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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.07.2026

Ruhe im Alltag

Die Kunst, nicht auf alles zu reagieren
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Meine Meinung


Herbert Schäfer liest das Ganze ruhig und klar. Seine Stimme passt gut zu dem Thema, weil sie nicht drängt und nicht belehrt. Ich konnte mich gut darauf einlassen und hatte das Gefühl, ...

Meine Meinung


Herbert Schäfer liest das Ganze ruhig und klar. Seine Stimme passt gut zu dem Thema, weil sie nicht drängt und nicht belehrt. Ich konnte mich gut darauf einlassen und hatte das Gefühl, dass die Worte Zeit bekommen, sich zu entfalten.Die Idee, nicht auf alles zu reagieren, klingt zuerst simpel. Doch je weiter ich zugehört habe, desto deutlicher wurde mir, wie schwer das manchmal ist. Das Buch zeigt, wie schnell man sich von kleinen Dingen aus der Ruhe bringen lässt und wie viel leichter vieles wird, wenn man nicht sofort in jede Richtung springt. Diese Gelassenheit wird nicht als etwas dargestellt, das man von heute auf morgen erreicht, sondern als etwas, das man übt, Schritt für Schritt.
Was mir besonders geblieben ist, ist die einfache Art, mit der das Buch zeigt, wie viel man sich selbst erleichtern kann, wenn man nicht alles persönlich nimmt. Das muss man natürlich erst erlernen. Es geht nicht darum, sich zurückzuziehen oder alles zu ignorieren, sondern darum, bewusst zu entscheiden, was wirklich wichtig ist. Dieser Gedanke hat mich nach dem Hören noch eine Weile begleitet.

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Veröffentlicht am 03.07.2026

Wünsche

Alle meine Träume
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Meine Meinung

"Alle meine Träume" hat mich von Anfang an mit seiner ruhigen Art abgeholt. Der Schreibstil ist angenehm schlicht. Jocelyne lebt ein Leben, das nicht spektakulär ist, aber warm wirkt. Sie ...

Meine Meinung

"Alle meine Träume" hat mich von Anfang an mit seiner ruhigen Art abgeholt. Der Schreibstil ist angenehm schlicht. Jocelyne lebt ein Leben, das nicht spektakulär ist, aber warm wirkt. Sie führt einen kleinen Laden, kümmert sich um ihre Familie und hat sich mit vielen Dingen abgefunden; eine greifbare Gelassenheit. Als sie plötzlich eine große Summe gewinnt, entsteht kein großes Drama. Ich mochte, wie vorsichtig sie mit diesem Gewinn umgeht. Sie rennt nicht los, um alles zu verändern, sondern schaut erst einmal auf ihr Leben und merkt, dass vieles darin wertvoll ist, auch wenn es nicht perfekt ist.

Es hat mich nicht überwältigt, aber es schon berührt.


Über den Autor

Grégoire Delacourt wurde 1960 im nordfranzösischen Valenciennes geboren und lebt mit seiner Familie in Paris. Sein Bestseller Alle meine Wünsche wurde in fünfunddreißig Ländern veröffentlicht. Im Atlantik Verlag erschienen von ihm zuletzt der Spiegel-Bestseller »Die vier Jahreszeiten des Sommers« (2016), »Der Dichter der Familie« (2017), »Das Leuchten in mir« (2018) und »Die Frau, die nicht alterte« (2019). Quelle HoCa

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Veröffentlicht am 03.07.2026

Schein und Wirklichkeit

Yesteryear
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Meine Meinung

Mich hat der Klappentext zu Yesteryear neugierig gemacht.

Beim Lesen von dem Buch geht es um Natalie. Sie zeigt online ein Leben, das ordentlich und harmonisch wirken soll, doch im Buch ...

Meine Meinung

Mich hat der Klappentext zu Yesteryear neugierig gemacht.

Beim Lesen von dem Buch geht es um Natalie. Sie zeigt online ein Leben, das ordentlich und harmonisch wirken soll, doch im Buch merkt man schnell, wie viel davon nur Fassade ist. Spannend war dann eben zu lesen, wie sie mit einer Welt umgeht, die nicht mehr nach ihren Regeln funktioniert.

