroffen – dabei kennen sie einander schon ein Leben lang.

Meine Meinung:

Dieses Buch ist ein wirkliches Highlight - ehrlich, berührend und schockierend.

Der Schreibstil der Autorin ist großartig und umfasst alles, was man für ein gutes Buch benötigt und um den Leser mit der Geschichte zu ergreifen.
Das Lesen haben mir jedoch die indischen Begriffe und Namen sehr erschwert. Dies ist keine Lektüre für zwischendurch. Man sollte sich dafür Zeit nehmen, verinnerlichen und recherchieren - und vor allem nicht aufgeben und der Geschichte die Zeit am Anfang geben, die es braucht um einen Einstieg zu finden.

Ich habe dieses Buch während einer Leserunde gelesen und war sehr dankbar über jeden Hinweis, Tipp und Hintergrundinformationen - davon gibt es nämlich jede Menge sehr interessante und hilfreiche.

Das Glossar am Ende ist sehr von Notwendigkeit, jedoch sind natürlich nicht alle Begriffe des Buches aufgeführt.

>Sie fragte sich, wie eine nicht freigelassene Seele, eine seelenförmige Lunge auf einem Scheiterhaufen aussehen mochte. Wie ein Seestern vielleicht. Oder ein Tausendfüßler. Oder wie ein getupfter Falter mit einem lebendigen Körper und Flügeln aus Stein - armer Falter -, hintergangen, niedergehalten von genau den Körperteile, mit deren Hilfe er fliegen sollte.<< (ZITAT)

Die Sprache ist malerisch und sehr detailliert, sodass die ganze Geschichte sehr authentisch und ehrlich beim Leser übermittelt wird.

Das schlichte einfache Cover passt perfekt - kein "Schnickschnack".

Mit ihrem Buch "Der Gott der kleinen Dinge" - was auch ein absolut großartiges Werk der Autorin ist - kann man dieses Buch jedoch nicht vergleichen. "Das Ministerium des äußersten Glücks" ist anders und vermutlich der anspruchsvollste Roman, den ich bisher gelesen habe.