Und dann tauchen wir in die Vergangenheit ab. Diese Zeit war überraschend. Sie wirkt nicht wie ein schöner Rückzugsort, sondern wie ein Alltag, der (sehr anders und sehr) anstrengend ist und wenig Raum für Träume lässt. Unsere Protagonistin muss plötzlich Dinge tun, die sie vorher nur dekorativ dargestellt hat, und genau das hat mir gezeigt.

Die Sprache ist direkt und manchmal etwas ruppig, aber ich fand sie passend, weil sie Natalies Art gut widerspiegelt.

Besonders hängen geblieben sind die Einblicke in ihr Influencerleben. Die vielen kleinen Tricks, die Helfer im Hintergrund, die sorgfältig geplanten Bilder. Das hat mich nachdenklich gemacht, weil es zeigt, wie leicht man sich von einem schönen Bild täuschen lässt. Aber das ist uns ja bewusst sicherlich, dass diese schöne Influencer Welt mehr Schein als Sein ist.

Fazit -> Ein wirklich tolles und unterhaltsames Buch!


Klappentext

Natalie Heller Mills hat alles: eine malerisch renovierte Farm, fünf Kinder, die um ihre Liebe buhlen, und einen Mann, der in Cowboystiefeln immerhin eine gute Figur abgibt. Vom Sauerteig bis zur Kindererziehung, nichts scheint ihr zu misslingen. Kein Wunder also, dass Millionen von Menschen ihr folgen, ihre Videos schauen, ihre Bilder anklicken. Sie gibt ihnen das, was sie wollen: eine heile Welt. Skandale werden unter den Teppich gekehrt, da, wo sie hingehören.Doch eines Tages wacht Natalie auf und sieht sich mit einer unbequemen Frage konfrontiert: Was wäre, wenn sie keine Nannys beschäftigen könnte, es keine helfenden Hände auf der Farm gäbe, kein Produktionsteam? Was wäre, wenn sie auf einmal das Leben führen müsste, das sie immer vorgetäuscht hat?


Über die Autorin

Caro Claire Burke ist Redakteurin, Autorin und Podcasterin. Ihre Texte sind in The Atlantic, Marie Claire und Bustle erschienen. Sie ist Co-Host des Podcast Diabolical Lies, in dem sie über aktuelle kulturelle und politische Geschehnisse spricht. ›Yesteryear‹ ist ihr Debütroman.

Quelle: Verlag / vlb

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Veröffentlicht am 29.06.2026

Darstellung von Trauer

Eigentlich wollte ich das nicht schreiben
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Meine Meinung

Ich fand den Roman "Eigentlich wollte ich das nicht schreiben" sehr berührend. Im Mittelpunkt stehen Trauer, Familie und die Frage, wem Erinnerungen eigentlich gehören. Nach dem plötzlichen ...

Meine Meinung

Ich fand den Roman "Eigentlich wollte ich das nicht schreiben" sehr berührend. Im Mittelpunkt stehen Trauer, Familie und die Frage, wem Erinnerungen eigentlich gehören. Nach dem plötzlichen Tod ihrer Schwester Darina verarbeitet Nola ihren Verlust, indem sie ein Buch schreibt. Als dieses verfilmt werden soll, muss sie erneut die Zustimmung ihrer Familie einholen. Dadurch werden alte Konflikte und unterschiedliche Sichtweisen auf die gemeinsame Vergangenheit sichtbar.

Besonders gut gefallen hat mir, dass die Autorin keine "einfachen Antworten" gibt. Stattdessen zeigt sie, wie unterschiedlich Menschen denselben Verlust erleben und wie schwer es sein kann, Familie und die eigene Wahrheit miteinander zu vereinbaren. Nola wirkt mit ihren Zweifeln und Schuldgefühlen sehr authentisch, sodass ihre Entwicklung im Laufe der Geschichte glaubwürdig ist.

Der Schreibstil ist ruhig und einfühlsam, sodass man leicht in die Geschichte hineinfindet. Die Familienkonflikte wirken lebensnah und die nachdenkliche Atmosphäre zieht sich durch den gesamten Roman.


Über die Autorin

Freya Bromley ist eine britische Autorin und Journalistin. In THE TIDAL YEAR setzte sie sich mit dem plötzlichen Tod ihres Bruders auseinander; das Memoir stand 2023 auf der Shortlist der Nero Book Awards. Sie schreibt über Liebe, Verlust und die heilende Kraft der Natur. Ihre Texte erschienen u.a. bei LONELY PLANET, FINANCIAL TIMES und NATIONAL GEOGRAPHIC TRAVELLER. Dies ist ihr Romandebüt.

Quelle: Verlag / vlb

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Veröffentlicht am 07.06.2026

9 Fälle - zwischen Recht und Gerechtigkeit, zwischen Schuld und Verschweigen, Wahrheit und Lüge

Feine Risse
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Meine Meinung
Kurzfazit-> Ich liebe es! Genau wie der Vorgänger Dunkle Momente fesselt auch dieses Werk (Das Hörbuch mit der Sprecherstimme ist absolut empfehlenswert)

Für alle Schirach-Fans!

"Feine ...

Meine Meinung
Kurzfazit-> Ich liebe es! Genau wie der Vorgänger Dunkle Momente fesselt auch dieses Werk (Das Hörbuch mit der Sprecherstimme ist absolut empfehlenswert)

Für alle Schirach-Fans!

"Feine Risse" packt sofort. Die Fälle schockieren, schaffen es länger darüber nachzudenken. Die Erzählweise, dieser Aufbau ist unglaublich packend und vor allem überraschend. Beim Lesen hatte ich das Gefühl, dass Elisa Hoven nicht einfach Kriminalfälle erzählt, sondern die feinen Bruchlinien sichtbar macht, die sich durch Beziehungen, Entscheidungen und ganze Lebensläufe ziehen. Genau das hat mich am meisten berührt: wie schnell ein Moment, eine falsche Einschätzung oder ein unbedachter Impuls alles verändern kann.

Die Figur Eva Herbergen hat mich besonders angesprochen. Sie wirkt für mich unglaublich menschlich – jemand, der versucht, das Richtige zu tun, und dabei trotzdem immer wieder an Grenzen stößt. Ich mochte ihre Mischung aus Professionalität und Verletzlichkeit und ihre Offenheit.

Am Ende blieb bei mir ein Gefühl von Nachdenklichkeit zurück. Feine Risse hat mir gezeigt, wie fragil Gerechtigkeit sein kann – und wie dünn die Linie zwischen Schuld und Unglück manchmal ist. Man fragt sich nach dem Lesen, wie viele solcher Fälle es in Wahrheit wirklich noch gibt.

Klappentext


Eva Herbergen, engagierte Strafverteidigerin, will sich langsam aus ihrer Arbeit zurückziehen und mit Ehemann Peter das Alter genießen. Doch die düsteren Schatten ihrer Fälle reichen bis in ihr Privatleben hinein. In packenden Tableaus leuchtet Elisa Hoven in »Feine Risse« juristische wie biographische Dunkelzonen aus: Sicherheit ist Illusion, ein Urteil bleibt immer nur eine Annäherung an die Wahrheit. »Feine Risse« führt ins Dickicht der Zufälligkeiten bei der Entstehung von Straftaten. Die Ursachen verstecken sich oft tief in einer Vorgeschichte – und liegen manchmal so nahe, dass sie umso leichter übersehen werden.



Über die Autorin

Elisa Hoven, 1982 in Berlin geboren, ist Professorin für Strafrecht an der Universität Leipzig und Richterin am Sächsischen Verfassungsgerichtshof. Sie hat in Cambridge, Harvard, Berkeley, Los Angeles, Phnom Penh, Basel und Sydney geforscht. Ihre Leidenschaft ist das Strafrecht, sie beschäftigt sich mit der Genese und den Folgen von Verbrechen. Neben belletristischer Literatur veröffentlicht sie auch im Sach- und Kinderbuch. Elisa Hoven lebt in Berlin und hat zwei Kinder.

Quelle: Verlag / vlb














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